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Der Elite den Mittelfinger zeigen: Keiner kann das besser als Donald Trump.
bild: shutterstock

Trump – oder die fatale Fehlspekulation der amerikanischen Superreichen

Bei den Republikanern breitet sich Panik aus. Der immer wahrscheinlicher werdende Sieg von Donald Trump gefährdet die Existenz der GOP.



Karl Rove hat den Nimbus eines Chefstrategen der Grand Old Party (GOP). Zweimal hat der George W. Bush geholfen, ins Weisse Haus einzuziehen, und er war stark daran beteiligt, dass die Republikaner heute über eine Mehrheit im Abgeordnetenhaus und im Senat verfügen. Doch nun schlägt Rove Alarm: Ein Sieg von Trump sei kaum mehr abzuwenden, führte er jüngst an einem Treffen von Parteigrössen und Mäzenen aus, und das würde zwangsläufig zu einem Desaster im kommenden November führen.

Republican U.S. presidential candidate Donald Trump stands near his plane while attending a rally during a campaign stop at the airport in Millington, Tennessee February 27, 2016. REUTERS/Karen Pulfer Focht      TPX IMAGES OF THE DAY

Vulgär, reich – und stolz darauf: Donald Trump.
Bild: KAREN PULFER FOCHT/REUTERS

Mit Trump gerät ein Monster, das sie selbst gezüchtet haben, ausser Kontrolle. Jahrzehntelang haben neoliberale Milliardäre der konservativen Bewegung hunderte von Millionen Dollar an Spenden zukommen lassen, nicht nur den Kandidaten für den Wahlkampf, sondern auch in Medien, Think Tanks und an speziellen Programmen an den Elite-Universitäten.

Allein die berühmt-berüchtigten Koch-Brüder haben zusammen mit ihrem Freundeskreis für die kommenden Wahlen eine Kriegskasse in der Höhe von 889 Millionen Dollar geöffnet, wie Jane Mayer in ihrem kürzlich veröffentlichten Buch «Dark Money» schreibt. Amerikas Superreiche haben so eine Propaganda-Walze geschaffen, die ihnen lästige Steuern und staatliche Regulationen vom Halse schaffen sollte. Das zumindest war der Plan.

FILE- In this May 22, 2012, file photo, Charles Koch speaks in his office at Koch Industries in Wichita, Kan. Koch, a billionaire industrialist, warned America is

Finanziert die neoliberale Gegenreformation: Milliardär Charles Koch. 
Bild: AP/The Wichita Eagle

Donald Trump ist im Begriff, diesen Plan zur Makulatur verkommen zu lassen. Als eine Art Pausenclown gedacht, der die Aufgabe hat, die dumme weisse Unterschicht bei Laune halten, um dann einem echten Konservativen Platz zu machen, entwickelt er sich zum Kronfavorit. Als Milliardär ist Trump auf keine Sponsoren angewiesen, er lässt daher seinem Narzissmus und seinem Populismus freien Lauf – und verletzt dabei reihenweise die heiligsten Tabus der GOP.

Trump verletzt reihenweise republikanische Tabus

Trump will zwar eine riesige Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen, doch er will weder die Sozialhilfe kürzen, noch die Krankenbeihilfe (Medicare). Er ist ein erklärter Protektionist und will chinesische Importe mit einem Strafzoll von 40 Prozent belasten. Er findet lobende Worte für Hillary Clinton, bezeichnet den Feldzug gegen den Irak als Fehler und – allein der Gedanke lässt Republikaner innerlich erschauern – er findet sogar Positives bei Obamacare.  

Die grossen Summen der Oligarchen und die Pervertierung des US-Wahlsystems – das so genannte Gerrymandering, das zu sicheren Sitzen führt – haben die GOP in einer falschen Sicherheit gewiegt. Heute haben lupenreine Ideologen, die den Staat zertrümmern, Umweltschutzauflagen wieder abschaffen und die Steuern senken wollen, bei den Republikanern das Sagen. Und diese linientreuen Parteisoldaten haben den Draht zum gemeinen Volk verloren.

Vielleicht ist die dumme Unterschicht gar nicht so dumm

Die dumme weisse Unterschicht teilt die neoliberalen Überzeugungen der Parteielite nur bedingt. Dem ungelernten Arbeiter, der seinen Job verloren hat, weil er nach China ausgelagert wurde, interessiert sich weder für Ludwig von Mises noch für Friedrich Hayek. Er will dem politischen Washington den Mittelfinger zeigen, und deshalb liebt er Trump mit samt seiner Vulgarität, seinen Widersprüchen und selbst seinen abstrusesten Vorschlägen. Dagegen kämpfen selbst die Spenden der Milliardäre und das strategische Genie von Karl Rove vergeblich.

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