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Bei Marketing-Aufnahmen helfen verschiedene Hersteller gerne etwas nach. Und bei Benchmark-Tests?
Bei Marketing-Aufnahmen helfen verschiedene Hersteller gerne etwas nach. Und bei Benchmark-Tests?screenshot: youtube

Wie Huawei mit seinem Top-Handy beim Schummeln erwischt wurde

Der bekannte Android-Hersteller gibt zu, gewisse Testergebnisse zu «optimieren» und nennt als Hauptgrund dafür andere Anbieter aus China.
10.09.2018, 17:4206.11.2018, 10:45

Huawei baut Spitzen-Smartphones, ohne Zweifel. Digital-Redaktor Oliver Wietlisbach zeigte sich insbesondere begeistert vom aktuellen Android-Topmodell, dem Huawei P20.

Die Mobilgeräte schneiden in Praxistests gut bis sehr gut ab und überzeugen durch hohe Benutzerfreundlichkeit. Umso merkwürdiger mutet es an, dass der Hersteller offenbar bei Prozessor-Geschwindigkeitstests schummelt. Oder müsste es im Marketing-Sprech ganz einfach «optimiert» heissen?

Fakt ist: Huawei ist dabei erwischt worden, wie es einige seiner vielgelobten Smartphones für sogenannte Benchmark-Tests optimiert hat. Oder wie The Verge die umfangreichen Recherchen von Anand Tech zusammenfasst, wurde Huawei mit folgenden Modellen beim Schummeln erwischt:

  • P20
  • P20 Pro
  • Nova 3
  • Honor Play

Das Unternehmen versucht sich damit zu verteidigen, dass seine Smartphones einfach so konzipiert seien, dass sie ihre Leistung je nach App anpassen würden. Zudem gelte es, sich gegen die Konkurrenz in China zu wehren, die die eigenen Geräte öfters mit unrealistischen Benchmark-Resultaten anpreise.

Die Art und Weise, wie Huawei dies umgesetzt habe, sei nicht gestattet, konstatiert The Verge. Zwar dürften Handys ihre Leistung als Teil ihres typischen Verhaltens unter hohen Arbeitslasten (wie etwa Gaming-Tests) anpassen. Doch dürfe dies nicht fest programmiert sein, nur weil eine bestimmte Benchmark-App laufe. Und genau dies scheine Huawei getan zu haben, sage die Entwicklerfirma hinter der 3DMark-Software.

«(...) Huawei behauptet auch, dass seine Telefone eine Künstliche Intelligenz (KI) enthalten, die intelligent genug ist, um die Leistung basierend auf der laufenden App zu optimieren, und das ist eindeutig nicht der Fall.»
quelle: theverge.com

Ist Benchmark-Cheating überhaupt schlimm?

Huawei sei bei weitem nicht der erste Hersteller, der beim Manipulieren von Benchmark-Tests erwischt wurde, erinnert The Verge. Samsung sei 2013 wegen des gleichen Verhaltens bei seinen Flaggschiff-Handys ertappt worden und erst letztes Jahr wurde festgestellt, dass OnePlus dasselbe machte.

Deutlich gravierender als die falschen Geschwindigkeitsmessungen sei wohl der drohende Vertrauensverlust respektive der Image-Schaden, konstatiert Anand Tech. 

«Für ein Unternehmen von der Grösse von Huawei ist das Markenimage ein grosser Teil dessen, was das Unternehmen ist, und der Versuch, Kunden nur für einen Benchmark-Spitzenwert zu täuschen, wird nach hinten losgehen.»

Bei Huawei ist zudem das Timing ungünstig. Vor wenigen Wochen sorgte ein PR-Foto für Aufregung, das nicht mit dem P20 geschossen wurde, sondern mit einer DSLR-Kamera.

Und was lernen wir daraus? Die Smartphone-Hersteller sollten sich auf die wahren Stärken ihrer eigenen Hardware und Software konzentrieren, statt auf Marketing-Tricks.

Wer sich für die technischen Details des Benchmark-Cheating interessiert, wird hier bei Anand Tech fündig.

Ist es schlimm, wenn Hersteller bei unabhängigen Handy-Tests schummeln?

(dsc)

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