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Studie zeigt auf, dass schon kleine Mädchen Knaben für schlauer halten

26.01.17, 20:00 27.01.17, 15:52

Geschlechter-Stereotype greifen offenbar früh: Einer neuen US-Studie zufolge trauen Mädchen schon im Alter von sechs Jahren ihresgleichen intellektuell weniger zu als Buben oder Männern.

Knaben haben das bessere Image. Bild: EPA/KEYSTONE

Sie schätzen andere Mädchen und Frauen seltener als brillant und schlau ein – und schrecken auch vor einem unbekannten Spiel «für wirklich, wirklich schlaue Kinder» eher zurück als ihre männlichen Altersgenossen.

Interessanterweise halten fünfjährige Mädchen ihre Geschlechtsgenossinnen noch für ebenso schlau wie Knaben die ihrigen, beschreiben die Psychologin Lin Bian (University of Illinois) und Kollegen im US-Fachjournal «Science».

Wandel zwischen fünf und sechs Jahren

«Unsere Gesellschaft neigt dazu, Brillanz stärker mit Männern zu verbinden als mit Frauen», erläutert Bian. Diese Ansicht halte Frauen dann auch von Jobs ab, die mit Brillanz in Verbindung gebracht würden. «Wir wollten wissen, ob junge Kinder diese Stereotypen auch stützen.»

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Um das herauszufinden, befragte das US-Forscherteam für mehrere Teilstudien insgesamt 400 Kinder von 5 bis 7 Jahren, vorrangig aus der weissen Mittelschicht. Für das gesamte ethnische und soziale Spektrum der USA ist die Studie nicht repräsentativ.

Zunächst hörten die Kinder eine Geschichte über jemanden, der «wirklich, wirklich schlau» sei. Dann sollten sie raten, wer aus einer Gruppe von zwei Männern und zwei Frauen wohl der Protagonist war.

Während die fünfjährigen Mädchen und Knaben noch gleich häufig das eigene Geschlecht favorisierten, sah das Ergebnis bei Sechs- und Siebenjährigen anders aus: Mädchen sahen ihre Geschlechtsgenossinnen deutlich weniger positiv und hielten Männer oft für schlauer.

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Stereotypen sehr präsent

In einer weiteren Untersuchung wurden den Kindern zwei – inhaltlich identische – Spiele vorgestellt: Das eine angeblich für «Kinder, die wirklich, wirklich schlau sind», das andere für solche «die sich wirklich, wirklich anstrengen».

Sechs- und siebenjährige Mädchen zeigten deutlich weniger Interesse an ersterem als ihre männlichen Altersgenossen, während an dem zweiten Spiel beide Geschlechter gleich stark interessiert waren.

Erneut war der Unterschied bei der Brillanz-Einschätzung bei den Fünfjährigen noch nicht vorhanden. Warum sich dieser Wandel vollzieht, konnten die Forscher nicht eindeutig beantworten.

Für Genderforscherin Petra Lucht von der Technischen Universität Berlin sind die Ergebnisse keineswegs überraschend. «In unserer alltäglichen Lebenswelt sind soziale Normen, die Geschlechterstereotype vermitteln, nach wie vor sehr präsent.»

In den vergangenen 15 Jahren habe zudem das Gendermarketing sehr stark zugenommen – die Werbung und der Verkauf von Produkten, die jeweils nur auf ein Geschlecht abzielen. «Ein prägnantes Beispiel ist Lego.» Die Geschlechtertrennung in Werbung und Verkauf diene vor allem der Wirtschaft, weil alles doppelt gekauft werden müsse. (sda/dpa)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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  • Vio Valla 27.01.2017 09:43
    Highlight Immer wieder interessan zu sehen und zu lesen, wie viele gleich rot sehen, wenn die Problematik um geschlechter Stereotypen thematisiert wird. Reflexartig geht man gleich in die Abwehrhaltung, stattt einfach mal die Tatsachen unserer Zeit zu sehen und zu merken, das diese antrainierten Geschlechterrollen nicht nur die Frau sondern auch den Mann in gewissen Bereichen stark beschränken und benachteiligen (zB Sorgerecht). Die eine Ungleichheit führt zur anderen und umgekehrt.
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  • koks 27.01.2017 08:36
    Highlight Dafür studieren seit mehr als einem Jahrzehnt deutlich mehr Frauen wie Männer. Da habe ich auch noch keine Feministin oder pamayer was von wegen patriarchalischer Welt ausrufen hören. Heuchelei at its best.
    18 7 Melden
    • Vio Valla 27.01.2017 09:49
      Highlight Ungleiche Tendenzen egal wo und welches Geschlechte es betrifft sind auf die Dauer für eine Gesellschaft nicht gesund. Das mehr Frauen studieren ist genau sowenig gut, wie das mehr Männer in den technischen Bereichen studieren. Und Feminismus ist schon lange keine homogene Bwegung, in der alle Aktiven gleicher Meinung sind. Heuchler sind die, die gewisse Dinge einfach nur so auffassen, wie sie es gerade brauchen und dabei die anderen Entwiklungen erst gar nicht betrachten oder einsehen wollen.
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  • Menel 27.01.2017 07:19
    Highlight Interessant finde ich, dass die Auswirkungen, wenn man bei einem Spiel versagt das für "wirklich wirklich schlaue Kinder" ist, viel verheerender ist, als wenn man bei einem Spiel versagt, dass für "Kinder ist die sich wirklich wirklich anstrengen". Ersteres limitiert einen, denn ein Versagen in so einem Spiel bedeutet, dass man einfach nicht schlau genug ist. Beim zweiten heisst es einfach, dass man sich nur zu wenig angestrengt hat und es daher immer noch schaffen könnte.

    Dh. Mädchen haben wohl eher das Gefühl, dass sie alles erreichen können, wenn sie sich nur genug anstrengen.
    5 5 Melden
    • Toerpe Zwerg 27.01.2017 08:53
      Highlight Eben nicht. Sie glauben, dass sie alles erreichen können, solange sie sich ihre Ziele nur im Rahmen ihrer Möglichkeiten stecken. Damit limitieren sie sich und ihre Ambitionen.
      9 2 Melden
    • Menel 27.01.2017 09:51
      Highlight @Toerpe Zwerg, ich hatte mal mit der Studie von Carol Dweck "Growth Mindset" zu tun und diese zeigt, dass Kindern, denen gesagt wird, sie seien sehr intelligent wagen sich an keine komplizierteren Aufgaben, wenn sie bei einer mal gescheitert sind. Kindern denen man aber sagt, dass sie sich bei einer Aufgabe richtig gut angestrengt haben, die wagen sich danach signifikant öfters an schwere Fragestellungen. Sie fühlen sich nicht limitiert. Wenn sich also Mädchen für Aufgaben mehr begeistern, die "wirklich wirklich anstrengend" sind, dann fühlen sie sich eher nicht limitiert bei einem Scheitern.
      2 1 Melden
    • Toerpe Zwerg 27.01.2017 11:33
      Highlight Das kann ich einsehen, aber wenn sie sich erst gar nicht an die Aufgaben für sehr sehr intelligente heranwagen, ist die Limite schon vorher akzeptiert.
      2 1 Melden
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  • pamayer 27.01.2017 06:16
    Highlight Früh muss sich üben, wer in der patriarchalen Welt (über-)leben will.

    Sozialsation pur.
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  • FancyFish 26.01.2017 21:28
    Highlight Sollte das jetzt ein Problem sein?

    Schlussendlich studieren mehr Frauen als Männer, mehr Frauen gehen ins Gymnasium.

    Wetten, dass irgendeine "Feministin" daraus wieder ein rieeesen Problem macht
    35 28 Melden
    • Menel 27.01.2017 11:34
      Highlight ...und wie sieht es nach dem Studium aus? Zeichnet sich diese Tendenz dann auch in der Arbeitswelt ab?
      5 12 Melden
    • FancyFish 27.01.2017 12:39
      Highlight Das musst du nicht mich Fragen, frag lieber die Unternehmen
      4 0 Melden
    • Tschedai 27.01.2017 14:57
      Highlight ... oder frag die Frauen, die nach dem ersten Kind nicht mehr zurück in den Beruf gehen oder was anderes machen. Ihr gutes Recht und sicher zum Wohle der Kinder.
      7 5 Melden
    • Vio Valla 27.01.2017 16:06
      Highlight @Tschedai, vielleicht liegt das aber daran, dass Frauen in einer Beziehung oft weniger als ihr Partner verdienen, weil Männer gerne Frauen haben, die etwas weniger verdienen als sie selber, oder weil Frauen nach der Geburt mehr Urlaub bekommen als Männer, was ein Signal ist, dass die Frau doch eher aufs Kind aufpassen soll als umgekehrt, oder eben antrainierte Geschlechterrollen.
      5 5 Melden
    • Menel 27.01.2017 16:07
      Highlight Nicht mehr gehen können oder wollen?
      2 5 Melden
    • FancyFish 27.01.2017 17:28
      Highlight Antrainierte Geschlechterrollen?
      Wenn alle in der Studie gleich denken, ist das vielleicht ein Indiz, dass sie angeboren sind
      2 4 Melden
    • FancyFish 27.01.2017 17:29
      Highlight Oder besser gesagt evolutionär bedingt
      2 3 Melden
    • Tschedai 27.01.2017 22:10
      Highlight @Vio vermutlich keines von deinen aufgezählten Beispielen (auf die durchschnittliche Bevölkerung gesehen). Die Mutterrolle ist nicht antrainiert, sondern im Instinkt einer Mutter. Wer das wegdiskutiert möchte, ist fehlgeleitet oder hat eine Schraube locker.
      2 2 Melden
    • Enzasa 27.01.2017 22:26
      Highlight Babys wecken in Allen Menschen Beschützerinstinkte.
      4 0 Melden
    • Tschedai 27.01.2017 22:54
      Highlight Enzasa, es wäre schön, wenn Babies in allen Menschen Beschützerinstinkte wecken würden.
      1 0 Melden
    • Vio Valla 28.01.2017 14:15
      Highlight Tschedai, die reine Mutterrolle, sprich das die Frau sich nur um Kinder und Haushalt kümert, ist relativ ein neumödische Erscheinung der 50er Jahre des letzten Jahrhundert. Zuvor gab es für die meisten Frauen diese Wahl erst gar nicht und die Obhut der Kinder war auf mehere Personen verteilt. Das vergessen die meisten in der ganzen Diskusion auch immer wieder gerne. Auch zweifle ich nicht daran, dass auch die Väter gerne mehr Zeit für ihre Kinder hätten. Der Vaterinstinkt bleibt bei diesem Denken völlig auf der Strecke und der ist sicher nicht weniger stark als die Gefühle einer Mutter zum Kin
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  • Gasosio 26.01.2017 21:24
    Highlight Wirklich spannend weil ich das so nicht dachte. Nun aber bitte nicht millionen wieder in aufklärungs- und emanziptionskampagnen stecken die für die katz sind.
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  • Enzasa 26.01.2017 21:19
    Highlight Aus diesem Grund ist Gender wichtig, leider sehen die Konservativen Kreise eine Gefahr in dieser Wissenschaft und versuchen sie durch Verleumdungen zu diskreditieren
    20 39 Melden
    • Peter Rohr 27.01.2017 05:31
      Highlight Gender …was ist das?
      24 9 Melden
    • poga 27.01.2017 06:05
      Highlight @Enzasa bitte schau zuerst nach, was Gender bedeutet und pb du da eventuell ein Wort vergeseen hast.
      13 6 Melden
    • Enzasa 27.01.2017 22:22
      Highlight Im wissenschaftlichen Sprachgebrauch wird gender als Bezeichnung für das soziale Geschlecht und in Abgrenzung dazu sex als biologisches Geschlecht definiert.
      1 4 Melden
    • Enzasa 28.01.2017 16:44
      Highlight Die Blitze oben sind witzig, es die offizielle Definition laut Duden.
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  • Gelöschter Benutzer 26.01.2017 21:17
    Highlight Macht diese Studie in der Schweiz (oder zumindest in Europa), dann können wir Diskutieren.
    Ich kann mich in letzter Zeit einfach nicht mehr mit den US-amerikanern vergleichen...
    29 5 Melden
    • Toerpe Zwerg 27.01.2017 08:54
      Highlight Und weshalb nicht?
      5 6 Melden
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  • Tschedai 26.01.2017 21:09
    Highlight Das ist ein Thema das praktisch nie offen diskutiert werden kann. Denn es darf dazu nur eine Meinung geben. Wer etwas englisch spricht und sich für das Thema interessiert sollte diese Doku anschauen:
    Extrem interessant und zeigt auf: Die Rollen, die Frauen und Männer oft einnehmen, sind nicht einfach aufgezwungen, sondern sehr viel ist seit Geburt, auf natürliche Weise vorhanden.
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