Wirtschaft
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Winterthurer Immobilienfirma ersteigert marode Erb-Villa für 2.9 Millionen Franken



Villa Wolfensberg der Familie Erb in Winterthur am Donnerstag, 20. Februar 2020. Heute kommt eines der letzten Objekte aus der Konkursmasse der Unternehmerfamilie Erb unter den Hammer: Die Villa Wolfensberg hoch ueber Winterthur ZH. Es ist das Haus des Auto-Unternehmers Hugo Erb (1918Ð2003). (KEYSTONE/Walter Bieri)

Bild: KEYSTONE

Die Villa Wolfensberg des ehemaligen Erb-Patrons Hugo Erb in Winterthur ist verkauft: Die Immobilienfirma L+B hat das Gebäude am Donnerstag für 2.9 Millionen Franken ersteigert.

Die Immobilienfirma Leemann und Bretscher (L+B) mit Sitz in Winterthur baute in der Region schon zahlreiche Grossüberbauungen. Was L+B-Chef Robert Hofer mit seiner neuen Villa hoch über Winterthur vorhat, ist noch offen. Ein Abriss sei nicht sicher, sagte er gleich im Anschluss an die Versteigerung.

Er wisse selber nicht, was er nun damit machen wolle. Seine Frau habe ihm gesagt, er solle den Mist bloss nicht kaufen. «Aber mir geht es darum, dass die Villa in Winterthurer Händen bleibt.»

Drei Jahre im Internet ausgeschrieben

Drei Jahre lang war die Villa im Internet zum Verkauf angeboten - und wurde zum Ladenhüter. Niemand wollte das Haus, in dem die Auto-Importeuren-Familie Erb lebte. Patron Hugo Erb starb 2003, seither steht das Anwesen aus dem Jahr 1937 leer und verlottert.

Bei der Versteigerung war das Interesse dann aber plötzlich gross. Der Verkaufspreis von 2.9 Millionen liegt deutlich über dem Schätzpreis von 2.2 Millionen Franken.

Haldengut-Spross kauft Waldstück

In Winterthurer Händen bleibt auch ein Waldstück gleich hinter der Villa. Dieses holte sich für 72'000 Franken ein Spross der Bier-Dynastie Haldengut. Sein Grossonkel hatte die Villa einst gebaut. Das Anwesen «zurückzuholen» kam für den Haldengut-Spross am Donnerstag aber nicht in Frage. Er begnügte sich mit dem Wald.

Villa Wolfensberg der Familie Erb in Winterthur am Donnerstag, 20. Februar 2020. Heute kommt eines der letzten Objekte aus der Konkursmasse der Unternehmerfamilie Erb unter den Hammer: Die Villa Wolfensberg hoch ueber Winterthur ZH. Es ist das Haus des Auto-Unternehmers Hugo Erb (1918Ð2003). (KEYSTONE/Walter Bieri)

Bild: KEYSTONE

Die Stadt Winterthur kam bei der Versteigerung ebenfalls zum Zug. Sie sicherte sich für 8000 Franken 25 Aren Landwirtschaftsland, die direkt neben der Villa liegen.

Das Interesse an der öffentlichen Versteigerung war gross. Rund 200 Personen kamen an den Anlass, wobei aber längst nicht alle mitboten. Die grosse Mehrheit waren Zuschauer, welche die zweitgrösste Wirtschaftspleite der Schweiz seit Jahren mitverfolgen.

Das Verfahren um den Erb-Konkurs läuft seit rund 15 Jahren. Die Firmengruppe hatte bei ihrer Pleite einen Schuldenberg von über sechs Milliarden Franken hinterlassen. Zu den Gläubigern gehören vor allem Banken, aber auch Private und wegen Steuerschulden auch der Kanton Zürich.

Villa Wolfensberg der Familie Erb in Winterthur am Donnerstag, 20. Februar 2020. Heute kommt eines der letzten Objekte aus der Konkursmasse der Unternehmerfamilie Erb unter den Hammer: Die Villa Wolfensberg hoch ueber Winterthur ZH. Es ist das Haus des Auto-Unternehmers Hugo Erb (1918Ð2003). (KEYSTONE/Walter Bieri)

Bild: KEYSTONE

Im März 2019 konnte das Thurgauer Konkursamt bereits Schloss Eugensberg in Salenstein samt Umschwung an den Innerschweizer IT-Unternehmer Christian Schmid verkaufen. Der Mindestpreis lag bei 35 Millionen Franken, der genaue Verkaufserlös wurde nicht bekannt gegeben. (aeg/sda)

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Offen gesagt

«Lieber Herr Berset – hoffentlich reicht das ...»

Der Bundesrat ergreift in Sachen Corona-Bekämpfung ein drastisches Massnahmen-Paket. Die letzte Konsequenz in Sachen Social Distancing überlässt er aber weiterhin den Kantonen und der Bevölkerung.

Lieber Herr Berset

Es heisst ja, dass Magistraten ein eher angenehmes Leben haben. Zwar ist der Kalender übervoll, aber hauptsächlich belegt mit Repräsentationsaufgaben, während die eigentliche Arbeit andere machen.

Und dann gibt es diese Phasen, in denen das hohe Gehalt verdient werden muss. Diese Krisenlagen, in denen man als Dossierverantwortlicher unverschuldet unter hohem Druck unpopuläre Entscheidungen treffen und bei Fehlentscheidungen im schlimmsten Fall die Karriere beenden muss.

Nun …

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