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Kein Umsturz bei den Brits: Aussenminister Boris Johnson hält May die Stange

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Mehrere Minister haben Boris Johnson aufgefordert, May den Support zu verweigern. Doch der frühere Londoner Bürgermeister denkt nicht daran. Bild: OLIVIER HOSLET/EPA/KEYSTONE

(Noch) kein Umsturz bei den Brits: Aussenminister Boris Johnson hält May die Stange

11.06.2017, 05:0311.06.2017, 09:21

Nach der Wahlschlappe der Konservativen bei der Parlamentswahl in Grossbritannien hat sich Aussenminister Boris Johnson hinter Premierministerin Theresa May gestellt. «Ich unterstütze Theresa May», twitterte Johnson in der Nacht zum Sonntag.

Zuvor hatten die  Sunday Times berichtet, mehrere andere Minister hätten Johnson aufgefordert, sich für einen Sturz der Regierungschefin einzusetzen. Die Debatte über die politische Zukunft Mays war nach dem für die Konservativen enttäuschenden Wahlausgang entbrannt. Ihre Tories waren bei der Wahl zwar stärkste Kraft geblieben, hatten aber die absolute Mehrheit eingebüsst.

Minderheitsregierung noch nicht sicher

May: «Wir hoffen, dass Vertrag zustande kommt»
Die Bildung einer von den nordirischen Unionisten geduldeten Minderheitsregierung in Grossbritannien ist noch nicht in trockenen Tüchern. Die rechte Democratic Unionist Party (DUP) erklärte am Sonntag lediglich, die Gespräche seien «bislang positiv» verlaufen.

Nachdem ein Sprecher von Premierministerin Theresa May am Samstagabend bereits eine Einigung zwischen den Tories und der rechten Democratic Unionist Party (DUP) verkündet hatte, äusserte sich Downing Street am Sonntagmorgen zurückhaltend: «Wir hoffen, dass der Vertrag zustande kommt», erklärte ein Sprecher.«Die Premierministerin hat am Abend mit der DUP gesprochen, um über den Abschluss einer Vereinbarung zu diskutieren, wenn das Parlament kommende Woche seine Arbeit wieder aufnimmt», hiess es dann in der Mitteilung eines Downing-Street-Sprechers.

«Wir hoffen, dass diese Vereinbarung zustande kommt, denn er bietet die Stabilität und Sicherheit, die das Land auf dem Weg zum Brexit und darüber hinaus benötigt.»

May hatte die vorgezogenen Wahlen im April überraschend ausgerufen. Angesichts damals starker Umfragewerte hatte sie darauf gesetzt, die absolute Mehrheit ihrer Partei noch auszubauen und sich damit Rückendeckung für ihren angekündigten harten Kurs bei den Brexit-Verhandlungen zu holen.

May hat angekündigt, trotz der Schlappe weiterregieren zu wollen. Dazu will sie mit der nordirischen DUP paktieren. (sda/reu)

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