Bundesrat
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Das Feld lichtet sich: Ruth Humbel will nicht Leuthards Nachfolgerin werden

Patrik Müller / CH Media



Die Aargauer CVP-Nationalrätin Ruth Humbel hat sich entschieden, auf eine Bundesratskandidatur zu verzichten. Sie führt auch private Gründe an.

Die 61-Jährige sagte am Dienstagmorgen zur «Aargauer Zeitung», sie sei nach reiflicher Überlegung und in Absprache mit der CVP Aargau zum Schluss gekommen, nicht für eine Bundesratskandidatur zur Verfügung zu stehen.

Ruth Humbel, CVP-AG, hoert sich waehrend einer Debatte im Nationalrat eine Frage an, waehrend der Herbstsession der Eidgenoessischen Raete, am Dienstag, 27. September 2016, im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Ruth Humbel will im Nationalrat bleiben. Bild: KEYSTONE

Ruth Humbel galt als nicht chancenlos, da die bisher meistgenannte CVP-Anwärterin, die Walliserin Viola Amherd, am linken Flügel der Partei steht, was im bürgerlich dominierten Parlament ein Nachteil ist. Ausserdem ist Amherd wegen eines Mietzins-Streits in die Kritik geraten. Humbel ist leicht rechts der Mitte positioniert.

«Es ehrt einen, wenn der politische Leistungsausweis gewürdigt wird und zu einer möglichen Bundesratskandidatur qualifiziert», sagt Humbel. «Mich haben die vielen aufmunternden Reaktionen positiv überrascht und mich zusätzlich zu einer gründlichen Standortbestimmung motiviert.»

Sie habe grossen Respekt gegenüber diesem Amt. «Eine Bundesrätin oder ein Bundesrat steht unter ständiger Beobachtung und hohem Druck», begründet Humbel ihren Verzicht: «Das notwendige innere Feuer und das bedingungslose Streben nach dem höchsten politischem Amt gehen mir unter Würdigung aller Kriterien ab, zumal das Privatleben kaum Platz findet.»

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Video: srf

Humbel kandidiert erneut als Nationalrätin

Seit 15 Jahren vertritt die nunmehr 61-Jährige den Kanton Aargau im Nationalrat – nach dem Sitzverlust der CVP ist sie die einzige Aargauer Christdemokratin im Parlament. Humbel kündigt an: «Ich kandidiere im kommenden Herbst erneut. Als derzeitige Vizepräsidentin Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit werde ich bei einer Wiederwahl die SGK in der ersten Hälfte der nächsten Legislatur präsidieren.»

Humbel hat sich als Gesundheits- und Sozialpolitiker profiliert und betont, es stünden wichtige Reformen an, wie «einheitliche Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen» und «Reform der Altersvorsorge». Hier möchte sie «gerne mitwirken».

Wer folgt auf Bundesrätin Doris Leuthard?

Im Bundesratsrennen erhöht Humbels Verzicht nun die Chancen zweier anderer CVP-Frauen: Nebst Viola Amherd liebäugeln die Baselbieter Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter und die Justizdirektorin Heidi Z’graggen mit einer Kandidatur. Man erwartet ihren Entscheid noch diese Woche. (aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hagane no Kagakusha 16.10.2018 14:51
    Highlight Highlight Ich freue mich, dass Ruth weiss, was sie beitragen kann und will, und was nicht. Jeder Mensch sollte einmal so reif werden, das für sich herauszufinden, und es wäre schön, wenn dann nicht ausgerechnet so was Wertvolles kritisiert wird.

    So meine Bitte an die Mutbürgerin: lass dies als Mensch-sein-Thema stehen und mach es nicht zur Mann-Frau-Geschichte.

    (P.S., bevor es wegen Respektlosigkeitsvorwürfen blitzt: ich bin auch off screen per Du mit Ruth.)
  • Zar Otti 16.10.2018 14:44
    Highlight Highlight Ohne ihren sonstigen politischen Leistungsausweis richtig zu kennen respektive beurteilen zu wollen, nach der Arena (glaub letztes Jahr) zur Cannabis-Legalisierung kann ich die Dame nur noch schwer ernst nehmen. Von daher sicher keine schlechte Nachricht :)
  • Clife 16.10.2018 14:39
    Highlight Highlight Schade, wird die Bundesratswahl nicht NACH den Wahlen nächstes Jahr durchgeführt. Im Moment gibt es nur pfeifen, die die Auswahl durchführen werden. Mir wäre es lieber gewesen, wenn bel 2! Bundesratssitzen zuerst mal das Parlament gewählt wird und DANN der Bundesrat durch das neue Parlament gewählt wird. Meiner Meinung nach bloss, um zu vergewissern, dass die Sitze noch den jeweiligen Parteien gehören und sie diese nicht abgeben müssen. Echt schade!
  • Mutbürgerin 16.10.2018 09:56
    Highlight Highlight Da sieht man das Problem von Quoten. Die halbwegs qualifizierten Frauen sagen ab oder haben Leichen im Keller. Die Auswahl bei den Frauen für hohe Ämter ist einfach zu klein und nur wenige wollen den Einsatz leisten.
    • Albi Gabriel 16.10.2018 14:47
      Highlight Highlight Völlig qualifiziert wäre Note 6. Gut qualifiziert wäre Note 5. Qualifiziert wäre Note 4. Also wäre halbwegs qualifiziert Note 2. Das würde ziemlich genau etwa dem entsprechen, was Frau Humbel für ihre politische Arbeit verdient hätte. Oder habe ich die Mutbürgerin falsch verstanden?
  • Rim 16.10.2018 09:39
    Highlight Highlight Schneider- Schneiter dürfte die Wunschkandidatin der SVP sein. Sie wird mit Sicherheit auf dem Ticket stehen.

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