
Angeführt von Nino Niederreiter schreitet ein Teil der Schweizer Delegation ins Stadion in Mailand.Bild: keystone
Die 25. Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo sind offiziell eröffnet. Die Schweiz präsentiert sich an beiden Schauplätzen stolz – angeführt von Nino Niederreiter und Fanny Smith. Die Eröffnungsfeier zum Nachlesen in unserem Ticker.
06.02.2026, 21:5106.02.2026, 23:45
Nach dreieinhalb Stunden ist die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2026 vorbei. Wir sahen eine einigermassen ruhige Show, die ohne eine grobe Panne über die Bühne ging. Nun ist der Sport Trumpf – zum ersten Mal morgen Mittag um 11.30 Uhr, wenn das Schweizer Team in der Männer-Abfahrt den Olympiasieg anpeilt.
Alpine Ski-Helden entzünden die beiden Feuer. In Mailand gemeinsam Alberto Tomba und Deborah Compagnoni, in Cortina Sofia Goggia.

Manuela Di Centa (Langlauf) und Gerda Weissensteiner (Rodeln) tragen die Fackel in Mailand.
Sie übergeben sie an Enrico Fabris, einen Eisschnelllauf-Olympiasieger.
In Cortina trägt derweil Ski-Legende Gustavo Thöni die Flamme. Er reicht sie an Sofia Goggia weiter, die in Cortina noch einmal zuschlagen will.

An den vier Orten der Eröffnungsfeier schwören Athletinnen und Athleten nun den olympischen Eid. Lange dauert es nun nicht mehr, bis das Feuer entzündet wird. Glauben wir. Hoffen wir. Und befürchten noch mehr Tanz.
Oh, ein schönes Wiedersehen! Pita Taufatofua ist einer der Träger der olympischen Flagge. Heute trägt der Ex-Athlet aus Tonga einen Anzug, anders als er 2018 als Langläufer selber an Winterspielen teilnahm und an der Eröffnungsfeier mit seinem Outfit für Furore sorgte.
Ohne Namen zu nennen, aber eine meiner Vorgesetzten meinte, als ich ihr von ihm erzählte und das Bild zeigte, sie interessiere sich jetzt endlich auch für Sport …
Hollywood-Star Charlize Theron zitiert ihren grossen Landsmann Nelson Mandela und spricht über Menschlichkeit, Respekt und Frieden. «Das scheint mir angebrachter zu sein denn je», sagt sie mit einem leichten Zittern in der Stimme.

… gibt es erst noch einmal eine wertvolle künstlerische Darbietung. So langsam könntet ihr zu einem Abschluss kommen.
Die Fackel wird von erfolgreichen Sportlern durchs Stadion getragen.

Bühne frei für Andrea Bocelli. Der blinde Tenor singt die Arie Nessun dorma von Giacomo Puccini.

Italiens Präsident Sergio Mattarella eröffnet die Spiele offiziell.

Den ganzen Abend über spielte das olympische Feuer nicht die geringste Rolle. Aber bald wird es so weit sein. Und wenn die Gerüchte stimmen, wird das Feuer von Alberto Tomba in Mailand und Deborah Compagnoni in Cortina entzündet werden.
Die neue IOC-Präsidentin Kirsty Coventry begrüsst alle Sportlerinnen, Trainer, Gäste und Fans. «Ob ihr hier in Mailand sein, in Cortina, Predazzo oder Livigno: Willkommen zu euren Spielen. Das ist euer Moment. Ich weiss, wie es sich anfühlt. Dieser Mix aus Aufregung und Anspannung», so die zweifache Olympiasiegerin im Schwimmen. «Seid stolz. Auf euch, wie weit ihr gekommen seid. Und saugt alles auf, geniesst jede Sekunde!»

OK-Chef Giovanni Malago und IOC-Präsidentin Kirsty Coventry betreten die Bühne.
«Benvenuti! Welcome to Milano-Cortina 2026!», ruft Malago. «Wir begrüssen euch in einem Land von Geschichte und Innovation, Kultur und Leidenschaft.» Seit den letzten Winterspielen 1956 in Cortina habe sich so viel verändert. «Wir sind bereit, erneut olympische Geschichte zu schreiben.»
Und: «Ich war noch nie so stolz, ein Italiener zu sein, wie heute Abend.»

Die Organisatoren können über sich selber lachen. Das Mikrofon ist abgeschaltet, also wird mit den Händen parliert – so wie im italienischen Alltag halt.

Oder wie das daheim vor dem Fernseher der eine oder die andere nennt: Ziit, zum go schiffe.

Die Stimmung ist auf dem Siedepunkt: Italien schliesst den Einmarsch der Delegationen ab.

So eine schöne Sprache. Wir sahen heute schon Giamaica, Lussemburgo oder grad vorhin Nuova Zelanda. Und diese Expedition kommt aus Cile – einer geht an Krücken:

Keine Überraschung: Die Teilnehmenden aus Norwegen marschieren im Norweger-Pulli ein.

Die Delegation von Israel wird mit deutlich zu hörenden Pfiffen und Buhrufen begrüsst.

Die Eishockeynati der Frauen wird nicht an der Eröffnungsfeier teilnehmen. Grund ist ein positiver Norovirusfall. Das Testresultat lag erst nach dem 4:3-Auftaktsieg gegen Tschechien am Nachmittag vor, die betroffene Spielerin war seit Montag isoliert vom Team und in einem Einzelzimmer. Bislang zeige keine weitere Schweizer Spielerin Symptome, teilt Swiss Olympic mit.
Angeführt von NHL-Star Leon Draisaitl kommt die grosse Delegation aus Deutschland. Praktisch: Die riesigen Pelerinen können sie dann im Sommer wieder verwenden, wenn sie in Rimini den Liegestuhl besetzen.

In Italien beginnen 87 Prozent aller Länder mit einem C. Wir sind erst bei Colombia angekommen, aber gefühlt sind schon 30 Nationen einmarschiert.

Mantel.

Natürlich gehören auch eher exotische Nationen zu Olympischen Spielen. Ein toller Farbtupfer!

Die Schweizer Delegation wird als 80. von 92 Nationen einlaufen. Es dauert also noch ein bisschen, bis wir die Fahnenträger Fanny Smith und Nino Niederreiter sehen.
Jede Nation wird von einer Person (oder ist es ein Alien?) eingeführt, die auf einer Tafel den Landesnamen präsentiert:

Griechenland als Wiege der Olympischen Spiele hat den Reigen eröffnet, danach folgt Albanien. Fahnenträgerin des Doppeladlers ist mit Skirennfahrerin Lara Colturi eine gebürtige Italienerin.

Ich habe kurz nicht aufgepasst, worum es geht. Ich tippe auf etwas wie Friede, Heiterkeit und Gemeinschaft.

Für nicht wenige Menschen ist die Nationalhymne von Italien die schönste der Welt. Heute wird sie von niemand anderem als von Laura Pausini dargeboten. Nicht mit der gleichen Leidenschaft wie einst Gigi Buffon vor einem Länderspiel, aber ein absoluter Genuss. Spannend: Den Refrain liefert ein Chor aus Cortina d'Ampezzo.

Bäm, bäm, bäm – es geht Schlag auf Schlag. Langeweile kommt bislang keine auf an dieser Eröffnungsfeier.
Nun wird Giorgio Armani gewürdigt. Der Mode-Designer ist vor wenigen Monaten im Alter von 91 Jahren gestorben.

Valentino Rossi kann nicht nur Töff fahren wie kein anderer. Er fährt höchstpersönlich Italiens Präsident Sergio Mattarella mit dem Tram ins Stadion.

Yann Sommer sagt, er kenne die Melodie irgendwie. Wir natürlich auch: «Vamos a la Playa» von Righeira wurde umgetext zu «Milano e Cortina, oh oho ohooo». Ohrwurm!

Musik-Star Mariah Carey hat ihren Auftritt. Die Amerikanerin singt gefühlvoll und ruhig den italienischen Superhit «Volare». Klang in der Skihütte auch schon anders. Aber sie hat schon eine wahnsinnig gute Stimme.

Hübsche Idee. Von oben kommen Farbtuben geflogen, die «Farbe» wird mit Tüchern ausgeleert.

Kürzlich habe ich einen interessanten Artikel über Roms einstige Prachtsmeile gelesen, wo Stars flanierten und von Paparazzi abgelichtet wurden. Diese Fotografen haben nun auch ihren Auftritt:

Wenn dich das Gebotene nicht packt, wie wär's damit?
Das Motto des Abends heisst «Armonia» – Harmonie. Ein Engel macht die Runde zwischen Museumsvitrinen.

Mit Risotto, Espresso, Ferrari und ganz viel Alpen-Idylle – der erste Einspieler dieser Eröffnungsfeier geizt nicht mit Italien-Klischees. Aber ist ja auch wirklich ein schönes Land.
Für SRF kommentiert Reto Müller die Eröffnungsfeier. Doch er ist nicht alleine: Mit ihm führt Yann Sommer durch den Abend. Der ehemalige Fussball-Nationaltorhüter kennt das San Siro als Stammgoalie von Inter Mailand bestens.
Am Mikrofon gibt Sommer sein Debüt. «Ich freue mich sehr auf meine Premiere und dass ich einmal live dabei sein kann bei so einer Eröffnungsfeier», sagte der 37-Jährige.
Viel ist jeweils nicht bekannt. Klar ist, dass der Einmarsch der Delegationen und das Entzünden des olympischen Feuers die Höhepunkte der Eröffnungsfeier sind.
Traditionell wird Griechenland als erste Nation im Stadion auflaufen, danach folgt der Einmarsch der Nationen in alphabetischer Reihenfolge. Italien als Gastgebernation wird als letzte ins Stadion einlaufen.
Für IOC-Präsidentin Kirsty Coventry ist nun die Zeit, alles «auf der Seite zu lassen, das von den Spielen ablenkt». Die ehemalige Spitzenschwimmerin aus Simbabwe zeigte sich bei einer Medienkonferenz Anfang Woche überzeugt, dass sich die Welt an die «Magie und den Geist von Olympia» erinnere, sobald die Wettkämpfe begonnen hätten. Das Eröffnungsspektakel werde dafür ein «schönes Schaufenster» sein.
«Harmonie» lautet das Motto der Eröffnungsfeier. Man will nicht anecken, wie das gewisse Teile der Pariser Eröffnung in konservativen Kreisen taten.
«Die Zeremonie will eine Botschaft des Friedens senden und gleichzeitig die Fantasie und die Kultur Italiens feiern», lässt sich der künstlerische Leiter Marco Balich vernehmen. Insbesondere solle der Mode und des Designs im Belpaese, und speziell dem im September verstorbenen Giorgio Armani, gehuldigt werden.
Daneben ist aber auch ein internationales Staraufgebot angekündigt. Mariah Carey wird auf Italienisch singen, Lang Lang Klavier spielen. Andrea Bocelli (Bild) und Laura Pausini vertreten die Gilde der italienischen Musik.

Die Skicrosserin Fanny Smith in Livigno und der Eishockey-Nationalspieler Nino Niederreiter in Mailand führen die Schweizer Delegation als Fahnenträger an. Die offizielle Schweiz ist durch Bundespräsident Guy Parmelin vertreten.
Mit den Eröffnungsfeiern an vier Orten geht es am Freitagabend so richtig los mit den 25. Olympischen Winterspielen von Mailand-Cortina und Umgebung. Die Veranstalter versprechen Harmonie, Magie und olympischen Geist.
Ein Fussballtempel wird mit dem San Siro dabei die Hauptrolle für den Startschuss zu den Winterspielen in Norditalien darstellen – so ist das im Land des Calcio.
Es wird eine Eröffnung, wie es sie in dieser Form noch nie gegeben hat. Waren es bei den Sommerspielen vor eineinhalb Jahren in Paris Schiffe auf der Seine, sind es diesmal vier Standorte (Mailand, Cortina, Livigno und Predazzo im Val di Fiemme) und erstmals zwei olympische Flammen, eine in Mailand und eine in Cortina.
Die Zusammenfassung des Abends
Der Mailänder Fussballtempel San Siro verwandelte sich in eine Bühne für «Harmonie» und «Magie» – so das Motto der von Marco Balich inszenierten Show. Es war eine Zeremonie der Neuerungen: Erstmals in der Geschichte der Winterspiele fand die Eröffnung dezentral statt, zeitgleich verbunden mit einer Feier im Stadion von Cortina d'Ampezzo. Passend dazu lodern nun erstmals zwei olympische Flammen in den beiden Hauptaustragungsorten.
Für den Höhepunkt aus Schweizer Sicht sorgte der Einmarsch der Nationen an den beiden Austragungsorten. In Mailand führte NHL-Star Nino Niederreiter die Schweizer Delegation ins weite Rund. Zeitgleich hatte Fanny Smith in den Dolomiten die grosse Ehre: Die 33-jährige Skicross-Veteranin trug die Schweizer Fahne bei der Zeremonie in Cortina d'Ampezzo.

Fanny Smith führt das Team in Cortina an.Bild: keystone
Trotz der räumlichen Trennung von rund 400 Kilometern bildeten sie das symbolische Führungsduo für die 175 Athletinnen und Athleten von Swiss Olympic. Von der Tribüne in Mailand klatschte ihnen Bundespräsident Guy Parmelin zu, der die Schweiz beim Staatsakt vertrat.
Hommage an Armani und grosse Stimmen
Kulturell setzte die Feier auf «Made in Italy». In einer Sequenz wurde dem im vergangenen September verstorbenen Modezaren Giorgio Armani gehuldigt, dessen Designs die italienische Ästhetik weltweit geprägt haben.
Musikalisch bot der Abend einiges: Die US-Sängerin Mariah Carey sang ebenso wie die italienischen Ikonen Andrea Bocelli, Laura Pausini und Cecilia Bartoli, während Starpianist Lang Lang für die leisen Töne sorgte, als die Olympische Flagge gehisst wurde.

Andrea Bocelli begeisterte einmal mehr.Bild: keystone
Coventrys Appell: «Ich bin, weil wir sind»
Die Show versuchte, die politischen Misstöne im Vorfeld mit einer Botschaft des Friedens zu überstrahlen. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry fand in ihrer Rede emotionale Worte. Die ehemalige Schwimm-Olympiasiegerin aus Simbabwe sprach ihre «Mit-Olympioniken» direkt an und betonte, dass sie die Mischung aus Aufregung und Nervosität genau kenne.
Coventry schlug dabei eine Brücke zu ihrer afrikanischen Heimat und zitierte das Prinzip «Ubuntu» – «Ich bin, weil wir sind». Wahre Stärke liege nicht nur im Gewinnen, sondern in «Mut, Empathie und Herz.» Sie rief dazu auf, die Spiele zu einer Feier dessen zu machen, was die Menschheit vereint.
Mattarella eröffnet die Spiele
Den formellen Schlusspunkt setzte um 22.51 Uhr Staatspräsident Sergio Mattarella. Mit der traditionellen Formel «Ich erkläre die XXV. Olympischen Winterspiele von Mailand und Cortina d'Ampezzo für eröffnet», gab er das Signal für das Entzünden des Feuers.

Sergio Mattarella eröffnet die Spiele.Bild: keystone
Nun liegt der Fokus auf dem Sport. Bis zum 22. Februar kämpfen rund 3000 Athletinnen und Athleten in Norditalien um Ruhm und Ehre. Durch die Aufnahme des Tourenskirennens ins Programm ist die Anzahl der Entscheidungen gewachsen: In den kommenden zwei Wochen werden insgesamt 116 Medaillensätze vergeben – so viele wie noch nie bei Winterspielen.
Die Schweiz hofft, an die Erfolge von Peking 2022 anknüpfen zu können, als sie 15 Medaillen, darunter sieben goldene, mit nach Hause nahm. (ram/sda)