Videos
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Weltraum-Schrott: Wenn ein Zentimeter-Geschoss zur Handgranate wird



abspielen

Immer mehr Weltraum-Schrott rast um die Erde und wird für die Raumfahrt zunehmend zum Sicherheitsrisiko. Kommende Woche beraten Expertinnen und Experten bei einer Konferenz in Darmstadt, wie man die Trümmer unschädlich machen könnte.

Als die todbringende Wolke aus Weltraummüll auf sie zurast, sind die beiden Astronauten gerade mit Reparaturarbeiten am Weltraumteleskop «Hubble» beschäftigt. Im Kinofilm «Gravity» mit Sandra Bullock und George Clooney zerstört die Trümmerwolke ein Shuttle-Raumschiff, das Hubble-Teleskop und später auch die Internationale Raumstation ISS. Der Bösewicht in dem oscarprämierten Streifen ist also kein ausserirdisches Monster, sondern um die Erde rasender Weltraum-Schrott.

This is a computer generated image provided by the European Space Agency which  shows an artist impression of catalogued objects in low-Earth orbit viewed over the Equator. Scientists are keeping a close eye on orbital debris created when two communications satellites  one American, the other Russian _ smashed into each other hundreds of miles above Siberia Tuesday Feb. 10, 2009.   Think of it as a galactic garbage dump. With a recent satellite collision still fresh on minds, participants at a meeting  Thursday Feb. 19, 2009 in the Austrian capital Vienna are  discussing ways to deal with space debris junk that is clogging up the Earth's orbit.  (AP Photo/ESA)  **  NO SALES   **

Ein computergeneriertes Bild der ESA aus dem Jahr 2009 zeigt das Gedränge der Satelliten im All. Bild: AP European Space Agency

Ein phantasievoller Science-Fiction-Film? Mitnichten. Denn so realitätsfern ist das Szenario von «Gravity» nicht. In erdnahen Umlaufbahnen rast mittlerweile eine derart grosse Menge Weltraum-Schrott um den Planeten, dass mittelfristig die Raumfahrt in Gefahr geraten könnte. Ab Dienstag kommender Woche beraten in Darmstadt hunderte Top-Experten aus aller Welt über Methoden, die für Sonden und Satelliten gefährlichen Trümmer unschädlich zu machen.

Umzug auf der ISS

Dass die «Gravity»-Geschichte nicht frei erfunden ist, zeigt unter anderem folgende Begebenheit vom Juli 2015. Damals, zwei Jahre nach dem Kinostart des Films, musste sich die ISS-Besatzung vor vorbeifliegendem Weltraummüll kurzzeitig in Sicherheit bringen. Die Raumfahrer zogen sich in die russische «Sojus»-Raumkapsel zurück, die an der ISS angedockt war – bis der Weltraum-Schrott knapp an der Raumstation vorbei gesaust war.

Es war bereits das vierte Mal in der ISS-Geschichte, dass die Besatzung wegen vorbeifliegender Schrottteile kurzfristig «umziehen» musste. Bei diesem High-Tech-Müll, mit dem sich nun erneut die Fachleute im Darmstädter Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation ESA befassen werden, kann es sich um ausgediente Raketenstufen und abgeschaltete Satelliten ebenso handeln wie um nur Millimeter grosse Teile.

Laut ESA umrunden derzeit 750'000 Objekte von mehr als einem Zentimeter Grösse die Erde – mit einer Geschwindigkeit von durchschnittlich mehr als 40'000 Stundenkilometern. Die Zahl der Schrottteile ab einem Millimeter Grösse beträgt sogar unvorstellbare 170 Millionen. Dabei setzt der Einschlag eines nur ein Zentimeter grossen Objekts zum Beispiel in einen Satelliten die Energie einer Handgranatenexplosion frei.

Raketenstarts und Kollisionen

Etwa 18'000 dieser Trümmerteile sind so gross, dass sie regelmässig von leistungsstarken Überwachungssystemen verfolgt werden können. Weltraummüll entsteht auf vielfältige Weise – beispielsweise bei den mehr als 4900 Raketenstarts, die seit Beginn des Raumfahrtzeitalters vor fast 60 Jahren stattgefunden haben und bei denen stets grosse und kleine Teile in Erdumlaufbahnen gelangen.

Ausserdem wissen die Forscher von mehreren Kollisionen grosser Objekte, die Weltraum-Schrott hinterlassen haben. Einer dieser Zusammenstösse ereignete sich am 10. Februar 2009: Der US-Satellit Iridium 33 kollidierte mit dem abgeschalteten russischen Satelliten Kosmos 2251. Beide wurden total zerstört – und die «Müllhalde» im Erdorbit wuchs um weitere mindestens 2200 Trümmerteile.

Stoff genug für die viertägige Europäische Konferenz zu Weltraum-Schrott, die bereits zum siebten Mal stattfindet und die weltweit grösste Veranstaltung zu Raumfahrtrückständen ist. Bei dem Treffen wollen Wissenschaftler, Ingenieure und Manager aus allen wichtigen Raumfahrtnationen die neuesten Erkenntnisse über Weltraum-Schrott austauschen.

Müllabfuhr im All

Im Mittelpunkt stehen dabei strategische Ansätze sowie technische Optionen zum Umgang mit dem Weltraummüll. Eine der grössten Gefahren besteht darin, dass Kollisionen vor allem grosser Schrottobjekte eine folgenschwere Kettenreaktion auslösen können: Die Teile stossen mit gigantischer Geschwindigkeit zusammen und zersplittern – mit der Folge, dass mit der steigenden Zahl der Teile auch das Gefahrenpotenzial weiter anwächst.

Diese Kettenreaktion nennen die Forscher «Kessler-Syndrom» – sie könnte Teile des erdnahen Weltraums für die Raumfahrt unbrauchbar machen. Als eine Option im Kampf gegen die zunehmende Vermüllung des Weltraums werden die Experten in Darmstadt die sogenannte «aktive Entfernung» von Weltraumtrümmern erörtern. Das bedeutet nichts anderes, als dass ein Raumfahrzeug zu einem grossen Schrottteil startet und es einsammelt. (whr/sda/afp)

#YearInSpace: Mit diesen atemberaubenden Bildern verabschiedet sich Scott Kelly von der ISS

Das könnte dich auch interessieren:

Diese 9 Food Trucks aus New York wünschen wir uns in der Schweiz (weil absolut 🤤)

Link zum Artikel

Federer/Nadal necken sich wie ein altes Ehepaar und McEnroe will «ihre Karrieren beenden»

Link zum Artikel

«Kein Brexit ohne Parlament!» John Bercow sagt Johnson in Zürich den Kampf an

Link zum Artikel

St. Galler Polizist schiesst sich aus Versehen in den Oberschenkel

Link zum Artikel

Die lange Reise der Schiedsrichter-Pfeife an die Rugby-WM nach Japan

Link zum Artikel

Eins vor Tod will ich Sex und (eventuell) eine Ohrfeige

Link zum Artikel

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Themen
1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

So dirty wird «Fifty Shades Darker»! Der Trailer zu Teil 2 der Bondage-Orgie ist da

Wir erinnern uns: Multimilliardär Christian Grey und Literaturstudentin Anastasia Steele hatten letztes Jahr schon einen ganzen Film lang Bondage-Sado-Maso-Sex und veränderten die Welt der Lust (kein bisschen). Weshalb es höchste Zeit ist, dass die beiden erregenden Role Models dies bald im Kino fortsetzen. Nämlich am Valentinstag 2017 im darken Streifen «Fifty Shades Darker». Und so sieht das dann aus:

Die Handlung: Ana (Dakota Johnson) wird Verlagsassistentin, Christian (Jamie Dornan) kauft den …

Artikel lesen
Link zum Artikel