Wirtschaft
International

Dank dieser Idee könnte das Kükenschreddern bald ein Ende haben

küken
In der Schweiz werden jedes Jahr 2,2 Millionen männliche Küken vergast oder geschreddert.bild: shutterstock

Dank dieser Idee könnte das Kükenschreddern bald ein Ende haben

Für Millionen Küken ist ihr männliches Geschlecht direkt nach dem Schlüpfen das Todesurteil. Jetzt will ein deutscher Politiker eine Alternative zur sinnlosen Tötung vorstellen.
16.01.2017, 09:1016.01.2017, 17:18
Mehr «Wirtschaft»

Weil sie weder Eier legen können, noch schnell Fleisch ansetzen, werden Jahr für Jahr Millionen von männlichen Küken gleich nach dem Schlüpfen ohne Betäubung vergast oder geschreddert. Allein in der Schweiz sind es jedes Jahr 2,2 Millionen männliche Bibbeli, die legal «homogenisiert» werden.

Diesem Verfahren will der deutsche CSU-Politiker Christian Schmidt noch in diesem Jahr ein Ende setzen. Auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin (20. - 29. Januar) wolle er ein Demonstrationsgerät vorstellen, das die massenhafte Kükentötung überflüssig machen könnte, sagte Schmidt der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Wie das gehen soll? Ganz einfach: Mittels eines neuen Verfahrens, das von Wissenschaftlern der Universität Leipzig entwickelt wurde, soll das Geschlecht der Tiere schon weit vor dem Schlüpfen bestimmt werden. Eier mit männlichen Embryos könnten so der Futterverwertung zugeführt werden – nur Eier, in denen sich weiblich Küken entwickeln, würden ausgebrütet.

Kritiker bleiben skeptisch

«Ich werde mit aller Kraft weiter daran arbeiten, das Kükenschreddern schnellstmöglich zu beenden», erklärte Schmidt. Und weiter: «Wir schaffen 2017 den Einstieg in den Ausstieg.» Zwar weckt Schmidt mit der Idee weltweites Interesse, doch längst nicht alle rechnen tatsächlich mit einem entsprechenden Durchbruch.

So kritisiert beispielsweise der Grünen-Agrarexperte Friedrich Ostendorff, Schmidt verliere sich in Ankündigungen. Seit zwei Jahren spreche er davon, dass das Kükenschreddern 2017 aufhören solle. «Doch das wird er mit unverbindlichen Technikvorführen auf der Grünen Woche nicht erreichen, dafür braucht es verbindliches politisches Handeln und einen konkreten Fahrplan.»

(viw)

Passend dazu: Entenmama vs. Möwe – eine Küken-Rettung in 12 Bildern

1 / 14
Entenmama vs. Möwe: Eine Küken-Rettung in 12 Bildern
Die böse Möwe attackiert, aber ...
quelle: catersnews
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
21 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Dean Hubert
16.01.2017 09:49registriert Oktober 2016
worauf warten wir noch?
1120
Melden
Zum Kommentar
avatar
DieRoseInDerHose
16.01.2017 10:48registriert August 2016
Ich warte schon so lange auf das Ende dieses Schreckens! Das war und ist einer der Gründe für mich, keine Eier mehr zu verzehren. Beide Daumen gedrückt halten. :-)
5612
Melden
Zum Kommentar
avatar
Lady Shorley
16.01.2017 12:06registriert November 2016
Das ist nichts neues, schon vor fünf Jahren wurde an dieser Forschung gearbeitet:

http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/natur/Das-traurige-Schicksal-der-Eintagskueken/story/14867368

Leider hat es bisher nicht gereicht, eine ökonomisch umsetzbare Strategie zue entwickeln.
Aber ich hoffe weiter!
350
Melden
Zum Kommentar
21
Rösti senkt die Serafe-Gebühr auf 300 Franken – so reagiert die SRG
Der Bundesrat will die SRG-Gelder kürzen. watson hat deshalb bei der SRG und dem SVP-Nationalrat Gregor Rutz, der im Präsidium des Komitees «200 Franken sind genug!» sitzt, nachgefragt, wie es nun weitergehen soll.

Der Bundesrat hat heute entschieden, dass er die eidgenössische Volksinitiative «200 Franken sind genug!», auch bekannt als Halbierungsinitiative, ablehnt. Das überparteiliche Komitee, hauptsächlich bestehend aus SVP und Jungfreisinnigen, fordert mit der Initiative, dass die Serafe-Gebühr von 335 Franken auf 200 Franken gesenkt wird.

Zur Story