Wirtschaft
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Trotz billiger Medis: Krankenkassenprämien werden um vier Prozent steigen



Der Internetvergleichsdienst Comparis.ch rechnet 2019 mit vier Prozent höheren Prämien für die Grundversicherung der Krankenkassen. Gemäss seiner Prognose verpuffen die verordneten Senkungen von Medikamentenpreisen und Tarifen.

Diese Eingriffe scheitern an der Mengenausweitung der Leistungen, wie Comparis am Dienstag mitteilte. Zwar ergeben die Abrechnungsdaten der Krankenkassen für das erste Quartal 2018 einen Rückgang der Leistungen um 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das erweckt gemäss Comparis den Eindruck, die Kosten seien endlich gedämpft.

Frau Medikament Augentropfen

Nicht Preise und Tarife treiben die Kosten in der Grundversicherung in die Höhe treiben, sondern der Mehrverbrauch von Medikamenten und medizinischen Leistungen, meint Comparis. Bild: shutterstock.com

Das täusche aber. Die Ärzte und Spitäler nämlich seien wegen des bundesrätlichen Eingriffs in ihre Tarife mit den Abrechnungen im Rückstand. Sie hätten die neuen Tarife noch nicht im Griff, heisst es im Communiqué.

Das Strohfeuer sinkender Kosten dürfte in den drei weiteren Quartalen 2018 ersticken. Comparis befürchtet, dass die Tarifsenkungen längerfristig grösstenteils umgangen werden. Dabei verweist der Vergleichsdienst auf die erste bundesrätliche Tarifkorrektur 2014.

Damals hätten die Grundversicherungen durch Korrekturen der über 4000 Tarifpositionen 200 Millionen Franken sparen sollen. Die Korrektur erfolgte zulasten der Spezialärzte. Der Spareffekt blieb aber aus.

Spielraum im Tarifdschungel

Gemäss Comparis nutzten die Ärzte und Spitäler den «Spielraum im Tarifdschungel», um besser bezahlte Tarifpositionen auf die Rechnung zu setzen. Die schlechter entgoltenen Positionen hätten sie vermieden. Das dürfte auch bei der aktuellen Tarifkorrektur geschehen.

Auch bei Medikamenten lösen sich die Kostensenkungen in Luft auf. Der steigende Medikamentenkonsum und die neuen, teureren Medikamente machen dem Bundesamt für Gesundheit einen Strich durch die Rechnung. Das Amt hatte die Preise von 350 Medikamenten gesenkt und sah damit 2018 Einsparungen von 60 Millionen Franken vor.

Nicht Preise und Tarife würden die Kosten in der Grundversicherung in die Höhe treiben, sondern der Mehrverbrauch von Medikamenten und medizinischen Leistungen, schlussfolgert Comparis. (sda)

«Wer benutzt gern Zahnseide?»

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Video: watson/Emily Engkent

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17
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    Alle Leser-Kommentare
  • homo sapiens melior 21.06.2018 17:49
    Highlight Highlight Darüber solltet ihr mal etwas bringen:

    https://www.higgs.ch/aerzte-boni-beeinflussen-die-behandlung/11033/

    https://www.higgs.ch/warum-soll-es-im-spital-toller-sein-als-zu-hause/11041/

    Und so weiter und so fort.
    higgs.ch ist eine ganz tolle Plattform. Bitte im Auge behalten!
  • govolbeat 20.06.2018 20:09
    Highlight Highlight Es wundert mich nicht, dass die Gesundheitskosten stetig steigen. Meine Frau musste sich einer Beinoperation unterziehen. Da sie nur allgemein versichert ist, musste sie am gleichen Abend wieder nach Hause. Bei pivater Versicherung hätte sie eine bis zwei Nächte mit Vollservice (regelmässige Kontrolle am Bett) bleiben können. Für die gleiche Operation werden also zweierlei Mass angewendet. Soll mir keiner sagen, die Privatversicherung decke alle Kosten bei stationärer Behandlung. Da bezahlen wir ALLE mit und die Kosten steigen und steigen. Hier sollte mal der Hebel angesetzt werden.
  • homo sapiens melior 19.06.2018 12:35
    Highlight Highlight Wer weiter steigende Gesundheitskosten will wählt SVP, FDP und CVP.

    Lobbyisten (Lobbywatch) für KK, Spitäler, Pharma und Arztmedizin:
    SVP 39 / FDP 29 / CVP 28 / SP 16 / BDP 11

    Nimmt man die beiden Rechtsparteien SVP + BDP zusammen, so kommen die auf 50 Posten. Zählen wir noch die Banken- und Religionsparteien FDP und CVP dazu, so verdienen dort 107 Leute an unseren KK-Prämien mit.

    Wo es um Pflege oder eine Lobby für Patienten geht, sinkt das Interesse von SVP, FDP und CVP rapide. Dort gibt's halt nichts zu verdienen. Stattdessen herrscht dank ihrer Politik schon teilweise Ausnahmezustand.
  • Walter Sahli 19.06.2018 11:39
    Highlight Highlight Naja, wenn man Böcke (KK, Industrie, Ärzteschaft, Spitäler) zu Gärtnern macht und ihnen den Auftrag gibt, den Garten so zu organisieren, dass sie weniger Kräuter fressen, dann kann man nicht erwarten, dass da tatsächlich weniger Kräuter gefressen werden. Das Einzige, das die vier tun, ist, Schwarzpeter spielen und darüber verhandeln, wer wieviel kriegt. Und wenn der Bundesrat eingreift und ein bisschen was zusammenstreicht, werden sie hysterisch.
  • Hallo I bims. Ein AfterEightUmViertelVorAchtEsser 19.06.2018 11:31
    Highlight Highlight Solange BR Cassis für die Krankenkassen lobbyiert werden die Prämien steigen.
  • R4ZKO 19.06.2018 10:40
    Highlight Highlight ...bis keiner mehr zahlen kann...
    Hallo Kollaps!
  • G.Oreb 19.06.2018 10:39
    Highlight Highlight Gibt es in der Schweiz eigentlich eine Krankenkasse die Homöopathische „Medis“ nicht bezahlt? Oder ist das durch die Abstimmunwelche mal war den KK vorgeschrieben? Gibt es statistiken dazu ob die Krankenkassenprämien fallen würden wenn diese nicht mehr bezahlt würden?
  • dorfne 19.06.2018 10:09
    Highlight Highlight Es gibt viele Vorschläge zur Kostensenkung. Nix passiert. Im Gegenteil: jeder probiert noch abzusahnen bevor das System gegen die Wand gefahren ist. Dann erst ist der Weg frei für Radikallösungen, die heute nicht durchsetzbar sind. Dann werden die kranken Armen und Alten zum Sterben wieder in den Wald gehen, wies vor 150 Jahren gang und gäbe war.
  • Ass 19.06.2018 09:30
    Highlight Highlight Die Krankenkassen bereichern sich nur und schieben den anderen den Schwarzenpeter zu. Solange dies so bleibt werden auch die Kosten weiter steigen.
    • SBP 19.06.2018 11:32
      Highlight Highlight Die KKs sind sicher nicht die Hauptschuldigen. Insbesondere die Pharma und die Medizinaltech kassieren unverschämt ab!
    • Ass 19.06.2018 12:28
      Highlight Highlight Trotzdem kupfern die Krankenkassen ab (Managerlöhne, Werbung, Drittdaten weiterverkaufen). Zwar kleine Beträge, aber im Vergleich was sie dem normalen Kunden nicht zahlen sind es riesige Beträge
    • SBP 19.06.2018 13:46
      Highlight Highlight @Cerberus: Die Spitäler und die Ärzte sind sicher auch massgebliche Kostentreiber und der undurchsichtige Tarif- und Verrechnungsdschungel unterstützt natürlich die Trickserei und Verschleierung. Trotzdem mein Ansatz bleibt der selbe: Dort wo die grössten Profite anfallen, findest du auch die grössten Kostentreiber.
  • iss mal ein snickers... 19.06.2018 08:27
    Highlight Highlight Das Problem ist das wir das Tun der Ärzte als Patienten zu wenig hinterfragen; als ich mit Grippe zum Arzt ging wollte mir dieser Antibiotika und sonstige Medis verschreiben. Als ich mit ihm anfing zu diskutieren (Sorry aber Antibiotika ist bei einer Grippe nutzlos), da wurde er zuerst pampig und dann lies er die Medis weg. Ich musste halt für meinen Arbeitgeber ein Zeugnis haben, war nicht in ner Risikogruppe und habe die Grippe mit Hausmittelchen auskuriert.
    • Thanatos 19.06.2018 13:14
      Highlight Highlight Ich würde schnell den Arzt wechseln...
    • iss mal ein snickers... 19.06.2018 14:46
      Highlight Highlight ...war ein Ersatzarzt weil meiner leider an ner Fortbildung war.....
  • oXiVanisher 19.06.2018 07:30
    Highlight Highlight Ach, ich erinnere mich daran, wie bei der Abstimmung veraprochen wurde, dass die Prämien nicht mehr jedes Jahr steigen werden. Zusammen mit den Werbeanrufen die auch aufhören werden... Ich denke man kann mot gutem Gewissen sagen, dass schlicht und einfach gelogen wurde.
    Die Krankenkassen freutes, denn die verdienen gut an diesem sinnlosen System. 😑
  • Gsnosn. 19.06.2018 07:23
    Highlight Highlight ich frage mich wohin das noch führt wenn jedes Jahr die Prämie paar % steigt. Die Politik macht ja nichts weil die alle in den div. Verwaltungsräte sind und die Lobbysten im Bundeshaus sind gute macht.

Eine halbe Million Menschen in der Schweiz denken an Suizid

541'000 Menschen in der Schweiz haben in den letzten zwei Wochen an Suizid gedacht. 200'000 haben schon einen Versuch gemacht, 33'000 in den letzten 12 Monaten. Seit 2012 stieg der Anteil an Menschen mit Suizidgedanken von 6.4 auf 7.8 Prozent.

Und die Dunkelziffer dürfte aus zwei Gründen hoch sein: Erstens basiert die Statistik des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) auf Daten der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (SGB 2017), und bei Befragungen werden Auskünfte oft aus Scham …

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