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Oldtimer zu verkaufen! Also ... Weltkriegs-Jagdflugzeug-Oldtimer, versteht sich

Wir haben wieder mal bei unserem Lieblings-Flugzeughändler reingeschaut und wir WURDEN NICHT ENTTÄUSCHT.
14.08.2022, 20:5615.08.2022, 04:57

Was habt ihr so für Hobbys? Modelleisenbahn? Kunstmalerei? Töffli-Restauration?

Für alle, die sich mal eine etwas ambitioniertere Freizeitbeschäftigung zutun möchten, hätten wir folgenden Vorschlag:

Bild: platinumfighters.com

Ja-haaaa, das ist eine Vought Corsair, ein amerikanisches, trägergestütztes Jagdflugzeug des Zweiten Weltkriegs. Genau: jenes mit den ikonischen Knickflügeln.

Und ja, es braucht etwas Arbeit.

Aber wenn's fertig ist, sieht's dann SO aus:

Bild: platinumfighters.com

Beziehungsweise bis 2019 sah das Flugzeug so aus. Es handelt sich hierbei nämlich um die Corsair mit Bau-Nr. 92106, die 1945 in der Goodyear-Fabrik in Akron, Ohio, gebaut wurde (weshalb es technisch keine Vought Corsair ist, sondern eine Goodyear Corsair). An die US Navy punktgenau zum Kriegsende geliefert, verpasste sie Kampfhandlungen und wurde bis 1958 von diversen US Navy Reserve Squadrons geflogen. Von 1976 bis 1978 wurde das Flugzeug für die Dreharbeiten der TV-Serie «Baa Baa Black Sheep» (später «Black Sheep Squadron» – «Pazifikgeschwader 214») geflogen.

Vought F4U «Corsair»
Die Vought F4U «Corsair» war ein Kampfflugzeug des US-amerikanischen Herstellers Vought-Sikorsky Aircraft (ab 1942 Vought Aircraft). Im Zweiten Weltkrieg wurde der einmotorige Tiefdecker mit den charakteristischen Knickflügeln im Pazifikkrieg als Trägerflugzeug beim US Marine Corps, bei der US Navy, der britischen Royal Navy und der Royal New Zealand Air Force eingesetzt. Von 1940 bis 1953 wurden 12'581 Maschinen in verschiedenen Varianten gebaut. Die Corsairs fanden noch im Koreakrieg grosse Verwendung, ebenso bei der französischen Aéronavale in den Kriegen der 1950er-Jahre. Ihre letzten Einsätze waren 1969 im ‹Fussballkrieg› zwischen Honduras und El Salvador.
quelle: Wikipedia

Nr. 92106 wurde später akribisch restauriert und von 2003 bis 2019 regelmässig geflogen (ich selbst durfte anno 2014 dieses Flugzeug in Aktion erleben – grossartigst!). Weshalb es in den Farben der Royal Navy lackiert wurde, ist nicht in Erfahrung zu bringen (sowohl die US Navy, die US Marines als auch die Royal Navy betrieben die Corsair während des Zweiten Weltkriegs).

Bild: platinumfighters.com

2019 erlitt das Flugzeug einen Landeunfall und nach reiflicher Überlegung beschloss der Besitzer, die Corsair «as is» zu verkaufen. Die Restauration, wie bei solchen Fluggeräten üblich, dürfte einige Jahre in Anspruch nehmen.

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WW2-Jäger zu verkaufen (kleinere Reparatur notwendig)
quelle: platinumfighters.com / platinumfighters.com
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Der Preis ist Verhandlungssache und wird vom Verkäufer nicht genannt. Als Vergleich können wir aber mal einige der flugfertigen Exemplare angucken, die der Händler Platinum Fighters in Südkalifornien im Angebot hat. Da wären nämlich gleich drei (!) weitere Corsairs, und zwar:

1944 Chance Vought F4U-1D Corsair

Diese Chance Vought F4U-1D Corsair, Bau-Nr. 82640, diente zwischen Januar und April 1945 an Bord des Flugzeugträgers USS Intrepid mit der legendären Jagdstaffel <a target="_blank" rel="follow" href="https://en.wikipedia.org/wiki/VF-10">VF-10 ‹Grim Reapers</a>› und nahm an der Schlacht von Okinawa teil. Damit ist sie eine der wenigen überlebenden Corsairs aus dem Zweiten Weltkrieg. Frisch ab Renovation und voll flugfähig. <a target="_blank" rel="nofollow" href="https://www.platinumfighters.com/inventory/1944-chance-vought-f4u-1d-corsair/">Deins für 3'995'000 Dollar.</a><br>
Diese Chance Vought F4U-1D Corsair, Bau-Nr. 82640, diente zwischen Januar und April 1945 an Bord des Flugzeugträgers USS Intrepid mit der legendären Jagdstaffel VF-10 ‹Grim Reapers› und nahm an der Schlacht von Okinawa teil. Damit ist sie eine der wenigen überlebenden Corsairs aus dem Zweiten Weltkrieg. Frisch ab Renovation und voll flugfähig. Deins für 3'995'000 Dollar.
Bild: platinumfighters.com

1950 Chance Vought F4U-5NL Corsair

Bau-Nr. 124541. Eine Veteranin des Koreakriegs, wo sie in der Nachtjäger-Staffel <a target="_blank" rel="follow" href="https://en.wikipedia.org/wiki/VMFAT-502#Korean_War">VMF 513 ‹Flying Nightmares›</a> diente. In jenem ikonischen schwarzen Farbschema ist das vollrestaurierte Flugzeug gehalten. <a target="_blank" rel="nofollow" href="https://www.platinumfighters.com/inventory/1950-chance-vought-f4u-5nl/">Kostenpunkt: 3'375'000 Dollar</a>.
Bau-Nr. 124541. Eine Veteranin des Koreakriegs, wo sie in der Nachtjäger-Staffel VMF 513 ‹Flying Nightmares› diente. In jenem ikonischen schwarzen Farbschema ist das vollrestaurierte Flugzeug gehalten. Kostenpunkt: 3'375'000 Dollar.Bild: platinumfighters.com

1951 Chance Vought F-4U-5N Corsair

Bau-Nr. 123168 wurde 1951 an die US Navy ausgeliefert und 1956 an die <a target="_blank" rel="follow" href="https://es.wikipedia.org/wiki/Fuerza_A%C3%A9rea_Hondure%C3%B1a">FA Hondurena</a> verkauft, die sie 20 Jahre lang weiter betrieb. 2014 vollständig renoviert und in den Farben der FA Hondurena gehalten, ist sie seither an Flugshows im Einsatz. <a target="_blank" rel="nofollow" href="https://www.platinumfighters.com/inventory/1951-chance-vought-f-4u-5n-corsair/">Preis: 3'450'000 Dollar</a>.
Bau-Nr. 123168 wurde 1951 an die US Navy ausgeliefert und 1956 an die FA Hondurena verkauft, die sie 20 Jahre lang weiter betrieb. 2014 vollständig renoviert und in den Farben der FA Hondurena gehalten, ist sie seither an Flugshows im Einsatz. Preis: 3'450'000 Dollar. Bild: platinumfighters.com

Anhand obenstehender Beispiele erfährt man, dass der Marktwert einer voll restaurierten, flugtüchtigen Corsair um die 3,5 bis 4 Millionen Dollar liegt. Die erstgenannte, reparaturbedürftige Corsair dürfte freilich einiges weniger kosten.

Womit wir wieder mal in der wunderbaren Welt des Vintage-Flugzeug-Handels wären, jene kleine, aber global verzweigte, hochspezialisierte KMU-Industrie, die sich um Bezug, Transport, Restauration, Verkauf und Betrieb von alten Flugzeugen bemüht:

Verkäufer der obigen Corsairs ist die renommierte Platinum Fighter Sales aus Südkalifornien. Kommt, wir schauen noch husch, was sonst noch im aktuellen Angebot ist! Etwa:

1940 Hawker Hurricane Mk. 1

Bei dieser Hurricane handelt es sich um eine echte Überlebende der Luftschlacht um England. Aus ihrem detaillierten Einsatzregister ist unter anderem zu vernehmen, dass dieses Flugzeug am 15. September 1940 (an dem Tag also, der im Nachhinein zum <a target="_blank" rel="follow" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Battle_of_Britain_Day"><em>Battle of Britain Day</em></a> gekürt wurde) eine <a target="_blank" rel="follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dornier_Do_17">Dornier Do 17</a> abschoss. Diese Hurricane ist Teil der Battle-of-Britain-Ausstellung im Imperial War Museum Duxford. Es besteht aber die Möglichkeit, einen Viertelanteil zu erwerben und damit dieses ikonische historische Artefakt zu fliegen.<br><strong><a target="_blank" rel="nofollow" href="https://www.platinumfighters.com/inventory/1940-hawker-hurricane-mk-1/">Preis für einen Viertels-Anteilschein: 500'000 Pfund</a>.</strong>
Bei dieser Hurricane handelt es sich um eine echte Überlebende der Luftschlacht um England. Aus ihrem detaillierten Einsatzregister ist unter anderem zu vernehmen, dass dieses Flugzeug am 15. September 1940 (an dem Tag also, der im Nachhinein zum Battle of Britain Day gekürt wurde) eine Dornier Do 17 abschoss. Diese Hurricane ist Teil der Battle-of-Britain-Ausstellung im Imperial War Museum Duxford. Es besteht aber die Möglichkeit, einen Viertelanteil zu erwerben und damit dieses ikonische historische Artefakt zu fliegen.
Preis für einen Viertels-Anteilschein: 500'000 Pfund.
Bild: platinumfighters.com

1943 Supermarine Spitfire Mk. IX

Die wohl ikonischste Flügelform der Aviatikgeschichte, Symbol des Widerstands gegen Nazideutschland, Designklassiker undundund. Verehrte Damen und Herren, verneigt euch vor der alles überragenden Spitfire!<br><strong><a target="_blank" rel="nofollow" href="https://www.platinumfighters.com/inventory/1943-supermarine-spitfire-ix/">Preis: 3'500'500 Pfund</a>.</strong>
Die wohl ikonischste Flügelform der Aviatikgeschichte, Symbol des Widerstands gegen Nazideutschland, Designklassiker undundund. Verehrte Damen und Herren, verneigt euch vor der alles überragenden Spitfire!
Preis: 3'500'500 Pfund.
Bild: platinumfighters.com

1944 P-51D Mustang

Das wohl bekannteste amerikanische Jagdflugzeug des Zweiten Weltkriegs. Das hier angebotene Exemplar von 1944 diente in der US Army Air Force und danach der Royal Canadian Air Force, bevor es nach Neuseeland verfrachtet wurde, wo es restauriert wurde und seither im historischen Farbschema der New Zealand Territorial Air Force fliegt, die in den Fünfzigerjahren einige Staffeln dieses Flugzeugtyps betrieb.<br><strong><a target="_blank" rel="nofollow" href="https://www.platinumfighters.com/inventory/1944-p-51d-30-na-mustang/">Preis: 2'395'000 Dollar</a>.</strong><br>
Das wohl bekannteste amerikanische Jagdflugzeug des Zweiten Weltkriegs. Das hier angebotene Exemplar von 1944 diente in der US Army Air Force und danach der Royal Canadian Air Force, bevor es nach Neuseeland verfrachtet wurde, wo es restauriert wurde und seither im historischen Farbschema der New Zealand Territorial Air Force fliegt, die in den Fünfzigerjahren einige Staffeln dieses Flugzeugtyps betrieb.
Preis: 2'395'000 Dollar.
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1947 Hawker ISS Fury FB.10

Wohl das schnellste je zum Einsatz gekommene Kolbenflugzeug. Dieses Exemplar in den Farben der irakischen Luftwaffe («ISS» = «Iraqi Single Seater») ist aus dem Jahr 1947.<br><a target="_blank" rel="nofollow" href="https://www.platinumfighters.com/inventory/1947-hawker-iss-fury-fb-10/"><strong>Preis: 1'945'000 Euro</strong></a>.<br>
Wohl das schnellste je zum Einsatz gekommene Kolbenflugzeug. Dieses Exemplar in den Farben der irakischen Luftwaffe («ISS» = «Iraqi Single Seater») ist aus dem Jahr 1947.
Preis: 1'945'000 Euro.
Bild: platinumfighters.com

1962 F-104D Starfighter

Ach, die 770-km/h-Spitzengeschwindigkeit des Hawker Fury genügt dir nicht? Du willst so richtig, richtig schnell fliegen? Dann wäre diese Starfighter aus dem Kalten Krieg das Richtige für dich! Zweifache Schallgeschwindigkeit, «zu einem reduzierten Preis»!<br><strong><a target="_blank" rel="nofollow" href="https://www.platinumfighters.com/inventory/1962-cf-104d-starfighter/">Preis: 425'000 Dollar.<br></a><br></strong>
Ach, die 770-km/h-Spitzengeschwindigkeit des Hawker Fury genügt dir nicht? Du willst so richtig, richtig schnell fliegen? Dann wäre diese Starfighter aus dem Kalten Krieg das Richtige für dich! Zweifache Schallgeschwindigkeit, «zu einem reduzierten Preis»!
Preis: 425'000 Dollar.

Bild: platinumfighters.com
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«GROSSARSCHVOGEL»: US-Bomberjacken des Zweiten Weltkriegs

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«GROSSARSCHVOGEL»: US-Bomberjacken des Zweiten Weltkriegs
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51 Kommentare
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Kev66
14.08.2022 21:16registriert November 2019
Frage mich, ob beim Starfighter-Preis ein Fallschirm dabei ist.
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7immi
14.08.2022 23:45registriert April 2014
Ich bin selber ein Teilhaber einer alten C172 (eigentlich C175). Dabei ist der Kaufpreis (ca. 100'000) nur ein kleiner Kostenpunkt. Wartung und Betrieb sind deutlich teurer. Wir bezahlen etwa CHF 15'000 pro Jahr an Fixkosten (Jahreskontrolle, Versicherung, Hangar, ...) und pro Stunde rund CHF 250, wobei die Hälfte ca für Treibstoff draufgeht (Literpreis im Moment bei 3.05). Und das für ein relativ unspektakuläres Flugzeug. So sehr ich den Artikel auch cool finde und durchaus unterhaltsam, ist der Kaufpreis wohl leider nur die Spitze des Eisbergs...
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Mit List zum neuen Glauben
Auch der Johanniterorden war nicht vor Streitereien und Intrigen gefeit. 1528 gelingt es der Zürcher Obrigkeit, durch eine vorsätzlich unrechtmässige Verhaftung in der Kommende Bubikon den neuen Glauben einzuführen.

Die 1520er-Jahre waren für die Stadt und Landschaft Zürich eine unruhige Zeit, gerade mit Blick auf theologische Fragen, die häufig mit der Ausübung oder dem Erhalt von Einfluss und Macht verknüpft waren. Schon seit Längerem versuchte die Zürcher Obrigkeit durch findiges Einmischen in fremde Rechtsangelegenheiten ihren Einflussbereich auszudehnen und finanziell zu profitieren. So auch im Fall einer Zürcher Oberländer Niederlassung der Johanniter, der Kommende Bubikon.

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