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Okinawa, eine Inselgruppe in Japan: Nirgendwo gibt es eine höhere Dichte an Hundertjährigen. Bild: Yogui.co

Dem Geheimnis des ewigen Lebens auf der Spur: An diesen 5 Orten werden Menschen steinalt

10.09.16, 15:46 12.09.16, 10:22

Acciaroli liegt im Süden von Italien am Tyrrhenischen Meer. Der kleine Ort – es leben nicht einmal 650 Menschen dort – würde nicht weiter auffallen, wenn da nicht diese Alten wären. Jeder Zehnte im Ort ist über 90 Jahre alt. Mehrere sind über 100.

Und die Alten sind in der Regel fit; sie leiden kaum unter Gefässkrankheiten oder Alzheimer. Bluthochdruck ist zwar verbreitet, doch fast alle Leute, die untersucht wurden, haben ein gesundes Herz, wie der US-Sender CBS News berichtet

Jeder Zehnte ist hier über 90: Acciaroli in der Campania.  Bild: Shutterstock

Schädliches Hormon

Die ungewöhnliche Konzentration von gesunden Alten hat Wissenschaftler auf den Plan gerufen, die dem Geheimnis der Langlebigkeit auf die Spur zu kommen hoffen. Auffallend ist die niedrige Dosis des Hormons Adrenomedullin im Blut der Einwohner. Ein hoher Pegel des Hormons behindert die Blutzirkulation und führt zu gravierenden Gesundheitsschäden.

Die Forscher von der Römer La-Sapienza-Universität und der University of San Diego vermuten, dass neben genetischen Ursachen vor allem die mediterrane Kost eine Rolle spielt: frischer Fisch, Früchte und Gemüse aus dem eigenen Garten, selbstgezüchtete Kaninchen und Geflügel, dazu Olivenöl. 

Nun ist Acciaroli nicht der einzige Ort, in dem die Leute eine mediterrane Küche pflegen. Und es ist nicht der einzige Ort, wo rüstige Alte in ungewöhnlich hoher Konzentration leben. Dasselbe trifft auch – in grösserem Massstab – auf die Provinz Nuoro auf Sardinien zu.

Hot Spots der Langlebigkeit

Die Gegend auf der italienischen Insel ist einer der weltweit fünf Hot Spots der Langlebigkeit, die der Journalist und Autor Dan Buettner «blaue Zonen» nennt. In seinem 2008 erschienenen Buch «The Blue Zones: Lessons for Living Longer from the People Who've Lived the Longest» identifiziert Buettner, der für die «National Geographic Society» und die «New York Times» tätig ist, folgende Hot Spots: 

Buettners fünf «blaue Zonen» und die Lebenserwartung in Jahren nach Ländern (gemäss Daten des CIA-Factbooks, 2012).  Karte: Wikimedia/watson

Sardinien

Hier werden auch Männer sehr alt: Ovodda auf Sardinien. Bild: sardegnainblog.it

Im Bergland von Sardinien, besonders in der Provinz Nuoro im Osten, erreicht eine erstaunliche Zahl von Männern das Alter von 100 Jahren und mehr. Zum Beispiel Antonio Todde, der 2002 knapp vor seinem 113. Geburtstag starb – als offiziell ältester Mann der Welt. Im Ort Ovodda, der nur gerade 1700 Einwohner hat, lebten 2008 fünf Personen, die 100 Jahre oder mehr zählten. 

Okinawa

Bauer auf Okinawa: Feld- und Gartenarbeit hält jung. Bild: matayoshicoffee.jp

Hier findet sich die höchste Dichte an verbürgten Hundertjährigen: 740 in einer Bevölkerung von 1,3 Millionen. Die Alten auf dieser japanischen Inselgruppe erfreuen sich nicht nur an ihrer ausserordentlich hohen Lebenserwartung, sondern auch an ihrer guten Gesundheit. Altersbedingte Krankheiten sind bei ihnen selten. «Der Kalender sagt vielleicht, sie sind 70, aber der Körper sagt, sie sind 50», so beschrieb der Forscher Bradley Willcox das Phänomen.

Loma Linda

Gesunde Adventisten: Das medizinische Zentrum in Loma Linda. Bild: Wikimedia

Das östlich der kalifornischen Metropole Los Angeles gelegene Loma Linda ist die einzige «blaue Zone» Nordamerikas. In der Stadt, die rund 23'000 Einwohner hat, leben etwa 9000 Siebenten-Tags-Adventisten, eine der grössten Gemeinden dieser evangelischen Freikirche. Die Adventisten, die sich oft vegetarisch ernähren und Alkohol und Rauchen ablehnen, sind deutlich gesünder als der US-Durchschnitt. 

Nicoya

Familiensinn: Nicoya im Nordwesten von Costa Rica.  Bild: drpeeke.com

Die Halbinsel an der pazifischen Küste von Costa Rica weist eine Bevölkerung auf, deren Mortalität im mittleren Alter sehr tief liegt: Ein Mann mit 60 Jahren hat ungefähr eine doppelt so grosse Chance wie ein US-Amerikaner, 90 Jahre alt zu werden. Zudem ist die Krebsrate unter den rund 132'000 Einwohnern am niedrigsten in Costa Rica.   

Ikaria

Gesundes Idyll: Ikaria im Ägäischen Meer. Bild: Shutterstock

Die griechische Insel liegt knapp 60 Kilometer vor der türkischen Küste und weist die weltweit höchste Dichte an Über-90-Jährigen auf: Fast einer von drei Einwohnern wird 90. Die Menschen leiden auch im hohen Alter kaum an chronischen Krankheiten, die Krebsrate liegt um 20 Prozent tiefer als im restlichen Land, Gefäss- und Herzkrankheiten kommen nur halb so oft vor, Demenz gibt es kaum. 

Ernährung, Bewegung und Familiensinn

Die Gründe für die besondere Langlebigkeit sind nicht in allen «blauen Zonen» identisch. Die Gene dürften zwar überall eine Rolle spielen, aber Faktoren wie Ernährung und Bewegung sind laut Buettner wichtiger. Der Speiseplan ist in den verschiedenen Hot Spots durchaus sehr unterschiedlich; gemeinsam ist aber allen, dass viel pflanzliche Nahrung, dafür wenig rotes Fleisch und raffinierter Zucker auf den Tisch kommt. 

Viel Olivenöl: Mediterrane Küche. Bild: Shutterstock

Viel Variation: Gerichte in Okinawa.  Bild: Shutterstock

Nicht Sport oder Fitnessübungen halten die Menschen dort gesund, sondern die Bewegung, die bei alltäglichen Tätigkeiten anfällt. Arbeiten im Garten zum Beispiel oder der regelmässige Gang ins Dorf zum Einkaufen. Weitere positive Faktoren sind wenig Stress und Mittagsschlaf.

Neben physiologischen Dingen fördern aber auch psychische Faktoren die Langlebigkeit: Intensive soziale Kontakte, besonders in der Familie, halten die Leute offenbar ebenfalls jung. Enge Beziehungen über die Generationen hinweg und das Gefühl, gebraucht zu werden, wirken sich positiv auf Wohlbefinden und Gesundheit der Alten aus. Auch Religiosität kann eine Rolle spielen; dies ist besonders in Loma Linda der Fall – der religiös geprägte Lifestyle der Adventisten hält sie von gesundheitsschädlichen Genussmitteln fern. 

Religiöse Regeln können zudem den Einbruch des modernen Lifestyles mit seinen Nachteilen bremsen. Denn die «blauen Zonen» sind zwar – mit Ausnahme von Loma Linda – allesamt eher isolierte Gegenden, aber gleichwohl nicht völlig von der Aussenwelt abgeschottet. Die Moderne dringt auch dort vor – mit all ihren Nachteilen. So ist in Okinawa die Rate der übergewichtigen Jugendlichen bereits im Steigen begriffen. Ob die Inselgruppe in Zukunft immer noch ein Hot Spot der Langlebigkeit sein wird, steht in den Sternen.

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  • Beobachter24 12.09.2016 19:34
    Highlight Ich sag's schon immer:
    100 Jahre lang Pecorino Sardo essen, dann wird man wirklich alt.
    4 0 Melden
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  • ChumaniNaima 11.09.2016 00:23
    Highlight Ich finde es immer sehr speziell, wenn man in den Medien von den "seltenen alten" (>90 und >100) liest. xD Ich arbeite im Triemlispital & ein Grossteil der Patienten sind >90 und immer wieder welche >100, und dies wohlbemerkt auf der Chirurgie... Daher verstehe ich dies eigentlich nicht.
    12 16 Melden
    • slashinvestor 11.09.2016 11:07
      Highlight Wussten sie das wenn ich auf der Autobahn fahre das ich Autos finde? ;) Spass beiseite, die Statistik ist ein Durchschnitt einer Gegend. Triemlispital weil es ein Spital ist, automatisch alte Leute hat, weil sie ein Spital brauchen.
      24 3 Melden
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  • Gelöschter Benutzer 10.09.2016 22:34
    Highlight Loslassen, wenn das alte Gefäss neue Inhalte nicht mehr tragen kann, dieses Bewusstsein, sagen zu können: Ich habe es versucht. Kinder, tragt es weiter, solche Alten erscheinen mir auch im Leben sehr heiter. Zu ihnen sag ich: Macht weiter. Ihnen will ich gerne dienen. Aus echtem Respekt und Liebe.
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  • Gelöschter Benutzer 10.09.2016 22:19
    Highlight Vielleicht wurde ich missverstanden. Sehr alte Leute haben es durchaus voll drauf, den jüngeren Generationen sowas von den Stinkefinger zu zeigen. Sie denken wirklich und wahrhaftig, dass das junge Gesocks die Erungenschaften für die sie selbst eingestanden sind nicht verdient. Diese Greise neiden uns die Zeit, die ihnen zwischen den knöchrigen Fingern zerrinnt. Sie hassen unsere Jugend, sie hassen, dass wir und nicht sie zu sehen bekommen, wofür sie bluteten. Eigentlich ist das verständlich. Trotzdem: Ich will nie so sein, wenn der Sensemann immer mal wieder anklopft. Geht Euren Weg, Jugend.
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  • elmono 10.09.2016 20:15
    Highlight Neben der Ernährung, der Umgebung und unserem gewählten Lebenstil trägt sicherlich der Stress einen Grossteil zur ,,frühen,, Sterblichkeit bei.
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  • Gelöschter Benutzer 10.09.2016 19:13
    Highlight Ich hoffe einfach für die Angehörigen und Nachbarn, dass sie nicht allzu sehr unter dem sogenannten bösen Alter leiden müssen. Gesunde, alte Menschen können, müssen keineswegs, ganze Quartiergemeinschaften in den nackten Wahnsinn treiben, weil sie alle jüngeren anklagen und verurteilen noch länger zu leben! Man kann tun und lieb sein wie man will. Alter verfügt über ein Gift mitunter, dass ganze Gemeinschaften infizieren und zersetzen kann. Zum Wohlgefallen des Alten, der Alten. Einfach tötlich, gewisse Greise 😎
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    • Gelöschter Benutzer 10.09.2016 22:05
      Highlight Ihr Blitzer... Lebt Ihr in Disneyland?
      4 34 Melden
    • karl_e 11.09.2016 13:11
      Highlight Hast du schlechte Erfahrungen mit alten Angehörigen oder Nachbarn gemacht? Deine Verallgemeinerungen sind dennoch falsch. Es gibt so viele böse Alte wie böse Junge. Vielleicht sind einige Senioren wegen unschöner Erlebnisse wie Krankheiten oder Tod der nächsten Angehörigen ein wenig mürrischer, aber deswegen sind sie nicht böse. Solche unschönen Ereignisse könnten auch dir zustossen, Meister Pfeffer. Ob du dir dann dein freundlich-sonniges Gemüt bewahren kannst? Oder bist Du gar nicht so liebenswert und beklagst dich über durchaus berechtigte Kritik an deiner Person?
      http://Ör
      5 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 11.09.2016 13:51
      Highlight Eh, karl_e

      Mir ging es nur darum aufzuzeigen, dass auch hohes Alter nicht vor Torheit schützt und sogenannte edle Weise sich manchmal (!) verbissener ans Leben und an die eigene Bedeutsamkeit krallen als junge Menschen. Und ja, ich kenne solche Menschen, bin aber auch mit diesen stets respektvoll. Vorallem, wenn ich sie durchschaut habe. Ich rede ja nicht von Schuldzuweisung sondern von Realitäten. Alte einfach so zu ehren erscheint mir kitschig. Diese vielen Blitze erscheinen mir unehrlich. Wahrscheinlich finden da viele Leute zu wenig Zeit für ihr Grosi und entladen gerade ihr Gewissen...
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  • fenxi 10.09.2016 18:57
    Highlight Steinalt ist nicht ewiges Leben. Wer möchte das schon?
    14 5 Melden
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  • Der Tom 10.09.2016 18:54
    Highlight Ich bin auch schon 40 und es fühlt sich nicht viel älter an. Dank Butterbrot, Haferflocken und Ovi.
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  • Sille 10.09.2016 16:43
    Highlight Na dann machen wir doch alles richtig...das Gemaule dejenigen, welche sich schon heute über unsere älteren Mitbewohner ärgern, möcht ich nicht hören...
    19 4 Melden
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  • KaiCer 10.09.2016 16:26
    Highlight "Breaking News"... danke für die Push-Notification....
    40 4 Melden
    • Sille 10.09.2016 16:40
      Highlight Deshalb ist diese Funktion seit ein paar Tagen bei meinem Account deaktiviert 😉
      33 3 Melden
    • Donald 10.09.2016 18:19
      Highlight Bei Watson versteht man offenbar die Bedeuting dieses Begriffes nicht...
      29 4 Melden
    • AnnaX 10.09.2016 19:22
      Highlight Watson könnt ihr nicht themenbezogene push notifications einführen? Ich finde es teilweise schon interessant und würde es auch abonnieren kann aber verstehen dass andere es nicht wollen
      13 1 Melden
    • Donald 10.09.2016 20:04
      Highlight @anna

      Gibt es ja. Aber Breaking News wird übelst missbraucht.
      18 0 Melden
    • AnnaX 11.09.2016 01:11
      Highlight Ich meine etwas wie panorama oder kurioses das gibt's eigentlich nicht
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  • Pointer 10.09.2016 16:06
    Highlight Und was ist mit den Hundertjährigen in Vilcabamba?
    8 7 Melden
    • Daniel Huber 11.09.2016 19:45
      Highlight Die Altersangaben der Alten von Vilcabamba waren vermutlich stark übertrieben. Wissenschaftliche Untersuchungen kamen zum Schluss, dass die Lebenserwartung dort durchschnittlich ist.
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