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BILDPAKET -- ZUM JAHRESRUECKBLICK 2018 MAI, STELLEN WIR IHNEN HEUTE FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -- Alpine Mining co founder Theo Martinet is lit by the LED status lights of electronic boards during a long exposure photograph at a cryptocurrency mine in the small alpine village of Gondo, Switzerland, Monday, May 7, 2018. The village formerly host to gold mining activities over a century ago has now attracted the cryptocurrency mining computing centers of the

Bild: KEYSTONE

Krypto-Blog

Verspottet, verprügelt, beerdigt: Doch auch nach 10 Jahren lebt Bitcoin weiter



Heute vor zehn Jahren, am 3. Januar 2009, erblickte Bitcoin das Licht der Welt. An diesem Tag wurden die ersten 50 Stück der digitalen Währung ausbezahlt – als Belohnung für das aktive Minen für die Blockchain.

Du hast diese ersten beiden Sätze nicht verstanden? Hier wird ALLES erklärt:

Was als wertlose Reaktion einiger Geeks auf die Bankenkrise 2008 begann, entwickelte sich in den letzten zehn Jahren zu einem Massenphänomen. Der Zeitgeist der Dezentralisierung hatte endlich auch das Geld erreicht. 

Eine Bitcoin-Werbung mitten in Shibuya. Bild: Shizuo Kambayashi/AP/KEYSTONE

Der Erfolg lockte die Kritiker aus ihren goldenen Käfigen. Bei jedem Kurseinbruch wurde hämisch Bitcoins endgültiges Ableben verkündet. Und es gab einigen Grund zu nölen. Denn der Bitcoin-Kurs stürzt immer wieder einmal ab.

Manchmal dauerte es danach ein paar Jahre, manchmal nur ein paar Tage – doch auf jeden Absturz folgte ein neuer Höhenflug.

Totgesagte leben länger: Die Geek-Währung Bitcoin ist zu einem Milliarden-Geschäft geworden. quelle: shutterstock

Nur dank Bitcoin existieren heute tausende Kryptowährungen. Sie lösen bereits heute zum Teil gravierende Probleme. Nur dank Bitcoin wurde das bahnbrechende Konzept der Blockchain einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Nur dank Bitcoin arbeiten heute tausende Entwickler (mit unterschiedlichem Erfolg) an immer noch besseren, schnelleren, dezentraleren, sichereren und anonymeren Blockchainsystemen.

Oft gelesene Missverständnisse zu Bitcoin:

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Kommentar zum Artikel «Was ist eigentlich Bitcoin» auf netzpolitik.org. bild: screenshot: netzpolitik.org

Die Mutter aller Kryptowährungen hat eine Lawine losgetreten. Und trotz aller Unkenrufe lebt Bitcoin auch im Jahre 2019 weiter.

3. Januar 2009: Genesis

Am 3. Januar 2009 wird der erste Bitcoin-Block, der «Genesis-Block» oder «Block 0» gemint. Darin verankert ist der Text «The Times 03/Jan/2009 Chancellor on brink of second bailout for banks», eine Referenz auf das Titelblatt der «Times» an diesem Tag.

Der Satz soll in Erinnerung rufen, weshalb Bitcoin überhaupt existiert: als eine Reaktion auf die Bankenkrise 2008, die zu viele Kleinanleger hart traf, und zu viele Verantwortliche aus der Finanzbranche ungeschoren davonkommen liess.

Ob der erste Block tatsächlich am 3. Januar 2009 und nicht erst am 9. Januar gemint wurde, ist umstritten. Man munkelt, der geheimnisvolle Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto habe den ersten Block zurückdatiert, weil er die «Times»-Schlagzeile so passend fand. Die ersten 50 Bitcoins gingen an die Adresse 1A1zP1eP5QGefi2DMPTfTL5SLmv7DivfNa.

Dorian S. Nakamoto listens during an interview with the Associated Press, Thursday, March 6, 2014 in Los Angeles. Nakamoto, the man that Newsweek claims is the founder of Bitcoin, denies he had anything to do with it and says he had never even heard of the digital currency until his son told him he had been contacted by a reporter three weeks ago. (AP Photo/Damian Dovarganes)

Sein Name ist wirklich Satoshi – Dorian S. Nakamoto. Doch der Erfinder von Bitcoin will er nicht sein. Bild: AP/AP

This framegrab made available by the BBC on Monday May 2, 2016 shows creator of the Bitcoin, Craig Wright speaking in London. Australian Craig Wright, long rumored to be associated with the digital currency Bitcoin, has publicly identified himself as its creator, a claim that would end one of the biggest mysteries in the tech world. BBC News said Monday that Craig Wright told the media outlet he is the man previously known by the pseudonym Satoshi Nakamoto. (BBC News via AP)

Sein Name ist Craig Steven Wright. Der australische Computerexperte behauptet, Satoshi Nakamoto zu sein. Nur wenige glauben ihm. Bild: AP/BBC News

Heute besitzen 50 Bitcoins einen Wert von ca. 200'000 Franken (Stand Dezember 2018). 2009 betrug ihr Wert ... 0 Franken. Bitcoin war nach der Geburt wertlos. Es gab schlicht und ergreifend keine Abnehmer – keinen Markt.

Auch wenn es Satoshi anders gewollt hätte: Die ersten 50 Bitcoins befinden sich noch immer an ihrem Ursprungsort. Die Architektur der Blockchain erlaubt es nicht, die ersten Bitcoins zu transferieren.

Aus den 50 Bitcoins (BTC) auf der Adresse 1A1zP1eP5QGefi2DMPTfTL5SLmv7DivfNa wurden in den Jahren 66,9. Bis heute senden Bitcoin-Jünger «digitale Opfergaben» an diese fast wie einen Glück bringenden Brunnen verehrte Adresse.

Der Bitcoin-Kurs, seit es einen Kurs gibt:

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bild: screenshot buybitcoinworldwide.com

Satoshi, der mutmasslich die Kontrolle über die Adresse hat, hätte die Opfergaben nicht nötig. Detaillierte Auswertungen der Bitcoin-Historie zeigen, dass die ersten 36'000 Bitcoin-Blocks von einem einzigen Computer gemint wurden. Man geht davon aus, dass es sich dabei um Satoshis Gerät handelte.

Die Belohnung dafür betrug 1,8 Millionen BTC (50 BTC pro Block). Davon wurden über 60 Prozent nie angerührt. Das macht Satoshi zu einem Dollarmilliardär. Ob er indes noch lebt, ist eine andere Frage. Seine Identität ist weiterhin ein Rätsel.

12. Januar 2009: Erste Schritte

Am 12. Januar 2009 findet die erste BTC-Transaktion statt. Satoshi sendet 10 BTC an die Adresse des Programmierers, Entwicklers und Kryptoaktivisten Hal Finney.

Oft gelesene Missverständnisse zu Bitcoin II:

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Kommentar zum Artikel «Geld aus der Steckdose» von Spiegel Online  bild: screenshot spiegel online

Finney lebte in Temple City, Kalifornien. Der Zufall will es, dass dort zur selben Zeit auch ein gewisser Dorian Prentice Satoshi Nakamoto residierte, ein Amerikaner japanischer Herkunft mit Verbindungen zum Bankenwesen.

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Hal Finney – war er Satoshi? Oder Teil der Gruppe, die sich Satoshi nannte? bild: wilimedia

Nakamoto wird 2014 von der Journalistin Leah McGrath Goodman konfrontiert. In einem verwirrenden Gespräch bestätigt er seine Aktivitäten im Zusammenhang mit Bitcoin zuerst indirekt.

«Ich bin nicht mehr involviert. Ich kann dazu nichts sagen. Andere haben das Projekt übernommen. Ich habe keine Verbindung mehr dazu.»

Dorian Prentice Satoshi Nakamoto zu Leah Mcgrath Goodman

Später dementiert er sein «Geständnis». Er habe die Journalistin falsch verstanden. Er wisse nichts von Bitcoin und habe damit auch nichts zu tun. Später lässt er sich sein Dementi von einem Anwalt bestätigen.

Japanese media wait outside the residence, left, of Dorian S. Nakamoto Thursday March 6, 2014, in Temple City, Calif. Nakamoto, the man that Newsweek claims is the founder of Bitcoin denies he had anything to do with it and says he had never even heard of the digital currency until his son told him he had been contacted by a reporter three weeks ago.   (AP Photo/Nick Ut)

Japanische Medienvertreter warten vor dem Haus von Dorian S. Nakamoto in Temple City. Bild: AP/AP

Hal Finney stirbt im August 2018 an ALS. Es wird auf immer sein Geheimnis bleiben, ob nicht er selber Satoshi Nakamoto war.

22. Mai 2010: Der Pizzatag 

Am 22. Mai 2010 – über ein Jahr nach der ersten Transaktion – tauscht der Programmierer Laszlo Hanyecz 10'000 Bitcoins (heutiger Wert: 40 Millionen Franken [Stand Dezember 2018]) gegen zwei Papa-Joes-Pizzas im Wert von 25 Dollar. Zu diesem Zeitpunkt besitzt Hanyecz einen ordentlichen Anteil sämtlicher BTCs.

Der in den USA lebende Ungar hat eine Software entwickelt, die es Grafikkarten erlaubt, den Schürfprozess zu übernehmen. Grafikkarten sind wesentlich effizienter als herkömmliche Hauptprozessoren und Hanyecz häufte mit seinem Programm derart viele Bitcoins an, dass ihn sogar Satoshi höchstpersönlich bat, seine vielen BTCs in Umlauf zu bringen und nicht einfach nur zu bunkern.   

Bild: AP Pizza Hut

Der Pizza-Deal kommt nur über Umwege zu Stande. Hanyecz platziert einen entsprechenden Aufruf in einem Bitcoin-Forum. User «jercos», im echten Leben Jeremy Sturdivant, geht auf den Deal ein und platziert bei Papa-Joes im Namen von Hanyecz eine Online-Bestellung.

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bild: screenshot

Der Pizza-Deal gilt bis heute als einer der ersten Käufe – wenn nicht der erste überhaupt – von Realgütern mit der digitalen Währung. Er wird als Meilenstein in der Bitcoin-Historie gewertet. 

«Jercos» verkauft später seine 10'000 Bitcoins für «ein paar hundert Dollar». Hanyecz sagt heute, er bereue den Deal nicht. Er rede sich ein, mit seiner Aktion Bitcoin zum Erfolg verholfen zu haben.

8. Juli 2011: Die erste Blase platzt

Ursprünglich als Handelsplattform für Spielkarten von «Magic: The Gathering Online» gedacht, eröffnet mit Mt. Gox (das «x» steht für «exchange») eine der ersten Kryptobörsen der Welt. Bitcoins lassen sich nun in Echtzeit handeln – und vor allem scheinbar einfach lagern.

Das Interesse an der dezentralen Digitalwährung nimmt zu. Im November 2010 übersteigt der Wert aller Bitcoins zum ersten Mal eine Million Dollar und ein paar Monate später schafft ein Bitcoin zum ersten Mal die Dollarparität.

Wie lange es dauerte, bis Bitcoin einen neuen Höchststand erreichte

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Die bisher längste Durststrecke bis zu einem neuen Höchststand dauerte 1171 Tage. Sie ereignete sich zwischen 2014 und 2017. bild: screenshot bitcoinworldwide.com

Am 8. Juli erreicht ein Bitcoin 31 Dollar. Danach bricht der Preis auf 2 Dollar ein: Die erste Bitcoin-Blase ist geplatzt.

Je nach Zählweise können bis heute bis zu zehn geplatzte Bitcoin- / Kryptoblasen ausgemacht werden.

Oktober 2013: Silk Road wird geschlossen

Der Gründer des florierenden Handelsplatzes Silk Road, Ross Ulbricht, wird festgenommen und die Untergrund-Seite geschlossen. Auf Silk Road, das nur mit dem anonymen Tor-Browser angesteuert werden konnte, wurden diverse verbotene Waren und kriminelle Dienstleistungen feilgeboten. Vor allem der Handel mit weichen Drogen florierte. Aber auch Attentäter und Waffenhändler boten auf Silk Road ihre Dienste an.

Bitcoin erleidet im Zuge des Silk-Road-Skandals einen grossen Imageschaden. Es wird bekannt, dass viele der Geschäfte mit der digitalen Währung abgewickelt wurden. Das Vorurteil der bevorzugten Währung von Kriminellen, Terroristen und Steuerhinterziehern hält sich bis heute hartnäckig.

ATTN EDITORS -  CORRECTING DATE
Ross Ulbricht, 30, the suspected operator of the underground website Silk Road, is seen in a courtroom sketch during his trial in Federal Court in New York February 3, 2015. Ulbricht was convicted on Wednesday on narcotics and other criminal charges for his role in orchestrating a scheme that enabled around $200 million of anonymous online drug sales using bitcoins.  Drawing is from February 3, 2015.   REUTERS/Jane Rosenberg   (UNITED STATES - Tags: CRIME LAW DRUGS SOCIETY) NO SALES. NO ARCHIVES. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS

Ross Ulbricht, wie ihn ein Gerichtszeichner sieht. Bild: X03184

Dabei geht vergessen, dass die Mutter aller Kryptowährungen keine absolute Anonymität gewährleistet. Andere Kryptowährungen sind in die Bresche gesprungen und haben das Geschäft mit der Anonymität perfektioniert.

Ulbricht sitzt heute hinter Gittern. Für seine Beteiligung an Silk Road erhielt er eine lebenslange Haftstrafe und 40 Jahre ohne Chance auf Entlassung auf Bewährung. Ein weiteres Verfahren wegen Anstiftung zu Mord wurde eingestellt. 

28. Februar 2014: Die Mt.-Gox-Katastrophe 

Nach einer längeren Serie von Pannen, Problemen und Hacks platzte beim damals grössten Bitcoin-Handelsplatz Mt. Gox die Bombe. CEO Mark Karpelès teilte mit, dass 750'000 Kunden- und 100'000 eigene Bitcoins «verloren gegangen seien».

Sechs Prozent aller Bitcoins waren betroffen. Schnell machen Gerüchte eines Diebstahls die Runde. Einst war Mt. Gox für 70 Prozent aller Bitcoin-Transaktionen verantwortlich. Jetzt war die Börse am Ende.

Mt. Gox CEO Mark Karpeles, sitting at second right,  attends a press conference at the Justice Ministry in Tokyo Friday night, Feb. 28, 2014. The Mt. Gox bitcoin exchange in Tokyo filed for bankruptcy protection, acknowledging that a significant amount of the virtual currency had gone missing. Karpeles appeared before Japanese TV news cameras Friday, bowing deeply for several minutes. He said a weakness in the exchange's systems was behind the massive loss of the virtual currency. (AP Photo/Kyodo News) JAPAN OUT, MANDATORY CREDIT

Mark Karpelès (grauer Anzug) bei einer Pressekonferenz im Februar 2014. Bild: AP/Kyodo News

200'000 der verschollenen digitalen Coins tauchen später wieder auf und fliessen in die Konkursmasse. Aufgrund der Zurückverfolgbarkeit von Bitcoin-Transaktionen spüren Analysten auch die restlichen 650'000 auf. Doch diese befinden sich ausserhalb der Reichweite der Ermittler. Die Besitzeradressen zu kennen reicht nicht. Dafür sorgt die (fast) absolute Sicherheit der Blockchain.  

Derweil war die japanische Justiz nicht auf ein Verfahren mit Kryptowährungen vorbereitet. Und so wurde die Schadensersatzforderung der Gläubiger in Yen festgelegt – und nicht in Bitcoin. Dieser Umstand würde später doppelt zu reden geben.

Denn um die Geschädigten des Mt.-Gox-Skandals in Yen auszahlen zu können, verkaufte der dafür zuständige Anwalt Nobuaki Kobayashi, auch genannt der «Tokyo-Wal», im Zuge des Konkursverfahrens immer wieder grosse Mengen Bitcoins. Er verkaufte derart viele Bitcoins, dass viele Anleger in Kobayashis Massenverkäufen den Grund für die letzten Kurseinbrüche sehen. Seine Bitcoin-Konten werden rund um die Uhr überwacht und es existieren Dienste, die Alarm schlagen, sobald Kobayashi grössere Mengen Bitcoins transferiert.

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Bald werden die restlichen 137'891 Bitcoins auf die Gläubiger von Mt. Gox verteilt.  bild: screenshot mountgoxcoldwalletmonitor

Doch die Akte Tokyo Whale hat noch einen anderen Haken: Weil der Preis der Kryptowährung seit dem Mt.-Gox-Konkurs rasant angestiegen war, reichte ein Bruchteil der Bitcoin-Konkursmasse, um die beglaubigte Schadenssumme (42 Milliarden Yen oder 430 Millionen Franken) zu erreichen. 

Für Empörung sorgte, dass das japanische Recht vorsieht, den Rest der Konkursmasse nach Ausbezahlung sämtlicher Gläubiger an den Zahlungsunfähigen zurückzuleiten. Im Fall von Mt. Gox und Mark Karpelès wären das ungefähr 138'000 Bitcoins im Wert von mehreren hundert Millionen Dollar gewesen, die er so «ergaunern» hätte können.  

Mt. Gox CEO Mark Karpeles speaks at a press conference at the Justice Ministry in Tokyo, Tuesday, July 11, 2017. A Tokyo court began hearings Tuesday into charges that Karpeles, the head of the failed Japan-based bitcoin exchange, accessed its computer system and inflated his account by $1 million. (AP Photo/Shizuo Kambayashi)

Karpelès bei einer Pressekonferenz. Er hätte die verbleibenden Bitcoins nie haben wollen, behauptet er. Bild: AP/AP

Im Juni 2018 entschied ein Gericht, dass die Auszahlung der Geschädigten mit Yen nach dem damaligen Bitcoin-Kurs (483 $) nicht rechtens sei. Die Geschädigten sollen stattdessen so viele Bitcoins wie möglich zurückerhalten. Damit geht Karpelès leer aus und die übrig gebliebenen Bitcoins gehen an die Gläubiger.

2017: Bitcoin verbraucht mehr Strom als viele Kleinstaaten

Aktuell (Erneut: Stand Dezember 2018) verbraucht das Bitcoin-System ca. 42 Terawattstunden pro Jahr. Das entspricht dem Stromverbrauch des Landes Peru. Auch in dieser Hinsicht ist Bitcoin in den letzten zehn Jahren massiv gewachsen.

Im Zeitalter der Klimaerwärmung werden diese Mengen nicht mehr ignoriert. Der Energieverschleiss sei eines der grössten Probleme von Bitcoin, heisst es immer wieder.  

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Seit dem Einbruch des Bitcoin-Preises geht auch der Energieverbrauch zurück. Man kann davon ausgehen, dass ein erneuter Kursanstieg auch den Stromverbrauch wieder in die Höhe schnellen lässt. bild: screenshot digiconomist

Natürlich kontern eingefleischte Bitcoin-Fans den Vorwurf. Und zwar mit zahlreichen Argumenten:

Verantwortlich für den hohen Energieverschleiss ist bei Bitcoin das sogenannte Proof of Work (POW). In absehbarer Zeit wird sich bei Bitcoin in dieser Richtung nicht viel ändern.

Proof of Work (POW) sehr vereinfacht erklärt:

In diesem System stehen verschiedene Teilnehmer gegeneinander im Wettbewerb. Jeder Teilnehmer versucht, den nächsten Block der Blockchain zu «erraten». Der Sieger dieses Spiels wird mit Bitcoins belohnt – und schon beginnt das Spiel von Neuem. In diesem «Rateprozess» ist der Teilnehmer mit der höchsten Anzahl «Hashpower» im Vorteil. «Hashpower» wiederum benötigt Strom. Im Umkehrschluss bedeutet das: Wer viel Strom verbraucht, gewinnt.

Andere Kryptowährungen sind von POW abgekommen und versuchen, ihre Knotenpunkte energiesparender am Leben zu erhalten.

17. Dezember 2017: BTC erreicht fast 20'000 Dollar 

2017 war das Jahr der Kryptowährungen. Bitcoin schoss in die Höhe und erreichte Mitte Dezember seinen bisherigen Höchststand von 19'891 $ (Bitfinex). Seither ging es ein Jahr lang bis auf 3200 $ herunter – und die Unkenrufe wurden wieder lauter. Lauter denn je.

In dem Sinn: Alles Gute zum Geburtstag, Bitcoin. Auf weitere unterhaltsame zehn Jahre!

Oft gelesene Missverständnisse zu Bitcoin III:

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Kommentar zum Artikel «Der gefährliche Cyber-Dollar» von 20 Minuten Online screenshot: 20 minuten Online

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    Alle Leser-Kommentare
  • Der Kritiker 05.01.2019 17:39
    Highlight Highlight Es gibt offenbar seriöse Investoren, die sourcen...
  • Ludwig van 04.01.2019 18:37
    Highlight Highlight Das ganze ist ein reiner Betrug. Einige wenige werden reich, viele verlieren. Bitcoin hat keinen Nutzen, frisst aber Strom und verursacht so Kosten in Milliardenhöhe. Krass, dass manche den Betrug noch immer nicht erkennen.
  • PC Principal 04.01.2019 13:43
    Highlight Highlight Bitcoin verursacht Kosten in Milliardenhöhe, hat aber keinen Nutzen. Kaum jemand benutzt Bitcoin tatsächlich als Zahlungssystem. 99% aller Bitcoin-Käufer haben gekauft, weil sie auf Gewinn hoffen. Gegenüber Visa, Paypal & Co. hat Bitcoin nur Nachteile. Immer, wenn jemand Gewinn verspricht, ohne dass dahinter ein funktionierendes Geschäftsmodell steckt, muss es Betrug sein. Bitcoin ist nur ein gewaltiges Schneeballsystem, was einige wenige sehr reich gemacht hat aber Unzähligen einen Verlust beschert hat.
  • Bart-Olomäus 04.01.2019 11:50
    Highlight Highlight Mein Portfolio ging in knapp einem Jahr von 80'000 CHF auf 2900 CHF runter ... ja und ? - habe knapp 300 Investiert und schon mal 8000 Ausbezahlt ''^^

    so gesehen, einfach weiter Hodl'n
  • Mutbürgerin 04.01.2019 02:11
    Highlight Highlight Erstaunlich ist ja, dass man den Bitcoin für wertlos hält, obwohl er in den letzten 10 Jahren massiv gestiegen ist und sich auf hohem Niveau hält. Der EUR und USD haben in den letzten 10 Jahren aber die entgegengesetzte Entwicklung durchlaufen und werden trotzdem als sicherer und wertiger beurteilt.
  • Toerpe Zwerg 03.01.2019 23:42
    Highlight Highlight Und in welche Kryptos ist der Autor investiert?
    • Patrick Toggweiler 04.01.2019 09:15
      Highlight Highlight Ich hodle einige Kryptos. Bitcoin aber nicht. Sonst hätte ich einen Disclaimer geschrieben.
  • Saperlot 03.01.2019 22:59
    Highlight Highlight Bin immernoch auf hold, der kommt schon wieder 🤪
    • bnezeli 04.01.2019 00:10
      Highlight Highlight geht mir genau so. 😁
      Benutzer Bild
    • luckyw 04.01.2019 02:34
      Highlight Highlight HODL on
  • The Destiny // Team Telegram 03.01.2019 22:24
    Highlight Highlight Dachte schon die Serie wurde vergessen.
  • efrain 03.01.2019 21:36
    Highlight Highlight 2019: Der Hype ist vorbei, Kryptowährungen liegen auf dem Sterbebett - gut so. Ich hoffe, das war der letzte Artikel über diesen Humbug.

    Denn wirklich Fuss fassen konnten Kryptowährungen als Zahlungsmittel wohl ausschliesslich für kleinere kriminelle Dienstleistungen (zB Hacking). Insofern sollte man imho jeglichen offiziellen Tausch gegen "echtes Geld" verbieten.
    • ströfzgi 03.01.2019 23:12
      Highlight Highlight 31 Blitze von denjenigen die zu spät eingestiegen sind. Die Hoffnng stirbt zuletzt :-)
    • Toerpe Zwerg 03.01.2019 23:37
      Highlight Highlight So ähnlich klang es vor 18 Jahren, als die .com Blase geplatzt war ...
    • Bart-Olomäus 04.01.2019 22:33
      Highlight Highlight Natürlich kann man damit bezahlen ... es gibt Tankstellen wo du mit BitCoin zahlen kannst, Essen, Friseure, sogar Prostituierte akzeptieren teils BTC ... - auf diversen Plattformen kannst du auch sonst mit BTC bezahlen, und in Bern gibt es ca 20 Shops die BTC akzeptieren .. Crypto's sind noch relativ neu, und werden sich nach und nach in die Gesellschaft integrieren...

    Weitere Antworten anzeigen
  • bebby 03.01.2019 20:40
    Highlight Highlight Bis heute konnte mir niemand erklären, was der innere Wert von bitcoin ist. Weder sind cryptowährungen knapp, noch ist bitcoin fungibel. Deshalb ist es für mich eine reine Glaubensfrage und die Anzahl Jünger war auch schon mal grösser.
    • Troxi 03.01.2019 21:41
      Highlight Highlight Bis heute konnte mir niemand erklären, was der innere Wert von Fiatgeld ist.

      Jede Währung, bzw fast jedes Tauschmittel, ausgenommen Warengeld, hat keinen inneren Wert und ist somit eine reine Glaubensfrage. Im Gegensatz zum Fiatgeld sind Kryptos knapp bzw. endlich. Der letzte BTC soll 2140 gemint sein. Das ganze System ist deswegen deflationär, weswegen ich kein Fan von Kryptos als Zahlungsmittel bin.
    • xHascox 03.01.2019 21:53
      Highlight Highlight Doch kryptowährungen sind knapp, ich kann mir ja nicht einfach ein Bitcoin selbst herstellen.

      Auch konventionelle Währungen haben keinen inneren Wert. Eine Zwanzigernote nützt dir nur solange etwas, wie jemand anderes dir dafür ein Brot gibt.
    • Skeptischer Optimist 04.01.2019 13:13
      Highlight Highlight Krypto: Von Durchgeknallten für Durchgeknallte.

      Don't bother, it's rubbish.
  • dmda 03.01.2019 20:39
    Highlight Highlight :-) danke für deinen interessanten Beitrag!

    Ein Beitrag über IOTA wäre ebenfalls spannend, lieber Patrick!
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Wir leben in einer Leistungsgesellschaft – denkste!

Du kannst alles erreichen, solange du die nötige Leistung erbringst. Die Chancen sind für alle gleich; das Einzige, was über Erfolg oder Misserfolg bestimmt, ist das Ausmass an Fleiss und Ausdauer, das du zu investieren bereit bist.

So in etwa lässt sich das Grundversprechen unserer kapitalistischen Leistungsgesellschaft zusammenfassen. Und wir dürfen in der Tat froh sein, in einer Gesellschaft zu leben, die nach diesem meritokratischen Ideal strebt, denn die Alternativen sind fundamental …

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