Wirtschaft
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Hulk Hogan attends the NBCUniversal Cable Entertainment 2015 Upfront at The Jacob Javits Center on Thursday, May 14, 2015, in New York. (Photo by Evan Agostini/Invision/AP)

Wirft sich in Postur: Der Wrestler Hulk Hogan.
Bild: Evan Agostini/Invision/AP/Invision

Sex, 140 Millionen Dollar und Hulk Hogan: Die Rache eines Silicon-Valley-Milliardärs am Onlineportal Gawker

Der Wrestler Hulk Hogan erhielt 140 Millionen Dollar Genugtuung vom Onlineportal Gawker. Finanziert hat das Ganze der exzentrischste Vertreter der IT-Szene.



Das Urteil sorgte weltweit für Schlagzeilen: 140 Millionen Dollar Schadenersatz musste Gawker Hulk Hogan, bürgerlich Terry Gene Bollea, bezahlen. Das Onlineportal hatte ein Video veröffentlicht, das den bekanntesten Wrestler beim ausserehelichen Sex zeigt.

Peter Thiel, partner of Founders Fund, speaks during the panel discussion

Reich, schwul und exzentrisch: Peter Thiel.
Bild: FRED PROUSER/REUTERS

Nun hat die «New York Times» enthüllt, wer den Prozess finanziert hat. Es handelt sich um Peter Thiel. Der Vordenker und Milliardär hat dabei eine längst fällige Rechnung beglichen. Gawker hatte 2007 Thiel gegen seinen Willen als Schwulen geoutet. Seither führt Thiel einen heimlichen Krieg gegen Gawker.

«Es geht mir nicht um Rache. Es geht mir um Abschreckung. Gawker hat vielen Menschen unglaublich viel Leid zugefügt, indem es Dinge veröffentlicht hat, die in keiner Weise von öffentlichem Interesse sind.»

Peter Thiel

Peter Thiel ist gleichzeitig ein äusserst erfolgreicher Unternehmer und ein Exzentriker. Er ist Mitbegründer von PayPal und ein früher Förderer und Aktionär von Facebook. Zudem ist er ein bedeutender Philanthrop und hat unter anderem eine Stiftung gegründet, die Studenten dafür belohnt, dass sie ihr Studium abbrechen und eine eigene Firma gründen. Ebenso unterstützt er die Anti-Aging-Forschung und die Singularity-Universität.  

Fan der Schriftstellerin Ayn Rand

Auch privat lässt sich Thiel in keine Schablone pressen. Er ist in Deutschland, Namibia und Kalifornien aufgewachsen, ist nicht nur homosexuell, sondern auch tief gläubig und libertär. Der bekennende Fan der Schriftstellerin Ayn Rand hat lange die Präsidentschaftskandidatur des libertären Politikers Ron Paul unterstützt. Vor vier Jahren hat er Mitt Romney im Silicon Valley salonfähig gemacht. Nun hat er sich auf die Seite von Donald Trump geschlagen.  

Republican presidential candidate Donald Trump applauds after singing the National Anthem during a rally at the Anaheim Convention Center, Wednesday, May 25, 2016, in Anaheim, Calif. (AP Photo/Jae C. Hong)

Wird ebenfalls von Thiel unterstützt: Donald Trump.
Bild: Jae C. Hong/AP/KEYSTONE

Thiels Unterstützung von Hogan mag persönlich verständlich sein. Sie wirft jedoch auch Fragen der grundsätzlichen Natur auf. Können sich bald nur noch Superreiche Gerechtigkeit kaufen? Hogan ist selbst Millionär, doch seine finanziellen Mittel hätten nicht ausgereicht, um den Prozess zu finanzieren. «Ich kann mich verteidigen», so Thiel. «Aber die meisten Menschen sind nicht in meiner Kategorie. Sie können sich nicht verteidigen, wenn sie angegriffen werden.»  

«Nur weil Peter Thiel ein Silicon-Valley-Milliardär ist, bedeutet das nicht, dass seine Meinung wichtiger ist als diejenige von Millionen unserer Leser.»

Nick Denton, Gawker-Gründer

Verwirrend ist zudem, dass Thiel auch eine Stiftung unterstützt, die Journalisten vor Klagen beschützen soll. Sein Vorgehen wird daher kontrovers beurteilt. «Mir macht dieser Vorgang Angst», sagt etwa Roy D. Simon, Ethikprofessor an der Hofstra University. «Ich gehe davon aus, dass Rache das Motiv war.»

Gawker ist Boulevard der üblen Sorte

Das ist Wasser auf die Mühle von Nick Denton, dem Gründer von Gawker. Er erklärt: «Nur weil Peter Thiel ein Silicon-Valley-Milliardär ist, bedeutet das nicht, dass seine Meinung wichtiger ist als diejenige von Millionen unserer Leser, die zu uns halten wegen unseren Enthüllungen zu Hillary Clintons geheimem privaten Email-Konto oder Bill Cosbys Umgang mit Frauen und zur Rolle von Tom Cruise bei den Scientologen.»  

Gawker gilt in der Medienszene als eine Boulevard-Plattform der übleren Sorte. Wird das 140-Millionen-Dollar-Urteil bestätigt, dann würde das wohl das Ende des Portals bedeuten. Peter Thiel würde das begrüssen. Er bezeichnet seinen Rachefeldzug gegen Gawker als «eines meiner wichtigsten philanthropischen Dinge, die ich getan habe.»

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