Wissen
Schweiz

Was musst du bei einem Brand tun?

Brand in Crans-Montana (Videostill)
Der Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana ist eine der schlimmsten Katastrophen in der Schweiz in den vergangenen Jahrzehnten.Bild: Le Nouvelliste

Was musst du bei einem Brand tun?

Die Katastrophe in Crans-Montana zeigt drastisch, wie gefährlich Brände sind. Wenn du weisst, was du bei einem Brand tun musst, kann das dein Leben retten.
02.01.2026, 20:3302.01.2026, 20:33

Innert kürzester Zeit wurde aus der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana eine Todesfalle. Vermutlich entzündeten an Champagnerflaschen befestigte Wunderkerzen brennbare Schallschutzelemente an der Decke. Es kam zu einem Flashover, das heisst, in dem stark erhitzten Raum entzündeten sich schlagartig brennbare Gase, was innerhalb von Sekunden zu einem Vollbrand führte. 40 Menschen starben, 115 weitere wurden teilweise lebensbedrohlich verletzt.

>>> Zum Liveticker

Zur hohen Opferzahl dürfte der Umstand beigetragen haben, dass das Feuer im Untergeschoss ausbrach, das über nur eine Treppe mit dem Erdgeschoss verbunden ist und dessen Decke eher niedrig ist. Bei geringer Raumhöhe ist es schwieriger, unter dem Rauch wegzulaufen, der sich unter der Decke verteilt; es bleibt weniger Zeit. Doch wie verhält man sich überhaupt am besten, wenn es an einem solchen Ort brennt?

So beugst du vor

Wenn es brennt

Die wichtigste Regel lautet: Ruhe bewahren, nicht in Panik verfallen! Nur mit kühlem Kopf kannst du richtig reagieren.

  • Wenn du das Feuer selbst bemerkst:
    Versuche nicht, das Feuer selbst zu löschen – im Zweifelsfall den Rückzug der Brandbekämpfung vorziehen.
    Betätige den nächstgelegenen Feuermelder und alarmiere die Personen in deiner Umgebung. Alarmiere die Feuerwehr (in der Schweiz unter der Nummer 118), sobald du dich an einem sicheren Ort befindest.
  • Folge den Anweisungen von Security und Servicepersonal.
  • Verlass das Lokal schnell, aber ruhig, sobald der Feueralarm ertönt. Verbreite keine Panik, schreie nicht, drängle nicht, sondern gehe langsam, aber bestimmt.
  • Orientiere dich, wo der nächste sichtbare Notausgang ist oder wohin die Menschen Richtung Ausgang strömen.
  • Wenn der Hauptausgang blockiert wirkt: Steuere einen alternativen gekennzeichneten Notausgang an.
  • Geh nicht zurück, etwa zur Garderobe, um deine Sachen zu holen.
  • Benutze die ausgewiesenen Fluchtwege. Benutze immer die Treppen, niemals den Lift. Er kann zur Todesfalle werden.
  • Hilf anderen Leuten: Hilf gestürzten Personen auf, begleite Kinder, alte oder beeinträchtigte Personen nach draussen.
  • Meide verrauchte Bereiche. Falls du durch den Rauch fliehen musst, gehe gebückt oder kriechend unter der Rauchschicht zum Ausgang, damit du keine giftigen Gase einatmest. Schliesse die Türen hinter dir.
  • Bevor du eine geschlossene Tür öffnest, berühre sie mit dem Handrücken. Wenn sie heiss ist, öffne sie nicht und nutze einen anderen Fluchtweg.
Rauch ist gefährlich!
Brandrauch enthält giftige Substanzen und ist lebensgefährlich. Bereits nach zwei bis drei Atemzügen kann man das Bewusstsein verlieren. Flüchte nicht durch verrauchte Räume oder Gänge und gehe gebückt, um möglichst unter dem Rauch zu bleiben.

Wenn deine Kleider Feuer fangen

  • Hülle dich in Decken oder Mäntel, um das Feuer zu ersticken. Wenn du nichts zur Verfügung hast, wirf dich zu Boden und bedecke dein Gesicht, wenn möglich. Rolle dich hin und her oder vor und zurück, bis die Flammen erlöschen. Durch Weglaufen brennt das Feuer nur noch schneller.

Wenn der Fluchtweg blockiert ist

  • Sollten alle Fluchtwege durch dichten Rauch oder Feuer unzugänglich sein: Suche einen möglichst rauchfreien Nebenraum auf, sofern vorhanden. Schliess die Tür und dichte den Türspalt mit nassen Textilien ab.
  • Geh zu einem Fenster, falls vorhanden. Mach durch Rufen, Tücher schwenken oder Licht auf dich aufmerksam. Öffne das Fenster, um frische Luft von aussen hereinzulassen. Schliesse es aber sofort, wenn Rauch von aussen eindringt. Niemals das Fenster einschlagen.

Wenn du es nach draussen geschafft hast

  • Entferne dich vom brennenden Gebäude und begebe dich zu einem womöglich vorher festgelegten Treffpunkt.
  • Kehre niemals in ein brennendes Gebäude zurück; auch dann nicht, wenn der Brand gelöscht ist, sondern erst, wenn du die Genehmigung der Feuerwehr erhalten hast.

(dhr)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Unglück in der Silvester-Nacht in Crans-Montana
1 / 24
Unglück in der Silvester-Nacht in Crans-Montana

Während einer Silvesterfeier ins Neujahr 2026 in Crans-Montana VS kam es zu einer Explosion und einem Brand in der Bar «La Constellation».

quelle: x
Auf Facebook teilenAuf X teilen
«Es gibt keine Worte, um diesen Horror zu beschreiben» – Augenzeugin berichtet vom Unglück in Crans-Montana
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
38 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Deep sea
02.01.2026 20:41registriert Juli 2015
Kurse, in welchen man lernt einen Feuerlöscher und eine Löschdecke zu benutzen und allenfalls noch den kleinen Schlauch in Gebäuden finde ich äusserst sinnvoll. Bin froh, hat mein Arbeitgeber das angeboten.

Ob es hier was geholfen hätte, lasse ich bei Seite.
680
Melden
Zum Kommentar
avatar
Macca_the_Alpacca
02.01.2026 20:54registriert Oktober 2021
Eine Frage in die Runde. Evtl. könne das nur die älteren beantworten (die Oldies). Ich habe an anderer Stelle geschrieben wie ich den Brand der Magic Factory in Schlieren erlebt habe. Da gab es keine Opfer obwohl viele Besucher anwesend waren.

Anwesend war auch ein Feuerwehrmann. Viele wollen das kaum glauben, aber früher war es im Theater, Kino, Zirkus, Nachtclubs usw. üblich dass Jemand von der Feuerwehr anwesend war. Die konnten dann entsprechend schnell handeln. Wurde das vollkommen abgeschafft? Ich glaube das nannte man Brandsicherheitswache.
472
Melden
Zum Kommentar
avatar
kaderschaufel
02.01.2026 21:29registriert Juni 2015
In diesem Fall scheint aber das Fenster einschlagen einigen das Leben gerettet zu haben, weil das so einen Ausgang mehr kreiert hat.
330
Melden
Zum Kommentar
38
«Die Frage, warum es überhaupt etwas gibt, kann die Physik nicht beantworten»
Als «ein seltenes Exemplar» wurde der renommierte Wissenschafter Heino Falcke schon bezeichnet. Denn er ist nicht nur Astrophysiker, sondern auch tiefgläubig. Ein Gespräch über Gott, Leben im Kosmos und den Beginn und das Ende von allem.
Herr Falcke, wer sich wie Sie mit den Grenzen des physikalisch Möglichen beschäftigt, landet unweigerlich bei den grundlegendsten aller Fragen: Warum gibt es überhaupt etwas – das Universum, die Erde, uns – und nicht einfach nichts?
Heino Falcke: Das müssen Sie den lieben Gott fragen (lacht). Wissenschaftlich können wir nur beschreiben, wie aus etwas, das schon da ist, etwas Neues wird. Es braucht immer einen Anfangszustand, der durch Naturgesetze weitergeführt wird. So entstehen aus dem Urknall Galaxien, Sterne und irgendwann die Welt, die wir kennen. Aber die grundlegende Frage, warum es überhaupt etwas gibt, kann die Physik nicht beantworten. Da stösst sie an ihre Grenzen.
Zur Story