Büpf
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Wegen BÜPF: Provider speichern sechs Monate lang, wann du auf welcher Website warst

Vor der Einführung des Bundesgesetz zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs BÜPF kommunizierten die Behörden, es würden nur Metadaten auf Vorrat gespeichert. Jetzt zeigt sich: Dem ist nicht so. 

02.03.18, 10:26 03.03.18, 07:25


Am 1. März trat das umstrittene Bundesgesetz zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF) in Kraft. Im Vorfeld besonders umstritten war die flächendeckende Überwachung von Bürgern und Firmen auf Vorrat, also ohne dass ein Verdacht vorliegen muss. Die Vorratsdatenspeicherung betrifft alle Bürger und Firmen, die Kommunikation über das Internet oder die Post nutzen – sprich die gesamte Bevölkerung.

Der Bundesrat und die Mehrheit des Parlaments argumentierten, das Sammeln von Kommunikationsdaten auf Vorrat sei verhältnismässig, da nur so genannte Metadaten gespeichert würden. Also nicht die Inhalte der Kommunikation, sondern beispielsweise mit wem man telefoniert oder E-Mails austauscht.

Nun zeigen Recherchen des SRF, dass die Internet- und Mobilfunkprovider weit mehr Daten von Bürgern und Firmen sammeln müssen, als der Bundesrat sagte. Konkret müssen Provider offenbar auch das Surfverhalten selbst speichern, sprich: wer wann auf welcher Website war.

«Die Aufzeichnung des gesamten Surfverhaltens in Mobilfunk- und WLAN-Netzen kann nötig werden», schreibt SRF. Das BÜPF verpflichtet Provider, ihre Mobilfunk- und WLAN-Nutzer rückwirkend zu identifizieren. Das funktioniere jedoch nur lückenlos, «wenn die Surfbewegungen ebenfalls aufgezeichnet werden», sagen betroffene Provider gegenüber SRF.

Das BÜPF verpflichtet Internet- und Mobilfunkprovider, Kommunikationsdaten (Metadaten) und Standorte aller Schweizer auf Vorrat zu speichern. Das erlaubt genaue Bewegungs- und Beziehungsprofile zu erstellen. bild: watson

Die Swisscom sagt, sie sei abhängig von den Informationen, welche die Behörden über eine gesuchte Person liefern. Fehlen Angaben, könne man die Identifizierung einer verdächtigen Person nur vornehmen, wenn sie die besuchten Websites aller Nutzer mitspeichere. Mediensprecher Nils Güggi vom zuständigen Dienst ÜPF beim Bund bestätigt dies gegenüber SRF: «Es kann tatsächlich notwendig sein, dass die Provider die Verbindungsziele speichern müssen». 

Die SRF-Recherchen sind brisant: Denn eigentlich werden die Provider im Bericht zu den Ausführungsbestimmungen des BÜPF angehalten, die Speicherung der Verbindungsziele zu unterlassen. Nun zeigt sich, dass dies in der Praxis nicht (immer) funktioniert, wenn die Provider das Gesetz einhalten wollen.

Offenbar sammeln die Provider mehr Daten als im BÜPF vorgesehen ist, um auf der sicheren Seite zu sein. Die Provider könnten darauf verzichten, wenn sie das neue Internet Protokoll IPv6 nutzen würden. So könnten sie ihre Kunden anhand der IP-Adresse genau identifizieren und das Speichern von besuchten Webseiten wäre hinfällig. 

Der Datenschützer will übernehmen

Laut SRF überlegt sich der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte den Gang vors Gericht, schliesslich handle es sich um einen starken Eingriff in die Privatsphäre.

Gewisse Daten zum Kommunikationsverhalten mussten Provider wie die Swisscom schon mit dem alten BÜPF aus dem Jahr 2002 für sechs Monate «auf Vorrat» speichern. Beispielsweise wer, wann mit wem kommunizierte. Wer sich wann und für welche Dauer ins Internet eingeloggt hat. Wer wann wem ein E-Mail oder SMS geschickt hat und wo sich der Handynutzer gerade befindet. 

Die Direktüberwachung einer verdächtigen Person, sprich das Mithören von Telefongesprächen, abfangen von E-Mails etc., wird hingegen weiter nur durchgeführt, wenn dies von den Strafverfolgungsbehörden explizit beantragt wird.

ZU DEN JAHRESZAHLEN 2016 DER SBB, AM DIENSTAG, 21. MAERZ 2017, ERHALTEN SIE FOLGENDE ARCHIVBILDER - Reisende begeben sich zu den Zuegen auf den Perrons im Bahnhof Bern, am 12. Mai 2016. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Wer das SBB-WLAN nutzt, muss damit rechnen, dass auch die besuchten Webseiten gespeichert werden. Bild: KEYSTONE

Mit dem revidierten BÜPF wurde die Vorratsdatenspeicherung auf kleinere Provider und Anbieter öffentlicher WLANs wie etwa die SBB ausgeweitet. Wer das SBB-WLAN nutzt, muss damit rechnen, dass nicht nur Metadaten, sondern auch die besuchten Webseiten gespeichert werden.

Jungparteien von links bis rechts sowie netzpolitische Aktivisten wie der Chaos Computer Club oder die Digitale Gesellschaft wehrten sich gegen den Ausbau der staatlichen Überwachung. Das Referendum gegen das revidierte BÜPF scheiterte bereits bei der Unterschriftensammlung – mindestens 30'000 fehlten am Schluss. 

Mit dem neuen BÜPF gibt es auch eine Rechtsgrundlage für den Einsatz von IMSI-Catchern. Was das bedeutet, erklärt dieses Video.

Einfachere Handyüberwachung für die Schweizer Polizei. Video: YouTube/SRF Virus

Auch das iPhone überwacht alle deine Schritte

Video: watson/Lya Saxer

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Zeno Hirt, 25.6.2017
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92
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92Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • .jpg 02.03.2018 19:41
    Highlight Und die Medien Unternehmen sind für Ihre blöde Verbreitung von Terrorangst genau so mitverantwortlich für diese Sauerei.
    Müsst jetzt nicht alle so Unschuldig da stehen wollen.
    49 2 Melden
  • .jpg 02.03.2018 19:37
    Highlight Bleibt mir nur noch eins....
    Selber schuld.

    26 2 Melden
  • paddyh 02.03.2018 15:09
    Highlight Weiss jemand bescheid, ob es gute VPNs gibt, mit denen man sich dagegen schützen kann. Reicht ein VPN überhaupt?
    14 0 Melden
    • Oliver Wietlisbach 02.03.2018 17:28
      Highlight Die Frage ist, traust du der VPN-Firma, die deinen Traffic sieht und heimlich speichern könnte oder traust du deinem Provider?

      In einem öffentlichen WLAN am Flughafen mag ein VPN gut sein, aber generell ist das nicht so einfach zu sagen. Siehe auch hier: https://gist.github.com/joepie91/5a9909939e6ce7d09e29
      13 2 Melden
    • Simonetta 03.03.2018 17:38
      Highlight Meine Überlegung hier ist folgende.
      Ausländische VPN müssen den Schweizer Behörden keine Auskunft geben, ausser im Rahmen eines internationalen Rechtshilfeverfahrens.
      Meine Daten könnten auch über Geheimdienstkooperationen zu den Schweizer Behörden gelangen.
      So, oder so ist der Aufwand für die Schweizer Behörden grösser und die Chance geringer, dass sie an meine Verbindungsdaten herankommen.
      Weil ein Rechtshilfeverfahren eine laufende Ermittlung voraussetzt. Und ohne Gegenleistung geben ausl. Geheimdienste keine Informationen.
      5 0 Melden
  • oXiVanisher 02.03.2018 13:56
    Highlight Irgendwie lächerlich, dass man sich jetzt darüber aufregt.

    Es haben genug Leute davor gewarnt (auch ich, und wurde dafür hier immer wieder stark "geblitzt") dass genau das passieren wird, da der Gesetzestext so schlecht geschrieben ist. Und jetzt alle so "Oh nein! Das konnte man doch nicht wissen".

    Und der Datenschützer ist ein Witz par excellence. Als ehemaliger Fedpol-Angestellter der sich genau solche Überwachungen gewünscht hat, war er von Anfang an falsch in dieser Position. Der wollte vorher nichts dagegen machen und wird es auch jetzt nicht.

    Viel Spass in der Totalüberwachung *kotz*
    83 2 Melden
  • Angelo C. 02.03.2018 13:23
    Highlight Wie verhält es sich, wenn man mit VPN unterwegs ist?

    Kann der Provider diese Eingaben dennoch protokollierend aufzeichnen?

    Ist diese Frage professionell und schlüssig zu beantworten?
    33 0 Melden
    • Bauernbrot (mit ganzen Bauern) 02.03.2018 14:29
      Highlight Wie sicher eine VPN Verbindung ist hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen sind es App oder Software des Anbieters und deren Verschlüsselung. Natürlich sind auch die vorherrschenden Rechte des jeweiligen Landes wo er gemeldet ist entscheidend. Das sind Faktoren welche man selbst teils schwer prüfen kann. Dazu kommt, dass man trotz VPN auch durch Cookies und Tracking genug über den Benutzer erfahren kann. Was können wir machen? Beispielsweise mit dem Tor Browser über VPN surfen. NoScript und Ghostery im normalen Broswer installieren. PS Besser als keine Daten sind falsche Daten.
      26 1 Melden
    • Angelo C. 02.03.2018 15:31
      Highlight Silent Speaker :

      Den ersten Abschnitt würde ich so unterschreiben

      Djinn :

      Cookies und Tracking können bei iOS generell (auch bei arbeiten mit VPN) ausgeschaltet werden.

      Allerdings führt Apple den Orignal Tor Browser im Gegensatz zu Android nicht im eigenen Angebot, anstelle dessen kompensatorisch nur fragwürdige App-Anbieter für Tor. Ob die letztlich aber nicht von diesem bei der Sucheingabe abgegriffen werden können, kann man auch nicht wirklich wissen....



      8 1 Melden
    • Bauernbrot (mit ganzen Bauern) 03.03.2018 01:12
      Highlight Das sind besagte schwer überprüfbare Faktoren. Meine rudimentären Programmierkenntnise lassen leider kein Urteil zu, aber ich vertrete den Standpunkt, Sicherheit durch Transparenz. Leider schneidet Apple da immer noch schlecht ab, obwohl sie Teile des Codes der Community zugänglich machen. Bleibt uns also nur, wann immer es geht Unsinn im Internet zu treiben. Einfach ein Lexikon an beliebiger Stelle aufschlagen und das erste Wort auf der Seite dann googeln. Im Hintergrund Frauentausch schauen und auf Amazon 1000 Gummibänder kaufen. Viel Spass beim nachkochen.
      7 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Winschdi 02.03.2018 13:17
    Highlight Wer (vor allem bürgerlichen) Politikern glaubt ist nicht zu helfen. Mittlerweile sollten wir das alle wissen.
    46 10 Melden
  • Tatwort 02.03.2018 13:15
    Highlight Die Angabe, dass diese Daten "nur" sechs Monate gespeichert würden, hält einer Überprüfung nicht stand. Die nächste Recherche wird zeigen, dass die grossen Provider die Daten jahrelang speichern, gemäss dem Vorbild der Telefon-Verbindungsdaten.
    58 1 Melden
  • Ass 02.03.2018 12:49
    Highlight Das Volk hat es ja so gewollt!!!!!
    62 4 Melden
    • Roterriese 02.03.2018 14:36
      Highlight Ja, und darum empöre ich mich auch nicht
      6 71 Melden
    • TJ Müller 02.03.2018 15:48
      Highlight Jaja roterriese, du hättest dich wohl auch nicht im 3ten Reich empört, war ja alles rechtens anno dazumal. Ein typischer Mitläufer, keine eigene Meinung und nicht zu höheren moralischen Idealen stehen, sondern sich einfach hinter der Masse verstecken. Schade...
      38 9 Melden
    • Roterriese 03.03.2018 11:02
      Highlight @TJ mal was neues, jeder der nicht Links ist, ist ein Mitläufer der keine eigene Meinung hat. Wer sagt, dass ihre "moralischen Ideale" die Richtigen sind? Ziemlich anmassend
      4 4 Melden
  • franzfifty 02.03.2018 12:46
    Highlight ..und ausserdem, jetzt ist auch klar, wieso die Provider "ploetzlich" hoehrere Internet Abo Preise haben (siehe UPC). Da nun mehr Speicher / Hardware fuer diese stupide Sache verwendet werden muss, werden die Kosten auf die Abo Zahler (also wir, wem das nicht in den Sinn gekommen waere) umgewaelzt. Ich koennte die Leute links und rechts *peep*, weil die solche staatlichen Kontrollen zulassen!
    61 2 Melden
  • Posersalami 02.03.2018 12:46
    Highlight Und genau darum nur noch mit VPN surfen und alles mögliche verschlüsseln.
    38 0 Melden
    • You will not be able to use your remote control. 03.03.2018 11:44
      Highlight 0e2bc1102dc99bde71e3897c6b5829dc403caf3c3f5ae857c2e68e3f35da5ca1bd34324b5f68ec509973bcfde07e52da4e035b3faca935fb7fce7f0547f4303d
      1 2 Melden
  • franzfifty 02.03.2018 12:41
    Highlight Ich bin sicher, dass sich viele nun in Kommentaren beklagen, die aber urspruenglich diesem Vorgehen ein "Ja" aufgestempelt haben und sagten "ich hab nichts zu verstecken". Ist ok, die anderen werden schon einen Weg finden, wie sie ihre privaten Daten niemandem Zeigen muessen (VPN etc.).
    34 5 Melden
  • Bucky 02.03.2018 12:17
    Highlight Wundert euch das wirklich? Dass uns "die da oben" ins Gesicht lügen, wie es ihnen grad passt, wollt ihr nicht wahrhaben? Versteh ich ja. Unbequeme Realitäten verdrängt man lieber.
    46 4 Melden
    • Alnothur 02.03.2018 12:34
      Highlight Ich hab damals mit dem Jungfreisinn Unterschriften fürs NDG-Referendum gesammelt. Einer, wie ich Informatiker, lehnte ab mit der Begründung "irgendwem muss man ja vertrauen"...
      40 2 Melden
  • The Destiny // Team Telegram 02.03.2018 12:00
    Highlight Ich hoffe einer der das kanm Doxxed mal all die Politiker die dafür waren, es sollten ja schließlich alle Bürger überwacht werden.
    17 5 Melden
    • Alnothur 02.03.2018 12:35
      Highlight Wir hatten eine Volksabstimmung darüber, das kannst du jetzt nicht auf "die da oben" abschieben.
      40 9 Melden
    • Posersalami 02.03.2018 12:48
      Highlight Die da oben vom Ja Kommite haben herumgelogen dass sich die Balken biegen.
      43 4 Melden
    • ujay 02.03.2018 12:53
      Highlight @Destiny. Der flächendeckenden Überwachung hat das Volch zugestimmt. Die Schweiz, das einzige Land der Welt, dessen Bevölkerung sich selbstgewählt stasimässig kontrollieren lässt. Gruss von weit weg😎😎😎
      56 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • virus.exe 02.03.2018 11:51
    Highlight https://nordvpn.com/de

    Nur zu empfehlen. Preis-Leistung top! Auch für Smartphone super App.
    18 1 Melden
  • B-Arche 02.03.2018 11:37
    Highlight Tja und da sieht man wieder das grundlegende Problem der Schweiz: es hat kein Verfassungsgericht da "das Volch immer Recht hat".
    Und so können Initiativen und Referenden Dinge beschliessen für den Rest der Verfassung und Freiheiten mit Füssen tritt.
    "Alle Deutschen deportieren" wäre per Volksinitiative möglich. Irgendwie pervers.
    61 6 Melden
    • 96m_fur 02.03.2018 12:06
      Highlight Übrigens wurde diese Änderung weder durch eine Initiative noch durch ein Referendum beschlossen.

      Im Gegenteil, das Gegnerische Referendum erhielt nicht mals genügend unterschriften.

      Also können wir diese Suppe jetzt auslöffeln, während unsere Daten fleissig gespeichert und weiterverarbeitet werden.
      33 7 Melden
    • Alnothur 02.03.2018 12:36
      Highlight Doch, das BÜPF-Referendum erhielt genügende. Das NDG dagegen nicht.
      22 3 Melden
    • Bene_ 02.03.2018 13:08
      Highlight „Alle Deutschen deportieren“ wäre auf keinen Fall zulässig. Erstens werden Initiativen (rudimentär) geprüft bevor sie vors Volk kommen, zweitens geht das Freizügigkeitsabkommen mit der EU (wie alle Staatsverträge) unserer Bundesverfassung vor. Ein Verfassungsgericht ist in der Schweiz nicht mehrheitsfähig, weil es dem „Schweizer Bürger“ die „direkte Demokratie“ wegnimmt.
      4 12 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bauernbrot (mit ganzen Bauern) 02.03.2018 11:31
    Highlight Der Ruf nach weniger Freiheit wurde erhört, was natürlich die Kriminellen nicht kümmert, denn die haben ihre Wege unerkannt zu agieren. Schlussendlich wird nur der Bürger überwacht. Sicherheitslücken werden nicht mehr geschlossen und können vom Staat sowie Hackern weiter als Tor zu unseren Daten dienen, was jeden zu einem Verdächtigen machen kann. Bravo Schweizer Stimmbürger, einfach nur bravo.
    83 0 Melden
  • fant 02.03.2018 11:21
    Highlight Also ich bin eigentlich vom Fach - aber was ich hier lese lässt mich schon zweifeln:

    Was hat die Verwendung von IPv6 mit Identizifizierbarkeit zu tun? Es gibt wechselnde Subnetze vom Provider und es gibt privacy extensions?

    Wenn das Argument ist, dass "NAT" das Problem ist: Warum hilft es, wenn die Provider die "Surfziele" mitabspreichern? Selbst bei CGNAT müsste der Provider ja lediglich wissen, WELCHEM User er wann welchen Port zugewiesen hat. Und aus den Logs der Webserver ("Surfziele") geht dann der (dynamisch per CGNAT allozierte) Client-Port hervor.

    Ich sehe den Bedarf nicht...
    23 1 Melden
    • Alnothur 02.03.2018 12:37
      Highlight Der SND wird seinen Bedarf angemeldet haben, da mach dir nur keine Sorgen...
      17 0 Melden
  • X23 02.03.2018 11:20
    Highlight https://protonvpn.com/

    Kann ich nur empfehlen!
    21 1 Melden
  • #bringhansiback 02.03.2018 11:17
    Highlight Weiss jemand wie genau die Provider loggen? DNS Anfragen auf ihre DNS Server? Deep Packet Inspection? Werden HTTPS Sessions mit MitM Methoden aufgebrochen? Werden eifnach Source und Destination IP aus dem IP Header gespeichert?

    Wenn konkret bekannt ist auf was geachtet wird können auch entsprechende Gegenmassnahmen ergriffen werden.
    28 0 Melden
    • Dr. Zoidberg 02.03.2018 12:53
      Highlight dns abfragen werden ziemlich sicher gespeichert. die destination ip wird sicher auch gespeichert, aber die kann a) mehrdeutig und b) dynamisch sein. mitm glaube ich eher nicht, das ist aufwendig und man bräuchte die kooperation der cert authorities (die hat sicher die nsa, aber nicht die swisscom). dpi braucht massig rechenleistung und wäre zur auflösung der verbindungsziele auch relativ nutzlos.
      11 0 Melden
  • olmabrotwurschtmitbürli 02.03.2018 11:13
    Highlight Ärgerlich und teuer, aber wenn das so ist, muss wohl in Sachen Anonymisierung aufgerüstet werden.

    37 2 Melden
  • p4trick 02.03.2018 11:08
    Highlight Das machen die Provider doch schon lange im Auftrag des US Geheimdienstes. Aber was der Schweizer nicht weiss, macht ihn nicht heiss.
    28 27 Melden
    • Simonetta 02.03.2018 12:16
      Highlight Vielleicht wissen die Provider noch nicht einmal, dass in ihren Anlagen Backdoors installiert sind im Equipment, bereits ab Werk.
      24 0 Melden
  • NotWhatYouExpect 02.03.2018 11:07
    Highlight Edward Snowden:
    Arguing that you don't care about privacy because you have nothing to hide is not different than saying you don't care about free speech because you have nothing to say.
    87 1 Melden
  • Fritzeli 02.03.2018 11:04
    Highlight Nun ja, werde ich halt nur noch die Apps SnowHaze und Tor benutzen damit das speichern aufhört.
    24 3 Melden
    • sheimers 02.03.2018 11:56
      Highlight Solange nur wenige Tor verwenden macht man sich damit aber erst recht verdächtig.

      Anonym ist man nur, wenn man heimlich ein fremdes, offenes WLAN mitbenutzt und dabei die MAC des eigenen WLAN-Interfaces jedes mal anders vergibt. Dazu braucht man aber eine Richtantenne um das aus weiter Ferne zu tun. Sitzt man im Internetcafé oder surft beim Nachbarn mit, dann wird man gesehen (Überwachungskamera des Cafés) oder kommt schnell in Verdacht.
      8 4 Melden
    • Bauernbrot (mit ganzen Bauern) 02.03.2018 12:17
      Highlight @sheimers
      Oder man macht eine Art schmutzige Bombe und hinterlässt möglichst viele unnütze Spuren. Wir sollten die Kraken mit Datenmüll bewerfen bis sie aufgeben.
      33 1 Melden
    • Statler 02.03.2018 15:12
      Highlight @Djinn: war kürzlich im Heise-Forum auch so ein Vorschlag (und auch ich hatte das mal so angedacht). Das Problem ist aber anscheinend, dass man mit Heuristik ziemlich zuverlässig herausfinden kann, was Datenmüll und was «richtiger» Traffic ist.
      Gute Idee, aber die Technik macht uns einen Strich durch die Rechnung :(
      5 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Scaros_2 02.03.2018 10:51
    Highlight Hat das irgendjemand verwundert? Mich nicht - überhaupt nicht. Nein so Naiv war doch niemand oder? *lach*
    334 3 Melden
    • René Edward Knupfer 02.03.2018 23:24
      Highlight Tja, so naiv und gutgläubig waren sie eben, die Stimmbürger, damals bei der Volksabstimmung, als sie in ihrer Mehrheit den Schnüfflern und ihren Propagandisten von SVP/FDP/CVP bereitwillig auf den Leim krochen ...
      2 1 Melden
  • meine senf 02.03.2018 10:47
    Highlight Wie funktioniert das bei der Post? Werden da die Couverts mit Empfänger- und Absenderadresse eingescannt und ein halbes Jahr lang aufbewahrt?
    54 0 Melden
    • redeye70 02.03.2018 12:13
      Highlight @kleiner Schurke
      Bei deinem Profilnamen nicht verwunderlich 😉
      Nein, ernsthaft. Das ist echt bedenklich diese Entwicklung und gerade dein Beispiel zeigt, dass einem Staat diese Totalüberwachung völlig entgleisen kann. Wer kontrolliert eigentlich die Schnüffler? Wie wird mit unseren privaten Daten umgegangen? Wie wird Missbrauch verhindet? Ich habe sehr viele Fragen ans Büpf.
      41 0 Melden
    • atomschlaf 02.03.2018 18:06
      Highlight "Das ist echt bedenklich diese Entwicklung"
      Das ist keine Entwicklung - das hat in der Schweiz jahrzehntelange Tradition, wie kleiner_Schurke ja auch schreibt.
      12 1 Melden
  • Madison Pierce 02.03.2018 10:46
    Highlight Habe meine Zweifel. Um zu protokollieren, wer welche Website besucht hat, bräuchte es eine Trafficanalyse auf Layer 7. Das bedingte teure, leistungsfähige Hardware. (Und funktionierte bei HTTPS nicht.)

    Weil die Provider NAT machen, müssen sie aber die TCP-Sessions speichern, da hinter IP X zum Zeitpunkt Y mehrere Personen sind.

    Sie sehen also, welche IP-Adressen man angesurft hat, aber nicht, welche Website. (Auf einem Server können hunderte Websites laufen.)

    Nicht, dass das jetzt beruhigend wäre, aber wäre schön, wenn Journalisten bei solchen Themen einen Techniker einbeziehen würden.
    220 29 Melden
    • J4un7y 02.03.2018 11:14
      Highlight DNS request und die target IP sind auch bei https analysierbar 😘
      32 1 Melden
    • Beim Teutates 02.03.2018 11:33
      Highlight Macht nichts ich surfe nur anonym mit Tor!
      2 12 Melden
    • rheinfaller 02.03.2018 13:01
      Highlight Sind Hoster auch zu Aufzeichnungen verpflichtet? Ich denke hier ist die Situation von Land zu Land unterschiedlich, also kann es doch zur Rückverfolgung kommen. Zu statistikzwecken zeichnen Webseiten eh gerne Zugriffe auf, diese werden sie dann in Verdachtsfällen den Behörden herausgeben müssen. Den direkten User zu identifizieren ist dann nicht mehr schwer (Via Login, Fingerprinting oder sonstige Metadaten...)

      TOR FTW ;-)
      2 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lowend 02.03.2018 10:46
    Highlight Die Fischenaffäre lässt grüssen, aber das Volk glaubte einfach den Lügen der Bürgerlichen und der SVP, die immer säuselten, dass jemand der nichts zu verstecken hat, nichts befürchten muss und so weit kommt es dann halt, wenn die Paranoia vor einer Religion das Land regiert.

    Für ein klein wenig mehr Sicherheit geben diese aufgeschreckten Menschen dann jegliche Freiheiten auf und sperren sich selber in das vermeintlich sichere Gefängniss ein, in dem sie sich frei fühlen, weil sie glauben, selber die Wächter zu sein.

    Dürrenmatt würde sich ob dieser Dummheit der Eidgenossen sicher freuen!
    464 39 Melden
    • Roman Stanger 02.03.2018 11:18
      Highlight "die immer säuselten, dass jemand der nichts zu verstecken hat, nichts befürchten muss"

      Tja, und jetzt ist das Gegenteil erwiesen, weil nämlich ... äh, warum denn gleich?
      4 43 Melden
    • TheMan 02.03.2018 11:29
      Highlight Ach Lowend würden wir entlich die Gesetze bezüglich Asyl richtig Anwenden. Hätten wir diese Probleme nicht. Würden wir den Islam nicht als Religion akzeptieren, dan hätten wir diese Probleme auch nicht. Aber deine Geliebten Linken lässt jeden gerne in die Schweiz. Egal ob Wirtschaftsflüchtlinge oder Terrorist. Dan muss man halt Schnüffeln so das Terroristische Akte nicht passieren. Wir haben es also deiner Lieben Linken zu verdanken das Geschnüffelt werden muss. Und nicht der Bösen Bösen SVP. Die Freiheit geben wir dank der SP auf.
      10 108 Melden
    • Frances Ryder 02.03.2018 11:41
      Highlight Ich kann mich noch an eine Talktäglich Sendung erinnern damals mit Doris Fiala bezüglich der Abstimmung über den Biometrischen Pass. Neben dem typischen: Wer nichts zu verbergen hat, braucht auch nichts zu verstecken (weil ja nur Verbrecher eine Privatsphäre benötigen), hat sie auch so tolles Zeug gesagt wie: Die Jungen stellen ja sowieso freiwillig ihr ganzes Leben ins Internet auf social media, da macht es auch nichts, wenn der Staat solche Daten für sich erhebt.

      Ist mir schleierhaft, wie man seine Stimme so jemandem geben kann.
      62 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • walsi 02.03.2018 10:43
    Highlight Ei der Daus, wer hätte denn das gedacht! Das ist es vor dem alle, die von der Materie etwas verstehen, gewarnt haben. Aber keiner wollte hinhören, entweder weil er das Problem nicht verstand oder einfach zu bequem war sich mit der Thematik tiefer auseinanderzusetzen.
    59 2 Melden
  • winglet55 02.03.2018 10:42
    Highlight Ist ja wohl nicht das einzige Mal, das wir von unsern Volksvertretern angelogen worden sind. Man gewöhnt sich daran, wie der Hund an seine Flöhe.
    37 7 Melden
  • Etniesoph 02.03.2018 10:37
    Highlight Klar ist, wer nichts zu verbrochen hat, muss sich auch vor nichts fürchten.
    Aber sind denn unsere Provider und Behörden wirklich dermassen mit Vertrauen vom "Volk" gesegnet? Mein Vertrauen haben die seit der letzten Fichenaffäre jedenfalls nicht mehr!
    25 38 Melden
    • Citation Needed 02.03.2018 10:58
      Highlight Naja. Bei der Fichenaffäre gerieten unbescholtene Bürger ins Visier der Ermittler - und fanden wegen deren purer Unfähigkeit teils jahrelang keinen Job mehr. Einmal mit der falschen Person geredet oder der Überwacher hat etwas falsch verstanden, zack, man hatte einen Eintrag. Ob es heut besser funktioniert? Ich befürchte nein (siehe den Fall Laura Poitras, die Regisseurin von Citizenfour).
      45 2 Melden
    • Saraina 02.03.2018 11:06
      Highlight Ob Wer was verbrochen hat, hängt wesentlich davon ab, wer an der Macht ist, und was letztlich als Verbrechen gilt. Das kann sich ändern. Man denke an den Generalstreik vor Hundert Jahren. Damals war auch das Volk, oder Teile davon, der Feind.
      50 2 Melden
  • ARoq 02.03.2018 10:36
    Highlight Wer hätte das gedacht.
    21 1 Melden
    • meine senf 02.03.2018 11:00
      Highlight Dito bei den Netzsperren:

      Als diese erstmals eingeführt wurden sinngemäss: "Es geht nur um Kinderpornografie und garantiert niemals um anderes, das schwören wir hoch und heillig".

      Und nun sollen sie auch für das Lotteriegesetz verwendet werden.
      59 2 Melden
  • Hugo Wottaupott 02.03.2018 10:36
    Highlight Wer andere überwacht schläft schlecht!
    25 1 Melden
    • Jürg Müller 02.03.2018 14:58
      Highlight Hoffentlich doch.
      4 0 Melden
  • Rudolf die Banane 02.03.2018 10:34
    Highlight Vielen Dank für den massiven Eingriff in unsere Privatsphäre, liebe Wähler...
    75 2 Melden
    • ARoq 02.03.2018 11:10
      Highlight Danke auch an die, die das BÜPF-Referendum nicht unterschrieben haben ... http://
      40 3 Melden
  • axantas 02.03.2018 10:30
    Highlight Im Gegensatz zu China sind bei uns VPN-Verbindungen noch nicht verboten.

    Was die Überwachung angeht, nähern wir uns allerdings immer mehr den Chinesen an. Vielleicht kommt auch noch ein VPN-Verbot...
    59 1 Melden
    • Simonetta 02.03.2018 12:34
      Highlight Jede Verschlüsselungstechnik wird verboten werden.
      Wer den Ermittungsbehörden seine Passworte nicht herausgibt, wird alleine deswegen für lange Zeit in das Gefängnis gesteckt werden.
      Schliesslich gilt dann als schuldig, wer seine Unschuld nicht beweisen kann.
      Die Abschaffung der Demokratien und der Republiken nach dem Vorbild der Aufklärung scheint längst beschlossen.
      Ich vermute, dass gesellschaftliche / politische Umwälzungen, Aufstände und Revolten vorsorglich erschwert, oder verunmöglicht werden sollen. Dazu passen auch die Verschärfungen des Waffenrechts und der Abbau der Wohlfahrt.
      12 4 Melden
    • oXiVanisher 02.03.2018 14:08
      Highlight @axantas
      "noch Nicht"... Was ist wohl der nächste Schritt wenn die merken dass ihre schöne Überwachung genau von denen die sie überwachen wollen einfach umgangen werden kann?
      6 0 Melden
    • The Destiny // Team Telegram 02.03.2018 15:38
      Highlight @oxi, was wohl?
      Denk noch mehr Überwachung ;)
      2 0 Melden
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