Zersiedelungsinitiative
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So ist der Boden in der Schweiz verteilt – 5 Grafiken zur Zersiedelungs-Initiative

Wofür wird die Fläche in der Schweiz gebraucht? Wie gross sind die Bauzonen? Und was musste weichen, um Platz für neue Gebäude und Strassen zu schaffen? Mit unseren Grafiken weisst du Bescheid, bevor am 10. Februar über die Zersiedelungs-Initiative abgestimmt wird.



So ist die Fläche der Schweiz verteilt

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grafik: watson / datenquelle: bfs Bodennutzung, -bedeckung 

Die Schweiz ist 41'284 km2 gross. Die Nutzung dieser Fläche wird durch das Bundesamt für Statistik regelmässig erhoben. Die neusten, vollständig vorhandenen Zahlen stammen aus dem Jahr 2009. Unproduktive Flächen machen ein Viertel der Oberfläche der Schweiz aus. Dazu gehören Gewässer, Fels und Geröll oder Gletscher. Ein knapper Drittel der Schweiz ist bestockte Fläche, besteht also aus Wald und Gebüschwald oder Gehölzen. Fast 36 Prozent des Bodens werden als landwirtschaftliche Fläche genutzt.

Die verbleibenden 7,5 Prozent – also 3079 km² – werden als Siedlungsfläche genutzt. Dort stehen Wohn- und Geschäftshäuser, Schulen, Fabriken, Strassen und Schienen, aber auch Grünanlagen wie Gärten, Parks oder Fussballplätze. Die Bauzonen – auch die ungenutzten – sind Teil der Siedlungsfläche.

Alles zur Zersiedelungs-Initiative:

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Video: watson/Angelina Graf

So hat sich die Siedlungsfläche verändert

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grafik: watson / datenquelle bfs Bodennutzung, -bedeckung

Sowohl die Bevölkerung als auch die Siedlungsfläche sind in der Schweiz seit 1985 kontinuierlich gewachsen und tun dies weiterhin. Bis im Jahr 2009 ist auch die Fläche pro Kopf auf den bisherigen Maximalwert von 407 m² pro Einwohner gewachsen. Seither ist dieser Wert gemäss Hochrechnungen von watson wieder gesunken und zwar auf 384 m² pro Einwohner.

Noch fehlen dazu neuere, schweizweite Zahlen. Denn für die jüngste Arealstatistik (Erhebungsperiode 2013 bis 2018) sind noch nicht von allen Kantonen Daten eingegangen. Von den fehlenden fünf Kantonen (Glarus, St.Gallen, Graubünden, Tessin und Wallis) hat watson deshalb die Zahlen der letzten Erhebung (2004 bis 2009) und die Bevölkerungszahlen aus dem Jahr 2009 verwendet. 

Dieses Land musste für neue Siedlungsfläche weichen

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Grafik: watson / datenquelle bfs bodennutzung, - bedeckung

Zwischen der ersten Erhebung 1985 und den neusten komplett vorhandenen Zahlen 2009 nahm die Siedlungsfläche von 2207 km2 auf 3079 km2 zu. Das entspricht einer Zunahme von 23,4 Prozent. In absoluten Zahlen sind das 872 km2 – oder eineinhalb Mal die Fläche des Lac Léman. 

Diese neue Siedlungsfläche entstand überwiegend, nämlich fast zu 90 Prozent, auf ehemaligem Landwirtschaftsland: zu je einem knappen Drittel auf Naturwiesen und Ackerland und in geringeren Teilen auf Obst-, Garten und Rebbauflächen sowie Heimweiden und Alpwirtschaftsflächen.

Hier befinden sich die Bauzonen in der Schweiz 

Zentral bei der Zersiedelungs-Initiative sind die Bauzonen. Die Initianten wollen deren Gesamtfläche auf dem heutigen Niveau einfrieren. Das heisst, dass zukünftig nur neue Bauzonen geschaffen werden dürfen, wenn anderswo eine gleich grosse Fläche ausgezont wird. 

Hinweis: In die Karte musst du reinzoomen, erst dann werden die Bauzonen sichtbar:

Die Gesamtfläche der Bauzonen betrug laut der Bauzonenstatistik 2017 landesweit 2286 km2. Das entspricht 5 Prozent der gesamten Fläche der Schweiz. Die Bauzonen nahmen zwischen 2012 und 2017 um 1,5 Prozent oder 34 km2 zu. Dieses Wachstum ist jedoch teilweise auf eine veränderte Methodik der Erhebung zurückzuführen. 95 Prozent aller Bewohner der Schweiz leben innerhalb einer Bauzone. Die Bauzonenfläche pro Einwohner sank in diesem Zeitraum von 309 m2 auf 291 m2.

In diesen Kantonen gibt es am meisten unverbautes Bauland

Wird die Zersiedelungs-Initiative angenommen, erhalten die noch unüberbauten Bauzonen für die zukünftige Raumplanung eine noch grössere Bedeutung als bisher. Da keine neuen Bauzonen mehr geschaffen werden dürften, würde sich die Bautätigkeit stark auf diese ungenutzten Flächen konzentrieren. Oder sie würden im Gegenzug für die Schaffung neuer Bauzonen an anderen Orten ausgezont werden.

Die unüberbauten Bauzonen werden mithilfe einer Analyse von Karten sowie Daten aus dem Gebäuderegister bestimmt. Diese kann allerdings örtliche Besonderheiten sowie planerische und baurechtliche Vorgaben nicht immer präzise berücksichtigen. Deshalb wird die Analyse mit zwei Annahmen berechnet, und die Resultate werden als Bandbreiten mit einer Unschärfe ausgewiesen.

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Unschärfe der Bestimmung der unüberbauten Bauzonenfläche (Differenz zwischen der unüberbauten Bauzonenfläche mit Annahmen eins und zwei). Grafik watson / datenquelle are bauzonenstatistik 2017

Der Anteil der unüberbauten Bauzonen betrug 2017 zwischen 11 und 17 Prozent. Das entspricht einer Fläche zwischen 257 km2 und 405 km2. Letzeres entspricht in etwa der eineinhalbfachen Fläche des Kantons Schaffhausen. Am meisten unüberbaute Bauzonen hat der Kanton Wallis. Sie betragen zwischen 37,3 km2 und 57 km2. Das entspricht einem Anteil von bis zu 22 Prozent an der Bauzonenfläche.

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44Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 26.01.2019 06:24
    Highlight Highlight Die Bauzonenfläche/Kopf ist in den letzten Jahren nur deshalb nicht gestiegen, weil wegen der laufenden Richtplananpassungen nicht mehr eingezont werden durfte, und die stark zunehmende Bevölkerungszahl in den bestehenden Bauzonenreserven untergebracht werden konnte. Sobald die kantonalen Richtpläne genehmigt sind, wird das Einzonen in den Agglomerationen wieder aufgenommen werden.

  • raisma 25.01.2019 19:38
    Highlight Highlight Eine Ausweitung z.B. der Landwirtschaftszone für zu noch mehr Monokultur und noch weniger Biodiversität. Die Grünen sollten sich eher auf eine Abstimmung im Bereich biodynamischer Landwirtschaft und Permakultur fokussieren anstatt unsere Städte zu Wolkerkratzersiedlungen werden zu lassen und es dem Durchschnittpaar noch schwieriger zu machen ein Grundstück im Grünen zu finden und dort eben biodynamischen Nutzgarten/Nutztierhaltung/Selbstversorgung zu betreiben und somit wirklich etwas für die Unwelt zu tun....
    • wintergrün 26.01.2019 07:27
      Highlight Highlight Guter Punkt.
      Solche Gesetze monopolisieren Landwirtschaft bei den ohnehin schon privilegierten Bauern.
  • sowhat 25.01.2019 13:55
    Highlight Highlight Gefühlt sind es die gleiche Leute die jede Gelegenheit nutzen um auf die sogenannt "subventionsgeilen" Bauern zu schimpfen, die jetzt finden man müsse die Landwirtschaftsfläche schützen, damit sie nicht verbaut wird.
    Ist denn die Idee, dass die Bauern dieses Land pflegen ohne dafür entschädigt zu werden oder davon leben zu können?
    • Fabio74 25.01.2019 14:03
      Highlight Highlight Bisschen simpel. Landwirtschaft heisst nicht Giesskannen Subventionen sondern Innovation
    • Skip Bo 25.01.2019 19:11
      Highlight Highlight Tatsächlich simpel, Fabio. Mach dir mal Mühe die "Giesskanne" genau unter die Lupe zu nehmen.
      https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20130216/index.html

      Grundsatz: Beiträge werden ausgerichtet, wenn die Anforderungen des ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN) nach den Artikeln 12-25 auf dem gesamten Betrieb erfüllt sind.
      Um den ÖLN zu erfüllen reicht es nicht sich unter die Giesskanne zu stellen.
      Es kommen viele Innovationen, viele entpuppen sich als kostspielige Irrläufer, einige sind Top.
      Lebensmittel kann man, wie das Rad, nicht neu erfinden. Anders einpacken reicht nicht.
    • sowhat 26.01.2019 09:41
      Highlight Highlight Natürlich ist es simpel, Fabio. Ich hab von denen die ich oben angesprochen hab, auch noch keine differenzierten Kommentare gelesen. Du?
  • inmi 25.01.2019 13:17
    Highlight Highlight Ich stimme bei der Initiative Nein, weil bei einer Annahme die Mieten extrem steigen werden. Das trifft die Armen am härtesten, den Reichen ists egal. Gegen die Zersiedelung ist die Initiative nutzlos.
    • Fabio74 25.01.2019 13:29
      Highlight Highlight Also nichts tun und jammern?
  • Mutbürgerin 25.01.2019 13:05
    Highlight Highlight Wieso nerven uns die Grünen mit dieser sinnlosen Initiative. 7.5% nur besiedelt, es existiert kein Zersiedlungsproblem. Sie machen sich lächerlich.
    • Fabio74 25.01.2019 17:03
      Highlight Highlight Und auf Seen auf Bergen und in Wäldern kann man weiter bauen?
      Fass diese Ignoranz nicht
    • Shabaqa 25.01.2019 18:33
      Highlight Highlight Zersiedlung heisst nicht, dass zu viel Fläche überbaut wird. Es bedeutet, dass die Siedlungsfläche unstrukturiert wächst. Ob das ein Problem ist oder nicht, kannst du am prozentualen Anteil der Siedlungsfläche an der Gesamtfläche nicht ablesen.
  • Sweetwater 25.01.2019 11:58
    Highlight Highlight Sollten die Zinsen auf ein „normales“ Niveau steigen, erledigt sich die Problematik mit der Zersiedelung von selbst. Allerdings werden uns dann ganz neue und unangenehme Probleme beschäftigen. Keiner weiss jedoch wann das der Fall sein wird.
  • ARoq 25.01.2019 11:51
    Highlight Highlight Verhindert nicht das Gesetz zum Bäuerlichen Bodenrecht, dass Landwirtschaftsfläche umgezont wird?
    • Elendil91 25.01.2019 14:11
      Highlight Highlight Das BGBB enthält keine Einzonungsverbote oder ähnliches. Es beschränkt den Verkauf und Teilung von lw. Grundstücken ect. Was eingezont wird bestimmt sich nur nach RPG und den kant. Raumplanungsgesetzen. Grds. ist alles was nicht Bauzone ist, Landwirtschaftszone (Ausnahme Wald), daher wird eigentlich immer LZ eingezont. Da ist es egal ob ein Grundstück lw. genutzt wird oder nicht.
  • äti 25.01.2019 11:23
    Highlight Highlight Die Statistikzahlen stammen von 2009. Aber, genau ab diesem Jahr wurde extrem viel umgezont und gebaut. Überall. Auch aus dem Grund des tiefen Hypozinses. Ich denke, die 2009-Statistik stellt ein falsches Bild dar.
  • bebby 25.01.2019 11:23
    Highlight Highlight Danke für die Fakten!
  • WID 25.01.2019 11:21
    Highlight Highlight Guter Bericht. Er zeigt schön, warum die Initiative angenommen werden muss: neue Siedlungsflächen gehen fast immer auf Kosten von Wiesen und Ackerland. Diese Entwicklung ist zu stoppen.
    • Froggr 25.01.2019 13:06
      Highlight Highlight Von wo soll neue Siedlungsfläche denn sonst kommen?
    • WID 25.01.2019 13:26
      Highlight Highlight @Froggr: sie soll nicht ausgeweitet werden. Bevölkerungswachstum atoppen, Platzansprüche reduzieren, bereits versiegelten Boden besser nutzen.
    • Fabio74 25.01.2019 13:34
      Highlight Highlight @froggr es braucht keine neuen. Haushalten mit dem was man hat
  • schaerr 25.01.2019 11:13
    Highlight Highlight Danke für die Zusammenstellung die mich in meinem Ja zu dieser Initiative bestärkt.
  • sheshe 25.01.2019 10:53
    Highlight Highlight 90% ehem. Landwirtschaftsland, das überbaut wird. Und wir sprechen immer von Insekten- und Bienensterben. Jetzt habt ihr aktiv die Möglichkeit, das Sterben einzudämmen! Geht abstimmen!!

    PS: Es wäre schön, wenn die Fussnoten jeweils auch einkopiert werden (z.B. beim ersten Bild)
    • Vertigo 25.01.2019 11:32
      Highlight Highlight Landwirtschaftsflächen (besonders Anbauflächen, Viehweiden eher weniger) sind für Insektenvielfalt viel tödlicher als Naturwiesen und Wälder. Sogar in Städten finden Bienen bessere und vielfältigere Nahrung als in Monokulturen
    • sheshe 25.01.2019 11:40
      Highlight Highlight Jede Blume ist besser als Beton!
    • Mutzli 25.01.2019 12:08
      Highlight Highlight @Vertigo

      Watson zählt allerdings auch Naturwiesen zu ihren 90% überbauter Landwirtschaftsfläche dazu. Gerade die (und besonders Magerwiesen) wären aber besonders wichtig zu erhalten für Pflanzen- und Insektenbiodiversität.

    Weitere Antworten anzeigen
  • Geo1 25.01.2019 10:45
    Highlight Highlight Der leichte Rückgang beim Flächenverbrauch pro Eineohner (beachte: die Skala startet bei 300 m2) ist auf den einmaligen Effekt des Einzonungs-Moratoriums nach der RPG-Revision zurückzuführen: Die Kantone durften / dürfen kein neues Bauland einzonen, bis ihre überarbeiteten Richtpläne vom Bund genehmigt wurden / werden. Auf die Bautätigkeit hatte dies keinen Einfluss, lediglich auf die Fläche der unüberbauten Bauzonen. Das sollte im Text eigentlich noch erwähnt werden.
  • Beckham 25.01.2019 10:44
    Highlight Highlight https://www.blick.ch/news/politik/das-maerchen-von-der-betonwueste-schweiz-ist-92-prozent-natur-id15120829.html

    Genau deshalb bin ich Watson-Leser..
    • Geo1 25.01.2019 11:06
      Highlight Highlight Entscheidend ist, wie die Situation im Mittelland aussieht. Was bringt es einem Aargauer oder Solothurner, dass es in den Alpen noch hektarenweise unbebaute Flächen gibt, wenn vor seiner Haustür die letzten Wiesen zubetoniert werden?
    • malina2 25.01.2019 11:13
      Highlight Highlight Bei Blick steht genau das selbe wie auch hier in den Grafiken: ca. 92% der Schweiz sind nicht verbaut.
    • malina2 25.01.2019 11:18
      Highlight Highlight @Geo: so schaut es im Kt. Solothurn aus: überall nur Beton, einfach nur grüner Beton überall, furchtbar dieses Mittelland so ganz ohne Wiesen und Wälder.


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