Warum gerade die riesigen, goldenen Hoden eines Ex-US-Präsidenten versteigert werden
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk der USA steht unter Beschuss. Unter Präsident Donald Trump wurden den staatlich unterstützten Medien die Gelder gestrichen. Das könnte für viele kleine, lokale Fernseh- und Radiostationen das Todesurteil sein.
Dies machte der US-Late-Night-Moderator John Oliver zum Thema bei seiner Show «Last Week Tonight». Es war die letzte Sendung der aktuellen Staffel – und dafür haben sich er und sein Team etwas ganz Spezielles überlegt: eine Auktion, um die öffentlich-rechtlichen Medien zu unterstützen. Verkauft werden Requisiten und Trouvaillen, die sich über die Jahrzehnte angesammelt haben. Darunter sind auch wahrlich sonderbare Objekte:
Inspiriert wurde Oliver dabei vom amerikanischen Maler Bob Ross. Dieser wurde im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit seiner Sendung «The Joy of Painting» (Die Freude des Malens) berühmt. Er starb 1995. Sein Lebenswerk wird nun von Bob Ross Inc. verwaltet, welches kürzlich drei seiner Kunstwerke versteigert und den Erlös von über 660'000 US-Dollar an die öffentlich-rechtlichen Medien gespendet hat.
Und dasselbe tut nun auch John Oliver. Die Auktion von «Last Week Tonight» umfasst insgesamt 65 Objekte und dauert bis zum 24. November. Hier einige der bemerkenswertesten Objekte:
Russell Crowes «Cinderella Man»-Genitalschutz
Der Schauspieler Russell Crowe hat diesen Genitalschutz, den er im Film «Cinderella Man» getragen hat, einst selbst versteigert. Der Erlös kam damals einer Station zugute, die in Australien an Chlamydien erkrankten Koalas hilft. Kein Witz!
Dieser Genitalschutz habe also schon vielen Koalas das Leben gerettet, so John Oliver. Der Startpreis für dieses «unbezahlbare Stück Filmgeschichte» lag bei 3500 US-Dollar. Aktuell gibt es 21 Gebote und der Preis liegt bei 16'767 Dollar (Stand 17. November).
John Olivers Kohlkopf-Ehefrau
Auch das ist kein Scherz. Offenbar hat Oliver in der neunten Staffel seiner Show einen Kohlkopf geheiratet. Warum? Kannst du hier lesen. Vollzogen wurde die Zeremonie übrigens von Schauspieler Steve Buscemi.
Der Kohlkopf, respektive «Mrs. Cabbage Oliver» – immer noch mit Schleier – kann nun dir gehören. 37 Gebote wurden schon abgegeben, das aktuelle liegt bei 10'000 US-Dollar.
Eine 1:1-Replika von Ex-US-Präsident Lyndon B. Johnsons Hoden
Erst kürzlich befasste sich eine von Olivers Sendungen mit den US-Präsidentenbibliotheken. Diese sind ein Fundus für allerlei Schätze, wie die Show zeigte. So fand sich etwa eine Aufzeichnung, in der Lyndon B. Johnson, 36. Präsident der USA, darüber beklagte, dass seine Hose im Bereich, «wo die Nüsse hängen» zu eng seien. Hier kannst du es dir anhören.
«Last Week Tonight» liess für jene Sendung eine goldene Plastik von Lyndon B. Johnsons Hoden anfertigen und bot sie seiner Präsidentenbibliothek an. Weil diese dafür leider keine Verwendung hatte, werden sie nun versteigert. Aktueller Zwischenstand: 16'767 Dollar bei 33 Geboten.
Wachsfiguren von US-Präsidenten
Die Halle der Präsidenten und First Ladies war eine Touristenattraktion in Gettysburg, Pennsylvania, die 2016 geschlossen wurde. «Last Week Tonight» hat damals die Wachsfiguren der fünf ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton, Jimmy Carter, Richard Nixon, William Henry Harrison und Warren G. Harding gekauft. Damit wurden dann Parodien von Filmen gedreht, unter anderem mit (dem echten) Tom Hanks.
Die Wachs-Präsidenten werden alle einzeln versteigert. Die Preise reichen aktuell von 900 bis 3500 Dollar. Laut den jeweiligen Beschreibungen ist Warren G. Harding John Olivers Lieblingsfigur, während Bill Clinton eher wie John Travolta aussehe. William Henry Harrisons Wachsfigur habe ausserdem wohl mehr erreicht, als ihr echtes Gegenstück ( – der 9. Präsident der USA starb nach nur 31 Tagen im Amt an einer Erkältung).
Gemälde «Cabin at Sunset» von Bob Ross
Dies ist bestimmt das Highlight der ganzen Auktions-Aktion. Bob Ross Inc. habe eine einmalige Ausnahme gemacht und stelle «Last Week Tonight» eines von Bob Ross' Bildern zur Versteigerung zur Verfügung. Es handelt sich dabei um das Gemälde «Cabin at Sunset», das Ross 1987 in seiner Fernsehsendung gemalt habe. Hier kannst du dir die Folge anschauen.
Das Werk hat jetzt bereits jetzt 41 Gebote und liegt bei über 830'000 US-Dollar.
Neben diesen aufsehenerregenden Objekten finden sich im Auktionskatalog ausserdem verschiedene Merchandise-Pakete, unterschriebene Sammlerstücke oder Tickets für Shows und Meet-&-Greets. Für aktuell 100'000 Dollar kann man ein Foto von sich in der Sendung einblenden lassen.
Teilnahmeberechtigt für die Auktionen sind nur Personen mit Wohnsitz in einem der 50 US-Staaten. Tut uns also leid, falls wir euch jetzt vergeblich Hoffnungen auf LBJs Riesenklöten gemacht haben.
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