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Ein Osterhase aus Stroh sitzt am Montag. 19. Maerz 2018 in der Schneelandschaft am Carl-Spitteler-Quai in der Stadt Luzern. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Der Osterhase steht dieses Jahr im Schnee. Bild: KEYSTONE

Schnee im März, Frost im Mai und wann ist eigentlich Frühling? 4 Mythen im Check

Schnee im März oder gar April ist eine Ausnahme, so die gängige Meinung. Doch stimmt das auch? Wir haben uns die Daten aus den letzten 20 Jahren angeschaut und nun geht es diesem und anderen Mythen an den Kragen.



Heute ist astronomischer Frühlingsbeginn und trotzdem gab es im Flachland wieder Schnee – für viele eine Zumutung. watson-Redaktor Lucas Schmidli haut es sogar den «Nuggi use», wie er kürzlich in einem Artikel schrieb.

Meteorologisch begann der Frühling sogar schon am 1. März. Ein Kompromiss-Datum, wie Klimatologe Stephan Bader von MeteoSchweiz sagt: «Dieses Datum wurde vor allem aus kalendarischen Gründen gewählt.»

Doch wie selten ist Schnee im Flachland im März wirklich? Und sind die Eisheiligen im Mai wirklich so eisig wie ihr Ruf? Wir haben fünf Frühlingsmythen dem Faktencheck unterzogen.

Schnee im März ist die Ausnahme

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Bild: giphy

Schneefall im Flachland ist bis im April nicht ungewöhnlich, wie die Betrachtung der letzten 20 Jahre zeigt. So gab es in acht von 20 Frühlingen im April den letzten Neuschnee im Flachland.

Schnee im Flachland in den letzten 20 Jahren

*2014 ist ein Spezialfall und wird deshalb im Lauftext ausführlicher behandelt. daten: meteo schweiz

Dass es im Februar das letzte Mal schneite, war nur gerade sechs Mal der Fall. Ein Spezialfall stellt das Jahr 2014 dar: Damals gab es in den ersten Monaten kaum Schnee. Minimalmengen fielen im Januar in Zürich und Schaffhausen, in der Stadt Bern kam es im Februar und März ebenfalls nochmals zu kleinen Mengen Neuschnee.

Die einzige Ausnahme im «Flachland» bildet die Stadt St.Gallen. In der 674 Meter über Meer gelegenen Stadt sind Schneefälle bis im März die Regel und auch im April gibt es nicht selten nochmals Neuschnee. «Grundsätzlich gehört St.Gallen aber auch eher zu den Voralpen und nicht zum Flachland», sagt Klimatologe Bader.

Gemessen wird der Neuschnee jeweils am Morgen. Die Zentimeterangabe bezieht sich dabei auf die Menge Neuschnee, die am Morgen noch auf dem Boden liegt. 

An den Eisheiligen im Mai wird es stets nochmals eisig

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Bild: giphy

Eine alte Bauernregel besagt, dass es nach dem 15. Mai keinen Bodenfrost mehr geben soll. Dies hängt mit der Überlieferung der sogenannten Eisheiligen zusammen. Diese dauern vom 11. bis am 15. Mai und sind mythosmässig mit der Angst vor kaltem Wetter oder eben sogar mit Frost verbunden. Diese Furcht ist unbegründet, wie die Daten zeigen. Allgemein ist in den letzten Jahren der Mai stets wärmer gewesen als im langjährigen Mittel. 

So zeigt sich Gleiches auch für die Eisheiligen. Nur in den vier aufeinanderfolgenden Jahren 2010 bis 2013 war es an den Eisheiligen unterdurchschnittlich kalt. In den Jahren 1999 und 2002 verlief die Periode normal.

Sonst war es Anfang bis Mitte Mai stets zu warm. Besonders im Jahr 2008 erfuhren wir deutlich wärmeres Wetter als normal. Es wurde gar der wärmste Mai seit 1868.

Auch Stephan Bader kam in einer Analyse für MeteoSchweiz zum Schluss, dass es in der Schweiz keine Eisheiligen gibt: «Für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigen langjährige Aufzeichnungen von Frostschäden aus der Ostschweiz, dass keinerlei Häufung von Bodenfrost um die Eisheiligen festzustellen ist.»

Die Eisheiligen seit 1998:

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Daten: Meteo Schweiz

Nach Frühlingsbeginn ist es vorbei mit den finsteren Tagen

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Bild: giphy

Die dunklen Tage, die im November beginnen, sind meistens im April überwunden. In einigen Fällen wird die Grenze von 150 Sonnenstunden pro Monat (also im Schnitt fünf Stunden Sonne pro Tag) im Mittelland bereits im März überschritten. Die Messung der Sonnenstunden ist allerdings stark astronomisch und auch topografisch bedingt.

Trotzdem: Jahre, in denen wir bis im Mai auf sonnenreiche Tage warten müssen, sind selten. So geschehen 2001 und 2016. Im Jahr 2013 wurden wir sogar erst im Juni dauerhaft beschienen. Dafür hatten wir in den Jahren 2003 und 2008 schon im Februar sehr viel Sonnenschein. 

«Man sieht auch, dass es in der Westschweiz durchschnittlich sonniger ist», sagt Klimatologe Stefan Bader. Das Klischee des Nebellochs gelte damit praktisch für die ganze Fläche zwischen Neuenburgersee und dem Bodensee.

Ab April heisst es T-Shirt-Wetter

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Bild: giphy

Der April macht ja bekanntlich, was er will. Eine schwer zu widerlegende These. Wer aber ab Monatsbeginn auf T-Shirt und Shorts setzt, holt sich wohl eine Erkältung. Denn wirklich warm wurde es in den letzten 20 Jahren meistens erst ab Mitte Mai. 

Nur 2005 gab es Ende April an wenigen Tagen Tagesdurchschnitts-Temperaturen von 20 Grad oder mehr. In den Jahren 2013 und 2014 war dies erst Mitte Juni der Fall. 2016 hatten wir solche Temperaturen sogar erst Ende Juni.

Das bedeutet jedoch nicht, dass es bereits im April vereinzelt frühlingshafte Temperaturen gibt. Diese stürzen dann jeweils auf die Nacht hin ab, sodass die Durchschnitts-Temperatur wieder unter 20 Grad fällt. 

Fazit:

Vom Bild einer Winter-Schneedecke bis ins Flachland über mehrere Monate müssen wir uns verabschieden. «Das gibt und gab es nie», sagt Bader. Dass es jedoch ab und zu wieder Schnee gibt, auch im April, das ist durchaus normal.

Allgemein zeichnet sich der Übergang von Winter zu Frühling im Flachland durch seine Unstetigkeit aus. In manchen Jahren gibt es noch Schnee, in anderen scheint die Sonne bereits im Februar des Öfteren und manchmal gibt's auch beides.

Das Fazit ist also, dass man den Frühlingsbeginn weder am Schneefall noch an der Sonneneinstrahlung klar fest machen kann. Doch an was dann?

«Der Frühlingsindex eignet sich dafür am besten», sagt Bader. Dieser basiert auf der Vegetationsentwicklung und beinhaltet daher auch verschiedenste Einflussfaktoren. «Am Frühlingsindex ist auch der Bruch, der Ende der 1980er-Jahre durch den Klimawandel entstand, sehr gut abzulesen.»

Realität trifft Zugpendler – und zwar voll ins Gesicht!

Video: watson

Schneechaos in der Schweiz:

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