Schweiz

Abfuhr an die BLS: SBB wollen Monopol im Fernverkehr mit allen Kräften verteidigen

08.09.17, 10:20 08.09.17, 14:26

Wollen alleine bleiben: SBB. Bild: KEYSTONE

Die SBB bleibt im Bahnstreit mit der BLS hart: Von einer möglichen Aufteilung der Fernverkehrskonzession hält sie nichts. «Das wäre ein Scheinwettbewerb, der kaum zusätzlichen Kundennutzen bringt», schreibt sie. Vielmehr möchte das Unternehmen Kooperationen eingehen.

Die SBB hat am Freitag beim Bundesamt für Verkehr (BAV) die Erneuerung der schweizweiten Fernverkehrskonzession für weitere 15 Jahre beantragt, wie die Bahnbetreiberin vor den Medien in Bern bekannt gab. Integraler Bestandteil des Antrags bildet die Kooperation mit der Südostbahn (SOB). Die SOB wird ab Dezember 2020 im Rahmen der SBB-Fernverkehrskonzession zwei Linien mit eigenem Rollmaterial und im Co-Branding fahren.

Durch die Integration der heutigen Regionalverkehrslinien St. Gallen-Chur und Bern-Neuenburg-La Chaux-de-Fonds in den Fernverkehr sowie des Halbstundentakts Basel-Biel ab dem Jahr 2022 entlastet die SBB nach eigenen Angaben Bund und Kantone um bis zu 30 Millionen Franken pro Jahr.

Kooperation statt Konkurrenz

Keine Einigung erzielt wurde dagegen mit der BLS. Diese sei nicht auf ihr Kooperationsangebot eingegangen, schreibt die SBB. Lösungen sieht die SBB nur dann, «wenn diese unter einer schweizweiten Konzession erfolgen, deutlichen Mehrwert für die Kunden schaffen, die Gesamtsystemkosten nicht steigen und die betriebliche Machbarkeit gewährleistet ist».

Bei einer möglichen Aufteilung der Konzession - wie das die BLS verlangt - wäre laut der SBB das Gegenteil der Fall: Sie schätzt, dass durch Ineffizienzen die Gesamtsystemkosten um 15 bis 20 Millionen Franken pro Jahr steigen würden. Hinzu kämen hohe Umstellungskosten in Höhe von 20 bis 40 Millionen Franken. Zudem müssten mehrere hundert Mitarbeitende den Arbeitgeber wechseln.

«Es käme zu einem Scheinwettbewerb, der kaum mehr Kundennutzen bringt, dafür aber erhebliche Mehrkosten verursacht», hält die SBB fest. «Das heutige Gleichgewicht zwischen rentablen und unrentablen Linien wäre nicht mehr gewährleistet.»

Angst vor ausländischer Konkurrenz

Auch würde eine Aufteilung der Konzession auf mehrere Bahnen im gleichen System den politisch gewollten Kooperationsansatz im öffentlichen Verkehr der Schweiz gefährden. «Der Systemwechsel würde der Konkurrenz aus dem Ausland die Türen zum nationalen Fernverkehr öffnen», fürchtet sie SBB.

Die SBB hält derzeit das Monopol auf den Fernverkehrslinien in der Schweiz. Ein Grossteil der Fernverkehrskonzessionen läuft aber Ende 2017 ab. Das BAV hat sie neu ausgeschrieben. Ende Februar wurden Gespräche am Runden Tisch mit dem BAV und den Bahnen ohne Ergebnis beendet.

Im April hatte die BLS bekanntgegeben, sie interessiere sich für einige Linien, darunter eine von Brig über Bern, Aarau, Zürich und Zürich-Flughafen nach Romanshorn TG. Eine weitere würde Interlaken mit Bern, Aarau, Zürich, Zürich-Flughafen und St. Gallen verbinden. Zudem wolle sie die bestehende Linie von Interlaken via Bern und Olten nach Basel übernehmen. Das Unternehmen informiert am (heutigen) Nachmittag über das weitere Vorgehen.

SBB droht mit Serviceabbau

Der Bund wird bis spätestens Anfang Dezember die Fernverkehrskonzession neu vergeben. Falls der BLS zu weit entgegengekommen würde, behält sich die SBB vor, Anträge für einzelne Linien anzupassen oder gegebenenfalls zurückzuziehen.

«Je nach Ausgang des Konzessionsverfahrens», also falls das notwendige Gleichgewicht zwischen rentablen und unrentablen Fernverkehrslinien nicht gewährleistet wäre, sei die SBB «nicht in der Lage, die heutigen Regionalverkehrslinien St. Gallen-Chur (Rheintal Express), Bern-Neuenburg-La Chaux-de-Fonds sowie den Halbstundentakt Basel-Biel ab 2022 wie geplant in den Fernverkehr aufzunehmen.»

Klappt alles im Sinn der SBB, wird sie das heute eingereichte Konzept ab dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember fahren können. «Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.» (sda)

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  • giguu 08.09.2017 14:21
    Highlight «Es käme zu einem Scheinwettbewerb, der kaum mehr Kundennutzen bringt, dafür aber erhebliche Mehrkosten verursacht»

    Die Erklärung liegt auf der Hand... Wollt ihr noch mehr Scheinwettbewerb, meiner Meinung nach wäre die Teilung der Konzession etwa vergleichbar w mit dem Scheinwettbewerb bei Krankenkassen: Doppelter administrativer Aufwand, mehr Werkstätten für Reparatur undundund... es liegt doch auf der Hand, dass ein SBB Monopol uns günstiger kommt, sonst belehret mich gerne mit Kommentaren...
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    • dan2016 08.09.2017 16:12
      Highlight die Krankenkasse erbringen 'keine' Leistung. Die SBB (und die BLS) hingegen schon.
      Bei den Ärzten gibt es die Konkurrenz (obwohl die Bezahlung standardisiert ist). Und ich bin froh, dass sich die Ärzte bemühen.
      Werkstätten sind Infrastrukturen. In privaten Unternehmen werden diese geteilt (falls nicht ausgelastet) und dass die SBB offenbar nur unter gewissen Bedingungen bereit zu teilen sind, deutet drauf hin, dass sie finanziell nicht genügend unter Druck sind.
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    • Fabio74 08.09.2017 17:32
      Highlight Das glaub ich nicht. Die SBB benimmt sich arrogant. Das BAV schaut zu wie die SBB die Fernverkehrskonzession auf der Gotthard-Bergstrecke und zw Zürich und Chur mit Füssen tritt und mit S-Bahnen unterwegs ist.
      Es braucht zu mindestens ein BA das eingreift wenn Standards verletzt werden
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    • Hoppla! 08.09.2017 18:40
      Highlight Fabio74, was ein RV-Zug ist, ist nicht so klar. Oder hast du da eine Definition?

      Man könnte sich eher darüber unterhalten, dass eine Hand voll Linie rentabel sind und der ganze Rest quersubventioniert wird. Würde sich SBB auf die rentablen konzentrieren, gäbe es dafüe dann Zürich-Chur gar nicht mehr bzw. als RV von der öffentlichen Hand unterstützt.

      Wenn Wettbewerb dann richtig. Aber zwei "öffentliche Unternehmen" die sich konkurrenzieren; fragwürdig.

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    • Fabio74 09.09.2017 18:46
      Highlight @Hoppla EC/IC/IR = Fernverkehr; RE, R, S = Regionalverkehr. Der Name sagt dies auch. Ist in D ebensfalls so.
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  • Mäf 08.09.2017 14:15
    Highlight Das Gstürm ist nur ein Machtspiel von ein paar Nasen in der Teppichetage. Warum überhaupt noch verschiedene Bahnen? Schliesst euch zusammen, macht die beste Bahn der Welt mit gutem Service und Angebot zu fairen Preisen. Wäre doch was, nid?
    33 4 Melden
    • giguu 08.09.2017 16:00
      Highlight du sagst es... der schein Wettbewerb ist gar nichts wert und bringt nur Mehrkosten mit sich. Alles verstaatlichen und Kosten sparen!
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  • MaskedGaijin 08.09.2017 13:57
    Highlight Ob es besser wäre wenn die BLS diese Fernstrecken fahren würde weiss ich nicht, wie sich die SBB aber benehmen macht sie nicht gerade Sympathisch.
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    • Auf Ablenkung 08.09.2017 17:22
      Highlight Wie benimmt sich denn die SBB? Stell dir vor einer kommt in dein Geschäft und verkündet lauthals, dass er nun auch auf einen Teil deiner Verkaufsfläche bestehe. Da würde mich auch wehren und erklären, warum diese Idee nicht das gelbe vom Ei ist. Die Frage ist doch viel mehr warum der Eigner der BLS, der Kanton Bern, dieses Spiel überhaupt zulässt bzw. forciert?
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    • Stambuoch 08.09.2017 18:45
      Highlight Es ist ein wenig ander: Stand heute betreibt die Linie La Chaux-Fonds-Bern die BLS. Diese wird neu zur Fernverkehrslinie aufgewertet und würde dann neu von der SBB betrieben. Die BLS macht heute 20 Millionen Gewinn auf dieser Linie. Da würde ich mich auch dagegen wehren.
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    • zettie94 08.09.2017 22:35
      Highlight @Stambuoch: Das stimmt nicht, die Linie Bern - La Chaux-de-Fonds ist defizitär. Und selbst wenn nicht - im Regionalverkehr (zu dem die Linie heute gehört), darf die Bahn keinen Gewinn machen.
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  • atomschlaf 08.09.2017 13:52
    Highlight Frage mich bloss, welchen "Service" die SBB auf der Strecke St. Gallen-Chur noch abbauen will.
    Da verkehren jetzt schon nur noch unbegleitete S-Bahn-Züge.
    Will man künftig Güterwagen einsetzen...?
    26 5 Melden
    • Hoppla! 08.09.2017 18:41
      Highlight Regionalverkehr.

      Welcher Service fehlt dir da denn?
      0 0 Melden
    • atomschlaf 08.09.2017 20:23
      Highlight Chur und St. Gallen sind zwei wichtige Zentren in der Ostschweiz. Die Reisezeit beträgt mehr als eine Stunde. Das ist eigentlich kein Regionalverkehr, bzw. wird von der SBB nur so eingestuft, weil sie momentan kein anderes geeignetes Rollmaterial haben.

      Was mir fehlt:
      1. Klasse: Abteiltrenntüren, 2+1-Bestuhlung, Arbeitstischen.
      2. Klasse: Stromanschlüsse, Abfallbehälter, Arbeitstischchen.
      Generell: Zu wenige WCs
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  • Stambuoch 08.09.2017 13:09
    Highlight Die SBB droht mit Leistungsabbau. Sind wir uns in Basel gewöhnt. Streichung von Direktlinien (Ab 2022 Streichung Basel-Chur), Streichung von Spätzügen etc.

    Oder wenn Direktlinien nach über 10 Jahren wieder eingeführt werden, sind diese so unattraktiv, dass man trotzdem lieber umsteigt (IR Basel - St. Gallen ist so ein Beispiel.)

    Uns in Basel machen diese Drohungen nicht wirklich Angst. Wir kennen es ja nicht anders.
    22 6 Melden
    • Maon 08.09.2017 18:28
      Highlight Naja der Halbstundentakt Basel-Biel und hoffentlich auch die stündliche Weiterführung nach Lausanne/Genf wäre schon schön...
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  • purpletrain 08.09.2017 13:00
    Highlight Ich frag mich wie die BLS innerhalb von 3 Monaten Fernverkehrs-Rollmaterial beschaffen will, einen Fahrplan auf die Beine stellen will sowie das benötigte Personal ausbilden will... Viel Glück dabei
    29 9 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.09.2017 14:41
      Highlight je kleiner ein Unternehmen, desto flexibler.
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    • dan2016 08.09.2017 14:49
      Highlight ist nicht die Idee... die BLS spricht von 2022....
      15 0 Melden
    • Fabio74 08.09.2017 15:10
      Highlight Man müsste halt übergangsweise der SBB den Betrieb übergeben. Aber befristet
      3 1 Melden
    • purpletrain 08.09.2017 17:06
      Highlight @Schlurziflade. Also kleinere Unternehmen können die 3 angesprochenen Themen schneller erledigen? Ich denke nicht...
      @dan. Ok, wusst ich nicht.
      @Fabio. Und inwiefern würde dass dann billiger & besser?

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    • Fabio74 08.09.2017 17:33
      Highlight Meiner Meinung nach sollte man Schweden zum Vorbild nehmen.
      Infrastruktur und Rollmaterial gehören dem Staat. Dieser schreibt die Leistungen aus. Der beste gewinnt und fährt mit dem staatlichen Rollmaterial
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    • Fabio74 08.09.2017 17:37
      Highlight Auf gewissen Strecken mit dem fahrenden Alteisen kanns nur besser werden.
      Und dieser Gotthard-Weekender den man nach Protesten eingeführt hat, fährt in so einer schlechten Fahrlage und absichtliche Umwege um länger zu brauchen, damit er wenig genutzt wird und die SBB einen Grund haben, den Zug einzustellen
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    • Maon 08.09.2017 18:30
      Highlight @Fabio74 Der Gotthard-IR wird von der SOB übernommen und sollte damit wieder besser werden.
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    • purpletrain 08.09.2017 19:15
      Highlight @Fabio dann wird dich sicher freuen dass ein anderes EVU in Zukunft die Bergstrecke befährt und dies mit super duper modernem Rollmaterial.
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  • kyuss 08.09.2017 12:57
    Highlight Romanshorn liegt im Thurgau, im Fall....
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  • MrHomii 08.09.2017 12:21
    Highlight Finde eine aufteilung in der kleinen schweiz lohnt sich nicht. Dies würde vermutlich für den nutzer nur höhere preise mit sich bringe. Desweiteren finde ich die sbb eine grossartig firma, auch wenn ich wohl der einzige bin der das so findet. Im vergleich gibts weltweit fast bis gar keine Firma welche den öffentlichen verkehr so gut managt. Insofern bin ich ein #sbbfan ;)
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    • Gelöschter Benutzer 08.09.2017 14:43
      Highlight Monopolisten fällt es schwieriger, kreativ zu sein. Schnell zu sein. Wirklich flexibel zu sein. Deshalb ist ein gesunder Mix wichtig. Und ein bisschen Wettbewerb kann nie schade ;-)
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    • dan2016 08.09.2017 15:51
      Highlight nein, der öV in der Schweiz ist grossartig, und die SBB erbringen darin einen grossen Teil der grossartigen Leistungen. Gemanagt ist es auch vom BAV, von den Kantonen und von den anderen Anbietern.
      Und in gewissen Teilen hat die SBB in den letzten Jahren nicht einen überragenden Job gemacht. Und in diesem Verfahren hat das oberste Management bewiesen, dass sie nicht in der Lage sind, sich zeitgemäss zu verhalten. Dies mindert die grossartige Leistung der Basis und der Ingenieure usw.... definitiv nicht...
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    • MrHomii 08.09.2017 18:34
      Highlight @schluurziflade
      Bin deiner meinung, dass der wettbewerb den meisten branchen gut tut. Jedoch sind im ÖV die Ziele klar definiert, möglichst häufige verbindung der verschidenen Gemeinden zu möglichst billigen preisen. Meine befürchtung ist, das mit einem mix aus mehreren Firmen, das angebot nach nachfrage gestaltet wird um einen möglichst grosse gewinn zu erzielen. So würden kleinere gemeinde nur schlecht erschlossen werden. Dies sollte jedoch nicht der Fall sein, Ziel sollte es sein alle gemeinden best möglich zu verbinden, damit das schnelle reisen in der schweiz möglich ist.
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    • DEUSMAXIMUS 08.09.2017 22:11
      Highlight Im vergleich gibt es auch fast kein so kleines Land wie die Schweiz 😂 die Planung solcher dinge ist wesentlich einfacher hier.
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  • Lord-Alain 08.09.2017 12:10
    Highlight Romanshorn liegt im Thurgau ;)
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  • manu9989 08.09.2017 12:07
    Highlight Die die jetzt schreien von wegen Monopol, seid dann bitte ganz ganz leise wenn ihr von Hinterpfuffigen nach oberpfuffigen das dreifache zahlt...
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    • Posersalami 08.09.2017 15:54
      Highlight Nein, von Hinter- nach Oberpfuffigen nimmt man dann wider das Auto weil in den ganzen Käffern niemand auch nur in die Nähe von einem rentablen Betrieb kommt. ÖV gehört komplett in die Hand des Staates, alles andere ist (im Ausland) grandios gescheitert.
      19 2 Melden
    • dan2016 08.09.2017 16:47
      Highlight @Posersalami. von Hintgerpfuffigen nach Oberpfuffigen herrscht heute Wettbewerb. Der Kanton bestellt das Angebot und bezahlt das Defizit. Es sei denn, das BAV würde diese Strecke zum Fernverkehr zählen. Insofern wäre es gut, minimale Kenntnisse des Systems öV in der Schweiz zu haben.
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    • Posersalami 08.09.2017 17:02
      Highlight Dann soll der Kanton also einen privaten Anbieter eine Rendite garantieren, oder wie darf ich das verstehen? Oder reden wir aneinander vorbei?
      1 2 Melden
    • dan2016 08.09.2017 18:18
      Highlight wir reden nicht aneinander vorbei. Der Regionalverkehr kann (muss aber nicht) ausgeschrieben werden. Da sagt der Kanton, ich will jede Stunde einen Niederflurbus mit einer orangen Haltestellenanzeige in giftgrün rumfahren lassen. Wer bietet mir dies zu den geringsten Kosten an. Und eben Kosten, denn offiziell darf man keinen Gewinn machen (was vermutlich dazu führt, dass laufend Ende Jahr Geld verschleudert wird. Bei den Bahnen ist dies einfach noch nicht gemacht worden. Grundsätzlich funktioniert es aber gleich. Die SBB darf den Regionalverkehr nicht quersubventionieren (eigentlich
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  • Dieter Widmer 08.09.2017 12:02
    Highlight Was hier die SBB und ihr CEO Andreas Meyer betreibt, ist reine Machtausübung eines Monopolisten. Und was die SBB mit der BLS macht, ist wettbewerbspolitisch höchst problematisch, weil sie im Angebot an die BLS mehrere Punkte, die nichts miteinander zu tun haben, verknüpft. Sie bietet unrentable Linien an, verlangt ein Vorkaufsrecht auf BLS-Aktien und offeriert jetzt eine gemeinsame Werkstätte in Biel, die sie zuvor strikte abgelehnt hat. Eigentlich ist das Erpressung. Das Bundesamt für Verkehr strebt in einem gewissen Rahmen Konkurrenz auf dem Schienenverkehr.
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    • dan2016 08.09.2017 15:04
      Highlight absolut. Ich war zuerst nicht begeistert von den Ambitionen der BLS. Aber das Verhalten der SBB zeigte für mich, dass a) ein Ideenwettbewerb sinnvoll ist (durch Wettbewerb) b) die SBB nicht in der heutigen Zeit angekommen sind bezüglich Umgang mit Konkurrenz und Partnerschaften - und statt Wettbewerb dreckige Fouls macht.
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    • Auf Ablenkung 08.09.2017 17:28
      Highlight Die BLS erhielt ein Angebot, die Linien im Auftrag der SBB zu betreiben. Das heisst, für die BLS wären die Kosten gedeckt und die SBB könnte dank einer Konzession aus einer Hand, rentable und nicht rentable Linien über die ganze Schweiz gesehen austarieren. Logisch aber, dass niemand nur unrentable Linien will. Daher ist ein zersplittern der heutigen Konzessionsregelung ja auch nicht sinnvoll.
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  • Raphael Stein 08.09.2017 11:30
    Highlight Muss mich das Kunde im Zug eigentlich interessieren wer gerade fährt?
    Hat das auf die Fahrpreise eigentlich einen Einfluss?
    5 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.09.2017 14:51
      Highlight Es muss dich nicht interessieren. Das gilt für den kompletten Konsum. Du kannst das billigste nehmen, und einfach sagen: Scheiss auf alles, Hauptsache ich mache 'nen guten Deal. Ich denke, es lohnt sich, den Zerfall unserer Welt/Kultur/Politik noch etwas herauszuzögern, und nicht immer gleich das billigste zu wählen.
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    • Raphael Stein 08.09.2017 16:37
      Highlight nein Schluurzi, das war nicht die Frage ob ich diese Frage auf den ganzen Weltschmerz ausdehen will.

      Ich frage mich bloss, ob das einen Einfluss auf irgendwas in meinem Bereich hat, ob nun eine BLS oder eine SBB mich von irgendwo nach irgendwo fährt.
      Es gibt keinen Grund zu meinen das Teuer besser wäre. Und wir reden hier nicht von Chinaspielzeug, sondern von unseren Bahnen.
      2 0 Melden
    • zettie94 08.09.2017 22:39
      Highlight Naja, die BLS spricht davon, WLAN und Billetverkauf im Zug anzubieten. Insofern KANN es für dich als Kunde schon Mehrwert bringen...
      1 0 Melden
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  • whatthepuck 08.09.2017 11:28
    Highlight Vielleicht kann mir da ja jemand auf die Sprünge helfen, aber persönlich sehe ich Sinn und Zweck einer SBB nicht, wenn diese dann doch ständig von privaten konkurrenziert wird. Entweder oder, meiner Meinung nach. Der aktuelle Zustand ist weder Fisch noch Vogel.

    Entweder führt die SBB das nationale und internationale Fernverkehrsnetz, oder eben nicht. Aber nicht schon aber dann doch nicht.
    22 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.09.2017 14:55
      Highlight Vielleicht wünscht die SBB eine Privatisierung? Dann kann Sie den Gewinn anders verteilen? Und vielleicht schlanker/flexibler werden?
      0 7 Melden
    • dan2016 08.09.2017 15:05
      Highlight den REgionalverkehr führt die SBB ja auch nicht komplett.... insofern verstehe ich Ihre Fischfrage nicht.
      2 0 Melden
    • Posersalami 08.09.2017 15:52
      Highlight Die SBB kann jederzeit ihre Struktur schlanker und effizienter machen. Ich denke, das würde niemanden stören. Dazu brauchts jetzt wirklich keine Konkurrenz. Schauen Sie sich die SUVA an, da klappt das wunderbar.
      2 0 Melden
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  • Ichsagstrotzdem 08.09.2017 11:00
    Highlight Und wann dürfen endlich Busverbindungen zwischen den grossen Zentren zu einem Bruchteil der Kosten betrieben werden, damit auch der Konsument mal was davon hat?
    4 21 Melden
    • aglio e olio 08.09.2017 13:45
      Highlight Was könnte man alles davon haben? Mehr Feinstaubbelastung, Stickoxide und was Verbrennungsmotoren noch so mit sich bringen. Und natürlich noch weniger Platz auf den Strassen.
      Schlecht bezahlte Busfahrer?
      14 2 Melden
    • Posersalami 08.09.2017 15:51
      Highlight Ja ganz toll, noch mehr Busse auf den Strassen! Das ist genau das, was dem Konsumenten einen Mehrwert bietet.

      Der "Konsument" kann sich ein Halbtax, oder noch besser für wenig Nutzer, auf der Gemeinde für 30 Franken ein Tages GA kaufen. Ich will definitiv nicht, dass sich noch mehr lärmende und stinkende Busse durch mein Stadtzentrum quälen! Diese Flexbus Scheisse und die ganzen Europa Tour Busse sind schon zu viel.
      11 1 Melden
    • zettie94 08.09.2017 22:41
      Highlight @Ichsagstrotzdem: Ab Dezember, wenn Domo Reisen die Konzession erhält (womit ich rechne). Wird dann aber ins Schweizerische Tarifsystem integriert, d. h. GA und Halbtax sind gültig. Mal schauen, zu welchem Preis diese dann die verbliebenen Sitze anbieten können...
      0 0 Melden
    • Amboss 09.09.2017 10:29
      Highlight @posersalami: Du musst das anders sehen. Was möchtest du lieber im Stadtzentrum haben: 50 Autos oder 1 Bus?

      Intelligent geplant könnten Fernbusse durchaus mithelfen, die Verkehrsbelastung zu reduzieren, denn unser ÖV-System hat schon schwächen:
      -unbezahlbar für Nicht-Halbtaxbesitzer (mmerhin die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung)
      -schlechte Verbindungen von Stadtrand zu Stadtrand (rsp. So eine Verbindung verursacht täglich 4(!) eigentlich unnötige Fahrten ins Zentrum, das eh schon überlastet ist)
      0 0 Melden
    • zettie94 09.09.2017 11:24
      Highlight @Amboss: Wenn sich Nicht-Halbtaxbesitzer den ÖV nicht leisten können, dann sollten sie vielleicht über ein Halbtax nachdenken, das lohnt sich nämlich sehr schnell.
      In den grösseren Städten gibt es durchaus Tangentialverbindungen, welche nicht durch das Stadtzentrum führen.
      0 0 Melden
    • Amboss 09.09.2017 13:59
      Highlight Naja. 170 Franken ist nicht soo wenig. Da muss man schon ein bisschen fahren dafür.
      Ausserdem wird man durch den hohen Preis richtiggehend abgeschreckt.

      Für ein Ehepaar ohne Halbtax ist es jetzt immer günstiger, das Auto zu nehmen.

      Naja, ein paar wenige gibt es. Aber die sind kaum der Rede wert.

      Ich finde einfach, es gibt Lücken in unserem insgesamt grossartigen ÖV. Und um die zu schliessen sollte man nicht so ideologisch verbohrt sein, und einfach "Fernbus Nein" sagen.
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  • zettie94 08.09.2017 10:57
    Highlight Die Aufnahme von Bern - La Chaux-de-Fonds in den Fernverkehr war ja wahrscheinlich der Grund, dass sich die BLS überhaupt für den Fernverkehr interessiert.
    Dies ist heute eine BLS-Linie, welche bei Aufnahme in den Fernverkehr zur SBB wechseln würde, wenn die BLS nicht selbst eine (bessere) Offerte einreicht.
    2 2 Melden
    • meine senf 08.09.2017 13:58
      Highlight Diese Aufteilung von Fern- und Regionalverkehr ist manchmal ohnehin total willkürlich.

      Bisher gilt La Chaux-de-Fonds - Biel als "Fernverkehr", während LChdF-Neuchâtel(-Bern) als Nahverkehr galt. Neu wird das genau umgekehrt.
      Warum kann aber auch das BAV nicht begründen.

      Dieses Konzept hat man sich aus grossen Flächenländern wie Deutschland abgeschaut, wo die Entfernungen viel grösser sind und Nah- und Fernverkehrszüge tariflich getrennt sind. http://Ent
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  • surfi 08.09.2017 10:54
    Highlight Die Argumentation ist logisch.
    Die SBB betrieben Fernverkehrsstrecken die rentieren und solche die weniger rentieren. In der Rechnung werden diese ausgeglichen.
    Verliert jetzt die SBB logischerweise die profitablen, dann fehlt das Geld für die anderen zu betreiben. Das bedeutet nichts anderes als dass die Angebote auf anderen reduziert werden.
    Die BLS hingegen wollen nur Rosinen picken und keine nicht rentablen Strecken betreiben.
    Übrigens würden die Preise nicht gesenkt werden, da alle Bahnen dieselben Preise haben. Sonst müsste ja pro Betreiber ein anderes Billett gelöst werden.
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    • dan2016 08.09.2017 15:08
      Highlight ja, die Preise werden bei den BAhnen identisch sein. Hingegen fehlt uns jegliche Transparenz, welche Linien der SBB rentabel sind und welche sie dabei finanzieren. Für mich ist es absurd, wenn die SBB Göschenen einen defizitären Zug spenden, Uster und Dietikon jedoch nicht. Insofern hoffe ich natürlich auch, dass der Schritt endlich Transparenz bringt
      2 0 Melden
    • zettie94 08.09.2017 22:43
      Highlight Die BLS will keine Rosinen picken, sonst hätte sie sich für Genf - St. Gallen beworben.
      Die BLS will ganz einfach ihre Strecke Bern - La Chaux-de-Fonds weiterbetreiben. Da diese defizitäre Strecke neu zum Fernverkehr gehört, braucht sie andere, profitable Strecken zur Quersubventionierung.
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  • Tom B. 08.09.2017 10:30
    Highlight Jaja, wenn der ewige Staatsmonopolist aufgeschreckt wird... Reaktionen wie die Politik zu den Absimmungen: Drohfinger und Mehrkosten. Etwas anderes als Einschüchterung fällt denen nicht mehr ein... Traurig.
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    • meine senf 08.09.2017 11:36
      Highlight Sowohl SBB wie auch BLS gehören dem Staat.
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    • Posersalami 08.09.2017 12:22
      Highlight Was macht denn der Staatsmonopolist schlecht, wenn man mal die gebotene Leistung betrachtet? Und was könnte mehr Wettbewerb da bewirken? Wenn ich so ins Ausland schaue dann habe ich grosse Zweifel, dass mehrere Anbieter (und wenn möglich noch private..) das irgendwie besser machen könnten.
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    • meine senf 08.09.2017 13:52
      Highlight Geringe Verbesserungen gäbe es schon, aber auf hohem Niveau.

      Man vergleiche etwa das SBB-Konzept an der Gotthard-Bergstrecke mit jenem der BLS am Lötschberg. Würden die SBB die Lötschberg-Bergstrecke betreiben, müsste man wohl in Frutigen umsteigen. Nur Dank dem Druck durch die SOB wird das bald wieder besser.

      Solange man es nicht so macht wie in England, sondern so, wie es in der Schweiz jetzt schon im Regionalverkehr (und bis in die 90er-Jahre auch im Fernverkehr) gemacht wird (gleiches Billetsystem, abgestimmte Fahrpläne etc), kann eine gewisse geregelte Konkurrenz schon auch gut sein.
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    • zettie94 08.09.2017 22:46
      Highlight @meine senf: Der Vergleich Gotthard - Lötschberg hinkt gewaltig. Die Gotthardstrecke ist eigenwirtschaftlicher Fernverkehr, der Lötschberger ist subventionierter Regionalverkehr.
      England ist übrigens gar nicht so schlecht wie immer behauptet wird. Die normalen Tickets sind auch nicht an einen Anbieter gebunden, diese können lediglich zusätzlich auch eigene anbieten (vergleichbar mit unseren Sparbilleten, die sind auch nur in einem bestimmten Zug gültig).
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    • meine senf 09.09.2017 08:44
      Highlight Die Einteilungen von "Fern-" und "Nah-"Verkehr sind in der Schweiz ohnehin total willkürlich.

      Warum unterscheiden sich Lötschberg und Gotthard diesbezüglich? Eigentlich wäre die Situation doch praktisch genau gleich.

      Na ja, wenn das ganze System vermurkst ist ...
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    • zettie94 09.09.2017 11:27
      Highlight Die Einteilung ist nicht willkürlich, es gibt lediglich ein paar unklare Fälle, wo halt entschieden werden muss.
      Der Gotthard war bis letzten Fahrplanwechsel "richtiger" Fernverkehr und die Konzession hat seither nicht geändert. Der Rest ist Politik (Kanton Uri will Regionalverkehr auf der Gotthardstrecke nicht subventionieren, der ist mit dem parallelen Bus besser bedient und hat offenbar geschickt verhandelt).
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    • meine senf 09.09.2017 11:34
      Highlight Auch auf der Lötschberg-Bergstrecke gibt es nur noch RE, der "ganz nahe" Nahverkehr zwischen Frutigen und Kandersteg ist auch durch Busse ersetzt, genau gleich wie am Gotthard. Rein technisch gesehen ist die Situation wirklich praktisch gleich. Aber leider scheint das nicht das entscheidende zu sein.

      Ich bleibe dabei, dass diese politischen Einteilungen von "richtigem" und "mittlerem" "Fernverkehr" und dem Zwitter RE (gilt manchmal als "Fernverkehr" und manchmal als "Nahverkehr") und "nahem Nahverkehr" willkürlicher Murks sind.
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  • Fabio74 08.09.2017 10:28
    Highlight Wir haben ja sowieso keinen Wettbewerb. Sondern einen grossen Filz.
    Die SBB bietet an, wie die BLS und evtl andere.
    Die Entscheidung fällt das BAV.
    Die SBB ist Partei und soll nicht mauscheln
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Störungen mit immer grösseren Auswirkungen: Was ist bloss mit den SBB los?

Das SBB-Bahnnetz ächzt unter der hohen Belastung. Das zeigen die vielen Zwischenfälle in diesem Sommer. Klar ist: Heute können auch kleine Störungen grosse Folgen haben.

Was ist bloss mit den SBB los? Immer wieder fallen Züge aus. Verspätungsmeldungen nehmen zu. Selbst am Nationalfeiertag schaffte es der Bundesbetrieb nicht, die Zürcher S-Bahn störungsfrei zu betreiben – obwohl am 1. August kein Pendlerverkehr zu bewältigen war. Im Zürcher Hauptbahnhof waren die S-Bahn-Gleise 41 bis 44 wegen eines Gleisschadens nur beschränkt befahrbar. Zugsausfälle und Verspätungen bis 22.30 Uhr waren die Folge.

«Das ist ja nicht normal, was die SBB derzeit bieten», stöhnt …

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