Wirtschaft
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Erinnerst du dich an den nigerianischen Spam-Prinzen? Existierte er doch?



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43 Millionen Dollar wurden in einem Appartement in Lagos, Nigeria, sichergestellt. Und das Internet unisono: «Den Spam-Prinzen hat es wirklich gegeben!» Bild: facebook/Economic and Financial Crimes Commission

Jeder von uns hatte ein solches Mail schon einmal im Spamfilter:

«Sehr geehrte/r Frau/Herr, Ihr entfernter Verwandte, der verstorbene nigerianische Prinz XY hat Sie zum Alleinerben auserkoren.»

«Sie sind hiermit Erbe eines Vermögens von mehreren Millionen US-Dollar. Herzlichen Glückwunsch.»

Nur noch ein klitzekleines Detail fehlt zum sagenhaften Reichtum:

«Um die Summe auf Ihr Konto zu überweisen, brauchen wir Ihre vollständige Anschrift und Ihre Bankangaben. Zusätzlich ist eine kleine Anzahlung von 1000 US-Dollar nötig, um den Aufwand unserer Rechtsabteilung zu vergüten.»

Niemand, der einigermassen bei Trost ist, kommt auf die Idee, dem angeblichen Rechtsvertreter des angeblich exorbitant reichen nigerianischen Prinzen zu antworten (einige machen es natürlich trotzdem; die sogenannte Nigeria Connection ist eine Milliardenindustrie – allein 2013 verloren Betrogene Geld im Wert von 12.7 Milliarden US-Dollar). 

Und dann setzte die nigerianische Kommission für Finanz- und Wirtschaftskriminalität (EFCC) letzte Woche folgenden Facebook-Post ab: 

In einem Appartement in einem Vorort der Millionenmetropole Lagos wurden dank des Tipps eines Informanten Geldbündel im Wert von 43,4 Millionen US-Dollar gefunden (und ein paar zerquetschte britische Pfund und nigerianische Naira). 

43,4 Millionen US-Dollar!

Klar, dass das Internet nur einen einzigen Witz als Reaktion auf die Nachricht vom Millionenfund kennt:

Hätte ich dem nigerianischen Prinzen doch besser mal geantwortet!!!

Der Anklagende

«Der Typ hat sicher Tausende Menschen angeschrieben, und sie um Hilfe gebeten bei der Geldtransaktion. Niemand wollte zahlen. Niemand wollte dem armen nigerianischen Prinzen helfen. #Sad!»

Der Reuige

«Ich glaube, ich hätte auf all diese Mails antworten sollen...»

Der Zu-spät-Gekommene

«Okay, okay, meine Kreditkarten-Nummer ist 4053 2311 3441 2211, bitte überweisen Sie die Gelder auf mein Bankkonto.»

Der Einfordernde

«Ich glaube, das ist mein Geld, ich habe dazu vor einigen Wochen ein seriös wirkendes Mail erhalten. Bitte um Kontaktaufnahme.»

Dass es sich um das Vermögen des ominösen nigerianischen Prinzen handelt, darf bezweifelt werden. Wahrscheinlicher ist, dass das Geld aus «illegalen Aktivitäten» stammt, wie die EFCC in der Mitteilung schreibt.

Dem Geldversteck auf die Spur kamen die nigerianischen Behörden, nachdem Anwohner mehrere Personen mit prall gefüllten Taschen im Appartement ein- und ausgehen sahen. 

Der Fund ist der jüngste in einer Reihe von ähnlichen Fällen: Erst vor zwei Wochen entdeckte die EFCC Geldbündel im Wert von mehr als 800'000 US Dollar auf einem Markt in Lagos. In einem Einkaufszentrum wurde in der gleichen Woche 1.5 Millionen US-Dollar Bargeld sichergestellt.

(wst)

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