Wirtschaft
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Malerisch: die Strassenbahn in Lissabon.  bild: shutterstock

Warum Portugal das bessere Deutschland ist

In Lissabon wurde die Austeritätspolitik über Bord geworfen – die Wirtschaft boomt. Berlin hat wegen der Austeritätspolitik gigantische Handelsüberschüsse – und schlittert deswegen in einen Handelskrieg mit den USA.



Vergesst Barcelona, Rom oder Paris. Die In-Destination in diesem Sommer heisst Lissabon. Die portugiesische Hauptstadt wird von Besuchern aus aller Welt geradezu überrannt. Die Touristen sind ein wichtiger Grund, weshalb sich die Zahl der Arbeitslosen halbiert hat.

Nicht nur Touristen haben Portugal entdeckt. «Im Beato-Quartier von Lissabon entsteht aus den Trümmern eine alten Militärfabrik ein riesiger Campus für Start-ups», meldet die «New York Times». «Bosch, Google und Mercedes-Benz haben kürzlich Büros und digitale Forschungszentren eröffnet, in denen Tausende neue Jobs finden.»

«Wir haben eine Alternative gefunden, indem wir uns auf stärkeres Wachstum und besser Jobs fokussiert haben.»

Antonio Costa, Premierminister Poturgal

Nicht nur die digitale Wirtschaft hat Portugal entdeckt. Textilunternehmen und Papierhersteller haben ihre Fabriken auf den neuesten Stand gebracht und erzielen beachtliche Exporterfolge. All dies hat zum grössten Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) seit mehr als zehn Jahren geführt.

Das portugiesische Wirtschaftswunder hat vor drei Jahren begonnen. Damals wurde der Sozialist Antonio Costa zum Premierminister gewählt. Zusammen mit den Kommunisten und anderen Linksparteien hat er eine Koalition gebildet mit dem erklärten Ziel, die verhasste, von Berlin diktierte Austeriätspolitik zu beenden.

epa04970913 Nobel Prize of Economy Joseph Stiglitz speaks during a conference in the frame of the Annual Meeting of International Monetary Fund (IMF) and World Bank (WB), in Lima, Peru, 09 October 2015. Stiglitz made a call to 'rewrite the rules of the market' to fight against the inequality.  EPA/Ernesto Arias

Warner gegen die Austerität: Joseph Stiglitz. Bild: EPA/EFE

Costa hatte nicht nur die Moral, sondern auch den Segen von prominenten Ökonomen wie Paul Krugman oder Joseph Stiglitz auf seiner Seite. Vor allem die angelsächsischen Volkswirte warnen seit langem vor den Irrtümern des deutschen Ordoliberalismus und den katastrophalen Folgen des deutschen Spar- und Exportwahns.

Bald Überschuss in der Staatskasse

Die neue portugiesische Regierung machte sich sogleich ans Werk: Die Löhne der Beamten und die Renten wurden erhöht. Gegen den Widerstand von Deutschland und dem Internationalen Währungsfond wurden selbst die Ferien verlängert. Die Wirtschaft wurde mit Subventionen und Steuererleichterungen unterstützt, vor allem die KMU.

Entgegen allen Unkenrufen führte dies keineswegs in den Staatsbankrott. Im Gegenteil: Portugals Defizit liegt mittlerweile bei einem BIP-Prozent. Spätestens im Jahr 2020 wird gar ein Überschuss erwartet.

Heute steht der Premierminister Costa als Sieger da. «Was in Portugal geschehen ist, beweist, dass zu viel Austerität eine Rezession verstärkt und einen Verelendungszyklus erzeugt», erklärt er gegenüber der «New York Times». «Wir haben eine Alternative gefunden, indem wir auf stärkeres Wachstum und bessere Jobs fokussiert haben.»

Kulturwandel war ausschlaggebend

Massive Investitionen des Staates waren erstaunlicherweise gar nicht nötig. Allein die Absage an die Austerität hat in Portugal einen Kulturwandel ausgelöst. Die Unternehmen entdeckten ihre «animal spirits» wieder, die Lust zu investieren, und die Konsumenten sassen nicht länger auf dem Portemonnaie.

«Der eigentliche Stimulus war klein», sagt Joao Borges de Assunçao, Professor an der Catolica Lisbon School of Business and Economics. «Die mentale Einstellung hat sich vollkommen verändert. Das hat mehr bewirkt als die Änderung der Wirtschaftspolitik.»

In Deutschland treten derweil die Schattenseiten der Austeritätspolitik zutage. Man kann sich zwar rühmen, Exportweltmeister zu sein, doch die wenigsten können davon etwas kaufen. Die Deutschen haben den Gürtel enger und enger geschnallt, und bekommen nun gerade deswegen Problem.

epa05150905 (FILE) A file photo dated  31 May 2006 showing BMW cars stored at the car terminal of BLG Logistics Group, where they wait to be shiped, in Bremerhaven, Germany. Reports on 09 February 2016 state German industrial production slumped for the second consecutive month in December and exports contracted more than forecast, adding to signs that Europe's biggest economy slowed as the year came to an end. While monthly output fell by 1.2 per cent in December after slipping by 0.1 per cent in November, the nation's key exports and imports finished the year down 1.6 per cent, the Federal Statistics Office (Destatis) said. Analysts surveyed by dpa-AFX had expected monthly exports to rise by 0.5 per cent in December after also coming in 0.5-per-cent higher in November. Imports had been forecast to drop by 0.5 per cent after rising 1.3 per cent in November.  EPA/INGO WAGNER

Warten auf die Reise nach Übersee: Deutsche BMW-Limousinen. Bild: EPA/DPA FILE

Die deutschen Exporte liegen bei rund acht BIP-Prozent, ein irrer Wert. Der Ruf der angelsächsischen Volkswirte und Politiker, diesen Überschuss zu reduzieren, verhallt ungehört. Dabei hat Deutschland einen grossen Investitionsbedarf in die Infrastruktur und gibt zu wenig Geld für die Forschung und das Militär aus.

Der Handelskrieg nimmt Fahrt auf

Das rächt sich nun. Am kommenden Mittwoch reist EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit einer Delegation nach Washington. Es gibt jedoch wenig Hoffnung, dass es gelingen wird, den Zorn von Donald Trump zu besänftigen. Der US-Präsident scheint wild entschlossen, nicht nur die chinesischen, sondern auch die europäischen Importe mit Strafzöllen zu belegen.

Deutschlands Industrie wird davon besonders hart betroffen sein, und Berlin hat kaum Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Gleiches mit Gleichem vergelten zu wollen, ist keine gute Idee. Weder Europa noch Deutschland sind für einen Handelskrieg mit den USA gerüstet.

Mit der Absage an die Austerität hat die portugiesische Regierung nicht nur die Wirtschaft wieder in Schwung gebracht, sie hat auch den Populisten den Wind aus den Segeln genommen. In Deutschland hingegen hat das sture Beharren auf einer «schwarzen Null» einen übertriebenen Exportboom ausgelöst, der nun droht, in einen zerstörerischen Handelskrieg auszuarten.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Armando 24.07.2018 23:39
    Highlight Highlight Portugal mit Deutschland zu vergleichen, ist nicht nur dumm, sondern anmassend. Portugal ist ein Land, wo immer noch grosse Arbeitslosigkeit herrscht und Tausende pro Monat auswandern, u.a. in die Schweiz. Deutschland ist und bleibt die führende Wirtschaftsmacht in Europa, daran wird auch der Irre Trump nichts ändern können, protektionistische Feuerwehrübungen hin oder her. Der Autor hat hingegen Recht, wenn er die Sparpolitik der deutschen Regierung kritisiert. Investitionen fördern bekanntlich das Wachstum, also auch Investitionen der öffentlichen Hand. Und die Löhne müssen rauf.
  • Halimasch 24.07.2018 04:51
    Highlight Highlight "Mit der Absage an die Austerität hat die portugiesische Regierung nicht nur die Wirtschaft wieder in Schwung gebracht, sie hat auch den Populisten den Wind aus den Segeln genommen."

    Ein Ende der Austerität wäre auch für Deutschland ein Mittel gegen den Populismus.
  • NathanBiel 23.07.2018 23:05
    Highlight Highlight Das Defizit und damit die sogenannte „laufende Rechnung“ sind nur ein Teil der Finanzen. Die Verschuldung und die Refinanzierung der Andere. Erst wenn beide Teile im grünen Bereich sind gibt es eine nachhaltige Verbesserung. Schulden machen um diese dann später mit dem Aufschwung zurück zu zahlen ist praktisch noch nie gelungen...
  • Toerpe Zwerg 23.07.2018 22:13
    Highlight Highlight Was aber auch klar ist: noch viel besser ist es, gar nicht erst in die Schuldenfalle reinzukommen.
  • LeChef 23.07.2018 21:08
    Highlight Highlight Ganz im Gegenteil, Herr Löpfe. Portugal profitiert heute noch vom mustergültigen Sparkurs VOR 2016. Dieser hat der Regierung Costa überhaupt erst ihren Spielraum verschafft.

    Wobei gerade im Gesundheitswesen und bei den Infrastrukturinvestitionen trotzdem (von Costa!) deutliche Einsparungen gemacht wurden um z.B. Steuersenkungen für KMU zu finanzieren.

    Dazu muss man auch wissen, dass die linke Regierung die Budget-Vorgaben der Währungsunion einhielt und weiterhin einhält (und nicht etwa die Verschuldung antizyklisch zunehmen liess, wie der Artikel suggeriert).

    Austerität ist nicht tot!
  • vescovo 23.07.2018 20:36
    Highlight Highlight Vom Wirtschaftswunder hat die Unterschicht noch nicht viel mehr mitgekriegt, als dass man im Restaurant auf Englisch statt Portugiesisch angesprochen wird, und alles 20-30% teurer geworden ist.
    Längerfristig wird sich das Land hoffentlich aus der Krise befreien können, jetzt aber von Erfolg zu sprechen, wenn das jährliche Durchschnittseinkommen noch immer bei 9'000 Euro liegt, ist etwas voreilig.
    Es bleibt noch viel zu tun.
  • Snowy 23.07.2018 17:28
    Highlight Highlight Artikel des Monats!

    Hail Stiglitz! :-)
  • Platon 23.07.2018 15:52
    Highlight Highlight Es sollte nun etwa jedem klar sein, dass der althergebrachte Sparfimmel der Konservativen weder nötig, noch nachhaltig ist. Auch hierzulande täten die Bürgerlichen gut daran ihre neoliberalen Credos mit ein paar alternativen Ökonomen aufzustocken. Stieglitz ist immer gut oder wer mal was ganz neues will, sollte sich über die Modern Monetary Theory informieren.
    • LeChef 23.07.2018 21:13
      Highlight Highlight Das Gegenteil ist richtig, siehe meinen Kommentar weiter oben.

      Was MMT in der Praxis bewirkt lässt sich schön in Venezuela und diversen Afrikanischen Staaten betrachten, die ihre Staatsausgaben mit immer neuem Notenbankgeld decken wollen.
    • Platon 24.07.2018 07:34
      Highlight Highlight @LeChef
      Als ob Maduro schon einmal irgend etwas von Ökonomie verstanden hat, geschweige denn etwas darüber gelesen hat😂😂😂
  • Madmessie 23.07.2018 15:47
    Highlight Highlight Nach der Lektüre dieses Artikels erscheinen mir die Griechen wie die grössten Trottel.
    • kettcar #lina4weindoch 23.07.2018 16:41
      Highlight Highlight Die Griechen hatten schlichtweg weniger Optionen. Tsipras hat es probiert, aber die Druckmittel der Troja waren zu mächtig. Und leider lösen ‚linke‘ Ideen bei vielen Bevölkerungsschichten einer Konterreflex aus.
    • Philipp Löpfe 23.07.2018 17:12
      Highlight Highlight Das sieht Varoufakis wahrscheinlich auch so...
    • Juliet Bravo 23.07.2018 17:25
      Highlight Highlight Philipp Löpfe: vielleicht mal wieder eine Interview mit ihm?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Borki 23.07.2018 15:47
    Highlight Highlight Wie "einfach" und gleichzeitig angenehm eines der grössten derzeitigen Wirtschaftsprobleme aus der Welt zu schaffen wäre...
    Liebe Deutsche, gönnt euch etwas mehr Lohn. Ihr habt es euch im wahrsten Sinne verdient!
    • swisskiss 23.07.2018 17:51
      Highlight Highlight Borki; Netter Ansatz. Fördert den Binnenkonsum durch höhere Einkommen und höhere Steuereinahmen.

      Und Betriebe wie Mercedes oder Bosch, die ihre Abteilungen, die nicht länderspezifisch gebunden sind, verlagern noch mehr ins billigere Ausland. Stückgutkosten BRD 3 mal höher als Portugal, Polen, 5 mal höher als Rumänien, Bulgarien. Und dann fördert man nicht nur das abwandern der Betriebe, sondern verteuert auch noch seine Produktionskosten?

      BRD hat ähnliche systemische Probleme wie die Schweiz oder auch die USA. Diesen globalen Druck lindert man nicht mit höheren Löhnen!
    • Matti_St 23.07.2018 18:48
      Highlight Highlight @swisskiss, das Problem ist folgendes. Wenn die Arbeiter zu wenig verdienen, wird der Konsum stark eingeschränkt. Das hat auch der IWF in der Zwischenzeit erkannt.
      Was bringt es, alles zu exportieren, wenn ein großer Teil der Bevölkerung nichts leisten kann? Der Bäcker verkauft weniger Brot, der Metzger weniger Fleisch und beide entlassen Arbeiter. Diese haben als Arbeitslose noch weniger und sparen wieder. Langfristig wird eine solche Abwärtsspirale nicht einfach zu stoppen sein.
      In dieser Zeit verdienen ein paar wenige Unmengen an Geld. Der Rest macht irgendwann den Wutbürger.
  • Ohniznachtisbett 23.07.2018 15:41
    Highlight Highlight Dass beim mehr Subventionen und höheren Beamtenlöhnen erst mal ein Boom kommt, ist relativ logisch. Wie nachhaltig dies ist wird sich zeigen. Was die Austeritätspolitik mit dem Erfolg deutscher Produkte auf dem Weltmarkt zu tun hat? Schleierhaft, ausser vielleicht dem unterbewerteten EURO. (Von diesem profitiert aber auch Portugal...). Deutsche Produkte hingegen, wären keinen Deut schlechter als heute, würde die Bundesregierung mehr Subventionen rauslegen. Ausserdem: Deutschland würde, wenn schon, Steuererleichterungen besser tun. Die Bürger leiden in DE unter einer enormen Steuerlast!
    • Heinz Schmid 23.07.2018 17:40
      Highlight Highlight Nein! Hören Sie endlich auf in das immer selbe Horn zu blasen!
      Deutschland hat vor allem seinen Niedriglohnsektor zu sanieren, Mindestlohn anzuheben und Abschaffung von Hartz-IV durchzuführen.
      Von Steuersenkungen profitieren vor allem Besserverdienende, was kaum Auswirkungen auf den Konsum hat. Höhere Investitionen durch Entlastung der Reichen und Trickle-Down Effekt sind Bürgerliche Ammenmärchen und schulden noch immer statistischen Nachweis.
      Im Übrigen: der Steuersatz (real, nach Abzug) in DE ist im internationalen Vergleich im Mittelfeld und bedarf nicht zwingend einer Senkung.
  • swisskiss 23.07.2018 15:38
    Highlight Highlight Philipp Löpfe: Du ignorierst eine der wichstigsten Grundregeln der Makrokönomie: In einem freien Wirtschaftsraum findet IMMER eine Nivellierung von Kosten und Löhnen statt. Vor standortabhängigen Faktoren (Infrastruktur, Sicherheit, Bürokratie, Steuern) ist dies der wichtigste Grund zur Verlagerung oder Ansiedelung von Unternehmen. Wieso wohl investieren Mercedes oder Bosch in Portugal? Kosten die 3 mal tiefer sind als in BRD. Das DE Exportweltmeister ist, hat auch mit dem Fehlkonstrukt EURO zu tun, der für Deutschland massiv zu weich ist.
  • Menel 23.07.2018 15:26
    Highlight Highlight Um es in den Worten Philip Maloneys zu sagen:
    Benutzer Bild
  • AdiB 23.07.2018 15:22
    Highlight Highlight "Die neue portugiesische Regierung machte sich sogleich ans Werk: Die Löhne der Beamten und die Renten wurden erhöht. Gegen den Widerstand von Deutschland und dem Internationalen Währungsfond wurden selbst die Ferien verlängert. Die Wirtschaft wurde mit Subventionen und Steuererleichterungen unterstützt, vor allem die KMU."
    wer hätte gedacht dass fröhlichere und zufriedene arbeiter die wirtschaft fördern.
    diesen artikel sollte man shorty und allen die ihn mit der 60 stunden woche unterstützen zeigen.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 23.07.2018 15:21
    Highlight Highlight Eine erfreuliche Erfolgsgeschichte, Folgeartikel, die die Situation vertieft untersuchen, würden mich freuen.
    Die gesamte Austertätsdebatte ist in meinen Augen sowieso schon entschieden, wenn man die Europäische und die Amerikanische Reaktion auf die Finanzkrise und ihre Folgen ansieht stellt auch eine Laie wie ich fest, dass in der Krise Sparen schadet, Investieren und QE helfen.
    Aber: An die Fraktion, die die Ch zu Tode gespart sieht und für die staatliches Sparen generell des Teufels ist, während der Krise investiert der Staat, im Aufschwung (jetzt) muss er die Schulden wieder abbauen.
    • Oh Dae-su 23.07.2018 16:41
      Highlight Highlight Wo hat die Schweiz in der Krise denn genau investiert? Das Ausgleichskonto gemäss Schuldenbremse ist auch in den Krisenjahren nach 2007 stetig gewachsen. D.h. der Bund hat nie auch nur annähernd so viel investiert, wie es ihm durch die Schuldenbremse erlaubt gewesen wäre.
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 23.07.2018 19:21
      Highlight Highlight Das die CH während der Krise investiert hat, habe ich auch nirgends gesagt, dies könnte man kritisieren. Allerdings ist es in der Schweiz mit der Direkten Demokatie auch nicht so einfach, von heute auf Morge grosse Ausgabensteigerungen vorzunehmen. Und nun befinden wir uns in einem Ausschwung und müssen das Wachstum der Staatsausgaben im Zaum halten, insbesonders in anbetracht der in den nächsten Jahrzehnten zu erwartenden Ausgaben, Stichwort Klimawandel, Alterung der Bevölkerung --> Rente und Krankenkasse.
  • Toerpe Zwerg 23.07.2018 15:13
    Highlight Highlight Stimme Ihnen zu, sehe es bezüglich Deutschlöand aber noch drastischer, denn in der Währungsunion ist D ein Schmarotzer, der von einer viel zu billigen Währung gnadenlos profitiert, während die weniger leistungsstarken Länder unter einer für sie überbewerteten Währung leiden. Deutschlands EUR Mitgliedschaft müsste zwingend an die Bedingung der Reduktion des Exportüberschusses gebunden werden.


    Btw: "Die deutschen Exporte liegen bei rund acht BIP-Prozent" Der D Exportüberschuss liegt bei rund 8% BIP Anteil. D Exportanteil liegt irgendwo bei 45%. Bitte korrigieren.

    • geissenpetrov 23.07.2018 16:55
      Highlight Highlight Deutschland profitiert und ist ein Schmarotzer?
      Profitieren tut doch lediglich das oberste eine Prozent.
      Ich denke, dass ist die versteckte Botschaft, die mit "das bessere Deutschland" gemeint ist.
      In Portugal dient die Wirtschaft wieder mehr dem Menschen und nicht umgekehrt.
    • Philipp Löpfe 23.07.2018 17:11
      Highlight Highlight #Es ist der ewige Kampf der Journis, lange und verwirrende Worthülsen zu verwenden. Aber wir meinen das Gleiche.
    • phreko 23.07.2018 20:22
      Highlight Highlight @geissenpetrov: Die Regierung wurde nicht von den 1% installiert, sondern von einem ganzen Volk gewählt. Wenn sich 99% verarschen lassen, dann sind sie selber schuld.
  • Matti_St 23.07.2018 15:04
    Highlight Highlight Jaja, auf die Linken ist kein Verlass, sie können nicht regieren. Die werden das Geld aus dem Fenster werfen... Habe ich was vergessen?

    Schade hat Griechenland alles verkauft. Die werden ihre Schulden nie los. Aber wenigstens hat Deutschland bis jetzt über 3 Milliarden Euro Zinsen einsacken können.
    • @BlackStar 23.07.2018 15:20
      Highlight Highlight Die Wirtschaft wurde mit Subventionen und Steuererleichterungen unterstützt, vor allem die KMU.
      Finde ich in keinem Programm der Sozialisten in Zentraleuropa
    • KXXY 23.07.2018 15:28
      Highlight Highlight Portugal aus der Krise geführt hat die PPD-PSD, und nicht die Linke.
    • Dubio 23.07.2018 15:31
      Highlight Highlight Bei den Griechen wird die Wirtschaft allerdings in erster Linie wegen der grassierenden Korruption und extrem inneffizientem Steuersystem gehemmt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Al Paka 23.07.2018 14:46
    Highlight Highlight Ich weiss, generell hat es nichts damit zu tun, aber:

    Die Portugiesen sind mir persönlich auch einiges sympatischer. 🙃
    • Alienus 23.07.2018 15:39
      Highlight Highlight Frage: Als die Schweizer?
    • Keller101 23.07.2018 15:45
      Highlight Highlight Ach Alpaki, „die Portugiesen“ und „die Deutschen“ gibt es doch gar nicht...
    • Al Paka 24.07.2018 09:54
      Highlight Highlight (Der Kommentar erscheint demfall nicht mehr..)
      zweiter Versuch.
      Es war natürlich auch nicht sehr ernst gemeint. 😉
      Dazu sollte eigentlich stehen, „eifach sympatischer“, statt einiges.

      Natürlich kann und darf man nicht ein ganzes Volk pauschal schlecht oder gut reden.

      @ Alienus
      aber ja, nein. 😏😉

      @ Keller
      Hast ja recht, war auch nicht gerade ernst gemeint. 😬
  • KXXY 23.07.2018 14:43
    Highlight Highlight Die deutschen Löhne müssen 30% rauf, und das sage ich als Unternehmer.
    • Ohniznachtisbett 23.07.2018 15:43
      Highlight Highlight Es würde schon reichen, wenn man die Steuerlast auf ein vernünftiges Niveau senken würde. Da liegen problemlos 10-20 Prozent drin. Dann hätten die Leute mehr Geld, würden mehr konsumieren und durch Konsum steigen i.d.Regel auch die Löhne...
    • bokl 23.07.2018 16:46
      Highlight Highlight - Bei generellen Steuersenkungen profitieren die Reichen / Gutverdienenden überproportional

      - Bei generellen Lohnerhöhungen profitieren die Geringverdiener überproportional

      Warum nur, setzen Politiker i.d.R. auf Steuersenkungen?
    • KXXY 23.07.2018 17:18
      Highlight Highlight In Deutschland sind die Steuern für Topverdiener mit z.T. >50% schon sehr hoch, das geht dann Richtung raub.
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