Wirtschaft
Digital

Neonazi-Mode für Kinder – C&A entschuldigt sich

Falls du diesen Kinder-Neonazi-Pulli kaufen wolltest: Zu spät, C&A hat ihn schon entfernt

09.10.2018, 13:4109.10.2018, 13:58

Ups, der ging in die Hose – oder besser gesagt in den Pulli. Das Bekleidungsgeschäft C&A hat in seiem Onlineshop einen Hoodie angeboten, der stark der Neonazi-Mode ähnelt.

Der Frakturschriftzug «Division» und die Farbenkombination schwarz/weiss/rot erinnert an die Symbolik des Dritten Reichs und ist heutzutage oft auf Bekleidungsstücken von Neonazis zu sehen.

Ein Twitter-Nutzer machte den Bekleidungskonzern darauf aufmerksam. Der Tweet erreichte einige Aufmerksamkeit im Netz.

Laut «TAZ» wird der Begriff «Division» wegen seiner militärischen Bedeutung oft in rechtsradikalen bis neonazistischen Kreisen benutzt, so etwa bei der Rechtsrock-Band Division Alemania oder der rechtsextremen Jugendorganisation Division Franken. 

C&A sah sich gezwungen, auf den kritischen Tweet zu reagieren. Sie entschuldigten sich für den Fauxpas. Es sei ihnen nicht bewusst gewesen, dass der Hoodie an Neonazi-Mode erinnere. Weder hätten sie mit der Division Alemania zu tun noch sei die Ähnlichkeit beabsichtigt gewesen. Als Konsequenz nahmen sie den Hoodie umgehend aus dem Sortiment.

Zur «TAZ» sagte C&A, man nehme den Vorfall ernst. «Wir nehmen diesen Vorfall zum Anlass, unsere Design-, Schulungs- und Freigabeprozesse nochmal zu überprüfen», nahm ein Sprecher Stellung.

Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass Bekleidungskonzerne wegen Kleidungsstücken in der Kritik standen. Im Januar etwa sah sich H&M mit Rassismusvorwürfen konfrontiert, als sie einen dunkelhäutigen Jungen in einem Pullover mit dem Aufdruck «Coolest Monkey in the Jungle» abbildeten. (jaw)

Wenn Papa Prinzessinnen-Kleider näht

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
49 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Salvador Al Daliente
09.10.2018 13:54registriert Oktober 2018
Bleibt zu hoffen das viele Neonazieltern bereits beglückt zugeschlagen haben und jetzt als Ersatz einen regenbogenfarbigen Rollkragenpullover erhalten.
00
Melden
Zum Kommentar
avatar
Barracuda
09.10.2018 14:58registriert April 2016
Das Wort "Division" ist also eindeutig und ausschliesslich Nazigruppierungen zuzuordnen? Interessant. Und wann werden endlich die verdammten "Reise-Führer" verboten? Das ist doch ein genauso "grosser" Skandel... :D Man kann's auch übertreiben.
00
Melden
Zum Kommentar
49
Der (Wunsch-)Traum vom Wachstum ohne Zuwanderung
Mehr qualitatives statt quantitatives Wachstum: Das wünschen sich viele in der Schweiz angesichts der starken Zuwanderung. Es könnte anders in Erfüllung gehen, als sie denken.
Die Schweiz ächzt unter einer überbordenden Zuwanderung. Dies suggeriert die SVP mit ihrer Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!», über die wir in drei Wochen abstimmen. In der Bevölkerung trifft sie einen Nerv, wie die bisherigen Umfragen zeigen. Viele finden, dass es so nicht weitergehen kann. Sie wollen mehr qualitatives statt quantitatives Wachstum.
Zur Story