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Winner Marcel Hirscher of Austria, celebrates with a Swiss Cow Bell on the podium after the second run of the men's slalom race at the Alpine Skiing FIS Ski World Cup in Adelboden, Switzerland, Sunday, January 13, 2019. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Schellenschüttler: Marcel Hirscher ist der dominierende Skirennfahrer der Gegenwart. Bild: KEYSTONE

Wieso Marcel Hirscher trotz seines Doppelsiegs in Adelboden sauer ist

Marcel Hirscher liess die Rekorde auch am Sonntag purzeln. Nicht ganz 24 Stunden nach dem Riesenslalom gewann der Österreicher auch den Slalom von Adelboden – schon sein neunter Sieg im Berner Oberländer Ort.



Er zweifelt und klagt – auch an diesem Sonntag wieder. Im kleinen Kreis mit ein paar österreichischen Journalisten holte Marcel Hirscher nach dem Slalom zur Breitseite gegen die FIS aus, nachdem er auf Anna Veith und die Verletzungsmisere im österreichischen Frauenteam angesprochen worden war.

Viel zu dicht sei der Rennkalender, gesundheitsgefährdend, nicht vorschriftsgemäss, eine Zumutung, sagte der Seriensieger. Es sei nichts als logisch, dass sich unter diesen Bedingungen so viele Athleten verletzen würden.

Die Oesterreicher Skirennfahrerin Anna Veith, bei der Startnummern-Auslosung des Super-G vor den Ski Alpin Weltcuprennen vom Wochenende, am Freitag, 7. Dezember 2018, in St. Moritz. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Veiths Saison ist nach einem Kreuzbandriss gelaufen. Bild: KEYSTONE

Er und seine männlichen Kollegen seien am Dienstag in Zagreb gefahren und nun in Adelboden vier Läufe innert 24 Stunden. «Wir sind am Limit! Als ich gestern um 21 Uhr im Hotel war, fiel ich um», so Hirscher weiter.

Drittes Double in Adelboden

Er zweifelt und klagt – und siegt und siegt. Denn eines ist trotz des kräftezehrenden Renn- und Reiseprogramms gewiss: Stehen technische Rennen an, führt kaum ein Weg an Marcel Hirscher vorbei. Nur in zwei der zehn Slaloms oder Riesenslaloms des Winters war der Salzburger nicht der Sieger. Am Sonntag feierte er im Slalom von Adelboden seinen 67. Weltcupsieg – bei Dauerschneefall, der im Zielhang im zweiten Lauf in Schneeregen überging, bei schlechter Sicht und auf ramponierter Piste.

Hirschers überragender 2. Lauf.

Hirscher gewann zum dritten Mal am geschichtsträchtigen wie herausfordernden Chuenisbärgli das Double. Mit nun neun Siegen und 16 Podestplätzen in Adelboden ist er so erfolgreich wie kein anderer am selben Ort. Aksel Lund Svindal hält in Beaver Creek bei acht Siegen, Ingemar Stenmark hat seinerzeit in Madonna di Campiglio achtmal triumphiert.

Noël feiert nach Weihnachten

Die Differenz, diesmal betrug sie eine halbe Sekunde, schuf Hirscher abermals mit einer fast nicht zu toppenden Bestzeit im zweiten Lauf. «All-out» sei das gewesen, kommentierte Hirscher. Obwohl er voll angriff, wirkte die Fahrt nicht riskant. Zwischen ihn und den am Samstag zaudernden und am Sonntag resignierenden Dauerrivalen Henrik Kristoffersen schob sich diesmal Clément Noël.

Second placed Clement Noel of France, left, winner Marcel Hirscher of Austria, center, and third placed Henrik Kristoffersen of Norway, right, celebrate on the podium after the second run of the men's slalom race at the Alpine Skiing FIS Ski World Cup in Adelboden, Switzerland, Sunday, January 13, 2019. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Noël (links) jubelt mit den üblichen Verdächtigen Hirscher und Kristoffersen. Bild: KEYSTONE

Der 21-jährige Franzose, dem Hirscher wie tags zuvor dem Schweizer Marco Odermatt eine goldene Zukunft mit Gesamtweltcup- und Olympiasiegen voraussagte, schaffte es nach zwei 4. Plätzen erstmals auf ein Weltcup-Podest.

«Nass bis auf die Unterhose, aber sehr glücklich»

Die Schweizer nutzen ihr Slalom-Hoch nicht zum erhofften Podestplatz, aber zum besten Ergebnis seit mehr als zehn Jahren. Er sah ein bisschen aus wie ein begossener Pudel, sein breites Grinsen aber verriet, dass Ramon Zenhäusern mehr als glücklich über diesen 5. Platz am legendären Chuenisbärgli war. Im Dauer-Schneeregen liess sich der 2-Meter-Mann aus dem Wallis von den 11'000 Zuschauern feiern, die den Bedingungen trotzten. Danach sagte er: «Ich bin nass bis auf die Unterhose, aber sehr glücklich.»

Switzerland's Ramon Zenhaeusern celebrates at the finish area during the second run of a ski World Cup men's slalom in Adelboden, Switzerland, Sunday, Jan. 13, 2019. (AP Photo/Gabriele Facciotti)

Kurz in der Leaderbox: Zenhäusern zufrieden. Bild: AP

Stolz präsentierte er seine Trophäe, eine verzierte Kuhglocke. «Ein wunderschönes Andenken, genauso schön wie die Olympiamedaille», kommentierte der Slalom-Olympiazweite von Pyeongchang. Als Neunter war Zenhäusern in den zweiten Lauf gegangen. Er griff voll an, es ging auf. Eine Sekunde Vorsprung hatte er im Ziel. «Reicht das für den Sprung auf das Podest?» schoss es Zenhäusern durch den Kopf. Die Abstände nach dem ersten Lauf waren nicht allzu gross, seine Fahrt sehr gut.

Es reichte ihm um 26 Hundertstel nicht, was Zenhäuserns Freude nicht trübte: «Ich will mich nicht beklagen. Mit einer Sekunde Vorsprung ins Ziel zu kommen in Adelboden, ist etwas vom Schönsten. Und so viele 5. Plätze hatte ich noch nicht», sagte der Walliser, der seit seiner Daumen-Operation kurz vor Weihnachten mit einer Spezialschiene an der Hand fährt, die ihn beim Start noch etwas behindert. (ram/sda)

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • kaderschaufel 14.01.2019 11:51
    Highlight Highlight Muss man denn wirklich jedes einzelne Rennen fahren, wenn es doch zuviel ist? Gibt es jemanden der ihn dazu zwingt (vielleicht der österreichische Skiverband)?

    Sonst soll er es doch so machen wie Federer: Halt nicht alles, aber dafür Vollgas wenns drauf ankommt.
    • victoriaaaaa 14.01.2019 13:31
      Highlight Highlight die anzahl ist es ja eigentlich nicht, sondern mehr die verteilung der rennen, wenn die fis also besser geplant hätte, hätte keiner was gegen die anzahl der rennen. zudem haben athleten bestimmt am start immer den druck zu fahren/punkten - schon nur wegen der sponsoren und allem...man muss dich mt dem, was man im winter leistet auch den sommer finanzieren können
  • Judge Dredd 14.01.2019 10:43
    Highlight Highlight Ich denke, es ist genau richtig, dass einer wie Hirscher, der unbestritten momentan und seit einigen Jahren der Beste ist und sehr viel Erfahrung hat, solche Probleme anspricht. Wenn nicht er, wer sonst? Ein Perfektionist mit einem Gespür für seinen Körper wie nicht viele andere und genau dieser Körper sagt ihm nun anscheinend, dass die Schmerzgrenze erreicht ist. Es wäre fahrlässig von ihm wenn er an dieser Stelle nichts sagen würde.
  • zellweger_fussballgott 14.01.2019 10:08
    Highlight Highlight Verstehe nicht weshalb er jammert. Dafür trainiert man den ganzen Sommer über und dann drei Mal innert einer Woche einen Rennen mit zwei Läufen zu haben ist zu viel? Das sind etwa knapp sechs Minuten Fahrzeit.

    Wenn ihm das einem zu viel ist, kann man ja auch auf einzelne Rennen verzichten, wenn das Verletzungsrisiko so gross ist. Zwingt ihn ja niemand bei jedem Rennen dabei zu sein.
    Veith hat ja übrigens diese Woche kein Rennen bestritten. Der dichte Terminkalender wird es also kaum sein.
    • Scaros_2 14.01.2019 10:15
      Highlight Highlight Ja, Veith hat auch ein Kreuzbandriss 😂
    • Maek. 14.01.2019 10:19
      Highlight Highlight Ich glaube sie unterschätzen einen Slalom lauf etwas. Man sieht ja immer wieder wie die Fahrer ziemlich erschöpft ins Ziel kommen.

      Die Verletzung von Veith ist jedoch sicherlich kein Grund über den Terminkalender zu weinen, da sie mehrere Disziplinen auslässt und die Verletzung nicht dirch den straffen Terminkalender passierte
    • zellweger_fussballgott 14.01.2019 10:23
      Highlight Highlight Dieses Wochenende wurden die Rennen der Frauen abgesagt und in Zagreb hat sie nicht teilgenommen. Inwiefern steht also ihre Verletzung im Zusammenhang mit dem vollen Rennkalender?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Scaros_2 14.01.2019 09:56
    Highlight Highlight Wenn der Kalender so voll ist, warum boykotieren sie es den nicht einfach einmal. Scheinbar ist ja der Druck, verletzungsgefahr etc. Alles so hoch. Da kann man doch geschlossen gegen das FIS boykotieren und entspannung fordern.

    Aber das tun sie den eben auch nicht, man will ja schliesslich den Erfolg, Gekd etc. Auch ned missen.

    Aus meiner Sicht immer extrem heuchlerisch. A sagen aber B machen.
    • JackMac 14.01.2019 12:50
      Highlight Highlight Du hast keine Ahnung der Verpflichtungen Sponsoren gegenüber etc.
    • Scaros_2 14.01.2019 13:09
      Highlight Highlight Doch hab ich. Aber wenn fie skicraks eine reduktion fordern dann müssen auch sie abstriche machen. Das ist wie mit den franzosen. Wollen weniger zahlen aber mehr vom staat haben.

      Das geht nicht.
    • michiOW 14.01.2019 13:23
      Highlight Highlight Probieren Sie mal einen Streik zu organisieren auf einer Baustelle gegen den Bauführer, wenn die Arbeiter für 30 verschiedene Unternehmen arbeiten und nicht alle dieselbe Sprache sprechen, es ausserdem Freundschaften und Rivalitäten gibt und jeder denkt, dass man erfolgreicher wäre, wenn Andere nicht wären.
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