Wirtschaft
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President Donald Trump, left, and Secretary of Commerce Wilbur Ross, right, listen to United States Trade Representative Robert Lighthizer speak during an event to announce tariffs and investment restrictions on China, in the Diplomatic Reception Room of the White House, Thursday, March 22, 2018, in Washington. (AP Photo/Evan Vucci)

Der Präsident steht hinter ihm: Robert Lighthizer. Bild: AP/AP

Dieser Mann will die Chinesen stoppen

Trumps Handelsbeauftragter Robert Lighthizer ist ein erklärter China-Gegner. Er ist auch ein erfahrener Diplomat, der das Ohr des Präsidenten hat.



Wenn sich Donald Trump und Xi Jinping Ende nächster Woche in Buenos Aires treffen, wird alles gut. Der amerikanische und der chinesische Präsident werden wie einst in Mar-a-Lago zusammen das «schönste Stück Schokokuchen der Welt» essen und dann einen Deal beschliessen, der die Spannungen der letzten Monate vergessen lässt.

Das zumindest erhoffen sich Wirtschaftsvertreter und Investoren sehnlichst. Sie haben gute Gründe dafür. Schliesslich ist der schwelende Konflikt zwischen der bestehenden und der aufstrebenden Supermacht mitverantwortlich für den Absturz der Tech-Aktien in den letzten Wochen und die Klagen über rückläufige Aufträge der Zulieferer von Apple & Co.

«Lighthizer betrachtet China als existenzielle Bedrohung wie damals die Japaner.»

Financial Times

Sollten also Trump und Xi die Friedenspfeife rauchen, dann wäre der Spuk fürs Erste vorüber. Doch ein Mann hat etwas dagegen. Er heisst Robert Lighthizer und ist Handelsbeauftragter in der Regierung von Donald Trump. Der 71-Jährige hat eine lange Karriere als Handelsattaché hinter sich und einen Ruf zu verteidigen: Er ist ein erklärter Hardliner und ein Gegner des Freihandels. «China stiehlt unsere Technologie», erklärte er jüngst in einem Interview mit Fox News. «Wenn wir unsere Innovation nicht verteidigen können, verlieren wir unseren Vorsprung.»

Lighthizer hat generell Mühe mit den Asiaten. Schon in den Achtzigerjahren feilschte er als stellvertretender Handelsbeauftragter in der Regierung von Ronald Reagan mit den Japanern um Importquoten und Strafzölle. «Er betrachtet China als eine existenzielle Bedrohung wie damals die Japaner», erklärt ein Insider der «Financial Times». «Er will lieber den technischen Aufstieg Chinas bremsen als einen Deal für die amerikanische Wirtschaft abschliessen.»

Deals mit den Chinesen steht Lighthizer skeptisch gegenüber. Ein anderer Geschäftsmann drückt sich wie folgt aus: «Er macht keinen Hehl daraus, dass in seinen Augen der Dialog mit den Chinesen nicht funktioniert hat.» Quinn Slobodian, Geschichtsprofessor am Wellesley College, ergänzt dazu: «Lighthizer glaubt, dass sich die Chinesen nie ändern werden.»

epa06590333 Director of the White House National Trade Council Peter Navarro (R) and Director of the Office of US Trade Representative Robert Lighthizer (L) speak with one another before the signing of a presidential proclamation on steel and aluminum tariffs by US President Donald J. Trump, in the Roosevelt Room of the White House in Washington, DC, USA, 08 March 2018. President Trump is imposing tariffs on steel and aluminum imports. A decision to impose the tariffs on Canada or Mexico will not be decided until negotiations on the North American Free Trade Agreement (NAFTA).  EPA/MICHAEL REYNOLDS

China-Hardliner unter sich: Robert Lighthizer und Peter Navarro (rechts). Bild: EPA/EPA

Wie Lighthizer ist auch Peter Navarro, ein wirtschaftlicher Berater des Präsidenten, ein China-Hardliner. Doch Navarro ist ein Ökonom von zweifelhaftem Ruf und ein Ideologe. Lighthizer hingegen ist ein Diplomat mit viel Erfahrung und grossem Fachwissen. Er war in der Regierung von Ronald Reagan und er kennt die Welthandelsorganisation in- und auswendig.

«Er weiss, wovon er spricht, und er bringt viel Substanz in die Ideologie des Präsidenten», zitiert die «Financial Times» einen ausländischen Handelsabgeordneten, der kürzlich mit ihm zu tun hatte. «Er ist ein Mann, der einen Plan hat und auch über das nötige Wissen verfügt.»

Lighthizer stammt aus dem Bundesstaat Ohio, einem Staat aus dem sogenannten «rust belt». So werden die Regionen bezeichnet, in denen die alten Industrien am meisten unter der Konkurrenz aus Fernost leiden. Kein Wunder, dass der Hardliner dort auch bei Demokraten und Gewerkschaften seines Heimatstaates beliebt ist. Senator Sherrod Brown erklärt denn auch bewundernd: «Die Gemeinden in Ohio haben erlebt, wie Stahlwerke geschlossen wurden und Jobs verloren gingen. Jetzt schlagen wir zurück.»

Gegenwärtig ist China in den US-Medien omnipräsent – und es hat keine gute Presse. Kurt M. Campbell und Ely Ratner haben soeben im renommierten Magazin «Foreign Affairs» eine Abrechnung mit den Illusionen der amerikanischen Politik bezüglich China veröffentlicht. Weder Zuckerbrot noch Peitsche habe zum erhofften Resultat geführt, so die beiden China-Experten. «China hat stets seine eigenen Interessen verfolgt und die amerikanischen Erwartungen zunichtegemacht.»

«Die chinesische Nation ist wiederauferstanden, und sie wird reich und mächtig werden.»

Xi Jinping

Trotz Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation hat China seinen Markt für Ausländer nicht geöffnet. Im Gegenteil, in jüngster Zeit haben die Restriktionen eher zugenommen. Auch die lange verbreitete Hoffnung, China werde im Zuge der neuen Wirtschaftsordnung demokratischer werden, hat sich zerschlagen. «China gleitet unaufhörlich zurück in ein politisches Klima, das an Mao Zedong in den 1970er Jahren erinnert und nicht an die Politik von Deng Xiaoping in den 1980ern», stellt der China-Experte Orville Schell fest.

Die USA hatten darauf gesetzt, dass China zu einem zuverlässigen Partner in der Welthandelsorganisation wird. Fehlanzeige. Stattdessen verfolgt Peking mit dem Belt-and-Road-Projekt seine eigenen Interessen.

In Washington hatte man auch darauf gehofft, dass China seine militärischen Aktivitäten zugunsten der wirtschaftlichen Entwicklung zurückstellen würde. Ebenfalls Fehlanzeige. Chinas Volksbefreiungsarmee ist im Begriff, zur grössten Rivalin der amerikanischen Streitkräfte zu werden.

Deng Xiaoping hatte einst geraten, China solle seine Möglichkeiten bedeckt halten und abwarten. Von dieser Bescheidenheit will Präsident Xi nichts mehr wissen. Schon vor Jahresfrist hat er am Parteitag der Kommunistischen Partei stolz erklärt: «Die chinesische Nation ist wiederauferstanden, und sie wird reich und mächtig werden.»

Die beiden Politologen Campbell und Ratner kommen daher zu einem ähnlichen Schluss wie Lighthizer: «Wir sollten unsere Politik auf realistische Annahmen gegenüber China aufbauen», stellen sie fest. «Das würde die US-Interessen voranbringen und die bilateralen Beziehungen auf eine nachhaltigere Basis stellen. Das wird viel Arbeit bedeuten, aber zuerst müssen wir erkennen, wie gross die Kluft zwischen unseren Erwartungen und den Resultaten unserer bisherigen Politik ist.»

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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 21.11.2018 05:38
    Highlight Highlight Ein wichtiger Grund für den Wahlsieg von Donald Trump war der Gewinn der Staaten im Mittleren Westen. Diese hatten einen Niedergang ihrer Industrien und in der Folge eine Abwanderung von Bevölkerung zu verkraften. Es ist mir unerklärlich, wieso die früheren amerikanischen Regierungen nichts Entscheidendes taten gegen diese negative Wirtschaftsentwicklung in diesen Staaten. In der Schweiz hatte die Uhrenregion kurzzeitig auch eine Baisse durchzustehen. Dank weitsichtigen Investoren und vielleicht auch Glück ist diese Baisse überwunden worden. ausbluten liesse.

  • G. 20.11.2018 17:12
    Highlight Highlight Ich begreife folgendes:

    Das Jahr 2018 geht langsam dem Ende zu, Amerika und der hyperaktive Potus arbeiten mit Windeseile daran, weiterhin ihren eigenen Untergang zu erreichen und nebenbei noch so die Weltwirtschaft noch mehr ins Wanken zu bringen.

    Oder:
    POTUS Nr. 45 geht als erfolgreich erfolglosester Präsident in die Geschichtsschreibung ein.

  • Crecas 20.11.2018 16:32
    Highlight Highlight Das China in die Schranken gestellt gehört war schon von Anfang an einer der Punkte, mit denen ich ideologisch einverstanden bin. Der Weg dahin war bisher mehr schlecht als recht.

    Übrigens, selbst wenn die Demokraten 2020 das Präsidentenamt und damit die Hoheit über die Handelspolitik zurückgewinnen, wird der Kampf weitergehen. Denn es gibt auch bei den Dems einen Konsens, dass China zu fairen Regeln und gleich langen Spiessen gezwungen werden muss.
  • yeahmann 20.11.2018 16:19
    Highlight Highlight Wie will er die Chinesen stoppen? Die werden uns überrollen wie ein Bus.
    • Neruda 21.11.2018 08:47
      Highlight Highlight Naja, irgendwie 70% der internationalen Konzerne gehören den Amis, der Rest mehrheitlich Europäern und nur ein Bruchteil den Chinesen. China ist (noch?) lange nicht so stark wie alle tun. Die USA dominiert noch alles.
  • meliert 20.11.2018 16:14
    Highlight Highlight Ich habe nichts gegen China, aber ich kaufe keine chinesische Waren wo/wann es immer geht. Es gibt, vielleicht mit Ausnahme die ganze elektronische Industrie, meistens Alternativen, sei es bei Textilien, Schuhe etc.
    • Pitsch Matter 20.11.2018 16:55
      Highlight Highlight Das verstehe ich nicht, ist made in Vietnam, Indonesien oder Bangladesch besser...?
    • meliert 20.11.2018 20:51
      Highlight Highlight Alternativen in Europa
    • Neruda 21.11.2018 08:49
      Highlight Highlight Ja in Bulgarien können sie ja auch für 14 Cent pro Stück Kleider zusammennähen!
  • Kay Hug (1) 20.11.2018 15:52
    Highlight Highlight Hab schon Mühe mit dem Satz "Wenn wir unsere Innovationen nicht verteidigen, verlieren wir unseren Vorsprung."
    Ich finde mittlerweile sollte jeder sehen, dass grössere Probleme auf uns zukommen, als den Vorsprung zu verlieren. Wir müssen endlich vollkommen miteinander arbeiten und nicht weiterhin Spannungen und Feindseeligkeiten füttern nur um weiterhin das eigenen Portemonnaie füllen zu können. Wenn wir an richtige existenzielle Krisen ranrücken, werden Leute in der Regierung mit einer Einstellung wie dieser hauptverantwortlich sein für das Sterben von Millionen von Arten und Menschen.
    • Paedu87 20.11.2018 20:23
      Highlight Highlight China hat Geduld es braucht keinen Krieg. Es braucht die Armee lediglich um einen Angriff zu verhindern bzw. um damit zu drohen

      China kennt aktuell auch keinen Umweltschutz. Da wird es keine Verhandlungen geben.

      Ich sehe also nicht zu welchem Zweck sich der Westen an China annähern sollte. Der Westen profitiert, abgesehen von der kulturellen Bereicherung, nicht wirklich von der Stärke Chinas. Einige wenige haben gross Kasse gemacht. Der Rest hat billige Waren kaufen können und damit das eigene Lohnniveau gsenkt. Wo ist der Nutzen für eine Annäherung?
  • TanookiStormtrooper 20.11.2018 15:44
    Highlight Highlight Wenn die Amis ihren "Vorsprung" nicht verlieren wollen, hätten sie erst gar nicht mit der Produktion in Billiglohnländern anfangen müssen. Natürlich schaut man sich in China an, wie Computer und Handys gebaut werden und machen das dann nach, weil sie sehen wieviel Apple pro Gerät verdient und welcher Bruchteil bei ihnen hängen bleibt.
    Die Techkonzerne wollten die Produktionskosten um jeden Preis drücken, da standen US-Arbeitsbedingungen einfach im Weg. Da müssen sie mMn gar nich rumheulen, war abzusehen. Da beisst der "Freie Markt" den Amis eben in den Hintern.
    • Rolf Meyer 20.11.2018 18:33
      Highlight Highlight Produktion in Billiglohnländer auslagern war die Idee der Vorgängerregierungen. Trump will diese Jobs wieder in die USA holen. Finde ich mal ausnahmsweise eine gute Sache von ihm.
    • Eagle21 20.11.2018 21:55
      Highlight Highlight Nur blöd gilt in China der freie Markt nicht, und das ist es ja genau, was Trump stoert und was und auch stören sollte. Oder wie erklaeren Sie sich, das europaeische oder amerikanische Firmen chinesische Unternehmen nicht kaufen können, das umgekehrt aber gehen soll?
    • TanookiStormtrooper 20.11.2018 23:09
      Highlight Highlight Niemand hat die Konzerne gezwungen nach China zu gehen und dank der Neo-Liberalen Denke, die dort seit Reagan herrscht, hat auch niemand daran gedacht es den Konzernen schlicht zu verbieten systemrelevante Technologie den "Kommunisten" zu überlassen. China spielte noch nie nach westlichen "Regeln" zu erwarten, dass die plötzlich Demokratie und freien Handel einführen, wenn es ja auch offensichtlich ohne geht, ist schon unglaublich naiv.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Korrekt 20.11.2018 15:31
    Highlight Highlight Schon dumm hat Donald gleich zu Beginn seiner Präsidentschaft die Trans-Pacific-Partnership (TPP) versenkt. Wäre doch noch toll gewesen wenn man ein Handelsabkommen gehabt hätte um China in Asien etwas entgegensetzen zu können. Aber stand halt Barack und nicht Donald drauf.
  • N. Y. P. 20.11.2018 15:31
    Highlight Highlight Chinas Volksbefreiungsarmee ist im Begriff, zur grössten Rivalin der amerikanischen Streitkräfte zu werden.
    (text)

    Wenn wir mal kurz das Atomarsenal beiseite schieben. Die amerikanischen Streitkräfte sind mit ihrem Know How doch mindestens 25 Jahre voraus ?
    Die Chinesen haben zwar Millionen von Sodaten, die Qualität des Militärs kommt doch aber niemals an die der Amerikaner heran.

    Der Ton und die Machtgelüste von
    Xi Jinping machen mir aber auch langsam Sorgen. Da gebe ich dem Volltrottel für einmal recht.
    • Pitsch Matter 20.11.2018 16:02
      Highlight Highlight Bei Atommächten gilt, wer zuerst schiesst, stirbt als zweiter.
    • Fabio Haller 20.11.2018 16:23
      Highlight Highlight @NYP

      Amerika hatte im Zweiten Weltkrieg auch mehr Erfahrung und Technologie als die Japaner und die Sowjetunion. Nur hat man gesehen wie verbitter Japan gekämpft hatte bevor die Atombombe fiel. Genau gleich wäre es gewesen mit der Sowjetunion. Sie hätten mehr Menschen gehabt als Munition. Von daher kann man beides auf China heute auch darauf setzen finde ich.
    • N. Y. P. 20.11.2018 19:05
      Highlight Highlight Noch heute gibt es keinen Konsens in der Frage, ob der Abwurf der Atombomben über Hiroshima und Nagasaki nötig war.

      Fragt mal Bekannte. Ihr werdet unterschiedlche Meinungen dazu hören.
  • Pitsch Matter 20.11.2018 15:12
    Highlight Highlight Die harten Sanktionen gegen den Iran sind eigentlich Sanktionen gegen China und deren "one Belt one Road Projekt".
    • swisskiss 20.11.2018 16:18
      Highlight Highlight Pitsch K. Matter: Nur erreicht man mit solchen Sanktionen genau das Gegenteil. China wendet sich stärker Russland und der EU zu und der Iran exportiert ungebremst sein Oel nach Russland und China. So zementiert man Handesströme, die nicht nur die neue Seidenstrasse pushen, sondern erreicht auch, dass die USA wirtschaftlichen Einfluss verlieren.
  • Therealmonti 20.11.2018 15:06
    Highlight Highlight China wird die USA als Weltmacht Nr.1 ablösen. Da kann sich der Trump in seine kurzen Finger beissen so fest er will.
    • Fabio Haller 20.11.2018 16:24
      Highlight Highlight Sagt man nun schon seit gefühlt 10 Jahren. Ist aber immer noch nicht geschehen.
    • m. benedetti 20.11.2018 19:14
      Highlight Highlight Und davor graut mir. China als neuer HEGEMON der Weltgemeinschaft? Na dann gute Nacht! Da ist mir das demokratische Chaos der US Amerikaner mit ihren Checks and Balances doch viel sympathischer, inklusive Donald Trump.
    • Blister 20.11.2018 22:54
      Highlight Highlight Nein. Guck dir nur mal die geopolitische Lage von China im Vergleich zu den USA an. Man könnte sie sehr einfach vom Zugang zum Pazifik abriegeln. Die USA kann auf Ewigkeiten von zwei Ozeanen versorgt werden. Ausserdem ist das Mississippi-Becken die grösste fruchtbare Fläche der Welt. Auch denke ich, dass die USA über ein Vielfaches der militärischen Möglichkeite verfügen...

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