Wirtschaft
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«Historisch, überragend»: Schweizer räumen an Berufs-WM zwanzig Medaillen ab



Die Schweizer Delegation hat an den diesjährigen Berufsweltmeisterschaften in Abu Dhabi so gut abgeschlossen wie nie zuvor. Das Nationalteam gewann gleich zwanzig Medaillen, davon elf goldene.

Damit belegten die Schweizer in der Nationenwertung hinter China den zweiten Platz, wie die SwissSkills-Nationalmannschaft am Donnerstagabend der Nachrichtenagentur sda mitteilte. Der Erfolg wurde als «historisch, überragend und überraschend» bezeichnet.

HANDOUT - Alle Schweizer Gold-Medaillengewinner am 5. Wettkampftag an den Worldskills 2017 in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate, am Donnerstag, 19. Oktober 2017. (HANDOUT SwissSkills/Michael Zanghellini) *** NO SALES, DARF NUR MIT VOLLSTAENDIGER QUELLENANGABE VERWENDET WERDEN ***

Die 11 Goldmedaillen-Gewinner der Schweizer Delegation Bild: SWISSSKILLS

Die Konkurrenzsituation an den sogenannten WorldSkills habe sich im vergangenen Jahrzehnt laufend verschärft. «Immer mehr Nationen, insbesondere aus Asien und auch aus Südamerika, bereiten ihre jungen Berufsleute über mehrere Jahre sehr spezifisch auf die Anforderungen vor.»

Die Mitglieder des Schweizer Teams hingegen hätten alle eine normale Berufslehre absolviert und sich erst in den vergangenen Monaten – grösstenteils in der Freizeit – auf den Event eingestellt. Dass die jungen Schweizer Teilnehmer zu den Besten gehören, sei deshalb nicht erwartet worden.

HANDOUT - Die Schweizer Baeckerin Ramona Bolliger am 1. Wettkampftag der Worldskills 2017 in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate, am Sonntag, 15. Oktober 2017. (HANDOUT SwissSkills/Michael Zanghellini) *** NO SALES, DARF NUR MIT VOLLSTAENDIGER QUELLENANGABE VERWENDET WERDEN ***

Ramona Bolliger aus dem aargauischen Gontenschwil schnappt sich die Goldmedaille bei den Bäcker-Konditoren.   Bild: SWISSSKILLS

Neuer Modus hat geholfen

Sie sei unglaublich stolz auf das ganze Team, liess sich Delegationsleiterin Christine Davatz in der Mitteilung zitieren. «Wir haben hier beste Werbung für unser Bildungssystem, aber auch ganz generell für die Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Schweiz gemacht.»

Wahrscheinlich habe sich für die Schweiz auch ausbezahlt, dass in vielen Berufen die Aufgabenstellungen im Vergleich zu den letzten WorldSkills-Austragungen erst sehr kurzfristig bekanntgegeben worden seien. «Es bevorteilt jene, die dank eines entsprechenden Bildungssystems ein breites Wissen und Können in ihrem Beruf erlernt haben.»

Rekord knapp geknackt

Mit elf Goldmedaillen hat das Schweizer Team den bisherigen Bestwert aus dem Jahr 2003 – den Heim-WorldSkills in St. Gallen – um einen Titel verbessert. Nur die Chinesen überflügelten die Schweizer mit 15 Goldmedaillen.

Insgesamt waren 38 junge Schweizerinnen und Schweizer an die Berufsweltmeisterschaften in Abu Dhabi gereist. Sie massen sich in den vergangenen Tagen mit rund 1300 Teilnehmern aus 58 Ländern. Zu Beginn des Wettkampfs besuchte Nationalratspräsident Jürg Stahl die Delegation.

Erwartet wurden an den Berufsweltmeisterschaften rund 100'000 Besucherinnen und Besucher. 2018 sollen in Bern zum zweiten Mal die Schweizer Berufsmeisterschaften zentral stattfinden. (sda)

Die Schweizer Medaillengewinner an der Berufs-WM 2017

Die Liste der Schweizer Medaillengewinner an den diesjährigen Berufsweltmeisterschaften (WorldSkills) in Abu Dhabi ist lang. Insgesamt zwanzig Mal Edelmetall räumte die Delegation ab.

Gold
Cédric Achermann, Altbüron LU, und Fabien Gyger, Spiez BE (Automatiker);
Manuel Allenspach, Gossau SG (IT/Software-Lösungen);
Marcel Wyss, Grindelwald BE (Sanitär und Heizungsinstallateur);
Emil von Wattenwyl, Kehrsatz BE (Webdesign und Development);
Beat Schranz*, Adelboden BE (Elektroinstallateur);
Simon Furrer, Gunzwil LU (Anlagenelektriker);
Sven Bürki, Lanzenneunforn TG (Möbelschreiner);
Tatjana Caviezel, Uetliburg SG (Restaurant-Service);
Irina Tuor, Breil/Brigels GR (Fachfrau Gesundheit);
Ramona Bolliger, Gontenschwil AG (Bäckerin-Konditorin-Confiseurin);
Adrian Krähenbühl, Niederösch BE (Bau- und Landmaschinenmechaniker).

Silber
Marco Michel, Kerns OW (Polymechaniker/Automation);
Heiko Zumbrunn, Wittinsburg BL (Carossier Spenglerei);
Jannic Schären, Gerzensee BE (Elektroniker);
Sandra Lüthi, Burgdorf BE (Dekorationsmalerin);
Florian Nock, Turbenthal ZH (Zimmermann);
Benjamin Räber, Herlisberg LU, und Nils Bucher, Sarnen OW (Landschaftsgärtner).

Bronze
Janine Bigler, Lenzburg AG (Drucktechnologin);
Fabio Holenstein, Bazenheid SG (Bauschreiner);
Maurus von Holzen, Dallenwil NW (Carrossier Lackiererei).

Auch eine Art von erfolgreich: «Der Bachelor» is back!

Video: watson/Lya Saxer

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    Alle Leser-Kommentare
  • Alnothur 20.10.2017 14:13
    Highlight Highlight Nach welcher Wertung seid ihr vorgegangen? Auf der Webseite ist unter "total medal points" die Schweiz nach Korea an dritter Stelle.
  • Lusch 20.10.2017 12:39
    Highlight Highlight Was für ein Erfolg, herzliche Gratulation an alle TeilnehmerInnen. Ein wirklich gutes Zeichen für unsere Berufsausbildungen!
  • manhunt 20.10.2017 11:12
    Highlight Highlight herzliche gratulation!! ein starkes zeichen dafür, dass der duale bildungsweg der berufslehre ein erfolgsmodell ist. und schön zu sehen, das sich trotz teilweise nicht immer einfacher arbeitsumstände, junge menschen für eine handwekliche laufbahn begeistern können.
  • barbablabla 20.10.2017 10:37
    Highlight Highlight Gratulation allen Gewinnern. Da zeigt sich das Altbewährtes immer noch verhebt. Liebe Eltern die nur das Gymi für ihre Kinder vor Augen haben denkt mal drüber nach. Ein riesen Bravo an alle Lehrmeister die ihre "Schützlinge" Jahr für Jahr unterstützen und an sie glauben.
  • opwulf 20.10.2017 10:09
    Highlight Highlight Gratulation! Ein Hoch auf das Schweizer Bildungswesen &
    die Lehrerschaft (Dual & Akademisch)! Wir jammern zwar sehr gerne, aber dies schon auf sehr hohem Niveau! Schauen wir einfach dazu, das dies auch in Zukunft so bleibt!
  • Capslock 20.10.2017 10:02
    Highlight Highlight Es zeigt sich einmal mehr, dass das Handwerk einen goldenen Boden hat und das Ausbildungssystem, welches bei uns angewendet wird, wohl eines der Besten ist, was weltweit zur Verfügung steht. Viele jugendliche, welche vor einer Berufsausbildung stehen, entscheiden sich für einen kaufmännischen Beruf, vielleicht auch deshalb, weil man dabei keine schmutzigen Hände kriegt. Kann ja sein, muss aber nicht. Allerdings verpassen sie dabei die Möglichkeit, sich in einem lukrativen Beruf auszeichnen und Lorbeeren ernten zu können.
  • Wehrli 20.10.2017 09:36
    Highlight Highlight Und genau darum läuft der Hase in der Schweiz, die Berufsbildung ist das Rückgrat unserer Wirtschaft.
  • urwald 20.10.2017 09:23
    Highlight Highlight Sackstarch!

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