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WM-Qualifikation, 2. Runde

B: Ungarn – Schweiz 2:3 (0:0)
B: Portugal – Andorra 6:0 (3:0)
B: Lettland – Färöer 0:2 (0:1)

Die Schweizer Nationalmannschaft lässt sich von den mitgereisten Fans feiern. Bild: freshfocus

Die Schweiz siegt auch gegen Ungarn – der perfekte Start in die WM-Quali ist Tatsache

Die Schweiz gewinnt in einem verrückten Spiel in Ungarn mit 3:2 und hievt sich in die Favoritenrolle ihrer Gruppe in der WM-Qualifikation. Valentin Stocker schoss zwei Minuten vor dem Ende das Siegestor.

Publiziert: 07.10.16, 23:03 Aktualisiert: 08.10.16, 15:46

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Die Schweiz führt in der Gruppe B verlustpunktlos vor Portugal. Sie hat trotz eines schwierigen Programms zum Einstieg den maximalen Ertrag erzielt. Dem Triumph gegen den Europameister Portugal folgte im zweiten grossen Härtetest das nächste Wunschergebnis. Im Duell mit dem EM-Achtelfinalisten Ungarn vergrösserte die Equipe von Vladimir Petkovic ihre Reserve auf einen möglichen Direktkonkurrenten um eine Top-2-Klassierung frühzeitig auf fünf Punkte.

Stockers Treffer passte irgendwie zu einem nicht alltäglichen Abend mit überraschend vielen Tiefschlägen, aber eben auch entscheidenden Highlights, zu denen das Ende der elfmonatigen Torflaute von Haris Seferovic ebenso gehörte wie die traumhafte Torpremiere von Aussenverteidiger Ricardo Rodriguez (67.); der offensive Wolfsburger markierte im 38. Länderspiel den ersten Treffer.

Kann man so machen – Rodriguez versenkt das Leder in Stürmer-Manier im Kasten. Video: streamable

Der ungarische Wille zur Korrektur

Die Vorahnung von Yann Sommer, womöglich einen ungemütlichen Abend überstehen zu haben, hatte sich in der Ferencvaros-Arena vor der finalen Hektik zunächst nur vereinzelt bewahrheitet. Mehr als eine gute Szene gestand die Schweizer Defensive den zunächst überaus berechenbaren Osteuropäern in den ersten 53 Minuten nicht zu, ehe sich die Probleme und Turbulenzen bedrohlich häuften.

Die Ungarn schafften es vermehrt, ihre wilden Elemente auszuspielen. Die Gäste gerieten trotz zweimaliger Führung in ernsthafte Schwierigkeiten. Nach einer gut strukturierten ersten Hälfte verloren die Schweizer ohne Not die Kontrolle – und zwar durchwegs unmittelbar nach eigenen Erfolgserlebnissen.

Die Führung durch Haris Seferovic. Video: streamable

120 Sekunden nach dem ersten Vorteil der Favoriten trat Adam Szalai ein erstes Mal tatkräftig in Erscheinung. Der Hoffenheimer Joker mit tiefem Bundesliga-Fundus lenkte einen Schuss Kleinheislers an den Pfosten, den Abpraller verwertete er gleich selber. Und nach Rodriguez wunderbarem Volleytor reagierte Ungarn abermals – wieder skorte der gleiche Protagonist.

Doch als die 23'000 ungarischen Supporter den zweiten Ausgleich stürmisch feierten und die Mannschaft gedanklich wohl in Erinnerungen an das Spektakel schwelgte, welches sie zuletzt an der ersten Endrunde seit dem WM-Out 1986 inszeniert hatte, fand die Schweiz spät, aber doch noch den Ausweg aus der beklemmenden Lage.

Das goldene Tor von Valentin Stocker in der 90. Minute. Video: streamable

Ein paar Vorwürfe bleiben

Den Schweizern ist trotz der Happy-End-Story aber vorzuwerfen, gegen einen Kontrahenten von der Ideallinie abgekommen zu sein, dem lange vieles missraten war. Statt von den diversen Ungenauigkeiten im ungarischen Aufbau zu profitieren, liessen sich die Schweizer selber in problematische Zonen drängen.

Die Art und Weise, wie sie sich zweimal eine vorzügliche Konstellation verspielten, nicht zum fortschrittlichen Bild und ihrer Entwicklung des letzten Halbjahres. Angesichts des gehobenen Reifegrads wäre eine stilsicherere Fortsetzung wünschenswert gewesen.

Dass sich die Schweizer primär mit «unforced errors» in Bedrängnis bringen würden, zeichnete sich relativ schnell einmal ab. In zwei, drei Fällen leisteten sie sich ohne Not Ballverluste. Ihr Glück war in jenen ungenügenden Momenten, dass Ungarns Ensemble mit den Offerten lange bemerkenswert wenig anzufangen wusste.

Mit ihrer letzten und erfolgreichen Antwort legten die Schweizer gleichwohl dar, derzeit über ein Selbstvertrauen und eine Reichweite zu verfügen, auch Schwierigkeiten zu meistern – notabene nach einer Serie von gewichtigen Ausfällen im Vorfeld der Partie. (sda)

Die Tabelle

Das Telegramm

Ungarn - Schweiz 2:3 (0:0) Groupama-Arena, Budapest. - 23'000 Zuschauer (ausverkauft). - SR Kuipers (NED).
Tore: 51. Seferovic (Shaqiri) 0:1. 53. Szalai 1:1. 67. Rodriguez (Behrami) 1:2. 71. Szalai (Stieber) 2:2. 89. Stocker (Derdiyok) 2:3.
Ungarn: Gulasci; Fiola, Guzmics, Lang, Kadar; Dzsudszak, Nagy, Gera, Stieber; Kleinheisler (76. Nemeth), Szalai (87. Nikolics).
Schweiz: Sommer; Lichtsteiner, Schär, Elvedi, Rodriguez; Behrami, Dzemaili; Embolo, Shaqiri (82. Fernandes), Mehmedi (88. Stocker); Seferovic (72. Derdiyok).
Bemerkungen: Schweiz ohne Xhaka (gesperrt) sowie Djourou, Frei, Zuffi und Moubandje (alle verletzt). 53. Szalai lenkt Schuss von Kleinheisler an den Pfosten (und trifft im Nachschuss). Verwarnungen: 81. Dzemaili (Foul). 92. Behrami (Spielverzögerung). (sda)

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  • SVARTGARD 08.10.2016 06:30
    Highlight
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  • Mia_san_mia 08.10.2016 01:40
    Highlight Glück gehabt. Heute habe ich Petkovic nicht verstanden. Shaqiri und Seferovic auswechseln aber einen Embolo, der wie immer am Anfang ein bisschen etwas zeigt und nachher nichts mehr Wert ist, 90 Minuten spielen lassen... Wenigstens gings mit der Stocker-Einwechslung noch mal gut.
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  • Tom Garret 08.10.2016 00:40
    Highlight Eine Grossartige Mannschaft die da die Schweiz vertritt! Schade wird so oft rumgenörgelt...
    31 0 Melden
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  • Bluetooth 07.10.2016 23:14
    Highlight Das Fehlen von Xhaka und Djourou hat sich schon sehr bemerkbar gemacht doch am Schluss ist alles doch gut gegangen. Das war sicher nicht das beste Spiel der Schweiz, aber es war sehr unterhaltsam.
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Für uns Schweizer ist die EM leider zu Ende, doch wenigstens bleibt uns Xherdan Shaqiris magistraler Moment für die Ewigkeit. Seinen Fallrückzieher in der 82. Minute könnten wir tausend Mal anschauen. Und weil heute Sonntag ist: Wieso nicht?😉 Noch spannender ist das mit verschiedenen Sprach-Fassungen, denn dieses Tor liess keinen Kommentator kalt, nicht einmal den polnischen (auch wenn dieser im Schock erst mal kein Wort über die Lippen bringt).

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