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So viel Tamtam wie vor einem Jahr am Confed Cup soll es an der WM-Eröffnungsfeier nicht geben. Soll ... Bild: AP/AP

Kurze Show, Ball aus dem All und zitternde Gastgeber – so läuft der erste WM-Tag ab

Heute ist es endlich so weit! 1432 Tage nach Deutschlands 1:0-Sieg gegen Argentinien in Rio wird im Moskauer Luschniki-Stadion die 21. Fussball-WM eröffnet. Mit dabei ein Haufen Prominenz und zwei Teams, denen wenig zugetraut wird.

14.06.18, 10:44 14.06.18, 12:21


Die Eröffnungsfeier

Um ca. 16.30 Uhr geht es los! Die Eröffnungsfeier der Fussball-WM wird in Russland etwas anders ablaufen als bei den letzten Weltmeisterschaften. Die Show wird diesmal wesentlich kürzer gehalten und näher an den Anpfiff verlegt. Statt Tanz und Folklore-Darbietungen gibt es hauptsächlich Musik-Acts.

Robbie Williams wird den Fans im Moskauer Luschniki-Stadion einheizen. «Ich bin so glücklich und aufgeregt», sagte der britische Popstar über seinen grossen Auftritt. «Die WM vor 80'000 Fans im Stadion und vielen Millionen auf der ganzen Welt zu eröffnen, ist ein Kindheitstraum.»

Unterstützung erhält der 44-Jährige von der russischen Sopranistin Aida Garifullina und Jason Derulo, der seinen WM-Hit «Colors» performen wird. Auch die brasilianische Fussball-Legende Ronaldo und Maskottchen Zabivaka spielen bei der Show eine Rolle. Es soll um Liebe und Fussball gehen. Rund eine halbe Stunde wird das Spektakel dauern, dann gehört die Bühne dem Fussball.

Die Coca-Cola-WM-Hymne von Jason Derulo. Video: YouTube/Jason Derulo

Die Ehrengäste

Die meisten westlichen Staatschefs haben für die Eröffnungsfeier abgesagt. Dennoch wird Russlands Präsident eine illustre Runde auf der Ehrentribüne begrüssen dürfen. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman und ein Dutzend anderer Staatsgäste wie Russlands verbündete Präsidenten Alexander Lukaschenko (Weissrussland), Ilham Aliyev (Aserbaidschan) und Nursultan Nasarbajew (Kasachstan) haben sich angesagt. 

Bundespräsident Alain Berset und Sportminister Guy Parmelin werden an der Eröffnungsfeier nicht dabei sein. Berset reist erst fürs Schweizer Auftaktspiel gegen Brasilien nach Russland, Parmelin wird sich das zweite Gruppenspiel gegen Serbien vor Ort anschauen.

Natürlich wird FIFA-Präsident Gianni Infantino da sein. Der Walliser ist bekannt dafür, dass er sich bei öffentlichen Auftritten stets mit Fussball-Ikonen der Vergangenheit schmückt. Mal schauen, wer neben Ronaldo sonst noch so dabei ist.

Die Eröffnungsfeier wird zur grossen Bühne für FIFA-Boss Gianni Infantino und Russland-Präsident Wladimir Putin. Bild: AP/POOL SPUTNIK KREMLIN

Der Ball

Das Spielgerät kommt aus dem Weltall. Zwei Monate lang kreiste der WM-Ball «Telstar» an Bord der Internationalen Raumstation ISS rund 400 Kilometer hoch um die Erde. Vor wenigen Tagen brachte ein Astronaut die kosmische Kugel zurück. Rechtzeitig für das Eröffnungsspiel muss diese dann auf dem Punkt in der Mitte des Luschniki-Stadions liegen.

Hier wird der WM-Ball im Weltall getestet. Video: streamable

Das Eröffnungsspiel

Gastgeber Russland trifft auf Saudi-Arabien. Die Affiche wird als «El Gasico» verspottet, weil Putin und Bin Salman gestern über ihre Petrol-Allianz gesprochen haben. Prickelnd ist das Startspiel sportlich trotz der Anlehnung an «El Clásico» aber noch lange nicht. Es duellieren sich die zwei in der Weltrangliste am schlechtesten platzierten Teams der 32 WM-Teilnehmer: Russland liegt auf Rang 70, Saudi-Arabien auf Position 67. Für Präsident Putin zählt trotzdem nur der Sieg, doch die Russen sind nicht gerade in Topform. Das Team von Trainer Stanislaw Tschertschessow hat die letzten sieben Spiele nicht gewonnen.

Saudi-Arabien erging's nicht viel besser: Die «Grünen Falken» verloren alle vier Testspiele, zeigten beim 1:2 gegen Weltmeister Deutschland aber immerhin einige gute Ansätze. Die Statistik ist aber auf Russlands Seite. Erst zweimal gab es in WM-Eröffnungsspielen faustdicke Überraschungen: 1990 und 2002 schlugen Kamerun und Senegal die Titelverteidiger Argentinien und Frankreich.

Seit 2006 eröffnet der Gastgeber die WM: Deutschland 2006 und Brasilien 2014 siegten jeweils klar, Südafrika musste 2010 gegen Mexiko spät noch den 1:1-Ausgleich hinnehmen.

Die Schiedsrichter

Nestor Pitana wird das Eröffnungsspiel leiten. Der 42-jährige Argentinier gilt als erfahrener Schiedsrichter und leitete bereits 2014 vier WM-Spiele. Als vierter Offizieller fungiert der Brasilianer Sandro Ricci. Aber natürlich werden alle Augen auf den Video-Schiedsrichter gerichtet sein. Die grosse Frage: Wird die WM dank des Videobeweises tatsächlich gerechter oder diskutieren wir am Ende doch wieder über Fehlentscheide der Unparteiischen?

Ex-Schiedsrichter Roberto Rosetti ist der VAR-Verantwortliche an der WM in Russland. Bild: AP/AP

Die Fans

Sie werden in Scharen kommen. Längst ist das Eröffnungsspiel ausverkauft. 81'000 Zuschauer finden im Luschniki-Stadion Platz, sie werden natürlich grösstenteils weiss-blau-rot gekleidet sein. Die Russen hoffen, dass ihr Team mit einem Sieg startet und im Eröffnungsspiel die grosse Blamage gleich zu Beginn der WM verhindern kann.

Die russischen Fussball-Fans sind bereit, jetzt muss nur noch die «Sbornaja» liefern. Bild: EPA/EPA

(pre)

Die Schlüsselspieler der 32 WM-Teams

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • D(r)ummer 14.06.2018 12:25
    Highlight Die Astronauten haben wahrscheinlich (!) einen Weltrekord gebrochen.

    Schnellster Schuss mit einem Fussball: 26'000km/h
    19 1 Melden
  • Triumvir 14.06.2018 12:09
    Highlight Die Aussicht auf einen (Ferien-)Aufenthalt in einem Arbeitslager in Sibirien und/oder Ausbildungslager in Syrien wird die Russen sicher genügend motivieren, um ihr absolut bestes zu geben...:-P
    12 35 Melden

Herr und Frau Mötzli, können wir uns nicht einfach mal freuen?!

Die Schweiz schlägt Serbien hochdramatisch 2:1. Schlagzeilen machen aber die Doppeladler beim Jubel von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri. Die Gesten waren unüberlegt und unnötig. Aber auch verständlich für Spieler, bei denen sich so viel um Identität und Zugehörigkeit dreht.

Als sich Xherdan Shaqiri nach seinem 2:1 in der 90. Minute gegen Serbien dazu entschied, seine Hände zum Doppeladler zu formen, da wurde er innert Sekunden vom Helden zum Deppen. 

Zumindest für ganz viele Schweizer Fans. Die Freude über den Sieg wurde schnell gedämpft. Dürfen sich Schweizer da überhaupt noch freuen? Das war doch Hochverrat!

Zum Glück, so muss man fast sagen, haben Shaqiri und Xhaka mit dem Doppeladler für einen kleinen Skandal gesorgt. Sonst, man stelle sich vor, hätten …

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