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Die Geldpolitik der Nationalbank bleibt, wie sie ist

20.09.2018, 10:16

Schweizer Sparer müssen sich auch weiterhin auf tiefe Zinsen einstellen. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) verlangt von Banken unverändert 0.75 Prozent Negativzinsen für Sichteinlagen über einem bestimmten Freibetrag.

Das Zielband für den Dreimonats-Libor belassen die Währungshüter zwischen -1.25 und -0.25 Prozent, wie die SNB am Donnerstag mitteilte. Zudem will die Nationalbank weiterhin bei Bedarf im Devisenmarkt eingreifen.

Die Zinsen werden weiter tief bleiben.
Die Zinsen werden weiter tief bleiben.
Bild: SCHWEIZERISCHE NATIONALBANK SNB

Die SNB korrigiert darüber hinaus ihre Inflationsprognose leicht nach unten. Für das laufende Jahr erwartet sie unverändert eine Teuerung von 0.9 Prozent. Für 2019 erwartet sie eine Inflation 0.8 Prozent, im letzten Quartal ging sie noch von 0.9 Prozent aus. Und die Teuerungsprognose für 2020 wurde auf 1.2 von 1.6 Prozent gesenkt.

Ausserdem hebt die SNB ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr an, auf «+2.5 bis +3.0 Prozent» von «rund 2 Prozent». Sie befindet sich damit in guter Gesellschaft: Zuvor hatten schon diverse Prognostiker wegen des starken Wachstums der Schweizer Wirtschaft im ersten Halbjahr ihre Vorhersagen angehoben.

Franken noch immer hoch bewertet

Als Grund für die Beibehaltung des geldpolitischen Kurses nennt die SNB im Communiqué vom Donnerstag den hoch bewerteten Schweizer Franken. Dieser habe seit der letzten Lagebeurteilung im Juni spürbar aufgewertet, und die Lage am Devisenmarkt sei insgesamt fragil. Die aktuelle Geldpolitik sei daher unverändert notwendig.

Wie üblich äussert sich die SNB auch zum Hypothekar- und Immobilienmarkt. Dort blieben die Ungleichgewichte bestehen. Besonders im Segment der Wohnrenditeliegenschaften ortet die Nationalbank aufgrund der starken Preiszunahme in den vergangenen Jahren die Gefahr einer Preiskorrektur.

Kaum Bewegung nach Zinsentscheid

Experten hatten erwartet, dass die SNB an ihrem geldpolitischen Kurs festhält. Der Grund dafür ist bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zu suchen. Diese strafft ihre Geldpolitik trotz anziehender Konjunktur nur in Trippelschritten. Erste Zinserhöhungen erwarten die meisten Experten von der EZB nach dem Sommer 2019.

Da der Franken jedoch als sicherer Hafen gilt, sind Franken-Anlagen für Investoren attraktiv. Die SNB muss daher sicherstellen, dass Euro-Anlagen mehr Zins abwerfen, will sie eine Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro vermeiden. Deswegen wird sie die Zinsen wohl nicht vor der EZB erhöhen.

Nach dem Zinsentscheid vom Donnerstag wertete der Wechselkurs des Frankens zu Euro und Dollar nur geringfügig ab. (sda/awp)

Neue 200er-Banknote zeigt Materie

Video: srf
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