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Eine gelähmte Frau schreibt dank Elektroden im Gehirn acht Worte pro Minute am Computer. bild: Nick Statt / The Verge

Facebook erforscht Technologien, um deine Gedanken zu lesen

Es klingt wie Science-Fiction: Facebook arbeitet an Technologien zum Gedankenlesen.

20.04.17, 11:00 20.04.17, 11:33

Das weltgrösste Online-Netzwerk stellte bei seiner jährlichen Entwicklerkonferenz F8 ein Projekt vor, das es Nutzern ermöglichen soll, Nachrichten zu verfassen, ohne sie zu schreiben.

Es gehe zum Beispiel um die Möglichkeit, einem Freund eine Textnachricht zu schicken, ohne das Smartphone herauszuholen, sagte Facebook-Managerin Regina Dugan am Mittwoch (Ortszeit) auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz F8 im kalifornischen San José. Das aktuelle Ziel sei, auf 100 Worte pro Minute zu kommen.

Dugan verwies auf aktuelle Forschungen an der Stanford-Universität, in denen eine gelähmte Frau dank Elektroden im Gehirn, «so gross wie eine Bohne», acht Worte pro Minute in den Computer schreiben könne. Für eine Ausbreitung der Technologie seien Implantate aber nicht geeignet, es müsse sehr empfindliche Sensoren auf der Oberfläche des Kopfs geben.

Gedanken teilen – wie Fotos oder Videos

«Solche Technologie existiert heute nicht. Wir werden sie erfinden müssen», sagte Dugan, die vor Facebook bei Googles Zukunftslabor und der Forschungsagentur DARPA des US-Verteidigungsministeriums war. Bei Facebook arbeite ein Team aus 60 Forschern an der Vision. «Wir haben gerade erst losgelegt.»

Ein Nebeneffekt der Technologie könne auch sein, dass sich Menschen in anderen Sprachen ausdrücken könnten, ohne sie zu lernen, sagte Dugan. So könnte zum Beispiel der Gedanke an eine Tasse direkt mit dem entsprechenden Fremdwort in Spanisch oder Chinesisch umgesetzt werden. Es gehe zugleich auf keinen Fall darum, wahllos Gedanken von Menschen zu lesen, betonte Dugan. Langfristiges Ziel sei die Entwicklung einer «tragbaren Technologie» für den Massenmarkt.

«Eines Tages wird es möglich sein, einen Gedanken wie Fotos oder Videos zu teilen.»

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg

Mark Zuckerberg an der Entwicklerkonferenz F8. Bild: AP

Auch Elon Musk will Gehirn mit Computern vernetzen

Nicht nur Facebook macht sich gerade Gedanken über eine solche Technologie. Auch Tech-Milliardär Elon Musk erforscht in einer neuen Firma, wie das menschliche Gehirn direkt mit Computern vernetzt werden könne. Der 45-Jährige sei an dem Unternehmen Neuralink beteiligt, das entsprechende Elektroden entwickeln will, berichtete das «Wall Street Journal» Ende März.

Musk, Chef des Elektroautobauers Tesla und der Weltraumfirma SpaceX, hatte bereits bei einem Konferenzauftritt im vergangenen Jahr gesagt, dass er künstliches Nervengewebe zum Verbinden mit Computern für eine wichtige Zukunftstechnologie halte. Das könne Menschen helfen, mit der künftigen künstlichen Intelligenz mitzuhalten, vor deren möglichen Übermacht Musk mehrfach warnte.

Musk sprach damals von einem «direkten Interface zur Hirnrinde», insgesamt blieb er aber vage, und deshalb war unklar, ob es ein konkretes Projekt oder eine Technikfantasie ist. (oli/sda/dpa/afp)

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  • Gelöschter Benutzer 21.04.2017 12:54
    Highlight Irgendwann sind wir wie die Borg aus Star Treck...
    2 0 Melden
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  • Captain obvious 20.04.2017 17:24
    Highlight Ich mochte Zuckerberg mal. Er war ein Pionier, der es vom Nerd zum Multimillardär geschafft hat. Jetzt ist er nur noch ein Geldgeiler Kontrollfreak. Mit Rückschlägen kann er nicht umgehen und er kauft alle Apps auf, nur um sie dann zu versauen (Whatsapp und Instagram).
    12 1 Melden
    600
  • Charlie B. 20.04.2017 12:21
    Highlight «Eines Tages wird es möglich sein, dass ich mir eine Aubergine aus dem Hintern ziehen kann.»
    - Facebook-Gründer Mark Zuckerberg
    24 0 Melden
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  • Maranothar 20.04.2017 12:07
    Highlight Zuckerberg und Facebook sind die letzten die diese Technologie bekommen sollten.
    25 3 Melden
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  • Yonderboy 20.04.2017 11:18
    Highlight Pinky and the Brain... damdidamdidam....
    16 3 Melden
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  • äti 20.04.2017 11:09
    Highlight Bloss nicht. Da würde ich binnen Sekunden eingelocht. Für immer.
    21 3 Melden
    600

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