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Robert Mueller hat Interesse am «Golden-Shower-Dossier»

Der britische Meisterspion Christopher Steele vor dem Gebäude des russischen Geheimdienstes in Moskau. 
Der britische Meisterspion Christopher Steele vor dem Gebäude des russischen Geheimdienstes in Moskau. bildmontage: vanity fair.

Robert Mueller hat Interesse am «Golden-Shower»-Dossier 

Das Team des Sonderermittlers hat sich mit Christopher Steel getroffen. Es zeigt sich, dass viele Aussagen des berühmt-berüchtigten Dossiers des britischen Meisterspions zutreffen.
06.10.2017, 12:3507.10.2017, 13:15

Als die Onlineplattform «Buzzfeed» im Januar ein bisher unbekanntes Dossier veröffentlichte, löste sie damit einen Skandal aus. Kein Wunder: Unter anderem war darin von abartigen Sexpraktiken zwischen russischen Prostituierten und Donald Trump die Rede, die angeblich vom russischen Geheimdienst gefilmt worden waren. Trump dementierte heftig, sprach von «fake news» und «vollständiger Täuschung».  

Diese drei zentralen Thesen sind bestätigt worden

Wie auch immer: Die «Golden Shower» sind nur ein Seitenaspekt des Dossiers. Viel bedeutsamer sind die Teile, welche die Zusammenarbeit des Trump-Teams mit den Russen beleuchten. Was darüber im Dossier steht, ist inzwischen teilweise bestätigt worden:

  • Im Dossier wird zum ersten Mal festgehalten, dass der russische Geheimdienst hinter den Hackerangriffen auf Hillary Clinton stand. Das haben inzwischen CIA und FBI mehrmals bekräftigt.
  • Im Dossier steht auch, dass Trump auch in Moskau und St.Petersburg Trump Towers errichten wollte. Der Präsident hat dies vehement bestritten. Inzwischen hat die «New York Times» bewiesen, dass dies tatsächlich der Fall war, und dass auch Putin darin hätte involviert werden sollen. Dmitri Peskow, ein enger Vertrauter des russischen Präsidenten, hat dies ebenfalls indirekt bestätigt.
  • Schliesslich war schon im Dossier zu lesen, dass die Russen dem Trump-Team Schmutz über Hillary Clinton zur Verfügung stellen wollten. Seit die Details des legendären Treffens zwischen Donald Trump Jr. und der russischen Anwältin Natialia Veselnitskaya im Trump Tower im Juni 2016 bekannt sind, weiss man, dass auch das stimmt.

Christopher Steele ist nicht irgendwer. Er war Offizier im britischen Geheimdienst MI6 und geniesst in der Spionen-Szene einen ausgezeichneten Ruf. Den Auftrag, ein Dossier über Trump zu erstellen, haben ihm ursprünglich Trump-Gegner aus den Reihen der Republikaner erteilt. Als Trump als Präsidentschaftskandidat feststand, haben die Demokraten es übernommen.  

FILE - In this June 13, 2013 file photo, FBI Director Robert Mueller listens as he testifies on Capitol Hill in Washington, as the House Judiciary Committee held an oversight hearing on the FBI. Speci ...
Zeigt Interesse für die Informationen von Christopher Steele: Sonderermittler Robert Mueller. Bild: AP/AP

Die Republikaner setzen alles daran, Steele und das Dossier zu verunglimpfen. Chuck Grassley, der Vorsitzende des Justizausschusses im Senat, versucht krampfhaft, es gar zu kriminalisieren.

Sonderermittler Robert Mueller hingegen tickt anders. Gemäss Angaben der Nachrichtenagentur Reuters und des TV-Senders CNN haben sich Vertreter seines Teams mit Steele getroffen, um zu erfahren, wie er zu seinen Informationen gekommen ist.

Die beiden Quellen legen auch dar, dass das FBI das Steele-Dossier nicht erwähnte, als es den Präsidenten briefte. Man wollte offenbar ganz bewusst verhindern, dass das Trump-Team wusste, aus welchen Quellen die Informationen stammen.  

Legt den Finger auf den wunden Punkt: Rachel Maddows.Video: YouTube/huntr315mx

Auch im Senat befasst sich ein Ausschuss mit einer möglichen Zusammenarbeit des Trump-Teams und den Russen. Die beiden Vorsitzenden Richard Burr und Mark Warner haben gestern jedoch erklärt, es sei ihnen nicht gelungen, ein Treffen mit Steele zu vereinbaren.

Das ist sonderbar. Wie Rachel Maddow in ihrer gleichnamigen – im Übrigen exzellenten – Show auf MSNBC enthüllt, ist der britische Spion jederzeit dazu bereit. Es sei happy, Burr und Warner zu treffen, liess er über einen Mittelmann ausrichten, er warte nur auf einen Termin.

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