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Coole Chemie macht Papier aus Elefantenkot und langsam schmelzende Glace



Beim 255. Nationalen Treffen der Amerikanischen Chemischen Gesellschaft (ACS) in New Orleans, das morgen Donnerstag zu Ende geht, ist ein bunter Markt der Möglichkeiten geboten worden. Ein Überblick über einige Highlights des weltgrössten Treffens der Chemie-Branche:

PAPIER AUS ELEFANTENKOT

Elefantenkot Elefant scheissen (Bild: shutterstock)

Elefantendung enthält wertvolle Zellulose. Bild: sthutterstock

Dung von Elefanten oder Kühen enthält wertvolle Zellulose, die relativ einfach zu Papier verarbeitet werden kann. Gras-fressende Ziegen auf Kreta brachten den Chemiker Alexander Bismarck (Uni Wien) auf die Idee, dass die Enzyme und Säuren in Tiermägen wertvolle Vorarbeit leisten können, um an winzige Zellulose-Fasern zu gelangen.

Speziell in baumarmen Gegenden könnte Tierdung helfen, Papier – etwa für Wasserfilter – zu produzieren. Zumal dabei weniger Energie und Chemie verbraucht wird, als wenn diese Nanofasern aus Holz gewonnen werden, betont Bismarck.

MINI-GESUNDHEITSSCANNER

Beim 255. Nationalen Treffen der Amerikanischen Chemischen Gesellschaft (ACS) in New Orleans, das morgen Donnerstag zu Ende geht, ist ein bunter Markt der Möglichkeiten geboten worden.

Die Mini-Sensoren schwimmen im Röhrchen. Bild: ZVG

Kleiner als ein Reiskorn und aus dem gleichen Material wie eine weiche Kontaktlinse ist ein Minisensor, der – unter die Haut implantiert – über Jahre Vitaldaten liefern soll. Abgelesen werden diese mit einem kleinen Infrarotscanner auf der Haut, der die Daten dann ans Smartphone übermittelt, berichtet Entwicklerin Natalie Wisniewski (Profusa Inc).

Bislang waren solche Implantate bei Tests oft abgestossen worden – das Hydrogel hingegen nicht. Ein bestimmtes Hefemolekül auf seiner Oberfläche leuchtet unterschiedlich stark, wenn es mit Sauerstoff, Glukose oder Laktat in Berührung kommt.

HÄNDE DRUCKEN IN 4D

Beim 255. Nationalen Treffen der Amerikanischen Chemischen Gesellschaft (ACS) in New Orleans, das morgen Donnerstag zu Ende geht, ist ein bunter Markt der Möglichkeiten geboten worden.

Jerry Xi mit seinem 4D-Drucker. Bild: zvg

4D-Druck ist das neue grosse Ding. Damit können Gegenstände geschaffen werden, die durch Licht, Feuchtigkeit oder Temperatur ihre Gestalt verändern.

Diesen Prozess haben Forscher des Georgia Institute for Technology jetzt noch verbessert: Ihr 4D-Drucker kann gleichzeitig verschiedene Materialien verarbeiten, die dann unterschiedlich auf Licht oder Temperatur reagieren. Darunter auch bestimmte Polymere, die sich bei Hitze an ihre Ursprungsform «erinnern». Jerry Xi möchte damit nun Handprothesen für Kinder entwickeln, die mit deformierten Armen geboren wurden.

GESUND GERÄUCHERT

Beim 255. Nationalen Treffen der Amerikanischen Chemischen Gesellschaft (ACS) in New Orleans, das morgen Donnerstag zu Ende geht, ist ein bunter Markt der Möglichkeiten geboten worden.

Mit Filter geräuchert. Bild: Zvg

Viele lieben geräucherte Wurst und Co. Doch selbst geringe chemische Rauch-Überbleibsel im Essen sind ungesund und schlimmstenfalls krebserregend. Ausgerechnet von der Autoindustrie schaute sich Jane Parker (University of Reading) nun einen Trick ab: Sie räucherte Testprodukte über einem speziellen Filter aus Zeolith, einem porösen Mineral.

Das Ergebnis überraschte doppelt: Bis zu 93 Prozent der gefährlichen Stoffe wurden so herausgefiltert. Und die Testesser lobten das Aroma  – «wie Weihnachtsschinken». Das filterlos geräucherte Produkt erinnerte sie hingegen an «Aschenbecher».

SCHNELLTEST FÜR DESIGNERDROGEN

Beim 255. Nationalen Treffen der Amerikanischen Chemischen Gesellschaft (ACS) in New Orleans, das morgen Donnerstag zu Ende geht, ist ein bunter Markt der Möglichkeiten geboten worden.

Drogen-Schnelltest. Bild: ZVG

Ein neuer Schnelltest soll künftig selbst kleinste Spuren synthetischer Drogen erkennen – und so dabei helfen, Menschen nach einer Überdosis das Leben zu retten. Herzstück ist eine kleine Kartusche, auf die Blutplasma geträufelt wird.

Die Drogenspuren werden chemisch extrahiert, konzentriert und ionisiert, so dass ein Massenspektrometer ihre individuell typische Struktur erkennen kann. Der ganze Prozess dauert nur Minuten. Bislang seien dafür langwierige Blutproben nötig gewesen, berichtet Nicholas Manicke (Indiana University).

LANGSAM SCHMELZENDE GLACE

Glace schlecken (Shutterstock)

Nie mehr tropfende Glace. Bild: shutterstock

Wer es leid ist, heruntertropfendes Eis von der Waffel zu lecken, darf auf Bananenstauden hoffen. Deren Fasern können verhindern, dass Glace zu schnell schmilzt, fand Douglas Goff (University of Guelph) heraus.

Die stabilisierenden Zellulose-Fasern, gewonnen aus zerriebenen Bananenblatt-Stielen, sind tausendmal dünner als ein Haar. Ausserdem würden sie die Cremigkeit von fettarmer Glace verbessern, sagt Goff. Sein Fund dürfte jedoch eher die Glace-Industrie als traditionelle Gelati-Freunde beflügeln. (whr/sda/dpa)

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Video: srf/SDA SRF

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