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Pres d'une centaine agriculteurs au volant de leurs tracteurs ont manifeste en bloquant les entrees de l'entreprise ELSA, ce lundi 21septembre 2009 a Estavayer le Lac (Fribourg). Une centaine de producteurs de lait ont bloque lundi matin les entrees de l'entreprise ELSA basee a Estavayer-le-Lac (FR), l'un des grands acheteurs de lait appartenant a Migros. Les paysans, venus pour la plupart de la region, repondaient a l'appel du syndicat Uniterre.. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Viele machten die Migros dafür verantwortlich, dass der Milchpreis nicht erhöht wurde. Die Kritik gipfelte in einem Boykott-Aufruf gegen Migros-Läden, der per SMS unter Bauern verbreitet wurde. Nun zieht die Migros Konsequenzen – sie sei zu Unrecht an den Pranger gestellt worden.  Bild: KEYSTONE

Jetzt reichts! – Migros tritt aus der Branchenorganisation Milch aus



Der Streit um den Milchpreis hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Die Migros steigt Ende des Jahres aus der Branchenorganisation Milch aus. Als Grund nennt sie illoyales Verhalten einzelner BOM-Mitglieder. Für Lieferanten und Konsumenten soll sich nichts ändern.

Die Branchenorganisation Milch (BOM) ist dafür zuständig, quartalsweise den Richtpreis für Milch festzulegen. Am 24. Mai setzte sie den Preis der A-Milch, also der hochwertigsten Milch, die im geschützten Schweizer Markt abgesetzt wird, auf 65 Rappen pro Kilo fest. Die Milchbauern drängten auf eine Erhöhung, konnten sich gegen Handel und Verarbeiter aber nicht durchsetzen.

ARCHIV - ZUM LEICHTEN WIRTSCHAFTSWACHSTUM VON 0.3 PROZENT (BIP) STELLEN WIR IHNEN DIESES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Die Migros-Filiale in Kloten, aufgenommen am 7. Februar 2017. (KEYSTONE/Petra Orosz)

Per Ende 2017 tritt die Migros aus der Branchenorganisation aus.  Bild: KEYSTONE

Während Coop kurz darauf ankündigte, künftig 3 Rappen pro Kilo mehr zu zahlen, geriet der orange Riese in Bauernkreisen in die Kritik. Viele machten die Migros dafür verantwortlich, dass der Milchpreis nicht erhöht wurde. Die Kritik gipfelte in einem Boykott-Aufruf gegen Migros-Läden, der per SMS unter Bauern verbreitet wurde.

Nun hat die Migros genug: Per Ende 2017 tritt sie aus der Branchenorganisation aus. Sie habe feststellen müssen, dass ihre loyale Haltung von anderen Mitgliedern nicht mitgetragen werde, teilte die Detailhändlerin am Freitag mit.

Profilierungsversuche und Ränkespiele

In einem Informationsschreiben an die Mitarbeitenden wird Stefan Gygli, Leiter Milchprodukte/Eier, noch konkreter. Einige Mitglieder der BOM hätten sich nicht mehr an die Spielregeln gehalten, etwa indem sie interne Informationen den Medien zugetragen hätten.

«Die Migros wurde zu Unrecht an den Pranger gestellt.»

Stefan Gygli, Leiter Milchprodukte/Eier

Profilierungsversuche und Ränkespiele überlasse man lieber anderen. «Wir möchten unsere Energie künftig lieber direkt für die Bauern und die Konsumenten einsetzen», schreibt Gygli.

Die Kritik sei ohnehin unbegründet gewesen. «Die Migros wurde zu Unrecht an den Pranger gestellt.» Sie bezahle einen höheren Milchpreis als der Durchschnitt der Branche und halte sich als einziger der grossen Abnehmer an den A-Milch-Richtpreis der BOM. Die Querelen um den Milchpreis, das Verhalten einzelner BOM-Mitglieder und die Darstellung in den Medien hätten «den Entschluss zum Austritt reifen lassen».

Die Migros werde auch künftig den Lieferanten mehr bezahlen als es die Branche im Durchschnitt tue, verspricht Gygli in der Information weiter. Für die Lieferanten ändere sich nichts, auch wenn sich die Migros nun nicht mehr am BOM-Richtpreis orientiere. Auch für die Konsumentinnen und Konsumenten soll sich nichts ändern: Der Ladenpreis für Milch bleibe unverändert.

The cashier hands over the receipt to the customer, pictured on March 5, 2013, at the Migros branch in Baden, Switzerland. Migros is Switzerland's the largest retail company. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Die Kassierin haendigt dem Kunden die Kaufquittung aus, aufgenommen am 5. Maerz 2013 in der Migros-Filiale in Baden. (KEYSTONE/Gaetan Bally))

Für Lieferanten und Konsumenten soll sich nichts ändern, sagt die Migros.  Bild: KEYSTONE

BOM-Präsident bedauert Austritt sehr

Peter Hegglin, der Präsident der BOM, bedauert den Austritt der Migros aus der Branchenorganisation «ausserordentlich», wie er auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. «Die Migros hat für die Branche eine grosse Bedeutung, sowohl als Verarbeiterin als auch im Handel», sagte er. Es sei wichtig, dass in einer Branchenorganisation alle grossen Teilnehmer eingebunden seien und mitdiskutierten.

Zu den Vorwürfen der Migros sagte der Präsident: «Die ungerechtfertigten Anschuldigungen nach dem Vorstandsentscheid gegen einzelne Mitglieder sind unfair gewesen.» Diese Haltung habe der Verband bereits im Mai kommuniziert. Inwiefern es zu Verstössen gegen die Spielregeln gekommen sei, könne er nicht sagen. Er werde auf jeden Fall das Gespräch mit Migros suchen: «Ich hoffe, dass ich sie vom Rücktritt abbringen kann.» (sda)

Das Leben von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler

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