Schweiz

Reto Spiess: «Meine Liebe zu Jolanda ist eher noch stärker geworden»

Reto Spiess: «Treue ist bei uns so zuoberst, dass es schon langweilig ist».   Bild:

Interview mit dem Ehemann von Jolanda Spiess-Hegglin über unerschütterliches Vertrauen in die Partnerin, seinen Kampf um die Ehre, Heinrich Böll, Hexenprozesse und andere Dinge, die eine fünfköpfige Familie so richtig zusammenschweissen.

07.07.17, 10:03 28.08.17, 15:45
Hansi  Voigt
Hansi Voigt

Inhaltsverzeichnis:

 «Es wird nie mehr so sein, nie mehr. Sie machen das Mädchen fertig. Wenn nicht die Polizei, dann die ZEITUNG, und wenn die ZEITUNG die Lust an ihr verliert, dann machen’s die Leute.»

«Die verlorene Ehre der Katharina Blum» Heinrich Böll

Wenn die Geschichte von den K.O.-Tropfen nicht stimmt, dann war es so: Jolanda Spiess-Hegglin, grünalternative Zuger Kantonsrätin und Co-Parteipräsidentin, dreifache Mutter, seit 11 Jahren verheiratet, aussichtsreiche Anwärterin auf einen Sitz im Nationalrat, auffallend hübsch, lässt sich nach ein paar Gläsern Alkohol vom Steuerbeamten Markus Hürlimann, SVP, während der traditionellen Landammannfeier, zünftig, und, nach vorangegangener Liebelei vor allen anwesenden Zuger Kantonsräten, im offenen Nebenzimmer – der «Captain's Lounge» – mal so richtig durchvögeln. Dabei oder danach muss sie sich erbrechen, was der Einvernehmlichkeit aber keinen Abbruch tut. Gemeinsam machen sie sich anschliessend auf den Heimweg –  Youporn grüsst den Kanton Zug!

Alle Zeugen der Feier beschreiben die Euphorie, den Rededrang, die überraschende Flirterei, die überhandnehmende Zuneigung und schliesslich die unbändige Lust der beiden jungen Politiker, die sich anschliessend gar nicht oder nur noch bruchstückhaft erinnern können. Dass die Zeugen damit alle die Symptome und, bei «richtiger» Dosierung, den fast typischen Verlauf nach Einnahme von K.O.-Tropfen beschreiben, von der Euphorie bis zur schieren Geilheit, wissen sie nicht. Wer kennt sich schon mit Partydrogen aus? Gesehen hat man davon nichts. Drei Glas Rotwein hingegen schon! So nehmen alle Anwesenden an, zwei leicht angetrunkene Turteltäubchen vor sich zu haben und fällen, ohne es zu wissen, damit das moralische und bis heute nicht revidierte Urteil über Spiess-Hegglin und Hürlimann. Ihre Zeugenaussagen finden, in einer selektiven Auswahl, den Weg in die Berichterstattung und bezeugen immer die gleiche Geschichte: Die schöne Linke wird vom strammen Rechten flachgelegt.

Als Spiess-Hegglin der Nachweis von Substanzen, auch wegen Fehlern im Spital, nicht gelingt, kommt es in der medialen Öffentlichkeit zur Umkehr der Beweislast. Spiess-Hegglin wird vom bedauerlichen Opfer zur lustgetriebenen Täterin. Je heftiger sich Jolanda Spiess-Hegglin dagegen wehrt, desto barscher wird sie von den Medien durchgereicht. Vom Opfer zur Täterin, zur mediengeilen Nervensäge, die Ruhe geben solle. Die einen fürchten um die beschmutzte Ehre des Kantons, die anderen wollen einfach langsam wieder was anderes lesen.

Die Euphorie-Tropfen und ihre Folgen

Das Perfideste an K.O.Tropfen ist vermutlich der Name. Sie müssten treffender Euphorie-Redeschwall-Anhänglichkeits-Geilmacher-Amnesie-Tropfen heissen. Das ist, bei entsprechender Dosierung, der Verlauf, etwa nach Einnahme der leicht erhältlichen Substanz Gamma-Hydroxy-Buttersäure (GHB). Dies macht die Tropfen, etwa in der Party-Szene, so beliebt. «K.O.» – im klassischen Sinn – geht man nur bei einer Überdosis. Die von Polizei, Fach- und Anlaufstellen, Opfern und Partydrogenkonsumenten gesammelten Erfahrungen decken sich mehr oder weniger 1:1 mit der Beschreibung des Zustands von Jolanda Spiess-Hegglin durch Zeugen und Anwesende an der Landammannfeier und durch ihren Ehemann, der sie am frühen Morgen nach der Feier zu Hause vorfand. Trotz nachweislich vergleichsweise geringem Alkoholkonsum wird ihr hohe Redseligkeit und Anhänglichkeit und einvernehmliches Flirten mit dem politischen Gegner Markus Hürlimann nachgesagt. Die Einnahme von K.O.-Tropfen kann am nächsten Tag, wie in 95 von 100 Fällen, nicht nachgewiesen werden. Auch der gemessene Alkoholwert lag rund 18 Stunden später bei 0,0 Promille.

Spiess-Hegglin blieb bis heute stets bei ihrer ersten Version, dass es gegen ihren Willen oder unter Verabreichung von Drogen zu Sex kam. Hürlimanns Aussagen divergieren, aufgrund von Erinnerungslücken, massiv. Er streitet ab, dass es überhaupt zum Geschlechtsakt kam, und spricht von «Fremdküssen». Erst der Nachweis von Hürlimanns DNA-Spuren in der Vagina und auf dem Slip von Spiess-Hegglin belegt sexuelle Handlungen. Hürlimanns bruchstückhafte Erinnerung inklusive Filmriss könnte darauf hindeuten, dass ihm ebenfalls «etwas» verabreicht wurde und er selbst ein Opfer wurde. Laut Spiess-Hegglin die wahrscheinlichste Variante. Dies würde allerdings bedeuten, dass eine dritte Person beteiligt gewesen war. 

Bis heute, zweieinhalb Jahre nach der Feier, ist dies immer noch die plausibelste Variante: Jolanda Spiess-Hegglin und vermutlich Markus Hürlimann bekamen – womöglich als blöder Scherz gedacht – beide eine höchst euphorisierende Dosis einer unbekannten Substanz verabreicht. Die Einnahme von Substanzen, etwa der Partydroge GHB, konnte nicht nachgewiesen werden. Entkräftet ist diese Version dadurch nicht, denn laut forensischem Gutachten werden jährlich hunderte neue stimulierende synthetische Substanzen entwickelt, zu denen es kein Nachweisverfahren gibt. Zum ersten Mal überhaupt nimmt Ehemann Reto Spiess, der seine Frau Jolanda als erster nach der Landammann-Feier sah, öffentlich und ausführlich Stellung.

Herr Spiess, Ihre Frau ist als die bekannteste ertappte Fremdgeherin in die Schweizer Mediengeschichte eingegangen und Sie als der «Gehörnte» («Blick»), der seine mediengeile Frau nicht im Griff hat. Was sagen Sie dazu?
Reto Spiess: Wer sich in gewissen Medien ein Bild von uns gemacht hat, kann das denken. Stimmen tut es deshalb nicht. Es sagt aber mindestens so viel über die Leute aus, wie über die Medien, die sie konsumieren.

Aber es lässt Sie nicht kalt, was man von Ihnen denkt?
Nein, es lässt mich nicht kalt. Bei Menschen, die ich näher kenne ist es mir sehr wichtig, dass sie mich verstehen. Es macht mich deshalb wirklich ranzig, wenn mir Bekannte plötzlich ausweichen. Denn dann hab ich gar keine Chance, meine Position darzulegen. Das verletzt mich am meisten.

Was machen Sie gegen dieses Image? Auch auf Facebook einsamen Wutbürgern hinterherjagen, um sie zur Rechenschaft zu ziehen, wie Ihre Frau?
Ich gehe auf sehr viele Menschen, die mir nahe sind oder waren, direkt zu. Ich rede mit ihnen oder schreibe ihnen Mails. Ich gehe da einen anderen Weg als Jolanda, die sich stark über soziale Medien artikuliert. Das liegt mir nicht. Ich habe erst seit letztem Jahr ein Handy.

Wie gehen Sie vor?
Leuten, die sich in der Debatte im Ton vergriffen haben oder Unsinn verbreiten, habe ich ein freundliches Mail geschrieben. Etwa so tönte das dann: «Sehr geehrter Herr Parteipräsident XY, ich bin der Ehemann von Frau Spiess-Hegglin ...» In der Regel ist den Konfrontierten dann nicht mehr viel eingefallen. Die meisten wurden ruhig, einige wurden einsichtig und einige haben wir aus dem Bekanntenkreis aussortiert.

Gezählt acht von zehn Journalisten, die mal etwas mit der Berichterstattung über Jolanda Spiess-Hegglin zu tun hatten, haben mir im Gespräch versichert, dass ihre Artikel im Nachhinein betrachtet nicht ganz korrekt waren. Dann haben sich aber fast alle beeilt, mich zu warnen, dass ich die Finger vom Fall Spiess-Hegglin lassen solle. Sie behaupten, Jolanda habe bezüglich Journalisten schwer einen an der Waffel. Woher kommt das? Womit muss ich rechnen?
Das sind vermutlich die gleichen Leute, die von Richtern oder Presseräten auf die Finger bekommen haben. Sie können sich entspannen. 

«Jolanda Spiess-Hegglin schadet den Frauen.»

Michèle Binswanger Tagesanzeiger

Es ist ja nachvollziehbar, dass Sie Ihrer Frau glauben. Aber woher kommt diese Unerschütterlichkeit?
Im Gegensatz zu allen anderen habe ich Jolanda unmittelbar nach ihrer Rückkehr von der Feier gesehen. Ich habe mir, nachdem ich aufgewacht bin, ein eigenes Bild von ihrem Zustand machen können. Ich habe mich oft gefragt, was ich gedacht hätte, wenn ich erst am nächsten Morgen auf ihre Schilderungen hätte vertrauen müssen. Vielleicht hätte ich dann auch Zweifel gehabt und mich allenfalls betrogen gefühlt. Aber so, wie ich Jolanda unmittelbar bei ihrer Rückkehr erlebt habe, in diesem Zustand, sicher nicht.

Sie gaben zu Protokoll, sie wirkte wie «sturzbetrunken»?
Ich habe versucht, mit ihr zu sprechen, aber Jolanda war nicht ansprechbar. Sie schien verwirrt und wirkte apathisch und hatte einen glasigen Blick. Ich habe sie kaum noch gekannt. Sie antwortete knapp mit Ja und Nein, aber war völlig fremd. Ich konnte mir absolut keinen Reim drauf machen und habe mir grosse Sorgen gemacht. Denn sie wirkte nur auf den ersten Blick «betrunken». Motorisch war sie absolut kontrolliert unterwegs. So habe ich das zu Protokoll gegeben. Aufgegriffen wurde nur «sturzbetrunken».

Und was passierte dann?
Meine Frau schlief dann ein. Aber ich habe kein Auge zugetan. Ich war schockiert und beunruhigt. Ich habe in regelmässigen Abständen zu ihr geschaut. Der Eindruck, dass Jolanda unter Drogeneinfluss gestanden haben könnte, kam mir in dieser Nacht. Noch bevor sie am Morgen wieder aufgewacht ist und bevor sie mir den Verlauf des Abends überhaupt schildern konnte.

Dann waren Sie es, der mit den K.O.-Tropfen angefangen hat?
Wenn Sie so wollen: Ja. 

Was glauben Sie, ist auf dem Schiff und danach passiert?
Ich verlasse mich da eigentlich auf die Ermittlungsprotokolle. Dass meine Frau an einer Landamman-Feier wegen drei Gläsern Rotwein unbändige Lust auf einen Ratskollegen verspürt, halte ich allerdings für völlig absurd. 

«Du bist die grösste Fotze des Landes. Schau dir deinen armen Ehemann und deine armen Kinder an.»

Anonymer Briefschreiber, Juni 2017

Aber manchmal haben Sie doch sicher Ihre Zweifel?
Wir sind seit 11 Jahren verheiratet und seit 14 Jahren ein Paar. Treue ist bei uns so zuoberst, dass es schon langweilig ist. Der Vorfall ereignete sich ohne jede Vorgeschichte. Ich hatte nie etwas mit einer anderen und Jolanda hat nicht einmal einen Zweifel bei mir wachsen lassen in all den Jahren. Diese solide Basis ist ausschlaggebend, dass ich nicht eine Sekunde das Vertrauen verloren habe. Ausserdem hatte ich vom ersten Moment an immer Einsicht in jedes Detail der Vernehmungsakten. Ich habe keinen Zweifel. Weder an meiner Frau noch an ihrer Version der Geschehnisse. Ausserdem hätte sich Jolanda keinen Rechtsaussen an der Landammann-Feier geangelt.

Aber laut «Zuger Zeitung» wurden Ihre Frau und Hürlimann schon zwei Tage vorher zusammen gesehen ...
... und hat gleichzeitig mit mir zusammen eine Schwarzwurzelschaum-Suppe gekocht, die übrigens nicht auf Anhieb gelang. Der Zeitungsbericht fusste auf einer blanken Lüge. Genau wie die spätere Behauptung, wir hätten uns getrennt.

Reto Spiess-Hegglin: «Man sollte keineswegs Gras über die Sache wachsen lassen.» Bild: Facebook/Jolanda Spiess-Hegglin

Wie oft haben Sie Ihrer Frau schon gesagt, dass sie jetzt endlich mal Ruhe geben soll, damit Gras über die Sache wächst?
Ich finde keineswegs, dass man Gras über die Sache wachsen lassen sollte. Über eine Sache zu reden ist im Interesse der Opfer. Wir gehen vielleicht unterschiedlich vor, aber wir kämpfen beide. Jolanda vielleicht etwas laut in den Medien, ich leise und direkt.  

Meinen Sie, diese Sache geht jemals vorbei? Wann wäre es aus Ihrer Sicht vorbei?
Es hat schon ein bisschen angefangen, vorbei zu sein. Ein kleines bisschen. Die Presseratsverurteilung der «Blick»-Berichterstattung, das erstinstanzliche Urteil gegen Philipp Guts «Weltwoche»-Artikel, die Entschuldigung in der «Zuger Zeitung», das sind alles wichtige Schritte. Leider braucht die Rehabilitation unendlich lange. Aber immerhin kann Jolanda in ihrer Argumentation jetzt auf Gerichtsentscheide zurückgreifen.

«Und immer noch suchen sie Ausreden.»

«Blick»-Titelzeile  autoren: romina lenzlnger, michael Sahli

Ihre Frau zieht mit ihrem guten Aussehen vermutlich auch zahlreiche sexuell motivierte Betrachter an. Trotzdem versteckt sie sich nicht. Haben Sie ihr noch nie gesagt, «jetzt zieh dir mal was Anständiges an, denn so werden wir die Wut-Wixer ja nie los»?
Diese Frage trieft nur so vor Sexismus. Die Frau soll ihrem Mann gefallen, sich aber nicht zu aufreizend anziehen, da sie sich sonst nicht wundern muss, wenn sie von einem anderen begrapscht wird. In einer solchen Welt will ich nicht leben. Wenn wir uns am Schluss nicht mehr getrauen, uns in einem schulterfreien Leibchen zu zeigen, sind wir gedanklich recht nah bei den Taliban. Das bin ich nicht.

Kann man die Kinder schützen?
Wir mussten den Kindern erzählen, dass etwas Schlimmes passiert ist und dass sie nicht glauben sollen, was in der Zeitung steht. Dem Ältesten haben wir eingeschärft, dass er keine Artikel lesen soll, die über seine Mama geschrieben werden. Wenn er etwa im Bus sieht, dass in «20 Minuten» etwas geschrieben wurde, soll er es zu uns bringen und dann schauen wir es gemeinsam an.

Was passiert an der Schule? Was erzählen andere Kinder?
Wir haben mit den Lehrpersonen ein Vorgehen definiert. Ich glaube wir würden hören, wenn es zu Vorfällen oder Mobbing käme.

Würden Sie sich, nach der gemachten Medienerfahrung, freuen, wenn eines Ihrer Kinder Journalist werden will?
Das wäre sicher ein sehr verantwortungsvoller Beruf. Aber so wenig, wie ich meiner Frau vorschreibe, was sie anziehen soll, sage ich meinen Kindern, was sie werden sollen. Das ergibt sich. Hauptsache, sie werden glücklich.

Zurück zur Juristerei und der Ehre. Sie haben gegen die «Weltwoche» gewonnen und der Presserat hat den «Blick» gerügt. Aber nicht jede Unwahrheit ist einklagbar.
Das stimmt. Etwas vom Schlimmsten für uns war ein Artikel im «Tages-Anzeiger». Dort wurde von der warmen Redaktionsstube heraus verkündet, dass es richtige und falsche Opfer gibt. Der Titel des Artikels von Michèle Binswanger lautete: «Jolanda Spiess-Hegglin schadet der Sache der Frauen.» Tenor des Kommentars: Wenn Jolanda nicht beweisen kann, dass sie K.O-Tropfen verabreicht bekommen habe, solle sie den Mund halten. Diese vollkommene Umkehr der Beweislast in einer Qualitätszeitung serviert zu bekommen, nahm uns förmlich den Atem. Der Schaden ist in diesem Fall noch grösser als bei einem Boulevard-Blatt. Man hat medial keine Ausweichmöglichkeit mehr «nach oben».

Die verlorene Ehre der Jolanda Spiess-Hegglin erinnert fatal an den ähnlich lautenden Roman von Heinrich Böll. Dort wird ein Hausmädchen, das sich in einen flüchtigen Terrorverdächtigen verliebt, nach allen Regeln der Medienkunst durch die Mangel einer Boulevard-Zeitung gedreht. Am Schluss erschiesst Katharina Blum den Reporter. Aus Sicht des Betrachters schon fast in Notwehr, jedenfalls in einer nachvollziehbaren Logik. Irgendwelche Exekutionsgelüste gehabt?
(Lacht). Ich habe mich lustigerweise schon früher einmal sehr intensiv mit dem Buch von Heinrich Böll auseinandergesetzt. Während des Gymis für eine Arbeit. Damals hielt ich das für faszinierend, aber weitgehend für überzeichnet. Ich konnte mir allenfalls vorstellen, dass das in Deutschland in der «Bild»-Zeitung möglich ist. Aber hier nicht. Da hab ich zu sehr an unsere Gesellschaft geglaubt.

Heinrich Bölls Buch: «Haben wir fast 1:1 so erlebt».

Zu Unrecht?
Ich hab das Buch seither wieder gelesen. Und ich muss sagen, ich bin über die Parallelen zu unserem Fall erschrocken. Für mich ist etwas, das ich 1990 für Fiktion hielt, im Jahr 2015 zur Realität geworden. Die von Böll beschriebenen Abläufe über Medienprozesse, Projektion von aussen, Ohnmacht, Sprachlosigkeit und Ehrverlust haben wir fast 1:1 so erlebt.

Aber Sie planen nicht, einen Journalisten zu erschiessen?
(Lacht nicht). Die Gewalt richtet sich normalerweise bei so einer Medientraumatisierung gegen sich selbst. Niemand hätte sich wundern dürfen, wenn sich Jolanda Gewalt angetan hätte. Umso besser ist es, dass Jolanda einen anderen Weg gewählt hat.

Welchen Weg meinen Sie? 
Sie hat ihre Ohnmacht überwunden, indem sie sich wehrt. Einerseits gerichtlich, andererseits aber auch, indem sie sich, vor allem in den sozialen Medien, Gehör verschafft und offen mit ihrem Fall umgeht. So anstrengend das ist, ich glaube, ohne die Möglichkeit, sofort auf Facebook auf alles reagieren zu können und zu merken, dass es doch ein paar Leute auf ihrer Seite gibt, wäre Jolanda verzweifelt.

Obwohl sie damit immer wieder neue Angriffsfläche bietet? Viele wollen einfach nichts mehr hören von dem Fall. Vermutlich gelten auch Sie, nach diesem ersten Interview, als mediengeil.
Der Vorwurf der Mediengeilheit ist nichts als eine latente Unterdrückungskampagne. Man will Jolanda mundtot machen. Wir sollen mit dem falschen Bild von uns leben und endlich Ruhe geben.

Warum geben Sie ausgerechnet jetzt Ihr erstes Interview?
Nachdem wir ein Jahr durch den medialen Fleischwolf gedreht wurden, folgte eine Phase, wo grosse Teile der Gesellschaft nichts mehr hören wollten, die Berichterstattung und die Ungewissheit nicht mehr ertrugen. Erst jetzt, wo Journalisten verurteilt werden und Entschuldigungen veröffentlich werden, scheint der Zeitpunkt für eine besonnene Aufarbeitung gekommen. 

Es wird heissen: Ja geben denn die nie Ruhe! Jetzt redet auch noch der Mann. Die Meinungen sind gemacht, man will vermutlich gar keine andere. Wenn man die Spiess-Hegglins wegzappen könnte, würde man sie wegzappen.
Das bedauern vermutlich einige, dass diese Fernsteuerung kaputt ist.

Sind Sie stolz auf Ihre Frau?
Das war ich schon immer und bin es auch jetzt. Wie man so ungebrochen aus so einer Psycho-Hölle hervortreten kann, das finde ich unfassbar. Und der Optimismus, den sie dabei an den Tag legt, auch in den ausweglosesten Zeiten, und die Energie und das positive Denken, mit der sie den ganzen Müll abschüttelt, das finde ich unglaublich. Wir konnten uns immer gegenseitig stützen. Aber Jolanda ist fast noch schneller aus dem ganz tiefen Tal herausgekommen als ich. Wir mussten und müssen ja auch immer an die Kinder denken. Und inzwischen hat Jolanda wieder so eine positive Ausstrahlung und einen Optimismus, sie gibt uns allen wieder Kraft.

Geht sie am Ende vielleicht sogar gestärkt aus der Sache hervor?
Man sagt das immer so leicht: Was mich nicht umbringt, macht mich stärker. Sie musste ihre gesamte politische Karriere über Bord werfen, war arbeitsunfähig und ist immer noch Beschimpfungen und Drohungen ohnegleichen ausgesetzt. Erst aus grösserer zeitlicher Distanz kann man das abstrahieren und inzwischen tatsächlich auch wieder Kraft aus dem Geschehenen schöpfen.

Wo zeigt sich das?
Jolanda baut sich da zurzeit etwas auf. Wer hat inzwischen mehr Kompetenz in diesen Themen? Sie kann ihre Erfahrungen weitergeben. Etwa mit dem Verein, den sie gegründet hat. Sie bekommt für diese Arbeit sehr viel positives Feedback, das sie trägt.

Viele feiern Jolanda Spiess-Hegglin inzwischen dafür, dass sie dem Internet quasi im Alleingang Manieren beizubringen versucht. Ist das nicht etwas viel erwartet?
Ich glaube nicht, dass sie sich das je so überlegt hat. Sie sieht einfach die Missstände und denkt vermutlich, jemand muss es ja machen. Und dann packt sie es an.

Können Sie das ganze Thema überhaupt noch hören?
Ich brauche heute noch, mehr als zwei Jahre danach, jeden Tag das Gespräch zum Thema. Mein Bedarf ist diesbezüglich überhaupt noch nicht gedeckt. Wir sprechen täglich darüber, aber erst wenn die Kinder im Bett sind.

Dann sind Sie immer noch am Bewältigen der Ereignisse?
Ja sicher. Als medizinischer Laie würde ich die Verarbeitung in drei Phasen unterteilen. Zunächst galt es, das Ereignis zu verarbeiten. Das ging sogar relativ schnell. Danach folgte das Medientrauma. Dieses hielt sich mehr als zwei Jahre, bis es schliesslich von der dritten Phase überlagert wurde. Heute beschäftigen mich vor allem noch die Folgen der medialen Hexenjagd. Fast ein Jahr lang lebte ich getragen von einer inneren Zuversicht. Ich war überzeugt, dass nicht nur die Familie, sondern auch ein sehr weit gefasster Kollegenkreis voll hinter uns steht. Ich habe es lange gar nicht für nötig gehalten, das Thema anzusprechen und wurde selten angesprochen. Es war für mich dann niederschmetternd zu erkennen, dass es da durchaus Ausnahmen gab.

Wie erlebten Sie diese Ausnahmen?
Der vermeintlich Charakterfeste entpuppte sich plötzlich als Opportunist, der freundliche Nachbar wird zum blinden Ignoranten und der Vertraute zum Verräter. Solche Erfahrungen führten zu einer dritten Traumawelle. Ich kämpfte gegen Gefühle von Misstrauen, Entfremdung und Isolation. 

Sie reden in Vergangenheitsform?
Heute würde ich sagen, dass auch diese letzte Welle klar am Abflachen ist. Im Kollegenkreis musste ich mit einzelnen Personen brechen. In einer Extremsituation, wie wir sie erleben mussten, trennt sich die Spreu vom Weizen. Schönwetterkollegen haben wir aussortiert. Dies schafft auch Raum für Neues.

Und wie sieht es jetzt mit Ihrer Beziehung aus? Wenn man Ihnen zuhört, hat man ja fast das Gefühl, dass Sie einander unheimlich nah sind.
Das kann ich so bestätigen. Meine Liebe zu Jolanda ist eher noch stärker als vorher. Ich weiss nicht, ob es daran liegt, dass unsere Hochzeit im Gotthard-Bunker stattfand, aber wir haben ganz sicher etwas Unerschütterliches.

«Wir haben ganz sicher etwas Unerschütterliches»: Jolanda und Reto Spiess-Hegglin.  Bild: zvg

Die 4 wichtigsten Fragen zum Fall

Bild: KEYSTONE

Hat Jolanda Spiess-Hegglin Markus Hürlimann wegen Schändung angezeigt?

Nein. Der Verdacht auf Schändung löst im Kanton Zug ein Offizial-Verfahren aus. Der Bericht des Kantonsspitals Zug führte entsprechend zu den Ermittlungen der Polizei gegen Hürlimann und seiner Verhaftung. «In der Verfügung, die zur Einstellung des Strafverfahrens gegen Markus Hürlimann geführt hat, hat Spiess-Hegglin in keiner Weise ihren Kollegen beschuldigt», gibt Staatsanwalt Ulrich Krättli anlässlich des Prozesses gegen Weltwoche-Vize Philipp Gut zu Protokoll. Der in SVP-Kreisen und von der «Weltwoche» kolportierte Vorwurf, «die linke Frau hätte den rechten Mann planmässig falsch beschuldigt», wurde bei diesem Anlass als üble Nachrede taxiert und der Autor Philipp Gut von Einzelrichter Claudio Maira erstinstanzlich zu einer saftigen Strafe verdonnert. Gegenseitige Anzeigen, die aus der späteren Berichterstattung entstanden, sind noch hängig, haben aber nichts mit dem ursprünglichen «Verdacht auf Schändung» zu tun.

Ist Jolanda Spiess-Hegglin mit der Geschichte an die Medien gegangen?

Wie der Fall an die Medien gelangte, ist unklar. Polizei, Kantonsspital und die beiden Exponenten kommen als Quelle in Frage. Als erste wusste die Online-Redaktion von «Zentralplus» vom Vorfall und brachte die Geschichte. Die Redaktion beruft sich auf Quellenschutz, machte aber später ausdrücklich öffentlich, dass sie die Information nicht von Jolanda Spiess-Hegglin bekamen. Die Namen von Spiess-Hegglin und Hürlimann nannte tags darauf der «Blick» zum ersten Mal. Dafür wurde die Boulevard-Zeitung schon vor über einem Jahr vom Presserat gerügt. Das hält die Zeitung im Anschluss nicht davon ab, zu suggerieren, Spiess-Hegglin sei mediengeil und solle endlich Ruhe geben. Ein plausibles Motiv, an die Öffentlichkeit zu gehen, hatten weder Spiess-Hegglin noch Hürlimann.

Was macht eigentlich der dritte Mann?

Sowohl Jolanda Spiess-Hegglin als auch Markus Hürlimann haben in der «Captain's Lounge» eine weitere Person gesehen. Hürlimann, der von K.O.-Tropfen nichts wissen will, sich aber laut Protokoll weder erklären kann, woher er seine Blessuren hat, und sich an keinen Akt erinnern kann, hat aber «eine Erinnerung, wie Licht angeht, wie jemand uns überrascht». Auch Spiess-Hegglin erinnert sich bruchstückhaft an «Neonröhren über mir und zwei Männer. (...) Vor mir ist Markus Hürlimann mit entblösstem, erigiertem Penis. Ich glaube auch, dass er unten die Hosen anhatte. Ich sah noch einen Mann, (...), er stand rechts von ihm.» Es handelte sich bei dem beschriebenen Mann ebenfalls um einen SVP-Politiker. Ein halbes Jahr nach dem Zuger Vorfall wechselt er die Stelle, tritt unter Bedauern von sämtlichen politischen Ämtern zurück und zieht für ein Jahr nach Genf. Inzwischen ist er in Zürich als Berater tätig. «Ich habe mit der Sache nichts zu tun», erklärt er auf Anfrage. Am Telefon bittet er, mal drohend, mal flehend, «nicht im Zusammenhang mit dem Vorfall genannt zu werden». Obwohl er als Berater vermutlich davon profitieren würde, will er von einem Comeback in der Politik und auf der öffentlichen Bühne nichts wissen.

Wieso will Hürlimann nichts von K.O.-Tropfen wissen?

Das ist eigentlich die Schlüsselfrage. Denn Hürlimanns Verhalten, seine Aussetzer und Filmrisse, die er zu Protokoll gibt, lassen die Vermutung zu, dass er genauso ein Opfer einer verabreichten Substanz wurde. Die Erinnerung kam erst später, Stück für Stück und nach Konsultation seines Anwalts. Zunächst gab er an, nur Erinnerungsfetzen zu haben. Am 24.12.14 weiss sein Anwalt zum Schändungsvorwurf bestimmt: «Es war alles einvernehmlich». Mit «Es» wird der Geschlechtsverkehr nicht bestritten. Später, nach Einsicht in die Spitalakten, mit seiner nachgewiesenen DNA in der Vagina von Spiess-Hegglin, spricht Hürlimann von «Fremdküssen». Juristisch macht dies aus Sicht des damals Angeschuldigten Sinn. Als Mann würde man ihm die Opferrolle und die ebenfalls unbeabsichtigte Einnahme von irgendwelchen Substanzen schwer abnehmen. So gesehen fährt er mit der Variante «einvernehmlicher Sex nach viel Alkohol» wesentlich besser. Dass die DNA durch «Fremdküssen» und nicht durch den vollzogenen Geschlechtsakt in die Vagina kam, ist insofern wichtig, weil der Alkoholkonsum im vermuteten Ausmass nicht nur zu Filmrissen, sondern auch zu einer beeinträchtigten Errektionsfähigkeit führen würde. Weder schriftlich noch am Telefon wollte Hürlimann zu den Vorfällen Stellung nehmen.

19 mal unter den Top-Five-Storys des «Blick»

Bild: KEYSTONE

Über Jolanda Spiess-Hegglin sind gemäss Schweizer Mediendatenbank (SMD) 1530 Artikel geschrieben worden. 47 vor und 1483 nach der verhängnisvollen Landammann-Feier. Spiess-Hegglin war im Jahr 2015 hinter Stan Wawrinka und Sepp Blatter die drittmeist gegoogelte Person der Schweiz. Das Interesse an ihr schlug sich in herausragenden Click-Zahlen nieder. 19 Mal war eine Spiess-Hegglin Geschichte laut SMD unter den fünf meistgelesenen «Blick»-Geschichten. Das lässt sich gut kapitalisieren, wie ein grobes Rechenbeispiel zeigt.

Die meistgelesenen Geschichten werden beim «Blick», dem grössten oder zweitgrössten Newsportal der Schweiz, rund 800'000 bis eine Million mal angeklickt. Diese Top-Stories generieren jeweils rund 2,5 Millionen Werbeeinblendungen. Bei einem branchenüblichen Tausenderkontaktpreis dürfte so allein auf «Blick» online mit den 19 Top-5-Geschichten über Spiess-Hegglin ein Brutto-Umsatz von 80 - 100'000 Franken erzielt worden sein. Die breite Masse an Online-Artikeln zu Spiess-Hegglin, die nicht die «Blick»-Top-5-Position erreichten, die «Blick-am-Abend»-Artikel und die erzielten Print-Umsätze in «Blick» und «Sonntagsblick» sind nicht eingerechnet.

Ringier wurde wegen der Nennung der Namen der Beteiligten vom Presserat gerügt. Die Berichterstattung seitens «Blick» ist aber erst in dem Moment deutlich abgeflacht, als Spiess-Hegglin eine Klage gegen Ringier eingereicht hat. Der Prozess steht noch aus. 

Die Medien und das K.O.-Argument

Bild: KEYSTONE

Obwohl der an der Landammann-Feier bezeugte Verlauf ziemlich genau einer gut dosierten Reise durch die Nacht auf K.O.-Tropfen entspricht, nährt sich daraus bis heute die Unglaubwürdigkeit von Spiess-Hegglin und der Verlust ihrer Ehre. Die Vermutung liegt nahe, dass keiner der berichtenden Journalisten genaue Kenntnis über die Symptome nach Einnahme von K.O.-Tropfen hatte. Auf die zwei Fragen, ob sie heute noch ähnlich über den Fall berichten würden und ob sie damals irgendeine Ahnung von der Wirkung von K.O.-Tropfen gehabt hatten oder sich darüber informiert haben, wollte oder konnte keine (!) der angefragten Autoren oder Autorinnen, die für «Blick», «Tagesanzeiger» und «NZZ» schreiben, Auskunft geben.

«Wie die Tropfen wirken, haben glaub's die anderen irgendwann mal recherchiert. Ich habe das damals jedenfalls nicht gewusst und ja, das mit der umgekehrten Beweislast hat schon was.»

Auf Anonymität pochende/r «Reporter/in» zwei Jahre nach der Berichterstattung

Bei «Blick» verweist man an den Chefredaktor bzw. den Rechtsdienst und auf ein laufendes Verfahren, bei der «NZZ» auf Ferienaufenthalt, bei «Tages-Anzeiger» gab's gar kein Feedback. Der Verdacht, dass die gesamte Berichterstattung ohne genauere Vorstellung über die Wirkung von K.O.-Tropfen vonstatten ging, bestätigte sich in persönlichen und unter Zusicherung der Anonymität erfolgten mündlichen Gesprächen. Mindestens zwei Autoren/innen haben sich rein auf «ihr Gefühl» verlassen. Dass mit diesem «Gefühl» das Urteil gefällt wurde beziehungsweise die öffentliche Meinung bis heute gemacht wurde, gibt mindestens einer/m Redaktor/in zu denken. Er/Sie erklärt nachdenklich, dass er/sie das mit der euphorisierenden Wirkung von K.O.-Tropfen schlicht nicht gewusst habe, «und das mit der umgekehrten Beweislast hat schon was.»

Juristische Instanzen kennen eine Berufung. Die öffentliche Meinung kennt dieses Prinzip nicht. Dass sich Boulevard-Medien vergaloppieren können, ist bekannt. Aber auch die «klärende Rolle» von «Qualitätsmedien» blieb Spiess-Hegglin versagt. Im «Tages-Anzeiger»-wird im März 2015 von Michèle Binswanger attestiert, «Spiess-Hegglin schadet den Frauen». Die gleiche Autorin schiesst auch privat auf ihrem Twitter-Account gegen Spiess-Hegglin und gibt sich im Mai 2017 in einem Video als «Sachverständige» zuversichtlich, dass Philipp Gut den Prozess gegen Spiess Hegglin gewinnen (!) wird Einer anderen Journalistin gegenüber, die von ihr wissen wollte, worauf sie sich in ihrem so festen Urteil stütze, antwortete sie: «Mein Gefühl!»* Michèle Binswanger reagierte auf die entsprechenden Nachfragen nicht.

Die Zukunft

Bild: KEYSTONE

«Wenn man weiss, dass eine ganze Gruppe andauernd über einen berichtet, braucht es eine enorme Selbstdisziplin, diese Kommentare nicht zu lesen.» (...) Wer hingegen sachlich und distanziert mit den Kommentaren umgehen könne, dem rate er durchaus zum «Counter Speech». Jolanda Spiess-Hegglin sei ein gutes Beispiel, sagt der Pädagoge und Social Media Experte Philipp Wampfler: «Sie teilt jeden Hasskommentar auf Facebook.»

Jolanda Spiess-Hegglin im Einsatz für NetzCourage. Bild: Facebook

Was zunächst nach viraler Selbstzerstörung klingt, und von zahlreichen Betrachtern als Mediengeilheit ausgelegt worden ist, ist Jolanda Spiess-Hegglins Art, ihr Medien-Trauma zu überwinden. Sie lässt nichts unbeantwortet stehen und wehrt sich mit juristischen Mitteln gegen die Flut von analogen und digitalen Hassmeldungen. Vor einem Jahr, als die Ex-Kantonsrätin anfing, dem Internet und vor allem Facebook quasi im Alleingang Umgangsformen und schweizerische Rechtssprechung beizubringen, hätte niemand damit gerechnet, dass sie das durchhält. Aber Spiess-Hegglin ist zäh und wächst offenbar an der Aufgabe.

Inzwischen hat sie den Verein «NetzCourage» gegründet, der sich für die Opfer von Hate-Speech einsetzt. Seither hat sie rund 60 meist männliche Schreiber – die sich oft als Frauen ausgeben – angezeigt. Die Entschädigungen fliessen in den Verein. Spiess-Hegglin gilt inzwischen als Expertin in Sachen Shitstorm, Wutbürgertum und neue Medien. Politisch wird sie für ihr Engagement bezüglich Nettiquette heute mehr wahr genommen denn je. Ihr zunehmender Respekt äussert sich in einer schnell wachsenden Zahl an Social Media Followern, die sie inzwischen zu einer Influencerin von nationaler Bedeutung gemacht haben.

«‹Was guckst du mich denn so entgeistert an, mein Blümelein – ich schlage vor, dass wir jetzt erst einmal bumsen.› (…) und ich dachte: ‹Bumsen, meinetwegen›, und ich hab die Pistole rausgenommen und sofort auf ihn geschossen.»

K. Blum über den von ihr erschossenen Boulevard-Reporter Tötges

* Michèle Binswanger legt Wert auf die Feststellung, dass sie der betreffenden Journalistin gegenüber auf die Frage, was sie zu ihrer Haltung im Fall Spiess-Hegglin nicht gesagt hat «Mein Gefühl!» sondern: «Ich war bei Frau Hegglin zu Hause und habe stundenlang mit ihr über den Fall gesprochen, sowie mit allen anderen Beteiligten. Ich habe mir das Gespräch mehrmals angehört und bin nach reiflicher Überlegung und Erwägungen zu meinen Schlüssen gekommen.» 

Erst das «Urteil», dann das Gespräch

Dokumente zur Einordnung

Nach der Veröffentlichung des Artikels nimmt Michèle Binswanger erstmals watson gegenüber Stellung zum Thema und verlangt eine Gegendarstellung. Insbesondere der Punkt, dass sie sich in ihrer Berichterstattung vor allem auf ihr «Gefühl» verlassen habe, stört die Autorin. Sie wirft watson vor, dass sie nicht mit dieser Aussage direkt konfrontiert wurde. Allerdings liess Binswanger die drei schriftlich gestellten Fragen – unter anderen «Was liess/lässt dich an der Version von Spiess-Hegglin (K.O.-Tropfen) zweifeln» – bis heute unbeantwortet. Eine Gegendarstellung ist ihr gutes Recht und sei gewährt. Allerdings enthält sie grobe Unwahrheiten. Das stundenlange Gespräch mit Jolanda Hegglin Spiess, auf das sich Michèle Binswanger in ihrer Antwort bezieht, fand erst am Mittwoch, 4. März statt. Der vernichtende Artikel «Wenn ein Vorwurf K.O. geht» mit der Aussage «Jolanda Spiess Hegglin schadet den Frauen, in deren Namen sie spricht»" erschien bereits am 3. März im Tages-Anzeiger. Also hatte Michèle Binswanger ihr vernichtendes Urteil schon vor dem Gespräch gefällt und veröffentlicht.
Im Folgenden: 1. Statement der Journalistin, die bestätigt, dass sich Michèle Binswanger im Gespräch und auf Nachfrage, lediglich «auf ihr Gefühl» verlassen habe. Das erklärt auch die Aufforderung, mal in der Vergangenheit zu graben. Hätte sie selber handfeste Anhaltspunkte gehabt, wäre das wohl nicht ihr Ratschlag gewesen.
2. Kopie der schriftlichen unbeantworteten Anfrage an Michele Binswanger zur Frage, was sie an Spiess-Hegglins Version zweifeln liess.
3. Erscheinungsdatum des Artikels «Spiess-Hegglin schadet den Frauen...» am 3. März 2015
4. Kalendereintrag Jolanda Hegglin Spiess: Treffen mit «MB» (Michèle Binswanger) am 4. März 2015 um 10 Uhr. Das stundenlange Gespräch fand erst nach Erscheinen des Artikels statt.

1. Statement der Journalistin, gegenüber der Michèle Binswanger sich auf ihr «Gefühl» verlässt – und zum «Schnüffeln» anregt

2. Unbeantwortete schriftliche Anfrage an Michèle Binswanger: «Was liess/lässt dich an der Version von Spiess Hegglin zweifeln?»

3. Spiess-Hegglin schadet den Frauen...: Niederschmetternder Artikel, erschienen im «Tages-Anzeiger» am 3. März

Quelle Schweizer Mediendatenbank

4. Kalendereintrag Jolanda Spiess-Hegglin: MB (Michèle Binswanger) kommt am 4. März, einen Tag nach Erscheinen des Artikels zum «stundenlangen Gespräch»

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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  • Spooky 10.09.2017 00:34
    Highlight Seltsam, seltsam!

    Sogar unheimlich!

    Plötzlich stehen fast alle WatsonUser hinter Jolanda.

    Kurz nachdem ich zu Watson gekommen bin, war ich der Einzige, der sich für Jolanda eingesetzt hat. Ich hatte gesagt, sie sei eine mutige Frau und ein Vorbild für andere Frauen. Damals wurde ich von den WatsonUsern wie ein Vollidiot behandelt.

    Seltsam, seltsam! So leicht kann man ins Abseits geraten.

    Zum Glück gibt es noch Leute wie Jolanda und ihr Mann, die sich nicht einschüchtern lassen.
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  • Kommenta(to)r 25.07.2017 16:50
    Highlight Oooh - die Binswanger scheint sehr beleidigt zu sein. Schade. Hätte von ihr mehr erwartet. Austeilen, weil Voigt Watson verlassen hat und jetzt nichts und nada einstecken können. Schade. Und schwach, sehr schwach.
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  • Friedmax Dürrenfrisch 11.07.2017 10:48
    Highlight Jetzt habe ich mir extra hierfür einen Account angelegt. Ein solch starkes Stück Journalismus von Hansi Voigt verdient Respekt. Sichtbar gute Recherche, Einbindung aller Beteiligten, aufschlussreiche Hintergrundinformationen: Ein Labsal in der Zeit des Skandalisierungsjournalismus und der billigen Schlagzeilen. Ebenfalls top: Kritik an der Vorgehensweise von anderen Medien. Bei der vorherrschenden Stimmungsmache gegenüber Medien (Fakenews, Lügenpresse) braucht es jetzt genau solche Artikel. @Watson: Klopft Hansi für mich lobend auf die Schultern und stellt noch ein paar Hansis mehr ein!
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  • Therealmonti 11.07.2017 10:30
    Highlight Es stünde besser um die Schweiz, wenn es mehr Leute wie Frau und Herr Spiess gäbe.
    11 19 Melden
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  • Urs457 10.07.2017 23:38
    Highlight Sehr gutes Interview. Und vielen Dank für die ausführliche Aufarbeitung dieser für den Journalismus sehr peinlichen Story. Unglaublich, dass fast alle Medien in vorverurteilender, tendenziöser und grobfahrlässiger Weise berichtet haben. Und nicht mal den Mut hatten, sich zu einem späteren Zeitpunkt für die Fehleistungen zu entschuldigen oder zumindest Klarstellungen zu publizieren – shame on you! Auch Frau Binswanger scheint sich in dieser Sache nicht mit Ruhm bekleckert zu haben – absolut unverständlich! Unsäglich auch die vielen Kommentar-Blitzer, die ihre Vorurteile weiter pflegen.
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  • TRL 09.07.2017 02:37
    Highlight Ich muss zugeben: zum ersten mal interessiert mich die Story. Vorher habe ich mir wahrscheinlich unbewusst und basierend auf Schlagzeilen eine Meinung gebildet. Der Watson-Artikel wurde nur von der TagesWoche aufgegriffen. Dort meldet sich in den Kommentaren eine Missmarple ziemlich aggressiv zu Wort, weshalb ich ein bisschen googlete. (Watson, Miss Marple, ...)
    - TlPuvoVePKA - 9VffZ9A9J7w
    Evtl. hatte JSH mit der starken Medienpräsenz die Version eines Dritten als Täter übertönt. Die Entweder-Sie-Oder-Er-Situation angeheizt,va für Leser/Journis ohne GHB-Kenntnisse.
    14 23 Melden
    • Jolanda Spiess-Hegglin 09.07.2017 11:43
      Highlight Miss Marple alias Berta Meier alias XY, wessen Name ich nicht öffentlich nenne. Ein Rentner, ein Stalker, gegen welchen ich ein gerichtliches Kontaktverbot erwirkte. Dies, weil er u.a. Journalisten Märchen über mich erzählte, welche auch gedruckt wurden.
      Gegen den Mann laufen mehrere Strafverfahren.
      37 46 Melden
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  • redeye70 08.07.2017 22:07
    Highlight Ich muss gestehen, ich habe Jolanda damals verurteilt. Gemäss der damaligen Berichterstattung sah ich ihre Aussagen als Schutzbehauptung um ihre Ehe zu retten. Die mediale Hetzjagd, die Lügen und das feige Verhalten danach der verantwortlichen Medienhäuser gibt zu denken. Das wohl beide, sagen wir mal Protagonisten, Opfer von KO-Tropfen geworden sind macht Sinn, wenn man den Sachverhalt betrachtet. Herr Spiess ist ein aufrichtiger loyaler Mensch, den man nur bewundern kann. Jolanda gehört ebenso Bewunderung zugesprochen. Eine echte Kämpferin!
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    • Buff Rogene 10.07.2017 12:48
      Highlight Zustimmung - und trotzdem: Warum wird diese Doppel-KO-Tropfen-Theorie nicht näher untersucht? Warum wird den Verdachtsmomenten - dem Berater, der hier kurz erwähnt wird, nicht nachgegangen? Der angerichtet Schaden ist ja beträchtlich.

      Ich gebe zu, ich habe Frau JSH auch verurteilt, und ich schäme mich dafür, dass es einen ruhig wirkenden Mann braucht, um ihre Glaubwürdigkeit zu untermauern!

      Beschissen ist das!
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  • Lagertha 08.07.2017 22:00
    Highlight Ein tolles Interview, vielen Dank dafür. Ich hab jetzt im Artikel nichts gefunden, aber wie heisst denn der von Frau Spiess-Hegglin gegründete Verein, und wie kann man dort helfen?
    19 29 Melden
    • Jolanda Spiess-Hegglin 09.07.2017 11:37
      Highlight www.netzcourage.ch <3
      22 32 Melden
    • Lagertha 09.07.2017 19:07
      Highlight Oh, dankeschön :)
      5 11 Melden
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  • Darkside 08.07.2017 09:28
    Highlight Was mir immer noch nicht einleuchtet: Wer unter all diesen an der Party anwesenden Politikern sollte ein Interesse daran haben genau diesen, und nur diesen beiden Protagonisten KO-Tropfen zu verabreichen? Strange...
    69 20 Melden
    • Jolanda Spiess-Hegglin 08.07.2017 16:24
      Highlight Oh, da könnt ich dir ein Dutzend nennen.
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    • redeye70 08.07.2017 21:56
      Highlight Warum sollte ein Politiker dies gemacht haben? Könnte genauso ein Angestellter gewesen sein oder sonst irgend jemand.
      25 6 Melden
    • Walter Sahli 08.07.2017 23:35
      Highlight Darkside, nicht das Wer, sondern das Warum ist die zentrale Frage. Und wenn Du Deinen Nick zurecht trägst, dann sollte es Dir ein Leichtes sein, ein Dutzend möglicher Antworten auf diese Frage zu finden...mir reicht schon ein halbes Dutzend und bei jeder wird mir speiübel...und das ist diplomatisch ausgedrückt.
      Von dem her hege ich grosse Bewunderung für die Besonnenheit des Ehepaars Spiess-Hegglin.
      23 27 Melden
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  • Falco 08.07.2017 08:37
    Highlight Tolle Familie, sehr gut recherchierter Artikel. Bravo! Wie ein reinigendes Gewitter!
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  • AlainG 08.07.2017 05:54
    Highlight Obwohl der Sachverhalt nicht der gleiche war, erinnert mich dies an die Causa Christian Wulff: aus Meinungsfreiheit wurde ein "Folterwerkzeug" um es mit Peer Steinbrücks Worten auszudrücken. Auf Grund von "Jagdfieber" und "zerstörerischer Häme" haben manche Medien den Respekt und die Objektivität verloren
    27 20 Melden
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  • Beri_sha_24a 07.07.2017 23:41
    Highlight Die Pressefreiheit wurde wieder mal von den üblichen Verdächtigen in krasser Weise missbraucht. Ich habe grossen Respekt vor dem Ehepaar Spiess und bin irgendwie auch stolz darauf, dass Sie trotz dieser unglaublichen Hetze noch stärker aus diesen furchtbaren Ereignissen hervorgekommen sind. Herr Spiess ist für mich ein Vorbild für uns Männer. Er hat sich in keinem Moment beirren lassen und ist ein Paradebeispiel dafür, wie man seinen Mann steht und wie man Stolz bei einem Mann definieren sollte. Danke und alles Gute für die Zukunft!
    64 29 Melden
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  • utopia 07.07.2017 23:34
    Highlight Vielen Dank für das wunderbare Interview. Und für die differenzierte Aufarbeitung dieser leidigen Story. Die gezogenen Parallelen zu "Katharina Blum" von Böll zeigen sehr schön worum es bei dieser Hetzjagd wirklich ging!

    Ich wünsche der Familie Spiess alles Gute! Lassen sie sich auch weiterhin nicht unterkriegen!
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  • Kaschti 07.07.2017 22:10
    Highlight Wie wäre die Geschichte publiziert worden, wäre Frau Spiess Hegglin in der SVP und Herr Hürlimann bei den Grünen? Ganz sicher anders!
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  • El Schnee 07.07.2017 21:37
    Highlight Wohltuender Beitrag. Leider werden Opfer von Straftaten immer noch zu viel links, rechts und in der Mitte liegengelassen. Allzuschnell heisst es: Schwamm drüber, möglichst keine Umtriebe, keine Kosten, keine Verantwortung. Manche Opfer erhalten nicht einmal die gesetzlich vorgeschriebene Opfer- und Rechtshilfe.
    72 50 Melden
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  • selfrabia 07.07.2017 21:18
    Highlight wieder mal ein richtiger guter artikel, wie ich es von watson gewöhnt war. wieder weiter so!
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  • tabernac 07.07.2017 19:32
    Highlight Dieser Herr Spiess ist für mich nach diesem wirklich guten Interview ein Mann zum bewundern. Ein wirklich guter Typ! Ich glaube zwar nicht das er dies persönlich liest, aber trotzdem alles Gute Ihnen und Ihren liebsten.
    208 59 Melden
    • Jolanda Spiess-Hegglin 07.07.2017 20:34
      Highlight Er hats gelesen ;) und lässt danken.
      162 64 Melden
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  • Kommenta(to)r 07.07.2017 18:45
    Highlight Hansi is Back? 😍😍😍
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  • Charlie Brown 07.07.2017 17:53
    Highlight Wow. Danke, Hansi.
    82 27 Melden
    • Kaschti 07.07.2017 22:05
      Highlight Herr Spiess ich finde Sie grossartig und auch Ihre Frau. Hätte man die Bibel zitiert: wer frei von Sünde ist werfe den ersten Stein. Keiner der Moralprediger hätte den Mut gehabt,das zu tun.
      Scheinheilige Fremdgeher gab es genug unter denen.
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  • pamayer 07.07.2017 17:25
    Highlight Unglaubliche Geschichte. Wie ein fieser Roman, wo man denkt, zum Glück ist das Fiktion...
    Grosses Bravo an Spiess-Hegglin und Familie für das durchstehen und sich wehren und wehren und wehren.
    Zivilcourage vom feinsten.

    Das ist's, was unsere schöne Schweiz braucht.

    Danke.
    122 58 Melden
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  • H2O 07.07.2017 17:24
    Highlight Zum Fall, mein lieber Watson: Wer hat die Partydrogen in den Wein gemischt? Wer war der zweite Mann?

    Generell:Wie muss man vorgehen, um Partydrogen nachzuweisen? Braucht die Polizei ein SEK für Party Doping?
    37 34 Melden
    600
  • poga 07.07.2017 17:23
    Highlight Ich frage mich gerade, wie zur Hölle ich überlesen konnte, dass der SVP'ler eventuell auch Opfer der KO Tropfen wurde. Da habe ich wohl viel zu früh aufgehört darüber zu lesen. Ich finde den Artikel super. Ebenfalls das Interview.
    139 26 Melden
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  • Gusti66 07.07.2017 16:42
    Highlight Egal, welcher Meinung man in dieser Sache ist: Dieses Interview von Hansi Voigt mit Reto Spiess, das ich mir persönlich schon lange gewünscht habe, ist wahrscheinlich das Beste, was ich in dieser Sache gelesen habe: Die schon fast intime Sicht eines sehr direkt Betroffenen. Was er sagt und wie er es sagt, berührt mich sehr. Starke Worte mit einer überraschenden Klarheit und Gelassenheit eines Mannes, den ein fürchterlicher Strudel in die Tiefe gerissen hat. Wie er daraus wieder auftaucht - und vor allem, wie er dabei fühlt und darüber nachdenkt, das grenzt schon fast an Weisheit. - Chapeau!
    206 23 Melden
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  • Imagine 07.07.2017 16:12
    Highlight Chapeau - für den Mut und das Durchhaltevermögen von Frau und Herrn Spiess-Hegglin, für Hansi Voigt, der einen einfühlsamen, gut recherchierten Artikel geschrieben hat.
    Mir schien das ganze immer eine Hexenjagd und ich freue mich, dass JSH nun endlich wenigstens ein bisschen Recht bekommt. Drücke die Daumen, dass JSH auch die weiteren Prozesse gewinnt. Der Vergleich mit "Katharina Blum" ist sehr stimmig, leider ...
    Das Projekt NetzCourage finde ich super, hab's gleich geliket :-)
    117 38 Melden
    600
  • Hptm Arnold Schick 07.07.2017 15:53
    Highlight Als Nachbar oder Bekannten interessiert mich doch eigentlich nur, ob sich eine Person mir gegenüber korrekt verhält. Wer sich aufgrund von Medienberichten von Frau Spiess-Hegglin abwendet, ohne je von ihr selber schlecht behandelt worden zu sein, ist ein Charakterlump und sollte in der Hölle schmorren.
    164 44 Melden
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  • Angelo C. 07.07.2017 15:41
    Highlight Erstaunlich, Hansis späte journalistische Aufarbeitung -unter direktem Einbezug der Eheleute Spiess-Hegglin...

    Wie es wohl dazu gekommen ist 🤔?

    Aber wie auch immer: Die öffentliche Meinung scheint leider weitgehend gemacht, auch wenn es tatsächlich noch offene Fragen geben könnte.

    Eine Rechnung aus dem Artikel fand ich dagegen im Hinblick auf den möglichen Alkoholkonsum
    etwas gar mutig 🤓. Zitat : "Auch der gemessene Alkoholwert lag rund 18 Stunden später bei 0,0 Promille."

    Wie man weiss, baut sich der Alkohol pro Stunde um 0.1% ab, ergo wären 1.8 Promille zur Tatzeit möglich gewesen.
    82 100 Melden
    • Hansi Voigt 07.07.2017 16:18
      Highlight Theoretisch wären sogar 3,5 Promille möglich gewesen. Gemessen wurden aber 0,0. Punkt. Dieser theoretische Wert wurde stets zur "Beweisführung" für die "Variante stockbesoffen" angeführt. Theoretisch wäre aber auch möglich, dass meine Grossmutter eine Lokomotive war...
      Zur Motivation nach 1500 Artikeln noch diesen Artikel zu schreiben: Journalismus - Neugierde - Gerechtigkeitssinn - Gespür für wichtige Geschichten. Und zum Einbezug der Eheleute Spiess: Ich habe wirklich versucht, mit allen zu reden. Ohne Erfolg. Mit Jolanda kam ich vor einem Monat auf einem Podium in Interlaken in Kontakt.
      142 48 Melden
    • Martiis 08.07.2017 16:42
      Highlight Schade, dass du nicht zu deinen früheren Kommentaren stehen möchtest, Angelo C. Ist doch schön zu sehen, dass einer, der J. S.-H. früher bedingungslos verurteilt hat, seine Meinung zumindest teilweise revidiert hat.
      47 28 Melden
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  • HeavyB 07.07.2017 15:37
    Highlight Starkes Interview. Ich habe grossen Respekt vor der Familie Spiess-Hegglin und wünsche ihnen weiterhin viel Kraft im Kampf gegen Hatespeech.
    141 59 Melden
    600
  • Kommenta(to)r 07.07.2017 15:06
    Highlight Starker und sehr lesenswerter Beitrag.

    Was mich fürchterlich aufgeregt hat:

    "Auf die zwei Fragen, ob sie heute noch ähnlich über den Fall berichten würden und ob sie damals irgendeine Ahnung von der Wirkung von K.O.-Tropfen gehabt hatten oder sich darüber informiert haben, wollte oder konnte keine (!) der angefragten Autoren oder Autorinnen, die für «Blick», «Tagesanzeiger» und «NZZ» schreiben, Auskunft geben."

    Was sind das für Medien und Autoren die sich nicht getrauen solche Fragen zu beantworten? Hobby-Schreiberlinge? Vermutlich hätten die sogar Mut gehabt zu antworten... beschämend.
    153 36 Melden
    600
  • TRL 07.07.2017 15:04
    Highlight Gratulation, Herr Voigt! Sie reissen mit diesem gut recherchierten und überzeugenden Artikel den Mainstream an sich und lassen die anderen Medien alt aussehen! Well played! Mit der Ausgewogenheit, mit der Sie Herrn Spiess wahrscheinlich für ein Interview gewinnen konnten, gewinnen Sie auch mich - Gerechtigkeit nicht nur an Klickzahlen.

    Dass viele von uns den zwei Männern Voigt und Spiess die Geschichte abkaufen und bei Frau Spiess-Hegglin immer latente Zweifel hatten, darüber müsste sich auch die Frau Binswanger mal Gedanken machen.

    Chapeau vor der Unerschütterlichkeit der Familie Spiess!
    171 37 Melden
    600
  • Ökonometriker 07.07.2017 15:00
    Highlight Was mich erstaunt ist die Rollenverteilung in diesem Fall. Die Frau galt sofort als Opfer - sie wurde untersucht, von Familie, Medien, Polizei, Politik und Öffentlichkeit in die Opferrolle gedrängt. Derweil sah man den Mann als Playboy, Täter oder Verführer - obwohl er ähnlich drauf war und auch einen Filmriss hatte. Keiner hat ihn untersucht, er wurde in die Ecke des (fälschlicherweise) Angeklagten gestellt.

    Kommt nur mir das wie die 1950er Jahre vor?
    104 27 Melden
    • banda69 07.07.2017 16:29
      Highlight ....das hängt sicher auch mit der Medien-Maschinerie der SVP zusammen.
      25 49 Melden
    • who cares? 08.07.2017 20:08
      Highlight Ist er auch ins Krankenhaus um sich untersuchen zu lassen?
      5 3 Melden
    600
  • Gelöschter Benutzer 07.07.2017 14:13
    Highlight Hansi Voigt..., schön wieder was von Ihnen zu lesen. Super Artikel wie immer..
    Danke!
    125 22 Melden
    600
  • destin 07.07.2017 14:06
    Highlight Journalismus at ist best, leider etwas spät. Fairerweise müssten Interview und Artikel breit gestreut werden, um wenigstens einigermassen die einseitige Meinungsmache in dieser Schlammschlacht auszugleichen. Und ja, Frau Binswanger als angebliche Feministin und Vertreterin der „seriösen“ Medien sieht uralt aus. Gratulation auch an Herrn Spiess: unaufgeregt und überzeugend.
    171 17 Melden
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  • Wilhelm Dingo 07.07.2017 13:58
    Highlight Toller Artikel. Der einzige Artikel welcher zu diesem Fall nötig gewesen wäre.
    140 25 Melden
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  • Randy Orton 07.07.2017 13:51
    Highlight Interessanter Artikel, regt zur Selbstreflexion an. Und schön, dass es journalistisch sauber aufgearbeitete Artikel noch gibt, man vermisst dies heutzutage leider in den Medien viel zu oft.
    210 18 Melden
    • Darth Unicorn 07.07.2017 14:07
      Highlight Sauber aufgearbeitet, das kann nur Hansi voigt sein 😊
      70 16 Melden
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  • Nausicaä 07.07.2017 13:15
    Highlight Herr Voigt, Sie beweisen gerade, dass Watson Sie wieder / immer noch braucht. Bitte kommen Sie zurück.

    230 15 Melden
    • Hansi Voigt 07.07.2017 14:49
      Highlight Ich gebe heute nach eineinhalb Jahren immerhin mein Comeback beim Freitagsbier. Aber Danke! Das ehrt mich sehr!
      159 16 Melden
    • Hansi Voigt 07.07.2017 14:50
      Highlight Und...WER hat das Blitzli gedrückt?????
      146 20 Melden
    • Darth Unicorn 07.07.2017 15:15
      Highlight
      #bringbackhansi ❤
      83 10 Melden
    • Nausicaä 07.07.2017 16:28
      Highlight Viel Spass beim Freitagsbier!
      Wenn Sie aber schon mal da sind, können Sie ja auch gleich bleiben ;).
      55 4 Melden
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  • peterli90 07.07.2017 13:15
    Highlight Und jetzt noch eine wichtige Frage, die leider immer vergessen geht: Wieso hat JSH keine Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung erhoben? Wenn es doch so viele Ungereimtheiten gibt bei den Ermittlungen, hätte die Einstellung vor der kantonalen Beschwerdeinstanz doch locker angefochten werden können, zumal bei der Anklageerhebung der Grundsatz in dubio pro duriore gilt, also in Zweifelsfalle für die Anklageerhebung...

    Ich sehe da den Justizskandal nicht ganz...
    61 58 Melden
    • Jolanda Spiess-Hegglin 07.07.2017 14:35
      Highlight Weil es 1) ohne Drogennachweis nie zur Verurteilung gekommen wäre, 2) es eine finanzielle Frage war und 3) wir damals keine Kraft mehr hatten und die Hexenjagd nicht mehr aushielten. Wir wollten unser Leben zurück. Leider hat der Horror dann erst richtig angefangen.
      230 51 Melden
    • Darth Unicorn 07.07.2017 15:06
      Highlight Frau Spiess-hegglin sie und ihr Mann machen das richtig! Vergessen Sie nicht das viele, ich eingeschlossen dieser hexenjagd kein glauben schenkten. Was sie mit der netzcourage schon erreicht haben ist einfach nur noch super 👍
      147 36 Melden
    • peterli90 07.07.2017 18:13
      Highlight Ok, danke für die Klarstellung :-) In jedem Falle all the best für Ihre Zukunft!

      Ps: Zu 2) Es gibt das Rechtsinstitut der unenteltlichen Rechtspflege, nur so.

      Pps: Zu 1): gerade deshalb verstehe ich nicht, wieso von einem Justizskandal gesprochen werden sollte.
      19 23 Melden
    • Raphael Keller 07.07.2017 20:10
      Highlight Unentgeltliche Rechtspflege erhält in gewissen Kantonen nur, wer mausarm ist. Die Unterschiede sind gewaltig.

      Wenn Herr Hürlimann wahrscheinlich selbst Opfer war, hätten weitere Ermittlungen auch sein Leiden unnötig verlängert.

      Beeindruckendes Interview von Herrn Spiess. Ich wünsche der Familie viel Kraft.

      Vielen Dank für diesen Artikel!
      37 8 Melden
    • peterli90 07.07.2017 23:07
      Highlight 1. Das betreibungsrechtliche Existenzminimum ist so ziemlich in jedem Kanton ähnlich hoch. Nur die Zuschläge im Strafrecht sind unterschiedlich, je nach Staatsanwaltschaftlicher Praxis.

      2. Dem Staatsanwalt ist es ziemlich egal, ob der Beschuldigte "leidet". Es geht nur um die Beweislage. Eine Einstellung würde nur erfolgen, wenn zB Gründe wegen Geringfügigkeit gegeben wären (vgl. StPO 8 zb).

      Und ja, alles andere was in diesem Fall passiert ist in den Medien ist ein anderes Thema. Aber die Beteiligten (u.a. P Gut) kriegten ja schon mal einen Denkzettel - zumindest erstinstanzlich.
      9 5 Melden
    • redeye70 08.07.2017 22:22
      Highlight @peterli90
      Wie kommen sie auf einen Justizskandal? Das Thema geht um mediale und gesellschaftliche Hexenjagd. Um die Verantwortung der Journis Artikel aufgrund von sauberer und ausgewogener Recherche zu verfassen und nicht auf ein bestimmtes "Gefühl".
      5 2 Melden
    600
  • ma vaff... 07.07.2017 13:08
    Highlight Vielen Dank für diesen Artikel...🙏🏼
    Ich wünsche der Familie Spiess-Hegglin weiterhin viel Kraft...
    111 28 Melden
    600
  • skyfox 07.07.2017 13:06
    Highlight wow ..... hut ab, der beste artikel den ich bisher bei watson die letzten jahre gelesen habe !!!
    142 22 Melden
    600
  • pun 07.07.2017 12:57
    Highlight Zwei beeindruckende Persönlichkeiten, diese Spiess-Hegglins! Alles Gute!

    Danke an Hansi fürs Aufräumen in unseren Köpfen, sehr relevantes watson-Comeback.
    182 34 Melden
    600
  • marcausbaar 07.07.2017 12:43
    Highlight Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es gut möglich ist, dass GHB oder GBL im Spiel war. Paar Tropfen mit einer Pipette in 2-3 Gläser hinzuzufügen ist eine Sache von 5 Sekunden.
    An solchen Veranstaltungen, arbeiten oft externe Catering Teams, Studenten verdienen sich so was dazu. Man muss also kein Prophet sein, dass jemand einen „Streich“ den Politikern spielen wollte. Leider war das aber alles andere als eine gute Idee und löste ein riesen Theater aus.
    Ich bin sicher, dass Frau Spiess Hegglin das Opfer ist und Wünsche der ganzen Familie viel Kraft, dass durchzustehen.
    Danke Watson.
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  • Judge Dredd 07.07.2017 12:30
    Highlight Danke für diese Sichtweise auf den bisher sehr einseitig berichteten Fall. Eine Frage scheint mir jedoch ungeklärt.

    "Wieso will Hürlimann nichts von K.O.-Tropfen wissen?
    Das ist eigentlich die Schlüsselfrage. Denn Hürlimanns Verhalten, seine Aussetzer und Filmrisse, die er zu Protokoll gibt, lassen die Vermutung zu, dass er genauso ein Opfer einer verabreichten Substanz wurde."

    Was war das Motiv für die Verabreichung der Tropfen gewesen? Wer hatte das warum gemacht?
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    • Hansi Voigt 07.07.2017 15:50
      Highlight Obs ein blöder Scherz wat oder die grosse Verschwörung wird wohl nie herauskommen. Weder Hürlimann noch Spiess müssen aber den Beweis führen. Wichtig ist, dass das Prinzip"Im Zweifel für den/die Angeklagten" und die "Unschuldsvermutung" nicht nur im Gerichtssaal sondern auch in der Meinungsmaschinerie gilt.
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    • chr_bopp 07.07.2017 16:44
      Highlight Gute Frage wäre auch: Wenn kaum einer weiss, dass K.O.-Tropfen entgegen ihrer Benennung auch enthemmen, warum sollen das dann die "Spassmacher" gewusst haben? Natürlich ist es nicht unmöglich, dass da jemand gut Bescheid weiss. Aber es ist dann auch noch die Frage der Dosierung, die ja "genau richtig" sein muss, wenn das die Absicht war - des Scherzes. Einfach zwei Politiker ins Reich der Träume zu schicken - das wäre als Motiv schon weniger glaubwürdig. - Aber was sich da abgespielt haben soll, war schon recht merkwürdig - und kaum nachvollziehbar. Auch ohne Chemie.
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    • MeinSenf 07.07.2017 23:37
      Highlight Naja, wenn jemand im Besitz der Droge ist, kann ich doch vermuten, dass er sie nicht das erste Mal einsetzt und u.U. über deren Wirkungsweise etwas besser Bescheid weiss. Muss nicht sein, aber durchaus wahrscheinlich.
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    • Phrosch 08.07.2017 10:21
      Highlight Eine weitere gute Frage: unabhängig von der geplanten Wirkung müsste da jemand die Absicht gehabt haben, genau diese zwei Personen blossstellen und diskreditieren wollte. Da steckt ja dann wohl der Skandal, der noch gar nicht thematisiert wurde. Müsste man nicht dieser Frage auch noch nachgehen?
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  • banda69 07.07.2017 12:10
    Highlight Danke für diesen grossartigen Artikel!

    Der Fall geht mir heute noch unter die Haut. Einerseits der Vorfall an sich und andererseits der Umgang der Medien und die Reaktionen der Menschen.

    Wie die Familie Hegglin-Spiess damit umgeht, ist unglaublich stark. Ich wünsche weiterhin viel Kraft.
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    • Lichtblau 07.07.2017 20:37
      Highlight Es gibt Männer, die wünscht man nicht mal seiner schlimmsten Feindin. Und es gibt solche, die man seiner besten Freundin wünscht. Wenn das Interview authentisch ist - und so liest es sich - gehört Herr Spiess zur zweiten Sorte. Guter Typ.
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  • Ondine Riesen 07.07.2017 11:33
    Highlight Vielen Dank für diesen Artikel. Vielen herzlichen Dank.
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  • Olf 07.07.2017 11:33
    Highlight Ein neuer Praktikant bei Watson?
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    • Hansi Voigt 07.07.2017 12:22
      Highlight Erst mein Bewerbungsschreiben. Verschreis nicht!
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  • blablup 07.07.2017 11:28
    Highlight Danke für diesen Artikel. Die Auslegung ist absolut logisch und glaubwürdig. Umsomehr muss ich beschämt feststellen, dass ich selbst, ohne viel nachzudenken, der reisserischen Presse teilweise zum Opfer gefallen bin. Schande über uns!
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    • redeye70 08.07.2017 22:31
      Highlight Ist auch für mich ein Lehrstück. Selbstreflexion kann nie schaden. Ich fühle mich nach diesem Artikel auch beschämt. Gleichzeitig bin ich dankbar dafür, denn mir wurde soeben eine Lektion erteilt.
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  • Bynaus 07.07.2017 11:14
    Highlight Krass - und überfällig. Danke!
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  • opwulf 07.07.2017 11:13
    Highlight Chapeau Herr Spiess! Ihre Loyalität zu ihrer Frau und wie sie mit dieser tragischen Geschichte umgehen, zeugt meiner Meinung nach von absoluter Grösse und Stärke! Ich wünsche ihnen als 5-köpfige Familie viel Kraft, Zusammenhalt und weiterhin viel Liebe! Auch ein dickes Kompliment an Herrn Voigt für dieses Interview - sind sie wieder zurück bei Watson?
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    • Hansi Voigt 07.07.2017 11:23
      Highlight Ich gehe heute zum Freitagsbier.
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  • quarzaro 07.07.2017 10:57
    Highlight Interessant mal eine andere Sichtweise zu lesen. Ich muss zugeben, dass ich mich durch die dauernde und eben auch sogenannte "Qualitätsmedien" umfassende Berichterstattung, die alle in die selbe Kerbe schlugen, beeinflussen lassen habe und mir ev ein falsches Bild von dem Sachverhalt gemacht habe.
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  • kinna 07.07.2017 10:54
    Highlight danke für den artikel. "neutraler" als ganz viele andere zu diesem thema, wobei neutral das falsche wort ist. zeigt welch katastrophale auswirkungen medien und journis haben können...
    wünsche der familie spiess-hegglin weiterhin viel kraft und positive energie!
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  • grmir 07.07.2017 10:53
    Highlight Sehr gutes Interview, sehr gutes Timing. Es freut mich wirklich zu hören, dass die Familie die Hexenjagd einigermassen erfolgreich überstanden hat. Ich wünsche allen Beteiligten viel Erfolg bei der weiteren Bewältigung und alles Gute. Wäre schön, wenn sich die Medienlandschaft ein paar Gedanken über die vergangene Berichterstattung in Hinblick auf zukünftige Ereignisse dieser Art machen....oh, Augenblick bitte, da kriecht gerade ein fetter Mann aus meinem Kamin und ein Hase legt in meinem Vorgarten seine Eier ab.
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  • SuicidalSheep 07.07.2017 10:52
    Highlight Niemand kann sagen, ob KO Tropfen im Spiel waren oder nicht. Aber ich bezweifle stark, dass man wegen ein wenig Wein so ein Blackout bekommen kann.

    Auch mir wurden schon mal KO Tropfen verabreicht, zu meinem "Glück" kam es aber "nur" zu einen Nötigung und nicht Vergewaltigung.

    Es ist verdammt schwer so etwas nachzuweisen, erst recht herauszufinden, wer den nun die Person war, die die KO Tropfen verabreicht hat.

    Der Familie Spiess wünsche ich aber auf jedenfall viel Kraft. Denn ob schuldig oder unschuldig: Die Schlammschlacht, allen voran der Blick und 20 Minuten, die es gab, ist daneben!
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  • Tisch 07.07.2017 10:43
    Highlight Ich bewundere Frau und Herr Spiess Hegglin für ihr Verhalten und ihren Durchhaltewillen und wünsche der Familie viel Glück. Danke, watson, für den glaubwürdigen und gut recherchierten Artikel.
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  • genoni 07.07.2017 10:43
    Highlight Ich habe endlich alles durchgelesen. Herzlichen Dank für diesen Artikel. Es ist eine einzige Abrechnung mit Journalisten, die ihr Handwerk nicht beherrschen. Aber es ist eben eine sachliche Abrechnung, davon braucht es in der Schweiz definitiv mehr! Und schön, dass Hansi für einen Artikel zurückkommen durfte... Er ist aus Leser-Sicht der Einzige, der diese Kritik glaubwürdig vertreten kann.
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  • rundumeli 07.07.2017 10:13
    Highlight hasta la vista, hansi 😎 !
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    • c_meier 07.07.2017 10:45
      Highlight Dachte ich auch gerade, ist er "aus Gründen" wieder zurück bei watson?
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