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Lise Meitner

Die Physikerin Lise Meitner war an der folgenreichen Entdeckung der Kernspaltung beteiligt. Sie erhielt nie einen Nobelpreis.  Bild: Max-Planck-Gesellschaft

Kennst du diese 7 Forscher, die im Schatten eines anderen standen?



Die Welt ist ungerecht. Das gilt auch für die Welt der Wissenschaft – viele Forscher, die bahnbrechende Entdeckungen machten oder wichtige Vorarbeiten dazu leisteten, mussten zusehen, wie der Ruhm anderen zuteil wurde. Sieben Beispiele: 

Lise Meitner

«Mutter der Atombombe», «deutsche Marie Curie» – diese Bezeichnungen verraten schon, dass Lise Meitner ein wissenschaftliches Schwergewicht war. Die Physikerin österreichischer Herkunft hätte für ihren Anteil an der Entdeckung der Kernspaltung mit Sicherheit den Nobelpreis verdient. Doch diese Anerkennung blieb ihr versagt – während ihr Kollege Otto Hahn 1945 mit dem Preis geehrt wurde.  

Lise Meitner und Otto Hahn im Labor, KWI für Chemie, Berlin, 1913

Lise Meitner und Otto Hahn 1913 im Labor.   Bild: Wikimedia

Dies lag wohl daran, dass Meitner, die Jüdin war, 1938 überstürzt aus Berlin flüchten musste – ohne Pass und nur mit leichtem Handgepäck. In Schweden, wo sie Zuflucht fand, standen ihr weder Mitarbeiter noch Mittel für ihre Forschung zur Verfügung. Hahn, der ihr bei der Flucht geholfen hatte, hielt sie derweil brieflich über seine Experimente auf dem Laufenden. Ende 1938 berichtete er ihr von einem Vorgang, den er mit seinem Assistenten Fritz Strassmann beobachtet hatte: 

«Wäre es möglich, dass das Uran 239 zerplatzt in ein Ba und ein Ma? Es würde mich natürlich sehr interessieren, Dein Urteil zu hören. Eventuell könntest du etwas ausrechnen und publizieren.»

Meitner konnte. Sie erkannte, dass Hahn den Urankern tatsächlich gespalten hatte. Mit ihrem Neffen, dem Kernphysiker Otto Robert Frisch, lieferte sie die physikalische Erklärung für Hahns Entdeckung – und erkannte zugleich, dass diese Kernspaltung ungeheure Energien freisetzte. 

HANDOUT - Das undatierte Handout-Foto des deutschen Museums München zeigt einen Versuchsaufbau, mit dem Otto Hahn, Lise Meitner und Fritz Straßmann 1938 die Kernspaltung entdeckten (Rekonstruktion mit Originalteilen). Sie wollten künstliche Elemente schaffen, entdeckten dabei aber die Kernspaltung: Hahn, Straßmann und Meitner haben vor 75 Jahren den Grundstein für die Nutzung der Atomenergie gelegt. Foto: Deutsches Museum München/dpa (zu dpa

Rekonstruktion mit Originalteilen: Der Versuchsaufbau, mit dem die Kernspaltung entdeckt wurde. Bild: APA Deutsches Museum München

Dennoch ging sie bei der Verleihung des Nobelpreises leer aus. Es mag sie getroffen haben, dass Hahn danach nie auf ihren Anteil am Erfolg hinwies – obwohl er sich sonst immer als loyaler Freund verhalten hatte. 

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«Lise Meitner – Die Mutter der Atombombe». Video: YouTube/L1f3styleRG28

Niels Bohr

Er war sozusagen Albert Einsteins intellektueller Sparringpartner. Aber anders als Einstein, dessen Name zum Synonym des genialen Wissenschaftlers wurde, ist Niels Bohr heute eher wenig bekannt. Dabei wurde der dänische Physiker 1922 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet; sein Atommodell, wiewohl heute überholt, war ein Meilenstein in der Geschichte der modernen Physik

Danish physicist Niels Bohr is seen at his desk, 1933.  (AP Photo)

Niels Bohr und ... Bild: AP NY

FILE - This undated file photo shows legendary physicist Dr. Albert Einstein, author of the theory of Relativity. Einstein was a father who worried his son wasn't taking his geometry studies seriously enough, and that he was indebted to a favorite uncle for giving him a toy steam engine when he was a boy, launching a lifelong interest in science. He also believed the infidelity of a friend's spouse was no big deal. These and other reflections, including personal opinions on God and politics, are contained in 27 letters being offered by a private collector at auction this week. (AP Photo/File)

... Albert Einstein. Bild: AP

Mit Einstein diskutierte Bohr über fast drei Jahrzehnte hinweg scharf, aber stets freundschaftlich die Theorie der Quantenmechanik. Während Einstein an eine objektive Aussenwelt glaubte, die unabhängig vom wahrnehmenden Subjekt real existiert, vertrat Bohr den Standpunkt, dass der Übergang vom Möglichen zum Faktischen während des Beobachtungsaktes stattfinde. 

Einstein und Bohr 1925 in Leiden (seitenverkehrt und mit Sprechblasen)

Einstein, dessen Position sich im Fazit «Gott würfelt nicht» niederschlug, konnte Bohrs Theorie der Quantenmechanik nach Ansicht der meisten Wissenschaftler nicht widerlegen. Dennoch blieb Bohr zeit seines Lebens und darüber hinaus im Schatten des ungleich berühmteren Physikers, mit dem heute jedes Kind den Begriff der Relativitätstheorie verbindet. 

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«Battle Over Quantum Mechanics Albert Einstein Vs Neils Bohr». Video: YouTube/Space Race

Rosalind Franklin

Die britische Biochemikerin Rosalind Franklin

Rosalind Franklin im Labor.  Bild: Science Source

Sie starb vier Jahre zu früh: Rosalind Franklin bekam keinen Nobelpreis, denn diese Auszeichnung wird nur Lebenden verliehen. Die britische Biochemikerin, die am King's College in London bahnbrechende Untersuchungen zur Struktur der DNA vornahm, ebnete einem Forscher-Duo den Weg, das heute noch weltweit bekannt ist: James Watson und Francis Crick. 

James D. Watson, right, and Francis H. Crick walk along

Sie heimsten den Nobelpreis ein: Francis Crick (l.) und James Watson.  Bild: AP COLD SPRING HARBOR LABORATORY

Der Physiker Crick und der Biologe Watson erhielten 1962 zusammen mit dem Physiker Maurice Wilkins den Nobelpreis für den Nachweis der Doppelhelix-Struktur der DNA, den sie 1953 im Fachblatt «Nature» veröffentlicht hatten. Wilkins hatte zusammen mit Franklin, mit der er sich nicht gut verstand, im Labor gearbeitet und den beiden anderen Wissenschaftlern Franklins unpublizierte Forschungsergebnisse zugänglich gemacht.

Professor Maurice Wilkins stands before a double helix structure of deoxyribonucleic acid (DNA) at an event in London Tuesday April 22, 2003 to celebrate the 50th anniversary of the dicovery of DNA. Wilkins was one of three people awarded the Nobel Prize in 1962, for their work on  DNA, the others being James Watson and Francis Crick of Cambridege University. Wilkins worked at King's College in London. (KEYSTONE/AP Photo/Alastair Grant)

Er ging ebenfalls nicht leer aus: Auch Maurice Wilkins (hier auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2003) erhielt den Nobelpreis.   Bild: AP

Und die waren entscheidend: Franklin hatte das Erbgut mit Hilfe des Verfahrens der Röntgenbeugung untersucht und dabei festgestellt, dass die DNA in Form einer Helix aufgebaut ist, bei der die Zucker- und Phosphatanteile aussen und die Basen innen liegen. Watson und Crick erwähnten Franklin in ihrem berühmten Aufsatz nur kurz am Schluss; in ihren Dankesreden bei der Nobelpreisverleihung vergassen sie die inzwischen mit nur 37 Jahren verstorbene Kollegin gleich ganz. 

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«DNA The Secret of Photo 51». Video: YouTube/MrDavenportSCHS

Clara Immerwahr

Sie war die erste Frau in Deutschland mit einem Doktortitel in Chemie: Clara Immerwahr. Heute ist sie weitgehend unbekannt – im Gegensatz zu ihrem Mann, dem Chemiker Fritz Haber. Mit dem Namen dieses Nobelpreisträgers verbindet sich bis heute das Haber-Bosch-Verfahren zur Produktion von Kunstdünger und Sprengstoff. Und die Entwicklung von Giftgas im Ersten Weltkrieg. 

Clara Immerwahr

Clara Immerwahr stammte aus dem gutbürgerlichen jüdischen Milieu des Kaiserreichs. Von ihr existiert nur noch dieses eine Bild. Bild: Wikimedia

Zentralbild
Fritz Haber, Chemiker
geb: 9.12.1868 in Breslau,
gest: 29.1.1934 in Basel;
1918 Nobelpreis für Chemie.

Fritz Haber, hier um 1905, war ein jüdischer deutsch-nationaler Patriot. Bis die Nazis an die Macht kamen.  Bild: Wikimedia/Bundesarchiv

Kurz nach dem ersten Einsatz des von ihrem Mann entwickelten chemischen Kampfstoffs in Belgien 1915 erschoss sich die Pazifistin Immerwahr mit dessen Dienstwaffe. Bei ihrem Suizid dürfte neben dem Protest gegen diese militärische Tätigkeit ihres Gatten auch eine lähmende Unzufriedenheit mit ihrer Situation eine Rolle gespielt haben: Die Chemikerin, die ihrem Mann intellektuell zumindest ebenbürtig war, hatte ihre wissenschaftlichen Ambitionen vollkommen zurückstellen müssen.

Clara Immerwahrs tragische Geschichte, erzählt von Anna Rothenfluh:

Als Professorengattin und Mutter verkümmerte sie neben dem dominanten Haber und durfte allenfalls noch Vorträge vor Frauen über «Naturwissenschaften im Haushalt» halten, während ihr Gatte Karriere machte. Schon 1905, als Haber sein Lehrbuch «Thermodynamik technischer Gasreaktionen» veröffentlicht hatte, stand allein sein Name auf dem Umschlag. Nur in der Widmung dankte er ihr für ihre «stille Mitarbeit».

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Trailer: Fernsehfilm «Clara Immerwahr» (2014). Video: YouTube/SWR

Leo Szilard

Physik und Politik waren die beiden grossen Interessen dieses Mannes. Beide Bereiche waren essentiell für den jüdisch-ungarischen Physiker Leo Szilard. Physik, weil sie die Mittel zur Selbstvernichtung der Menschheit bereitstellte; Politik, weil Nazis und Faschisten gegen die europäische Zivilisation anstürmten. 

Der ungarische Kernphysiker Leo Szilard

Seine Ideen kamen ihm in der Badewanne. Oder an Ampeln: Der ungarisch-stämmige Physiker Leo Szilard.  Bild: trinityremembered.com

Szilard wusste wohl besser als fast jeder andere, welches Vernichtungspotenzial die sich stürmisch entwickelnde Kernphysik ermöglichen würde: Er war der vermutlich erste Mensch, der das Konzept der nuklearen Kettenreaktion – Grundlage der Atombombe – geistig erfasste. Der Gedanke kam ihm 1933 in London, als er an einer Ampel wartete. 

Später, in den USA, arbeitete Szilard mit dem italienischen Physiker Enrico Fermi zusammen. Ein ungleiches Duo: Der Nobelpreisträger Fermi ging systematisch vor, während der Spätaufsteher Szilard seine vielen Ideen gern in der Badewanne ausbrütete. Die beiden gerieten oft aneinander, auch weil der bequeme Szilard bei den Experimenten kaum Hand anlegte. 

Enrico Fermi

Nobelpreisträger Enrico Fermi.  Bild: atomicheritage.org

Mehr als Fermi fürchtete Szilard, die Deutschen könnten der Atombombe auf der Spur sein. 1939 gelang es ihm, Einstein dazu zu bringen, einen von ihm verfassten Brief an den US-Präsidenten Roosevelt zu unterzeichnen – die Initialzündung für das Manhattan-Projekt, die Entwicklung der amerikanischen Atombombe. Später, aber noch vor dem Einsatz der Bombe in Hiroshima, wandelte er sich zum Kritiker von Atomwaffen – wie Einstein. 

Albert Einstein, Leo Szilard, Brief an Präsident Roosevelt

Albert Einstein (l.) und Leo Szilard fürchteten, die Nazis könnten die Bombe bauen.  Bild: atomicheritage.org

Im Dezember 1942 gelang Fermi mit dem Kernreaktor Chicago Pile No. 1 erstmals eine kritische Kernspaltungs-Kettenreaktion – diese Leistung bleibt mit seinem Namen verknüpft. Die theoretische Vorarbeit dazu hatte freilich Szilard erbracht, der auch das Design des Reaktors konzipierte. Der quirlige Denker geriet dennoch nahezu in Vergessenheit. 

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«Leo Szilard: The Man Behind the Bomb with William Lanouette». Video: YouTube/University of California Television (UCTV)

Alfred Russell Wallace

Er war gelernter Landvermesser, stammte aus bescheidenen Verhältnissen und besuchte nie eine Universität. Gleichwohl ist Alfred Russell Wallace einer der wichtigsten Biologen in der Geschichte der Wissenschaft. Der Autodidakt erkannte Anfang 1858 während einer Forschungsreise im heutigen Indonesien, was die Veränderung der Arten antreibt: «Im Ganzen überlebt, wer am besten angepasst ist.» Darwins «Survival of the fittest» lässt grüssen. 

Alfred Russell Wallace

Er skizzierte in wenigen Tagen die Grundlagen der Evolutionstheorie: Alfred Russell Wallace. Bild: Pinterest

Der sogenannte Ternate-Essay, in dem Wallace das Grundprizip der Evolutionstheorie formulierte, schickte er an den Geologen Charles Lyell, der sich ebenfalls mit diesen Fragen auseinandergesetzt hatte. Allerdings sandte Wallace sein Werk nicht direkt an Lyell, sondern über einen Mittelsmann, den er in England kennengelernt hatte. Dessen Name: Charles Darwin

ca. 1835-1879 --- <Portrait of Charles Darwin> by Julia Margaret Cameron --- Image by ©Stapleton Collection/CORBIS

Charles Darwins Werk «Die Entstehung der Arten» revolutionierte die Biologie. Bild: PD

Für Darwin war der Ternate-Essay ein Schock: Er selber hatte schon in den 1840er-Jahren einen Entwurf der Theorie zu Papier gebracht, aber nie veröffentlicht. An Lyell schrieb er:  

«Ich habe noch nie eine so verblüffende Übereinstimmung erlebt; hätte Wallace meinen 1842 niedergeschriebenen Entwurf gehabt, er hätte keine bessere Kurzfassung anfertigen können!»

The research of British naturalist Alfred Russel Wallace (1823-1913) played a pivotal role in developing the theory of natural selection. But over time, Charles Darwin became almost universally thought of as the father of evolution.

Wallace beklagte sich nie darüber, dass Darwin die Meriten für die Evolutionstheorie einheimste.  Bild: PD

Nun musste Darwin in die Offensive gehen. Am 1. Juli 1858 wurden zwei Aufsätze von ihm und einer von Wallace vor der Linnean Society verlesen. Ein bedeutsames Detail dabei war, dass Darwins Werk an erster Stelle stand – Wallace im fernen Indonesien wusste dagegen nichts von der Verlesung. Weder Darwin noch Lyell hielten es für nötig, ihn zu informieren. 

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«The Forgotten Voyage: Alfred Russel Wallace and his discovery of evolution by natural selection». Video: YouTube/blaberus1

In der Folge schrieb Darwin seine Abhandlung mit Hochdruck zu Ende. 1859 kam «Die Entstehung der Arten» heraus – ein Werk, das wie kaum ein anderes die Biologie revolutionierte. Wallace beklagte sich nicht darüber, dass Darwin, der renommiertere Wissenschaftler, die Meriten für die Evolutionstheorie einheimste. Darwin wiederum verschaffte ihm eine lebenslange Pension. Als Darwin 1882 starb, gehörte Wallace zu den Männern, die seinen Sarg trugen. 

Jocelyn Bell Burnell

Es war eine der wichtigsten astronomischen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts: Im November 1967 entdeckte die britische Radioastronomin Jocelyn Bell Burnell als erste einen Pulsar, einen extrem schnell rotierenden Neutronenstern. Solche Sterne – sie sind dichter als ein Atomkern – sind die Überbleibsel einer Supernova.

Jocelyn Bell Burnell

Die Studentin aus Nordirland machte eine aufsehenerregende Entdeckung: Jocelyn Bell Burnell.  Bild: biography.com

Bei der Suche nach Radioquellen hatte Bell Burnell am Mullard Radio Astronomy Observatory bei Cambridge Daten analysiert, die auf kilometerlangen Papierbahnen ausgedruckt waren. Dabei stiess sie auf ein ungewöhnlich regelmässiges Signal. Sie und ihr Doktorvater Antony Hewish dachten zuerst, es könne sich eventuell um Signale einer ausserirdischen Zivilisation handeln. Der Physiker Thomas Gold vermutete dagegen einen rotierenden Neutronenstern – was sich dann als richtig herausstellte. 

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«Jocelyn Bell Burnell describes how she discovered pulsars». Video: YouTube/BBC

Der Lohn war der Nobelpreis für Physik. 1974 erhielten Antony Hewish und Martin Ryle, ein anderer beteiligter Astronom, die begehrte Auszeichnung – nicht aber Bell Burnell, die doch die eigentliche Entdeckung gemacht hatte und zudem in der Originalpublikation der Ergebnisse nach Hewish an zweiter Stelle der fünf Autoren stand. 

Der schwedische König Carl XVI. Gustaf verleiht den Nobelpreise für Physik an Antony Hewish, 1974

Der schwedische König Carl XVI. Gustaf (r.) verleiht Antony Hewish 1974 den Nobelpreis für Physik.  Bild: countercurrents.org

Das Nobelkomitee erntete für diese Fehlentscheidung heftige Kritik. Immerhin erhielt Bell Burnell 2007 eine späte Anerkennung, als sie von Königin Elisabeth II. als Dame Commander of the Order of the British Empire ausgezeichnet wurde.   

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«Reflections on women in science – diversity and discomfort: Jocelyn Bell Burnell at TEDxStormont». Video: YouTube/TEDx Talks

Damit gaben sich all diese Forscher nicht ab: Die Wissenschaft des Küssens

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Luca Brasi 29.09.2017 14:29
    Highlight Highlight Ein paar haben immerhin ein Element im Periodensystem erhalten und Schulkinder stossen wenigstens dort auf ihre Namen. 😉
  • 4kant 29.09.2017 12:02
    Highlight Highlight Wow! Es gab nur 7 von ihnen, und das ist schon lange her.
    Die Wissenschaftsszene muss heute ein Hort der menschlichen Harmonie und Glückseligkeit sein.
  • John Smith (2) 29.09.2017 11:57
    Highlight Highlight Niels Bohr steht mitnichten im Schatten von irgendjemandem. Jeder, der sich auch nur ansatzweise für Physik interessiert, weiss, dass Niels Bohr bei der Entwicklung der frühen Quantenmechanik eine herausragende Rolle spielte. Und was sein Atommodell betrifft (also das Atom als quasi kleinformatiges Planetensystem): Bohr war sich absolut klar darüber, dass dieses Modell nicht der Wirklichkeit entspricht. Er verstand es immer nur als eine frühe Arbeitshypothese. Insofern tut man ihm eigentlich unrecht, wenn man dieses Modell das Bohr-Modell nennt.
    • Daniel Huber 29.09.2017 14:11
      Highlight Highlight Dass Bohr ein bedeutender Wissenschaftler ist, bezweifelt niemand – ich jedenfalls sicher nicht ;-)
      Es geht mir hier im Grunde nur um die Ironie, die darin liegt, dass Bohr heute viel weniger bekannt ist als Einstein, obwohl er in der Einstein-Bohr-Debatte recht behielt.
    • blobb 29.09.2017 20:04
      Highlight Highlight Einstein hat vor allem, praktisch alleine, die zweitwichtigste Theorie der Wissenschaftsgeschichte begründet.
      In der Bekanntheitsliste der Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts, steht Bohr wohl nicht weit unter Einstein.
      Meiner Meinung nach, gehört der grosse Bohr definitiv nicht in diese Liste.
  • 262d 29.09.2017 11:45
    Highlight Highlight Zu Rosalind Franklin, Zitat Watson (aus seinem Buch "Die Doppelhelix", dt. Fassung)

    "Nicht einmal einen Lippenstift, dessen Farbe vielleicht mit ihrem glatten schwarzen Haar kontrastiert hätte, benutzte sie, und mit ihren einunddreißig Jahren trug sie so phantasielose Kleider wie nur irgendein blaustrümpfiger englischer Teenager. Insofern konnte man sich Rosy gut als das Produkt einer unbefriedigten Mutter vorstellen, die es für überaus wünschenswert hielt, dass intelligente Mädchen Berufe erlernten, die sie vor der Heirat mit langweiligen Männern bewahrten."

    Soviel zum Thema Anerkennung...
    • Daniel Huber 29.09.2017 14:14
      Highlight Highlight Ja, zweifelsohne ein schreiendes Beispiel von Sexismus.
      Der Chemiker Erwin Chargaff hielt Watson und Crick für «wissenschaftliche Clowns», die von Chemie keine Ahnung hätten.
      http://www.zeit.de/wissen/geschichte/2013-04/dna-struktur-entdeckung-crick-watson
    • John Smith (2) 29.09.2017 14:51
      Highlight Highlight Naja, es gibt schon Gründe, weshalb Einstein so berühmt ist, wie er ist – auch wenn vermutlich die meisten, die seinen Namen kennen, nicht im Ansatz verstehen, welch gewaltige Leistungen er vollbracht hat. Dass er bei der Interpretation der Quantenmechanik eine aus heutiger Sicht falsche Meinung vertrat, spricht nicht gegen ihn: Damals waren beide Interpretationen gleichermassen spekulativ. Einstein unterschied aber immer glasklar zwischen Wissen und Vermutung und war jederzeit bereit, seine Ansicht zu ändern, wenn sie den Experimenten widersprach.
    • Mutzli 29.09.2017 16:04
      Highlight Highlight Zum Thema Watson und Crick muss man natürlich auch daran erinnern, wofür sie ihr Ansehen und Stellung (miss-)brauchten: Vollkommen unwissenschaftliche und abstruse Theorien zu propagieren, welche Sexismus, Rassimus und Eugenik rechtfertigen sollten. Zum Glück werden sie heutzutage von der aktiven Forschungsgemeinde nicht mehr ernst genommen. Kleine Linkasuwahl: https://www.theguardian.com/commentisfree/2014/dec/01/dna-james-watson-scientist-selling-nobel-prize-medal?CMP=twt_gu

      https://www.theguardian.com/commentisfree/2017/sep/19/white-supremacist-statues-must-fall-scientists
    Weitere Antworten anzeigen
  • demokrit 29.09.2017 11:25
    Highlight Highlight "Nun musste Darwin in die Offensive gehen. Am 1. Juli 1858 wurden zwei Aufsätze von ihm und einer von Wallace vor der Linnean Society verlesen."

    Nicht ganz korrekt. Darwins Manuskript, das er 1944 an Hooker gesendet hat, wurde zusammen mit dem Tarnate-Essay von Wallace (1858) der Linnean Society präsentiert. Daneben nur ein Brief von Darwin aus dem Jahre 1857 an Asa Gray in Boston, als Nachweis, dass sich Darwins Ansichten nicht verändert haben.

    Wallace hat laut Saskia Wrede eine Uhrmacherlehre absolviert, arbeitete aber im Baugeschäft seines Bruders als Landvermesser und später als Lehrer.
    • Daniel Huber 29.09.2017 14:15
      Highlight Highlight Vielen Dank für die Präzisierungen!
  • Mutzli 29.09.2017 10:48
    Highlight Highlight Sehr interessanter Artikel, besten Dank! Hilft auch ein kleines bisschen vom falschen "grosse-Männer" Ansatz in der Wissenschaftsgeschichte wegzukommen. Vielleicht als nächstes einen Artikel über die zahlreichen gleichzeitigen/unabhängigen Erfindungen, wie z.B. die Schrift oder das Telefon?
    • Daniel Huber 29.09.2017 11:08
      Highlight Highlight Vielen Dank für Lob und Input!
  • thompson 29.09.2017 10:45
    Highlight Highlight Wo ist Tesla? Wirde von Edison total verarscht
    • Daniel Huber 29.09.2017 11:08
      Highlight Highlight Stimmt, Tesla hätte gut in diese Auswahl gepasst.

      Allerdings muss ich auch sagen, dass es in letzter Zeit einen regelrechten Tesla-Hype gibt, der mir allmählich auf die Nerven geht.
    • DerHans 29.09.2017 11:24
      Highlight Highlight Da können weder Nikolai noch Thomas was dafür dass es einen Tesla Hype gibt. Ohne Edison und Tesla wäre unser Leben nur halb so bequem wie wir es Heute kennen. Daran ändert auch eine Laune eines Journis nichts.
    • kupus@kombajn 29.09.2017 12:35
      Highlight Highlight Danke! Wollte ich auch schreiben. So genial Tesla war, so naiv war er auch.
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In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Josef Fischbacher. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

Was hier nach Sachsen im Jahr 2016 klingt, ist Bayern im Jahr 1947. Und die Flüchtlinge, die Fischbacher hinauswerfen will, kommen nicht aus …

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