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Frauen und Geld

7 Tipps, wie du in einer Beziehung stressfrei über Geld sprechen kannst

Geld kann im täglichen Zusammenleben ganz schön Stress machen. Ganz vermeiden lässt sich das nicht immer, aber mit ein paar einfachen Massnahmen kannst du den Zündstoff entschärfen.

Olga Miler
Olga Miler



Kennt ihr das?

«Du schuldest mir noch 10 Stutz!»

«Ich habe aber für das Putzmittel und für die Mayo bezahlt.»

«Du hast mir den 20er, den ich dir geliehen habe, aber auch nie zurückgegeben!»

«Ach, dann lass halt gut sein...»

Ich hatte eine Bekannte in London, die hat nach dem ersten Date jeweils den Credit Score ihres Dates geprüft. Na ja, so extrem muss es wohl nicht sein. Wenn man näher zusammenlebt, sei es in einer WG oder in einer Partnerschaft, und sich einen Haushalt und auch irgendwie das Leben teilt, kann Geld im Alltag ganz schön Stress machen. Und oft sind es ja dann nicht die grossen finanziellen Pläne, die das Fass zum Überlaufen bringen, sondern ganz kleine, alltägliche Dinge, z.B.:

Stress mit Geld geht von den kleinen Sachen bis hin zu versteckten Konten, versteckten Kreditkartenschulden und sogar Unterschriftenfälschungen zur Auszahlung der Pensionskasse.

Alles übertrieben denkt ihr? Hier ein paar Fakten:

Warum macht Geld gerade mit dem Partner oft Stress?

Psychologen sagen, alte Klischees sind mächtig: Selbst wenn man modern denkt, kommt viel vom Stress mit Geld davon, dass alte Verhaltensmuster und Werthaltungen in uns drin sind und wir diese unbewusst leben. Dazu gehört auch das Klischee, dass Frauen und Männer sehr unterschiedliche Geldstile haben – Männer sehen Geld scheinbar als Messlatte für beruflichen Erfolg und persönlichen Stellenwert, Frauen hingegen mehr als Sicherheit und um ihre Selbstständigkeit abzusichern.

Ein Geldgespräch als Paar ist nie wirklich nur eine sachliche Angelegenheit. Es geht oft, vielleicht zum Teil unbewusst, auch um Augenhöhe, Anerkennung, Ängste, vielleicht sogar um Macht und Kontrolle.

Streit entsteht oft dort, wo man eine Wahl hat. Oft geht es beim Streit um Geld entweder um Wert- (man hat unterschiedliche Bedürfnisse) oder um Verteilungskonflikte (man streitet, wer was bekommt), oder beides. Der Geldstress lässt sich vielleicht nicht immer vermeiden, aber mit ein paar einfachen Tricks könnt ihr auf jeden Fall den Konfliktstoff abschwächen.

7 Tipps, wie du entspannt mit PartnerIn, WG und Freunden über Geld redest:

Sprecht darüber, was euch bei Geld wichtig ist und welcher «Geldtyp» ihr seid

Die einen sparen liebend gerne, die anderen lassen es sich lieber gut gehen, oder man hat das Gefühl der andere gibt Geld für die «falschen» Dinge aus. Wenn die Gewohnheiten sehr weit auseinander gehen, dann hilft es, den Blickwinkel zu ändern: z.B. anerkennen, dass verschiedene Werthaltungen Vor- und Nachteile haben und somit das eine nicht «schlechter» ist als das andere. Stress entsteht vor allem dann, wenn man die Geldgewohnheiten des anderen «wertet» oder erst gar nicht versteht und sich (oft im Stillen) darüber aufregt – «Echt jetzt, müssen wir denn zuerst jedes Sonderangebot vergleichen?»

Setzt klare Regeln für die gemeinsamen Ausgaben

Wer trägt was zum gemeinsamen Leben bei? Wenn einer sehr viel mehr verdient, kann z.B. eine prozentuale Aufteilung sinnvoll sein anstatt «Halbe-Halbe».

Erstellt ein gemeinsames Fixkostenkonto / Kasse

Z.B. für Miete, Essen, Internet, Putzmittel und was sonst noch so anfällt, das alle betrifft. Darauf zahlen dann alle den gleichen Betrag ein, dürfen dann die Sachen auch gemeinsam nutzen. Bei Paaren wird auch ein 3-Konten Modell empfohlen: 1) Gemeinsames Konto, 2) Altersvorsorge, 3) Was übrig bleibt behält jeder für sich. Um in einer WG Streit zu vermeiden, dass jemand zu viel genutzt hat, hilft ein Kassenbuch, dort wird das eingetragen. Zugegeben, bisschen altmodisch, aber effektiv.

Besprecht Ziele gemeinsam, z.B. bei einem «Money-Date»

Was wollt ihr zusammen erreichen? Wer wird was zum gemeinsamen Ziel beitragen? Egal ob es das neue Sofa für die WG ist oder ein grosses gemeinsames Ziel wie ein Haus, zusammen festzulegen, wie man dorthin kommt, hilft nicht nur, euch gegenseitig besser kennen zu lernen, sondern schafft auch jede Menge Vertrauen.

Vermeidet ein Gefühl der Ungleichheit

Dazu gehört, dass man zusammen auf Augenhöhe leben und diskutieren kann. Probleme entstehen oft, wenn einer der Partner sehr viel mehr verdient und den anderen aushält. Oder der Wert der «unbezahlten» Arbeit wie Kinderbetreuung oder Arbeit im Haushalt als selbstverständlich angesehen wird. Über längere Zeit entsteht dann ein Ungleichgewicht, die Machtverhältnisse verschieben sich. Der weniger oder nicht-verdienende Partner kann Schuldgefühle entwickeln oder fühlt sich nicht wertgeschätzt oder der Besserverdienende kann sich ausgenutzt fühlen. Es hilft, offen darüber zu sprechen und einen Rahmen zu schaffen, in dem der- oder diejenige, der/die weniger Geld zur Verfügung hat, auch einen Beitrag leisten kann oder die nicht bezahlte Leistung nicht wie eine Selbstverständlichkeit, sondern als eine bewusste Entscheidung und Beitrag an das gemeinsame Leben anerkannt wird.

Kleine Detailteufel vermeiden

Z.B. keine «Kredite» an Partner oder Freunde vergeben. Manchmal sind es die kleinen Beträge, die es ausmachen. Immer anbieten, die Kosten zu teilen. Was man geliehen hat (auch kleine Beträge!) unaufgefordert und zeitgerecht zurückzahlen (und dem anderen die Peinlichkeit ersparen, nach den 5 Franken fragen zu müssen).

Gegenseitige Transparenz schaffen

Vor allem wenn man länger zusammen lebt, ist es wichtig, dass man eine Gesamtübersicht über die Finanzen hat, Klarheit darüber herrscht, was im Notfall zu tun ist, Vollmachten vorliegen und jeder weiss, wie er oder sie abgesichert ist.

Geld ist eben oft auch so eine Art Leinwand für unsere Werte, Hoffnungen und Ängste. Dann ist es nicht verwunderlich, dass da manchmal ganz viel Zündstoff drin ist.

Wie ist das bei euch? Schon mal über Geld gestritten? Und was hat euch geholfen?

Job kündigen: 15 lustige Beispiele, wie du es tun könntest

So klingt die neue 20-Franken-Note

Video: watson/can & loro

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bild: zvg

Olga Miler ...

... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm Unique aufgebaut. Jüngst gründete sie das Start-up SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse, Workshops und Coachings zum Thema Finanzen für Frauen anbietet. Ab dem 27. Januar wird uns Miler im watson-Blog «Frauen und Geld» an ihrer Expertise teilhaben lassen.

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32Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ribosom 11.07.2020 10:52
    Highlight Highlight Mein Partner und ich machen bei gemeinsamen Dingen halbe-halbe.
    Wenn wir eine grössere Anschaffung machen, muss ich ihm zwar seine Hälfte oft vorschiessen. Das bezahlt er aber schön brav zurück.
    Ein gemeinsames Konto haben wir nicht und wollen auch keines.
    Weil er nicht sparen kann/will, würde ich alleine auf das gemeinsame Konto einzahlen, was für mich ja auch doof wäre. Für die Ferien spart jeder selber. Da er kein Sparfuchs ist, fahre ich manchmal ohne ihn weg.
  • Kanuli 10.07.2020 09:54
    Highlight Highlight Interessant. Das war mir so gar nicht bewusst. Wir reden seit Anfang an offen über unsere Finanzen. Sie schenkte mir etwas, ich ihr, wir luden uns gegenseitig ein. Später wurde ich mehr und mehr Alleinverdiener, dadurch änderte sich eigentlich nur, auf wessen Konto das Geld liegt. Ausgeben, und viel wichtiger, Sparen tun wir gemeinsam. Wir spornen uns gegenseitig auch zum Sparen an, aber geben es dann auch gemeinsam aus. Kleinere Summen kann jeder jederzeit für sich gebrauchen, ohne schlechtes Gewissen. Meiner Frau sage ich immer: Ich erhalte zwar das Geld, aber verdienen tun wir es beide.
    • OlgaMiler 10.07.2020 18:33
      Highlight Highlight Einfach nur wunderschön. Und sehr ermutigend. Danke Kanüle
    • OlgaMiler 10.07.2020 18:34
      Highlight Highlight Bitte um Entschuldigung, ich glaube mein Auto-Korrekt hat grad "Kanüle" anstatt Kanuli abgeschickt. War keine Absicht.
    • Kanuli 10.07.2020 18:54
      Highlight Highlight War ein super Lacher, danke 😂
  • Hank Moody 09.07.2020 23:46
    Highlight Highlight Ich bin für das altmodische gemeinsame Konto. Beide zahlen alles ein und es wird alles davon bezahlt. Bei einer alfälligen Trennung wird je zu Hälfte geteilt, fertig.
  • Rethinking 09.07.2020 20:56
    Highlight Highlight Wir haben ein geneinsames Haushaltskonto. Jeder überweist per Dauerauftrag monatlich denselben Betrag. Damit werden Miete, Essen, Versicherung, Benzin, Haushaltsdinge, Ausflüge und Ferien bezahlt...

    Grössere Abschaffungen wie Auto, Sofa, Schrank, Bett werden ebenfalls halbe halbe bezahlt...

    Ausserdem leben wir einen Lebensstandard der unter dem liegt, was sich der weniger gut Verdienende leisten kann...

    So bezahlt jeder gleichviel und niemand über seinen Verhältnissen...
  • Rethinking 09.07.2020 20:49
    Highlight Highlight „Wenn einer sehr viel mehr verdient, kann z.B. eine prozentuale Aufteilung sinnvoll sein“

    Naja... Aus irgend einen Grund verdient einer der beiden ja wohl mehr...

    Unter der Voraussetzung, dass beide 100% arbeiten, beide im Haushalt gleich viel Arbeit übernehmen und man den Lebensstandard am tieferen Lohn ausrichtet, macht es Sinn halbe-halbe zu machen...

    Wer mehr verdienen will kann eine Weiterbildung machen...
    • Rethinking 10.07.2020 12:47
      Highlight Highlight Bei den Blitzern handelt es sich wohl um Personen die sich aktuell aushalten lassen...
    • Enisopf 10.07.2020 16:35
      Highlight Highlight Ich denke du hast den Zusammenhang bzgl. einer Lebensgemeinschaft, Beziehung, Ehe etc. nicht ganz verstanden. Da sollte es ganz egal sein wer mehr verdient. Der der mehr verdient, leistet einfach einen höher Beitrag für fixe Kosten, Ferien etc. Funktioniert recht gut solange beide die gleiche summe an „funny-money“ haben. Für irgendwas geht man ja Lebensgemeinschaften jeglicher Art ein? Sonst hätte meine Frau eine Einzimmerwohnung und ich ein Appartement mit blick auf den Zürisee. (Nur symbolisch)
  • Nathan der Weise 09.07.2020 17:02
    Highlight Highlight Kündigung am 66. Mai oder am St. Nimmerleinstag??
    Benutzer Bild
  • kerisma 09.07.2020 16:51
    Highlight Highlight Ich bin eindeutig für Transparenz in allen Geld- und Geldwertangelegenheiten. Bei Ausgaben, die mehrere Personen betreffen, die Anteile prozentual abwickeln, analog zu den Einkommensanteilen.
    • Satanarchist 09.07.2020 17:07
      Highlight Highlight Genau so machen wir es. Funktioniert einwandfrei und es gab wegen den Finanzen noch nie Streit oder Probleme.
    • OlgaMiler 09.07.2020 20:07
      Highlight Highlight 😊
    • Kanuli 10.07.2020 10:02
      Highlight Highlight Kerisma: Einkommensanteil auf Ausgaben? Also kostet die Hälfte Netflix für den einen mehr und für den anderen weniger? Dann müsste jemand ohne Verdienst in der WG kaum noch etwas zahlen? Einkommen netto oder brutto? Mit der Regel hätte ich wohl Mühe, aber gut kann es jeder handhaben wie er möchte.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Erklärbart. 09.07.2020 15:54
    Highlight Highlight "Jemand hat, ohne zu fragen, deine Sachen aus dem Kühlschrank leer gegessen und nicht ersetzt."

    Dann wohnt man definitiv mit den falschen Leuten zusammen. Da ist nicht Geld das Problem.
    • OlgaMiler 09.07.2020 16:29
      Highlight Highlight Echte Erfahrungen aus dem Leben. Aber die WG hatte dann nicht so lange gehalten😉
  • stadtzuercher 09.07.2020 15:34
    Highlight Highlight "Immer anbieten, die Kosten zu teilen."

    Auch im Restaurant, Mädels.

    (@Jungs, ihr seid immer noch tolle Hechte, auch wenn ihr mal das Essen nicht übernehmt.)
  • Rosskastanie 09.07.2020 15:17
    Highlight Highlight Ein vom Notar ausgearbeiteter Ehevertrag ist in der heutigen Zeiten wohl der einfachste Weg, um Ärger aus dem Weg zu gehen. Sämtliche Kosten und Einkünfte aufführen, allfällige Hausarbeiten (wenn kein Geld für eine Putzkraft) ebenso kalkulieren und gegeneinander aufrechnen. So ist auf Heller und Pfennig die Beziehung finanziell austariert und es gibt keine bösen Überraschungen. Wenn man die Beziehung wie ein Unternehmen (Aufwand+Ertrag, regelmässiger "Geschäftsbericht") führt und bei drohendem partnerschaftlichen und finanzieller Schieflage frühzeitig reagiert, gibts auch keinen Streit.
    • béast 09.07.2020 16:20
      Highlight Highlight das ist der versuch eines sarkastischen beitrages, richtig? eine liebesbeziehung ist nun mal wirklich keine geschäftspartnerschaft.

      aber wenn man schon in diese richtung tendiert, dann würde ich stark für einen umgekehrten transfer votieren: ein bisschen mehr gelebte beziehungskompetenz in unternehmenskulturen.
    • Rosskastanie 09.07.2020 17:20
      Highlight Highlight @béast Nein, ein gut gemeinter Ratschlag für heutige Lebensabschnittspartnerschaften. Damit kann man sich viel Ärger ersparen, wenns hart auf hart kommt. Beziehungskompetenz in Unternehmenskulturen, das kann ich nicht beurteilen. Auch hier; sauber geregelte Verträge (Überstunden, Benefits, etc.) ersetzen heutzutage das Vertrauen. Was nicht schriftlich ist, hat keinen Wert, so meine Erfahrungen. Geld gegen Arbeit, dank Neoliberalismus habe ich mir abgewöhnt, mich mit Firmen emotional zu verbandeln. Mit Gefühlen zahle ich keine Rechnungen.
    • kerisma 09.07.2020 17:38
      Highlight Highlight Auch wichtig: sensible Dinge regeln, so lange man (noch) keine Regelungen dafür benötigt und generell gut miteinander klarkommt.
  • Madison Pierce 09.07.2020 15:10
    Highlight Highlight Ein Haushaltskonto ist eine gute Idee. Meine Frau und ich haben eines und je eine Kreditkarte dazu. Darauf bezahlen wir genug ein, dass es reicht für Hypothek, Lebensmittel, Krankenkasse etc. plus noch ca. 1000 Fr./Monat dazu, damit man mal die Waschmaschine ersetzen kann oder so.

    Mit dem Rest kann jeder machen, was er will. So komme ich nicht in Versuchung, ihre Schuhkäufe zu kritisieren und komme im Gegenzug ungeschoren davon, wenn wieder mal ein neues Gerät in der Werkstatt steht. :)

    Unter Kollegen glaube ich, gleicht es sich mit der Zeit aus. Deshalb rechne ich da nichts ab.
    • OlgaMiler 09.07.2020 16:39
      Highlight Highlight Das Haushaltskonto ist wirklich hilfreich und einfach aufzusetzen. Mein Mann ist Informatiker, er kauft leidenschaftlich gerne technische Geräte:-)
    • Commander Salamander 09.07.2020 16:54
      Highlight Highlight Ich finde das gemeinsame Konto auch die beste Möglichkeit, verschiedene Bedürfnisse abzudecken, und jeder kann mit dem Rest anstellen, was er will. In meinen Augen soll weder Zuviel noch Zuwenig auf diesem gemeinsamen Konto sein.
    • MCN1988 09.07.2020 20:11
      Highlight Highlight Machen wir auch so und klappt sehr gut!
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