Coronavirus
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Schweiz wird während der Coronavirus-Krise produktiver – auch dank Homeoffice?



Viele Arbeitnehmende in der Schweiz würden nach der Corona-Pandemie gerne zumindest teilweise weiter zu Hause arbeiten. (Themenbild). keyword ergänzung homeoffice home office (jaw)

Bild: DPA

Die Schweizer Wirtschaft hat in der Coronavirus-Krise ihre Produktivität markant gesteigert. Dies meldet die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf eine Untersuchung des Schweizerischen Gewerbeverbandes (SGV).

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Laut der Analyse des Verbandes ist die Produktivität der Unternehmen im Lockdown um bis zu 16 Prozent gestiegen. Normalerweise würde dieser Zuwachs im Durchschnitt bei rund einem Prozent liegen. Der Hauptgrund für die jüngste Produktivitätssteigerung liege darin, dass das geleistete Arbeitsvolumen noch viel stärker gesunken ist als die entsprechende Wirtschaftsleistung, wie SGV-Chefökonom Henrique Schneider gegenüber der Zeitung erklärte.

Die Wirtschaft habe mit deutlich weniger Arbeitseinsatz nur etwas weniger produziert, was in der Folge ihre Produktivität steigerte. Experte Schneider führte den Anstieg unter anderem darauf zurück, dass sich die Angestellten aufs Nötigste fokussiert und ihre Arbeitsprozesse im Homeoffice sowie digital optimiert hätten. «Die Wirtschaft ist flexibler als gedacht, und sie kann zumindest für kurze Zeit ihre Produktivität markant steigern», sagte er.

Neues Thesenpapier

Aufgrund der Daten zur Kurzarbeit und zur Arbeitslosigkeit geht Schneider von einem Rückgang bei den Arbeitsstunden um mindestens zehn Prozent im ersten und um rund 15 Prozent im zweiten Quartal aus. Das Bruttoinlandprodukt sei aber im ersten Quartal nur um lediglich 2,6 Prozent zurückgegangen, hiess es.

Diese Lehren zur Produktivität der Schweiz im Coronavirus-Lockdown wolle der Gewerbeverband nun in politische Reformen ummünzen und habe ein Papier zur Vitalisierung des Binnenmarktes erarbeitet. Darin fordert der Verband unter anderem, dass das Parlament das Arbeitsgesetz lockere und mit flexibleren Arbeitszeitvorschriften das Homeoffice erleichtere. Ein Angestellter solle auch einmal 50 oder sogar 67 Stunden pro Woche arbeiten können, wenn er dies später wieder kompensiere, hiess es weiter. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Rethinking 08.06.2020 06:09
    Highlight Highlight Die Schlussfolgerung resp. Forderung des Gewerbeverbandes ist total wirr...

    Die Arbeitnehmer haben mit WENIGER Stunden praktisch gleichviel GELEISTET wie vorher...

    Daraus kann nur folgende Forderung abgeleitet werden: Statt 42h Woche soll künftig nur noch 35h in der Woche gearbeitet werden. Dies bei gleichem Lohn...

    Warum? Weil die LEISTUNG praktisch dieselbe war und WENIGER Zeit dafür benötigt wurde...
  • Evan 07.06.2020 23:36
    Highlight Highlight Ich meine, der ganze Freizeitsektor ist per Definition unproduktiv. Das ist wohl das, was das meiste der 16 % ausmacht. Auch dass Online einkaufen effizienter ist dürfte sich wohl entsprechend ausgewirkt haben.
  • Demetria 07.06.2020 21:33
    Highlight Highlight Effizienzsteigerung? Wir brauchen noch mehr Arbeitsstunden! Wirtschaftsmenschen, egal was das Problem ist, die Antwort ist noch mehr Peitsche. Deren schöngeistige Familienmitglieder schreiben inzwischen Poesie darüber wie nach Corona alles solidarischer wird. Bourdieu hat recht: die Reichen spalten sich in zwei Teile, die sich "scheinbar" bekämpfen. In Tat und Wahrheit will keiner das die Welt gerechter wird. Oder warum ist Kultur immer exakt so subventioniert, dass es dem Bürger, aber nicht dem Büezer fürs Ticket reicht? Und Rechts gibts Rettungspakete für grosse Unternehmen statt für Kleine.
  • 7immi 07.06.2020 14:24
    Highlight Highlight Könnte es auch an der Kurzarbeit liegen? Viele Arbeitnehmer haben zu Gunsten ihrer Firma aufgeschrieben, sind die nicht gearbeiteten Stunden ebenfalls bezahlt. So wurde vielleicht die eine oder andere Stunde als Kurzarbeit verbucht, obschon man produktiv gearbeitet hat. Dies verzerrt das Bild...
    • Beat_ 07.06.2020 18:02
      Highlight Highlight Wenn einer in der Kurzarbeit gearbeitet hat (und damit meine ich nicht den eigenen Rasen mähen) hat er kein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung.
      Und wenn die Firma und der Mitarbeiter trotzdem KA abrechnen, ist das schlicht und einfach Betrug.
    • 7immi 07.06.2020 20:33
      Highlight Highlight @Beat
      Richtig. Das muss aber auch noch jemand bemerken, vor allem wenn es um wenige Stunden pro Woche geht. Mein Mitbewohner muss sich jeweils elektronisch einstempeln, das vergisst er ab und zu, speziell bei kurzen Arbeitseinsätzen...
  • Fastadi 07.06.2020 12:58
    Highlight Highlight Warum sollten wir mehr arbeiten, wenn die Produktivität bei tieferer Arbeitszeit zunimmt? Lustige Interpretationen gibt es😅
  • atlas 07.06.2020 11:33
    Highlight Highlight Durchaus interessant, aber die Thesen sind jetzt auch etwas gar wirtschaftsfreundlich ausgelegt. Gegenthese: Weniger Arbeitszeit pro Woche macht effizienter, also sollten wir unsere 42h Woche überdenken und eher eine Reduktion ins Auge fassen. (Da liegt CH sowieso über dem Durchschnitt)
    • Evan 07.06.2020 23:38
      Highlight Highlight Der Hauptteil dieses Effekts dürfte wohl damit zusammenhängen, dass man im Alltag eingeschränkt ist und nicht damit, dass man weniger arbeitet.
    • Rethinking 08.06.2020 06:13
      Highlight Highlight @ Evan: Ich denke die Ersparnis im Home Office kommt daher, weil viel weniger Getratsche im Flur und in der Kaffeeecke stattfindet. Auch Online-Meetings werden viel weniger in die Länge gezogen als physische. Ausserdem wird man viel weniger abgelenkt im Home Office.
  • Abendländer 07.06.2020 10:40
    Highlight Highlight Wie werden resultierende Ertragssteigerungen verteilt?
    Ist eine weitere Wohlstandsteigerung noch sinnvoll?
    Zuwanderung entsprechend reduzieren?
  • bl4ckr4ptor 07.06.2020 10:23
    Highlight Highlight Man lässt halt vieles liegen, das geht für ein paar Wochen. Das muss dann aber später aufgeholt werden und dann sinkt die Produktivität markant. Das sollte auch klar sein. Ausser man arbeitet dann 67 Stunden, mal schauen..
  • Quacksalber 07.06.2020 10:02
    Highlight Highlight Schlechtes Zeichen, du bist in Kurzarbeit oder im Home Office und der Betrieb läuft besser.
  • Rolf_N 07.06.2020 09:52
    Highlight Highlight Ja dann wäre es ja höchste Zeit für eine 35 Stunden Woche!
  • Tschönsen 07.06.2020 09:44
    Highlight Highlight Da stellt man fest, dass man mit weniger Arbeitszeit produktiver ist, und die Konsequenz daraus soll nun sein, dass man das Arbeitsgesetz lockert um noch länger arbeiten zu können??
    Was geht im Kopf dieser Leute vor, wie kommt man auf sowas?



    • Swiss Cow 07.06.2020 16:52
      Highlight Highlight Zu *können*, aus Arbeitnehmersicht, im Sinne von rechtlich dürfen.
    • Ökonometriker 08.06.2020 04:53
      Highlight Highlight @Tschönsen: man weiss, dass die Leute im Schnitt mit 35-38h pro Woche am Produktivsten sind. Das ist aber ein langfristiger Mittelwert. Man weiss auch, dass Produktivität wellenförmg ist: die meisten Leute können durchaus zwei Wochen 60h produktiv arbeiten. Müssen sich danach aber eine Woche erholen, um wieder voll Produktiv zu sein.

      Man darf aber nicht vergessen, dass dies Durchschnitte sind. Die Menschen unterscheiden sich. Ein guter Chef muss die individuellen Bedürfnisse berücksichtigen, um die Motivation seiner Leute hoch zu halten.
  • fools garden 07.06.2020 09:41
    Highlight Highlight Interessant!

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