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Knall bei Tamedia: Redaktionen von Bund, Berner Zeitung und Tages-Anzeiger fusionieren



Neue Strukturen bei den Zeitungsredaktionen von Tamedia: Die Schweizer Mediengruppe schafft zum 1. Januar je eine neue Mantelredaktion in der Deutschschweiz und in der Romandie. Zwei neue Redaktionen sollen bei Tamedia in der Deutschschweiz und der Romandie die Inlands-, Auslands-, Wirtschafts- und Sport-Berichterstattung erstellen. Vorgesehen sind Kompetenzzentren in Bern, Lausanne und Zürich. Das Recherchedesk führen die beiden Redaktionen gemeinsam.

Die beiden sprachregionalen Redaktionen Tamedia werden mit Mitarbeitenden aus allen Zeitungsredaktionen besetzt und von zwei Chefredaktionen geführt. Mit der Einführung der neuen Organisation seien keine Kündigungen verbunden, teilt Tamedia am Mittwoch mit.

 Judith Wittwer übernimmt seinen Posten als Chefredaktorin des «Tages-Anzeigers».

Judith Wittwer übernimmt seinen Posten als Chefredaktorin des «Tages-Anzeigers». Bild: Handout

Neue Chefredaktorin 

In der Deutschschweiz wird Arthur Rutishauser für die Leitung der Redaktion Tamedia verantwortlich zeichnen. Daneben bleibt er Chefredaktor der SonntagsZeitung. Als Chefredaktorin des «Tages-Anzeigers» ist ab 1. Januar 2018 Judith Wittwer vorgesehen, die bereits heute Mitglied der Chefredaktion des «Tages-Anzeigers» ist. 

In der Deutschschweiz werden alle Kompetenzen im Layout, in der Textproduktion, der Bildredaktion, die Fotografen, das Korrektorat sowie weitere unterstützende Prozesse im neuen Bereich Editorial Services zusammengefasst. Die Leitung übernimmt Simon Bärtschi, bisher Mitglied der Chefredaktion von «Tages-Anzeiger» und «SonntagsZeitung».

Die Redaktion Tamedia in der Romandie wird Ariane Dayer führen. Sie bleibt weiterhin Chefredaktorin von «Le Matin Dimanche». In ihrer Mitteilung schreibt Tamedia, dass die einzelnen Zeitungstitel ihre Redaktionen und Chefredaktoren behalten werden.

Die Mediengruppe Tamedia verlegt zwölf bezahlte Tages- und zwei Sonntagszeitungen in der Deutschschweiz und in der Romandie.

«Die Frage ist, wie lange diese Zusage gilt»

Nach der Mitarbeiterinformation sagt die Präsidentin der Personalkommission (Peko) von «Tages-Anzeiger» und «Sonntagszeitung» am Mittwoch: «Wir nehmen zur Kenntnis, dass es keine Kündigungen geben soll.»
Gleichzeitig sagte Peko-Präsidentin Andrea Fischer auch: «Die Frage ist, wie lange diese Zusage gilt.» An der Mitarbeiterinformation hiess es, die Verantwortlichen gehen von freiwilligen Abgängen aus. «Wir werden deshalb sehr gut darauf schauen, dass dies nicht zu einer Überbelastung für die Verbleibenden führt», sagte Fischer gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. 

Über eine halbe Milliarde für Aktionäre und Management während zehn Jahren

Die Gewerkschaften Impressum und Syndicom sorgen sich um die Medienvielfalt in der Schweiz nach der Ankündigung von Tamedia über die Reorganisation seiner Titel. «Die aktuelle Situation ist sehr schwierig», sagte die Zentralsekretärin von Impressum, Nathalie Weber, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Impressum zeigt sich vorsichtig erleichtert über die Ankündigung, dass keine Kündigungen vorgesehen sind. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass Abgänge nicht wieder besetzt werden, sagte Weber. Syndicom warnt vor einem schleichenden Stellenabbau, welcher einen weiteren «Aderlass» für die «zusammengesparten» Redaktionen bedeute.

Grundsätzlich stellt Syndicom infrage, ob Tamedia überhaupt so viel sparen müsse. In den letzten zehn Jahren seien insgesamt 424 Millionen Franken an die Aktionäre verteilt worden sowie 100 Millionen Franken an die Unternehmensleitung und den Verwaltungsrat. Die Gewerkschaft fordert, dass ab sofort mindestens die Hälfte dieser Gelder im Unternehmen investiert werden, um Qualität und Vielfalt zu erhalten. (whr/sda)

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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Jokerf4ce 24.08.2017 12:33
    Highlight Highlight Erinnert mich an springer
  • elivi 23.08.2017 16:46
    Highlight Highlight Soso... Was bei diversen konzernen passiert, passiert jetzt auch bei den medienkonzernen
  • El Vals del Obrero 23.08.2017 14:31
    Highlight Highlight Ich würde es besser finden, wenn man das wenigstens für den Leser transparent machen würde.

    Sprich, es gäbe eine "Tamedia-Zeitung". Dieser würde jeweils eine regionale Beigabe beigelegt.

    Wenn es hingegen so ist, dass es dutzende Titel gibt, welche fast den selben Inhalt haben und sich nur im Namen und einigen Lokalseiten unterscheiden, könnten sich Leser betrogen fühlen und das Misstrauen noch stärker werden.

    Man würde auch nicht mehr eine neue Zeitung lesen, da man von vorne hinaus davon ausgeht, dass sie sowieso eigentlich die selbe ist. Dadurch haben es dann Drittprodukte noch schwerer.
    • Gohts? 23.08.2017 18:07
      Highlight Highlight Vertrauen in Medien.

      Der war gut. 😂
  • Posersalami 23.08.2017 13:46
    Highlight Highlight MMn gehört das heute einfach in jeden Artikel mit diesem Themenfeld: Wie sind Arthur Rutishauser und Judith Wittwer vernetzt, was für "Pöstli" haben die nebenher und wo arbeiten die sonst noch mit? Sind die in einem "Thinkthank" dabei, wo werden sie eingeladen? Ich hab grad keine Zeit für Recherche. Aber leider ist es heute ja normal, dass Journalisten in grösseren Medienhäuser "umworben" werden.
  • UrsK 23.08.2017 13:42
    Highlight Highlight Ich will in Bern keine Zürcher Zeitung lesen...
    • Crecas 23.08.2017 15:32
      Highlight Highlight Die andere Möglichkeit wäre, die Abo Preise auf 2000.- hochzuschrauben.
    • UrsK 23.08.2017 17:19
      Highlight Highlight Müssen sie wohl, bei dem Abonnenten-Vertreibungsprogramm.
    • ben_fliggo 24.08.2017 22:02
      Highlight Highlight Ich würde gerne Das Magazin abonnieren. Kann ich leider nicht. Schade.
  • laska 23.08.2017 13:14
    Highlight Highlight Als einer am internationalen Geschehen interessierter Leser habe ich in den westlichen Medien schon bisher nur Einheitsbrei zu lesen bekommen, frei nach dem Motto, böse Russen, gute USA. Wenn sich dieses nun auch in der nationalen Berichterstattung fortsetzt, kann das auch nicht viel tragischer sein.
    • elivi 23.08.2017 16:44
      Highlight Highlight Eh... Hat das was mit dem artikel zu tun?
  • Crecas 23.08.2017 13:10
    Highlight Highlight Noch immer gehen knapp 30% der Werbeausgaben zu den Zeitungen, obwohl nur knapp 5% des Medienkonsums hier geschieht. Man braucht kein Orakel oder Wirtschaftsprofessor zu sein, um auszurechnen, wo das hinführen würde, wenn nicht Kosten eingespart werden. Solange die Redaktionen für das Lokale, Regionale, titelspezifisch und insb. Kommentare unabhängig bleiben, wie Tamedia dies schreibt, kann man wohl ein paar Zeitungen und ein grosses Stück Medienvielfalt zumindest teilweise retten. Es braucht ja nicht 15 Sportredaktoren die das gleiche Spiel Barca gegen Real zusammenfassen.
  • Jein 23.08.2017 13:07
    Highlight Highlight Bund/BZ/TA machen ja schon seit einiger Zeit bei den Auslands- und Sportteilen (beim Sport ist auch noch 20Min dabei) gemeinsame Sache, daher kaum überraschend dass diese Synergien intensiviert werden.

    Einerseits steigt die Qualität, andererseits wird die inhaltliche und politische Vielfalt eingeschränkt. Traditionell ist ja z.B. die BZ bürgerlicher als der Bund, dieser Unterschied wird nun wohl weitgehend verschwinden (was dann letztendlich wohl zur Fusion führt).
    • Crecas 23.08.2017 13:50
      Highlight Highlight Tamedia betont, dass dies nicht so sein wird. Die Redaktionen und die politische Ausrichtung sollen so bleiben. Die Frage ist, wie lange die heutige Massnahme reichen wird.
  • Linus Luchs 23.08.2017 13:04
    Highlight Highlight Immer weniger Leute sind dazu bereit, für journalistische Qualitätsarbeit einen angemessenen Preis zu bezahlen. Somit gibt der Markt nicht genug her, um alle heutigen Redaktionen am Leben zu erhalten. Und eine staatlich finanzierte Presse wollen wir ja auch nicht. Für die Demokratie ist diese Verarmung des Journalismus' eine Gefahr.
    • Posersalami 23.08.2017 13:57
      Highlight Highlight Wo gibts denn noch "Qualitätsarbeit" im Journalismus? Auch Zeitungen wie die NZZ bringen immer mehr "copy paste" von Reuters, DPA etcpp. Solange die grossen Zeitungen hauptberuflich Propaganda betreiben und man investigative Geschichten mit der Lupe sucht, bekommen die Zeitungen von mir zumindest kein Geld mehr. Da unterstütze ich lieber die Nachdenkseiten oder Infosperber mit 20-30sfr / Monat. Natürlich ist auch da nicht alles Gold was glänzt, aber das Meinungsspektrum ist deutlich weiter gefasst.
  • The_ugly_truth 23.08.2017 12:56
    Highlight Highlight Die Medienkonzentration wird ungebremst weitergehen.

    Die klassische Einnahmequelle "Inserate" bricht weg, und durch Onlinewerbung lässt sich dies nicht kompensieren.

    Natürlich geniesst insbesondere bei Tamedia und Ringier die publizistische Qualität keine Priorität - es geht um den Gewinn. Deshalb sind einerseits Projekte wie watson.ch oder Republik extrem wichtig. Andererseits braucht es eine starke SRG, auch wenn das nicht alle gerne hören wollen.

    Es werden noch unruhige Zeiten auf uns zukommen. Leute wie Blocher werden die Medienkrise gnadenlos ausnutzen.
    • Posersalami 23.08.2017 14:02
      Highlight Highlight Ach, Watson ist also ein Hort der publizistischen Qualität :D Startseite jetzt:
      "Mit Sitzbänken und Apps gegen die Anonymität"
      "fieser Insider-Twitterer"
      "Vision 2022 Superliga"
      "PICDUMP"
      "5 Schweizer Start-Ups, die schon bald die Welt verändern werden"

      Ja, Qualität wird gross geschrieben! Das sind alles furchtbar wichtige Artikel für die politische Meinungsbildung zu den Themen unserer Zeit!

      Sorry aber Watson eiert irgendwo zwischen Blick und 20min von der Qualität her - reiner Zeitvertreib. 1-2 gute Artikel im Monat reissen da auch nichts dran.
    • The_ugly_truth 23.08.2017 14:44
      Highlight Highlight Es geht nicht um Qualität, sondern um Vielfalt. Und da sind Portale wie watson wichtig.

      Etwas Gutes hat die Sache ja: wenn die Leute realisieren, dass sie von den grossen Medien nur noch einheitsbrei aufgetischt bekommen, steigt die Bereitschaft, für neue Medien zu investieren. Der Erfolg der Republik ist ein starkes Zeichen dafür.
    • Posersalami 23.08.2017 14:52
      Highlight Highlight Die Republik hat noch genau gar nichts gerissen, da muss man erst mal sehen. Das ist eher ein Armutszeugnis für die etablierten Medien, wenn so viele sich scheinbar schon an einen Papiertiger krallen.

      Und es geht sehr wohl um Qualität! Vielfalt nützt nichts ohne Qualität. Die Blocher Gratiszeitungen zB. werden sicher vielfältig sein, aber eben halt gerade so anspruchsvoll um die Leute nicht zu belästigen. Lieber 5 Zeitungen die tatsächlich recherchieren als 50 Zeitungen die einfach die Best-off Reuters Meldungen des letzten Tages abdrucken.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wilhelm Dingo 23.08.2017 12:56
    Highlight Highlight All diese Zeitungen kannst Du eh rauchen, mit Ausnahme von wenigen lokalinfos.
  • Angelo C. 23.08.2017 12:55
    Highlight Highlight Da hat Blocher zumindest eine gute Nase gehabt, sich noch rechtzeitig einige bekanntere Lokalblätter unter den Nagel zu reissen, denn die Pressekonzentration zulasten der Meinungsvielfalt gibt einem schon zu denken.

    Tamedia, Ringier und wie sie alle heissen, sind da prioritär am Drücker man sieht aber gleichzeitig den Niedergang einer grossteils gleichgeschalteten Presse die immer mehr Mühe durch ihren Mainstream-Kack hat.

    Viele bisherige Abonnenten wenden sich dadurch, aber auch wegen der zunehmenden Digitalisierung, ab - und bevorzugen mehr und mehr Online-Medien wie WATSON und 20min.
    • karl_e 23.08.2017 14:13
      Highlight Highlight Online könnte ich noch Infosperber, Journal21 und ev. die WOZ empfehlen.
    • Posersalami 23.08.2017 14:56
      Highlight Highlight Gerde die beiden erste genannten sind über jeden Zweifel erhaben. Gerade Infosperber, die sogar noch auf Interessenskonflikte bei jedem Artikel hinweisen.. ein Traum!
  • Chääschueche 23.08.2017 12:23
    Highlight Highlight Noch mehr gleiche Artikel...
  • Amboss 23.08.2017 12:21
    Highlight Highlight Ist doch gut. In einem schrumpfenden Markt muss man Synergien nutzen, um überleben zu können.
    • Hierundjetzt 23.08.2017 13:16
      Highlight Highlight Genau! Da die Tamedia nicht Meinungen und Ansichten postuliert sondern Zahnpasta verkauft ist es sehr sinnvoll, dass das grösste Verlagshaus der Schweiz nur noch 1 Geschmachssorte anbietet...
    • Amboss 23.08.2017 14:01
      Highlight Highlight Ich sehe das Problem nicht.
      Erstens gibt es neben Tamedia noch andere Verlagshäuser (NZZ, AZ, Ringier, Blocher)

      Zweitens sind mir Zeitungen mit einer Redaktion lieber als keine Zeitung mit keiner Redaktion.

      Drittens: Bei TV und Radio haben wir seit jeher nur einen Player auf dem Markt. Dort ist es kein Problem, wieso also bei den Zeitungen.
      Wieso wird den Zeitungen eine dermassen wichitge Rolle gegeben (Meinungsfreiheit etc...), die sie nicht mehr haben, ganz einfach darum weil immer weniger Leute Zeitung lesen?

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