Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

13 erstaunliche Regen-Fakten (oder hast du gewusst, dass Regen nicht in jedem Fall den Boden nass macht?)



Im Wallis regnet's am wenigsten – in der Schweiz

Stalden VS

Trockener als die Üsserschwyz: Stalden im Wallis. 
Bild: Wikimedia

Mitte Juli in der Schweiz: Graue Wolken, wohin man schaut. Doch es gibt Hoffnung: Im Wallis, genauer in Stalden bei Visp, ist die Chance, dem Nass von oben zu entgehen, am grössten. Das sagt zumindest die Statistik von Meteo Schweiz: Die Messstation Ackersand Stalden verzeichnete von 1981 bis 2010 im Schnitt nur 75,8 Regentage (≥1mm) pro Jahr. Zum Vergleich: Zürich-Fluntern kam auf 133,9 Tage und die regenreichste Station, Schwägalp am Fuss des Säntis, sogar auf 169,9 Tage. 

Am wenigsten Regen gibt es nicht in der Wüste

Antarktische Trockentäler, Antarktis

Nie Niederschlag: Satelliten-Aufnahme von antarktischen Trockentälern.  Bild: Wikimedia

Wem es im Wallis immer noch zu feucht ist, der sollte eine Reise nach Süden ins Auge fassen. Und zwar nicht in die Sahara oder die Wüste Namib, wo es in der Tat ziemlich wenig Regen gibt. Wirklich trocken ist die Zentralantarktis, wo Niederschlag einzig durch Abkühlung von absinkender Höhenluft entsteht. In dieser trockenen Eiswüste fallen weniger als 50 mm Niederschlag pro Jahr. Überhaupt keinen Niederschlag gibt es in den antarktischen Trockentälern, die zum Teil seit Millionen Jahren eisfrei sind. 

Hier gibt's jahrzehntelang keinen Regen

Atacama-Wüste

Kein Feuchtgebiet: Atacama-Wüste. 
Bild: Shutterstock

Feuchter als die antarktischen Trockentäler ist die Atacama-Wüste in Chile, die früher als trockenster Ort der Welt galt. Der durchschnittliche Jahresniederschlag liegt dort bei 0,1 mm, aber es gibt Messstationen in der Atacama-Wüste, die seit Jahrzehnten noch nie einen Tropfen Regen registriert haben. Im Vergleich dazu ist die Sahara mit im Schnitt 25 bis 45 mm ein wahres Feuchtgebiet. 

Manchmal macht Regen den Boden nicht nass

Virga

Virga in der Wüste.
Bild: Flickr

Sogar wenn Regen fällt, heisst das nicht immer, dass das kühle Nass auch wirklich den Boden netzt. Es gibt Niederschläge, die den Boden nicht erreichen. Das Phänomen nennt sich «Virga» (lat. «Zweig»). Die Fallstreifen unterhalb einer Wolke können aus Regentropfen, Schnee, Hagel oder Frostgraupeln bestehen. 

Regentropfen sehen gar nicht so aus, wie wir denken

Regentropfen Symbolbild

So sieht kein Regentropfen aus.
Bild: Shutterstock

Jedes Kind kann Tropfen zeichnen. Doch Regentropfen weisen gar nicht diese charakteristische Tropfenform – unten rund, oben spitz – auf. Sie sind am Anfang kugelförmig, flachen dann beim Fallen auf der Unterseite wegen des Luftwiderstands zusehends ab, bis ihre Form einem Hamburger-Brötchen ähnelt. Überschreitet der Tropfen eine bestimmte Grösse, teilt er sich in mehrere kleinere auf, die wiederum kugelförmig sind. 

abspielen

So fällt ein Regentropfen. YouTube/NASA Goddard

Die grössten Tropfen sind 1 cm gross

Regentropfen auf Pflanzenblättern

In Brasilien und auf den Marshallinseln gibt es die grössten Regentropfen.  Bild: Shutterstock

Die amerikanischen Professoren Peter V. Hobbs und Arthur Rango sind Jäger der gigantischen Regentropfen. Sie messen die Tropfen mit einem Laser vom Flugzeug aus. 1995 in Brasilien und 1999 auf den Marshallinseln erwischten sie riesige Tropfen mit einem Durchmesser von mindestens 8,8 mm. Möglicherweise erreichten die Regentropfen sogar einen Durchmesser von 1 cm. 

Darts wurde wegen Regen erfunden

Darts

Die ersten Dartsspieler wurden vom Regen in eine Bar gescheucht.  Bild: Shutterstock

Darts wurde in England erfunden – da kann es nicht verwundern, dass die Entstehung des beliebten Kneipensports etwas mit Regen zu tun haben soll. Ein Regenguss trieb nämlich der Legende nach die Teilnehmer eines Bogenschiess-Wettkampfs in eine Bar, wo sie den Wettbewerb kurzerhand fortsetzten und gekürzte Pfeile auf ein Ziel an der Wand warfen. 

Die Regenmenge eines Jahres wiegt 519 Billionen Tonnen

Animiertes GIF GIF abspielen

Ein Tropfen wiegt nicht viel. Aber alle zusammen ... 
Bild: Giphy

Jedes Jahr fallen im Schnitt 519'000 km3 Wasser auf die Erde. Da ein km3 Wasser rund eine Milliarde Tonnen schwer ist, wiegt die gesamte Regenmenge 519 Billionen Tonnen. 

Nicht alle Regentropfen sind aus Wasser

Methanregen auf Saturnmond Titan

Künstlerische Darstellung eines Methangewitters auf dem Saturnmond Titan. 

In unserem Sonnensystem regnet es nicht nur auf der Erde. Auch auf der Venus oder auf dem Saturnmond Titan gibt es Niederschläge. Allerdings ist dort ein Regenschauer bedeutend weniger gemütlich als auf der Erde: Auf unserem Nachbarplaneten Venus regnet es Schwefelsäure, und es ist so heiss, dass der Niederschlag verdampft, bevor er die Oberfläche erreicht. Auf dem Titan, dem zweitgrössten Mond unseres Sonnensystems, ist der Himmel von einer dichten Wolkendecke aus Methan bedeckt. Daraus regnet flüssiges Methan ab, in 1 cm grossen Tropfen, und bildet Methan-Seen und -Flüsse.

Regen riecht nach Petrichor

Regen Strasse Asphalt

Erdiger Geruch: Asphalt nach Gewitterregen.  Bild: Shutterstock

Wenn Regen auf den Boden fällt, entsteht oft ein angenehmer Geruch – besonders nach längerer Trockenheit. Für diesen Geruch gibt es einen Begriff: «Petrichor» (aus griech. petros für «Stein» und ichor, das Blut der Götter). Der Geruch entsteht durch ätherische Öle, die von Pflanzen bei Trockenheit produziert werden und in den Boden gelangen. Wenn die Regentropfen auf dem Boden auftreffen, bilden sich kleine Bläschen, die dann platzen und aromatische Aerosole freisetzen. Diese verbinden sich mit dem stark erdig-muffig riechenden Stoff Geosmin, einem von Mikroorganismen produzierten Alkohol

«Regen» kommt von «regan»

Animiertes GIF GIF abspielen

Auf Japanisch heisst Regen 雨 (ame).
Bild: Giphy

Das Wort «Regen», althochdeutsch «regan», stammt aus dem Germanischen. Die weitere Herkunft ist laut Duden ungeklärt; die anderen indoeuropäischen Sprachen verwenden diese Wurzel jedenfalls nicht. Dafür ist sie in den skandinavischen Sprachen (regn), im Friesischen (rein), Niederländischen (regen) und Englischen (rain) vorhanden. 

Hier regnet es am meisten

Der nasseste Ort der Welt, Schild in Cherrapunji, Indien

Der nasseste Ort auf dem Planeten Erde: Schild in Cherrapunji. Bild: Wikimedia/RMehra

Legendär sind die Regenmengen, die in der Monsunzeit auf Indien niedergehen. Regenhauptstadt der Welt ist denn auch ein Ort in Indien: Cherrapunji. Die Stadt im Bundesstaat Meghalaya liegt am Fuss des Himalaja auf knapp 1500 Meter Höhe. Bei der durchschnittlichen Regenmenge pro Jahr liegt Cherrapunji mit 11'430 mm auf Platz 3 hinter dem nur 16 Kilometer entfernten Mawsynram (11'873 mm) und dem Berg Wai’ale’ale auf der Insel Kauai in Hawaii (11'684 mm). Doch der Ort hält gleich zwei Weltrekorde: 1861 wurde hier die höchste Re­genmenge gemessen, die jemals in einem Monat (9300 mm) und in einem Jahr (26'461 mm) fiel. Den Rekord für die höchste Regenmenge an einem einzigen Tag hält Foc-Foc auf La Réunion im Indischen Ozean: 1966 fielen hier in 24 Stunden 1825 mm Regen. Die höchste Regenmenge in nur einer Minute wurde auf der französischen Karibik-Insel Guadeloupe gemessen: 38 mm. 

Weitere extreme Orte auf der Welt findest du übrigens hier.

Der Regenwurm heisst nicht nach dem Regen

Regenwurm

Nützliches Getier: Regenwurm. 

Bei Regen kriechen sie aus der Erde, die Regenwürmer. Da müsste doch klar sein, dass der Name vom Regen kommt. Dem ist aber nicht so: Die Bezeichnung bezieht sich auf die fleissige Tätigkeit des Wurms – er ist ein «reger Wurm». Bis ins 16. Jahrhundert wurde er noch so genannt; der ursprüngliche deutsche Name lautete eigentlich «Tauwurm». Der nützliche Wurm kriecht übrigens bei Niederschlag nicht an die Oberfläche, weil er den Regen so sehr mag, sondern um nicht in seinen Gängen zu ertrinken. 

Diese Bilder zeigen übrigens, wie sehr sich die Welt verändert hat (aber nicht nur wegen dem Wasser...)

42 Vorher-nachher-Bilder, die zeigen, wie krass sich die Erde verändert hat

(dhr)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

BAG: 9207 neue Fälle

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Arktis-Forscher kehren entsetzt zurück: «Wir haben dem Eis beim Sterben zugeschaut»

Über ein Jahr war der deutsche Eisbrecher «Polarstern» unterwegs. In der Zentralarktis driftete er mit einer grossen Eisscholle mit. Am Montag kehrt das Forschungsschiff nach Bremerhaven zurück. Mit dabei: wertvolle Daten – und Erinnerungen an ein grosses Abenteuer.

Wenn am Montag (12. Oktober) das deutsche Forschungsschiff «Polarstern» nach einem Jahr in der Arktis in seinen Heimathafen Bremerhaven zurückkehrt, wird auch Expeditionsleiter Markus Rex an Bord sein. Der Atmosphärenphysiker hat …

Artikel lesen
Link zum Artikel