Wirtschaft
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A bar in Dublin has specially made a Brexit beer for the results of the British EU Referendum called 'Big Mistake' in Ireland, June 26, 2016. REUTERS/Clodagh Kilcoyne TPX IMAGES OF THE DAY

Eine Bar in Dublin hat anlässlich des Brexit ein Bier kreiert – mit dem Namen «Big Mistake» (26. Juni 2016).
Bild: CLODAGH KILCOYNE/REUTERS

Kommentar

«Die Brüsseler Bürokraten sind dabei, die Zukunft unserer Jugend zu verspielen»

Oswald Grübel



Passt nach einer demokratischen Abstimmung der Minderheit das Resultat nicht, weil es so nicht erwartet war, wird der Sinn der Demokratie infrage gestellt. So geschehen eben in Grossbritannien nach der Brexit-Abstimmung, bei der sich die Mehrheit für den Austritt aus der EU ausgesprochen hat. Das ist eine grosse und nicht leicht zu nehmende Entscheidung, denn Grossbritannien ist die zweitgrösste Wirtschaftsmacht in der EU.

Anstatt sich zu fragen, weshalb das Land aus der EU heraus will, und alles zu versuchen, es in der EU zu halten, ist man beleidigt. Der Präsident der EU kann gar kaum erwarten, Grossbritannien aus der Gemeinschaft zu entlassen, und drängt das Land nun vorwärts zu machen. Frau Merkel, auf ihr politisches Image bedacht, mahnt zur Zurückhaltung und Besinnung, betont aber gleichzeitig, dass ein Austritt keinen Eintritt mehr ermöglicht.

Wenn Sie beobachten wollen, wie die europäische Wirtschaftsorganisation, die wir dringend brauchen, um auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu sein, durch ihre kleinen, egoistischen Beamten aufgelöst wird, dann sehen Sie dem Schauspiel weiter zu.

«Anstatt sich zu fragen, weshalb das Land aus der EU heraus will, und alles zu versuchen, es in der EU zu halten, ist man beleidigt.»

Die Brüsseler Bürokraten sind dabei, die Zukunft unserer Jugend zu verspielen. Ist ihnen überhaupt bewusst, dass sie es verschuldet haben, dass eine Mehrheit für den Brexit zustande kam, weil sie nicht erkannt haben, dass die EU reformiert werden muss, um nicht in einem Staatenbund von Verlierern zu enden? Wie sonst wird es um die EU in Zukunft stehen ohne die zweitgrösste Wirtschaftsmacht in Europa?

Oswald Gruebel, ehemaliger CEO Credit Suisse und UBS, spricht am Kongress der FIFA-Tochtergesellschaft Early Warning System GmbH (EWS) am Freitag, 5. April 2013, in Zuerich. (KEYSTONE/Walter Bieri) Grübel

Bild: KEYSTONE

Oswald Grübel

Oswald Grübel (*1943) ist Ex-Chef der Grossbanken Credit Suisse und UBS. Seit er sich 2011 aus dem Berufsleben zurückgezogen hat, schreibt er u.a. Kolumnen für die «Schweiz am Sonntag».

Hoffen wir, dass der Ministerrat die Zeichen der Zeit versteht und schleunigst Reformen einleitet, um noch zu retten, was zu retten ist. Eines steht aber fest, die EU wird in der Welt in Zukunft weniger zu sagen haben und der Euro weiter an Wert verlieren.

«Ein schwarzer Tag.»

Auch wir werden die Veränderungen zu spüren bekommen. Unsere Banken ebenso wie andere Firmen werden zahlreiche Stellen vor Ort abbauen und die Geschäfte in ein anderes EU-Land verlegen müssen. Das kostet Zeit und Geld. Die Schweizerische Nationalbank sieht sich mit einem auf lange Zeit schwächeren Euro konfrontiert und muss ihre unwirtschaftliche Wechselkurs- und Zinsstrategie dringend überdenken, um uns vor noch grösserem Schaden zu bewahren.

Mit der Abstimmung vom 23. Juni ist die EU kleiner, rat- und machtloser geworden. Ein schwarzer Tag.

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    Alle Leser-Kommentare
  • andersen 29.06.2016 08:31
    Highlight Highlight Sie schreiben über die jungen Menschen.
    War es nicht gerade die junge Menschen in England, die für ein verbleib in der EU war?
    Alles sprechen von Reformen und stellt Bedingungen, und plappert über ein Demokratie, wo sie der Regierung nicht selber wählen kann(Das darf man nicht in der Schweiz), aber es ändert nicht:
    Über der PFZ ist der Verhandlung gleich null, ich möchte weiter ein soziales Europa und nicht ein Europa, wo nur die Banken und Spekulanten das Sagen hat.
  • Der Zahnarzt 27.06.2016 14:51
    Highlight Highlight Tränen eines Krokodils: Die EU hat sich unter anderem nicht reformiert, weil die Banken und Finanzlobby kein Interesse daran hatte. - Hätte die EU gewollt, hätte sie u. a. die Banken zu einem Schuldenerlass gegenüber Griechenland gezwungen und nicht einen Bali Out der Banken mit dem Volksvermögen veranstaltet.
    • Normi 27.06.2016 15:32
      Highlight Highlight was hätte ein Schuldenerlass gegenüber Griechenland gebracht ausser mehr Argumente für die Staaten(die Griechenland Geld Leihen) auszuretten ?!?!?
    • Der Zahnarzt 27.06.2016 16:35
      Highlight Highlight Dank für die Frage. - Europäische Banken (u. a. die Deutsche Bank) haben dem griechischen Staat Geld geliehen, obwohl die Bonität angeschlagen bis schlecht war. - Wenn ich jemandem Geld leihe und die Person geht Konkurs, verliere ich mein Geld. - Bei den Banken wurde das verhindert und die Schulden der Griechen den europäischen Steuerzahlern aufgehalst. - Man kann nicht von Verantwortung und freiem Markt reden und dann den Steuerzahler für seine Fehler haften lassen. - Man hätte die beteiligten Banken in den Konkurs schicken sollen. Menschen retten und nicht Banken!
  • 7immi 27.06.2016 12:58
    Highlight Highlight Mal ganz ehrlich: was wird ändern? Für den normalen bürger ändert sich nicht viel. Evtl gibt es neue reiseregeln, vielleicht steigen die preise ein bisschen. Sonst bleibt alles beim alten.
    Für die grosskonzerne, die im ausland produzieren und das günstige ausland bevorzugen und dank zollfreiheit ihr eigenes land bescheissen,für die ändert sich so einiges. Aber ist das ein problem? Nehmen grosskonzerne auch auf den 0815 bürger rücksicht? Wär mir neu. Also lasst doch das gejammere.Vielleicht findet ja wieder ein umdenken statt und die politik ist nicht bereit dafür und nicht das volk ist schuld.
  • TodosSomosSecondos 27.06.2016 12:45
    Highlight Highlight Kann ich von A-Z so unterschreiben.
  • Le_Urmel 27.06.2016 11:45
    Highlight Highlight Wenn Grübel von einem rabenschwarzen Tag spricht, weiss der Rest der Menschheit, die Banken verlieren, der Neoliberalismus geht seinem Ende zu und mir wird schon viel wohler
  • elk 27.06.2016 11:32
    Highlight Highlight Möchte man das Vereinigte Königreich rauswerfen, ists nicht recht. Entspricht aber offensichtlich dem Volkswillen. Möchte man es zum bleiben überreden, ist man ein schlechter Demokrat und missachtet den Volkswillen.
    Wasdarfs den nun sein?
    • maddiepilz 27.06.2016 13:36
      Highlight Highlight Die Aussage des Artikels ist, dase man die EU schon längst hätte reformiert werden sollen, damit UK gar nicht erst ausgetreten wäre, und dass dies nun schleunigst passieren sollte.
    • elk 27.06.2016 15:25
      Highlight Highlight Das ist so. Nur glaube ich nicht, dass der Brexit die EU-Reformation zum Ziel hat. Das wäre sonst ja sehr selbstlos von den Briten.
      Man reformiert einen Club durch Engagement und nicht nachdem man ihn verlassen hat.
      Aber jetzt können sich alle volksnah geben und EU-Bashing betreiben. Selbst ein Herr Grübel, der zu den grössten Profiteuren zählte bis 2011.
    • Alnothur 27.06.2016 17:25
      Highlight Highlight Sie haben es mit dem Enagement für Reformen probiert, es hat nichts genützt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • saukaibli 27.06.2016 11:27
    Highlight Highlight Obwohl ich den Grübel nicht mag - aus Gründen - bin ich froh dass wenigstens einer mit mir übereinstimmt, was die beleidigte EU angeht. Eine Union, die trotz miserabler Stimmung bei den Mitgliedern nicht zu Reformen fähig ist, ja nicht mal die Notwendigkeit von Reformen erkennt, ist für mich dem Untergang geweiht. Vermutlich wird die EU jetzt noch mehr als vorher versuchen, jegliche Anzeichen für Demokratie in den Mitgliedstaaten im Keim zu ersticken.
    • LU90 27.06.2016 15:33
      Highlight Highlight Sehe ich genauso. Und gestern bei Anne Will - die Arroganz von Uschi von der Leyen und die Uneinsichtigkeit von Rolf Krause - einfach schrecklich!

«Wollte ihm in den Arsch treten» – Churchills Enkel rechnet mit Boris Johnson und Co. ab

Sir Nicholas Soames ist ein in der Wolle gefärbter Konservativer. Doch weil er sich gegen Boris Johnons No-Deal-Brexit stellte, warfen ihn die Tories aus der Partei. Nun findet der Enkel des legendären Kriegspremiers Winston Churchill deutliche Worte.

Der 71-Jährige galt als graue Eminenz der Konservativen Partei: Seit 37 Jahren vertrat Nicholas Soames die Tories im britischen Unterhaus. Er hat die Eliteschule Eton absolviert, diente in der Armee und war in den neunziger Jahren Staatssekretär im Verteidigungsministerium.

Doch weil er und 20 andere Tory-Abgeordnete am vergangenen Dienstag gemeinsam mit der Opposition für ein Gesetz gestimmt hatten, das Premierminister Boris Johnson einen No-Deal-Brexit verbietet, entzog ihm die Parteileitung …

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