Was sind gute Zuschauer-Plätze bei einem Velorennen? In erster Linie sind es Anstiege, weil das Tempo niedriger ist und man somit länger etwas vom Rennen sieht. Aber auch, weil sich mit Glück der entscheidende Augenblick einer Attacke genau vor den eigenen Augen abspielt.
Oder man postiert sich in der Ebene am Ende einer langen Gerade (und vielleicht etwas erhöht, z.B. auf einem Mäuerchen), sodass man schon aus einiger Distanz sehen kann, dass gleich eine Solistin, eine Gruppe von Ausreissern oder das Feld heranbraust.
Und schliesslich stellen wir auch den besten Tipp für Souvenirjäger vor.
Das Rennen beginnt mit einer Runde «Sightseeing» um den Greifensee, so dass die Fahrerinnen noch einmal über die Startlinie rollen. Wer sich zwischen Uster und Maur platziert, bekommt das Feld also zwei Mal zu Gesicht – und bei der zweiten Passage könnte sich gut schon eine Fluchtgruppe abgesetzt haben.
Danach geht es bergauf und in Binz biegt der Parcours auf den City Circuit ein, den wir weiter unten ausführlich vorstellen.
Die Männer eröffnen ihren langen Arbeitstag mit einem Ausflug ins Zürcher Weinland. Auf dieser Runde ist der Aufstieg nach Buch am Irchel das Haupthindernis, hier sieht man die Fahrer etwas länger – und vielleicht schon den einen oder anderen am Schluss des Felds leiden.
Winterthur wird noch einmal passiert, ehe der bei Hobbyfahrern bekannte, steile Aufstieg von Sennhof nach Kyburg ansteht. Wer hier steht und zuschaut, wie Tadej Pogacar, Remco Evenepoel, Marc Hirschi und Co. beinahe wie Töffs hinaufbrettern, bekommt eine Ahnung davon, wie stark die Profis sind.
Über Volketswil und Schwerzenbach führt die Strecke weiter zum City Circuit, den die Fahrer nach rund 55 Rennkilometern in Binz erreichen.
Nach ihren unterschiedlichen Anfahrten kämpfen Frauen und Männer auf dem City Circuit in und um die Stadt Zürich um das begehrte Regenbogentrikot für die Weltmeisterin bzw. den Weltmeister.
Nach dem Start geht es über die Quaibrücke und zurück über die Fraumünsterbrücke zum Kunsthaus. Dort beginnt der erste steile Anstieg des Rundkurses. Die Rampe ist im steilsten Abschnitt 17 Prozent steil. Ganz oben ist die Zürichbergstrasse schmal – bestimmt wird sich eine Hexenkessel-Atmosphäre einstellen.
Tipp: Das Tram bis zur Kirche Fluntern (vom Hauptbahnhof aus, vom Bellevue her ist die Tramstrecke gesperrt) kann den Fussmarsch ersetzen. Die WM-Strecke ist ein paar Schritte entfernt.
Von Fluntern geht es hinab zum Klusplatz, wo die Strecke wieder ansteigt. Rund fünf Kilometer lang steigt die Strasse an, Kurven hat es kaum. Dafür neben der reformierten Kirche eine Grossleinwand.
Tipp: Zwischen Friedhof Witikon und Pfaffhausen ist die Verpflegungszone. Das heisst: Betreuer reichen den Athleten einen Beutel mit Essen und Trinken. Den wollen die Fahrer ebenso los werden wie leere Bidons. Wer es auf ein Souvenir abgesehen hat, steht hier goldrichtig.
Die ist in Zumikon und auf ihr geht es während rund einem Kilometer mit etwa drei Prozent moderat nach oben.
Tipp: Mit der Forchbahn gelangt man ab Stadelhofen in einer guten Viertelstunde dahin.
Nach der rasanten Abfahrt in Richtung Zürichsee geht es nicht direkt auf die Seestrasse. In Küsnacht muss noch einmal während rund zwei Kilometern bergauf pedalt werden.
Tipp: Auch dieser Anstieg ist nicht steil, aber von den Bahnhöfen Goldbach und Küsnacht rasch zu erreichen.
Ganz nah bei Start und Ziel gibt es eine Grossleinwand, Essensstände und ein Rahmenprogramm, das auch all jene beschäftigen kann, die sich aus den Rennen selber nicht all zu viel machen.
Nichts. Die besten Velorennfahrerinnen und -fahrer der Welt zu verfolgen, ist entlang der Strecke kostenlos.
Es gibt an der WM eine Ausnahme: der Zielbereich beim Sechseläutenplatz. Damit es nicht zu einem zu grossen Gedränge kommt, dürfen sich dort maximal 3000 Fans aufhalten. Dies wird mittels Eintrittstickets geregelt – und wer sich jetzt noch eines besorgen will, ist zu spät. An beiden Wochenendtagen ist diese Fan-Zone ausverkauft.