Wirtschaft
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epa07311031 A Huawei logo is seen in a mobile phone store in Beijing, China, 23 January 2019. The US Justice Department is reportedly seeking the extradition of China's Huawei Technologies Co Ltd's Chief Financial Officer (CFO) Meng Wanzhou, who was arrested in Canada last December, sparking a fierce diplomatic row between the the two countries.  EPA/HOW HWEE YOUNG

Bild: EPA/EPA

«Schamloses Vorgehen»: USA erheben Anklage gegen Huawei – China reagiert erbost



Die US-Justiz hat Anklage gegen den chinesischen Smartphone- und Technologieriesen Huawei und dessen Finanzdirektorin Meng Wanzhou erhoben. Das Justizministerium warf Huawei, Meng und zwei Tochterunternehmen am Montag in 13 Anklagepunkten vor, gegen die Iran-Sanktionen verstossen zu haben.

FILE - In this Dec. 12, 2018, file photo, Huawei chief financial officer Meng Wanzhou arrives at a parole office with a security guard in Vancouver, British Columbia. China on Tuesday, Jan. 22, 2019, demanded the U.S. drop a request that Canada extradite the top executive of the tech giant Huawei, shifting blame to Washington in a case that has severely damaged Beijing’s relations with Ottawa. (Darryl Dyck/The Canadian Press via AP, File)

Bild: AP/The Canadian Press

Zwei Huawei-Tochterunternehmen wird zudem in zehn weiteren Anklagepunkten Industriespionage zur Last gelegt. Die chinesische Regierung kritisierte die Anklage scharf und sprach von «politischen Manipulationen».

Die Anklageerhebung belastet die ohnehin stark angespannten Beziehungen zwischen den USA und China weiter – und das inmitten der Gespräche für eine Beilegung des Handelsstreits zwischen beiden Ländern.

«Wiederholt gelogen»

Meng war Anfang Dezember auf Betreiben der US-Justiz in Kanada festgenommen worden. Washington fordert die Auslieferung der Tochter von Konzerngründer Ren Zhengfei. Peking hat scharf gegen das Vorgehen Kanadas und der USA protestiert.

Der amtierende US-Justizminister Matthew Whitaker sagte am Montag, der Auslieferungsantrag werde vor Auslaufen der Frist am Mittwoch eingereicht. Eine Gerichtsanhörung in Kanada ist für den 6. Februar angesetzt.

Die US-Justiz wirft Huawei, Meng und zwei Tochterunternehmen des Konzerns vor, zwischen 2007 und 2017 trotz der US-Sanktionen Geschäfte mit dem Iran gemacht und diese vertuscht zu haben. Meng soll dabei «wiederholt gelogen» haben.

Diebstahl rund um Handy-Roboter

Bei den anderen zehn Anklagepunkten wegen des Diebstahls von Industriegeheimnissen geht es um einen Roboter des Konzerns T-Mobile zum Testen von Smartphones. Huawei-Ingenieure sollen Fotos des «Tappy» genannten Roboters gemacht, ihn vermessen und sogar ein Teil «gestohlen» haben, wie Whitaker sagte.

Das tut «Tappy»:

«Beide Teile der Anklage zeigen Huaweis schamloses und hartnäckiges Vorgehen, um US-Unternehmen und Finanzinstitutionen auszunutzen und den freien und fairen Welthandel zu bedrohen», sagte der Direktor der US-Bundespolizei FBI, Christopher Wray.

epa07328398 Director of the Federal Bureau of Investigation (FBI) Christopher Wray (C) speaks beside US Secretary of Commerce Wilbur Ross (R) and other officials during a news conference held to announce law enforcement action related to Huawei Technologies Co. Ltd. of China, at the Justice Department in Washington, DC, USA, 28 January 2019. Officials from the US Justice Department, US Department of Homeland Security and US Commerce Department attended the news conference to announce criminal charges related to Chinese telecommunications conglomerate Huawei. US authorities announced a thirteen-count indictment charging four defendants; Huawei, two Huawei affiliates and Huawei's chief financial officer Meng Wanzhou.  EPA/MICHAEL REYNOLDS

Christopher Wray Bild: EPA/EPA

Der chinesische Konzern, einer der weltweit grössten Telekommunikationsausrüster, steht seit längerem in der Kritik. Die USA und andere Länder werfen Huawei eine zu grosse Nähe zu den chinesischen Behörden vor und sehen den Konzern als Gefahr für ihre Cybersicherheit.

US-Justizminister Whitaker betonte aber am Montag, in der Anklage weise nichts auf eine Verwicklung der chinesischen Regierung in die Fälle hin. China müsse aber dafür sorgen, dass sich seine Bürger und Unternehmen an das Gesetz hielten.

Huawei äussert sich «enttäuscht»

Peking zeigte sich nach der Anklageerhebung empört. Ein Sprecher des chinesischen Aussenministeriums sprach am Dienstag von «politischen Motivationen und politischen Manipulationen» hinter den Vorwürfen. Die USA würden bereits seit einiger Zeit gegen bestimmte chinesische Unternehmen vorgehen und diese «diskreditieren», um deren «legitime und legale Aktivitäten abzuwürgen».

Huawei selbst wies die Vorwürfe des US-Justizministeriums zurück und äusserte sich «enttäuscht» über die Anklage. Weder der Konzern, noch seine Tochterunternehmen hätten gegen US-Recht verstossen. Auch sei dem Konzern nichts über ein Fehlverhalten seiner Finanzdirektorin Meng bekannt. (sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Toerpe Zwerg 29.01.2019 12:17
    Highlight Highlight Irgendjemand musste den Anfang machen und sich gegen die Praktiken von China zur Wehr setzen.
    • El Pepedente 29.01.2019 13:14
      Highlight Highlight Aber mister zwerg^^ das sind die genau gleichen praktiken wie im westen
    • Toerpe Zwerg 29.01.2019 14:48
      Highlight Highlight Und das wäre dann ein Grund dafür nicht gegen Huawei vorzugehen?
  • rodolofo 29.01.2019 07:57
    Highlight Highlight Alle diese Anklagepunkte sind mit hoher Wahrscheinlichkeit richtig.
    Wie wir ja inzwischen wissen und mehrfach bestätigt bekamen, bewegt sich das Chinesische Grossreich unter der Führung ihres "Neo-Maos" Shi Shin Pin mit Riesen-Schritten in Richtung Faschismus, mit totaler Überwachung und mit absolutem Gehorsam gegenüber dem Führer (auf Lebenszeit) und seiner Kampfmaschine, der militärisch straff und hierarchisch funktionierenden Kommunistischen Partei.
    Trotzdem mache ich mir keine falschen Illusionen.
    Den Amerikanern geht es nur darum, wirtschaftliche Konkurrenz aus dem Markt zu drücken.
    • Skeptischer Optimist 29.01.2019 10:38
      Highlight Highlight Das ist eine Kriegserklärung an China, der Konflikt ist damit offen ausgebrochen. China wird entschlossen zurück schlagen.

      De-Globalisierung wird die Folge sein. Wer unbedingt China Scheiss will (z.B. iPhones), sollte sich eindecken, solange es ihn noch gibt.
    • El Pepedente 29.01.2019 13:13
      Highlight Highlight Nein der hauptgrund ist das huawei nicht mit der nsa,cia und fbi zusammenarbeitet wie es apple und google machen
    • Toerpe Zwerg 29.01.2019 14:47
      Highlight Highlight Eher dass Huawei mit Zhong Chan Er Bu zusammenarbeitet.

      Oder bezweifeln Sie das?
    Weitere Antworten anzeigen
  • bruder klaus 29.01.2019 07:22
    Highlight Highlight Wie heisst es so schön: Wer mit einem Finger auf andere zeigt, zeigt mit dreien auf sich selbst! Die Amis sollen mal schön vor der eignen Türe kehren. Und natürlich ist klar: Alle haben dreck am Stecken!
  • WID 29.01.2019 07:21
    Highlight Highlight Ist es verboten gegen die Sanktionen der USA und seiner Verbündeten zu verstossen. Gilt das US Recht auf der ganzen Welt?
    • Rhabarber 29.01.2019 10:28
      Highlight Highlight Hatte ich auch schon gefragt. Die Antwort war: Wenn du etwas im Amiland verkaufen oder dort sonstwie geschäften willst, dann ja.
    • Toerpe Zwerg 29.01.2019 11:29
      Highlight Highlight Willsch machen Geschäft in USA ...
    • El Vals del Obrero 29.01.2019 14:25
      Highlight Highlight Das nicht, aber fast jede grössere Firma macht ja auch in den USA Geschäfte. Und wenn dann die USA sagen "Wollt ihr lieber mit uns Geschäfte machen oder mit dem von uns sanktioniertem Land X?", kommt das nicht mehr gross drauf an.

      Und selbst wenn es keine US-Geschäfte gibt, wollen kaum sämtliche höheren Mitarbeiter auf die Möglichkeit privater US-Reisen (ohne Gefängnisbesuche) verzichten.
  • Sharkdiver 29.01.2019 06:44
    Highlight Highlight Typisch chinesische Regierung. Jeder vorwurf gegen eine Firma ihres Landes ist grundsätzlich gelogen und politisch motiviert. Das steht schon vor jeder Untersuchung fest. Das gleiche Spiel wurde gegen Thailand gespielt als 70 Chinesische Touristen in Thailand ertranken. Dies obwohl der schuldig ein Chinese war der Ilegal in Thailand schifsausflüge an Landsleute anbot

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