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http://www.shutterstock.com/gallery-904822p1.html?cr=00&pl=edit-00 bern tram

Wenn man bei unserer Bildagentur «Swiss efficiency» eingibt, kommen fast ausschliesslich Bilder von Trams. Interessant. bild: shutterstock/leonid andronov

Merkwürdige Schweiz! Was Ausländern in der Schweiz am Leben unter Eidgenossen auffällt

oliver baroni



Ihr wisst es vielleicht nicht, liebe Eidgenossen, aber euer schönes Land, eure lieben Gewohnheiten und eure alten Traditionen sind zum Teil ziemlich ... sonderbar. Es ist nur eine Frage der Perspektive. Denn: Fragt man bei in der Schweiz wohnhaften Ausländern mal nach, was ihnen schräg einfährt, kommt so einiges zum Vorschein. 

Ich habe bei meinem Expat-Freundeskreis die Probe aufs Exempel gemacht und gefragt, was ihnen am Leben in der Schweiz aufgefallen ist – sowohl damals, als kulturgeschockter frisch Zugezogener, als auch heute als langjähriger Swiss Resident. Drei Engländer und eine Engländerin, zwei Deutsche, zwei Amerikanerinnen, eine Ägypterin, ein Brasilianer, eine Südafrikanerin, eine Italienerin, eine Ukrainerin, eine Französin und ein Schotte antworteten. Hier die Beobachtungen – unsortiert und unfiltriert:

«Die Schweizer sind die Meister der Effizienz, die der Rest der Welt ungerechtfertigterweise den Deutschen zuschreibt.»

«Erwartungsgemäss sind die Schweizer – eine Uhrmacher-Nation – akribisch pünktlich. Ausser im Kino, wo sie gerne zehn Minuten nach Filmanfang die Hälfte des Saals dazu auffordern, aufzustehen, um zu ihrem Sitzplatz zu gelangen.»

«Eine halbe Million Sturmgewehre liegen bei euch einfach so zuhause rum. Stell dir vor, wie das in Schottland abgehen würde!»

ARCHIV - ZUR ABLEHNUNG EINER PFLICHT ZUR NACHREGISTRIERUNG VON WAFFEN DURCH DAS PARLAMENT STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - In der Garage eines Schweizer Privathaushalts haengt hinter einem Kinderfahrrad das Sturmgewehr 90 an der Wand, aufgenommen am 27. September 2006. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)  === ,  ===

Bild: KEYSTONE

«Ich frage mich täglich, weshalb die Schweizer sich berechtigt fühlen, zu behaupten, ihre Gipfeli seien auch nur ansatzweise geniessbar.»

«In der Schweiz grüssen sich fremde Menschen, wenn sie den Lift oder das Wartezimmer des Arztes betreten. Ich finde das wahnsinnig komisch! In England tun wir einfach so, als wären sie nicht da.»

«Jedes Wohnhaus hat einen Atombunker! Hey, meine Waschküche hat eine Beton-Panzertüre, lol!»

«Alles ist kleiner, näher und enger. Auch die Autos. Ich bin eine kleine Frau, aber ich konnte bei Ikea über die Autodächer den ganzen Parkplatz überblicken – etwas, was in Texas mit den vielen SUVs ein Ding der Unmöglichkeit wäre.»

«Die meisten Leute wandern. Selbst jene, die nicht wandern, besitzen ein Paar Wanderschuhe.»

«Die Züge sind pünktlich. Das Servierpersonal nicht.»

«Das Altpapier gehört fein säuberlich gebündelt auf die Strasse. Und zwar zweiwöchentlich an einem bestimmten Tag, der von Stadtkreis zu Stadtkreis ändert. Dieser Tag ist aber nicht derselbe, an dem der Karton auf die Strasse gestellt werden kann und schon gar nicht der, an dem die Abfallcontainer raus kommen, der wiederum ein anderer ist, an welchem die Grünabfuhr kommt. Und fürs Altglas geht man an die Glassammelstelle, wo man auch Blechbüchsen entsorgen kann, nicht aber PET-Flaschen. Für letztere geht man in den Supermarkt. Und das alles funktioniert, ohne dass die Schweizer regelmässig Amok laufen.»

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gif: giphy

«Unverständlich, welche Begeisterung man hier für die fadesten Würste der Welt (Bratwurst, Cervelat) aufbringen kann.»

«Kleine Kinder laufen ohne Begleitung in den Kindergarten. Auch auf Spielplätzen sind sie im Vorschulalter oft unbeaufsichtigt. Generell werden Kinder nicht dazu erzogen, ‹Angst› zu haben (anders als leider bei mir in Südafrika).»

«Es überleben in Zürich sogar noch Nahrungsmittel-Läden, die NICHT NUR Bio-Sachen anbieten.»

«Den Garagenvorplatz staubsaugen – WTF?»

«Fünf Kilometer vor der Abzweigung schon die entsprechende Fahrspur einnehmen – und so einen megalangen Rückstau in Kauf nehmen. Wieso?»

«‹Reissverschluss rollt› beim Zusammenführen von zwei Fahrspuren auf der Strasse: Funktioniert überall auf der Welt, nur in der Schweiz nicht.»

«40 Franken für ein Entrecôte und dann braten sie es voll durch? Hasst uns der Koch?»

«Man kann in Nullkommanix einen Gotthardtunnel (oder weitere Röhren dafür) bauen, hat es aber nirgends geschafft, eine U-Bahn zu bauen.»

«Weshalb gibt es hier keine guten mexikanischen Restaurants?»

«Am Elternabend, der für 19 Uhr anberaumt wurde, war ich um 18.55 Uhr die letzte Ankommende. Und der Lehrer hielt die Ansprache in Leder-Pantoffeln.»

ledersandalen

Grüezi mitenand. bild: Shutterstock

«Trotz aller Anti-Ausländer-Initiativen leben Ausländer und Eingeborene sehr friedlich miteinander.»

«Die Schweizer sind nicht so liberal wie sie meinen. Und auch nicht so neutral.»

«Es gibt einen wilden Sprachmix: sehr viele eingedeutschte französische Vokabeln. Dafür werden Wörter, die in Deutschland französisch ausgesprochen werden (Redakteur), hier komischerweise deutsch ausgesprochen (Redaktor).»

Erstaunliche Fakten über die Schweiz, die du kennen solltest

«Ich sah mal, wie eine Frau im Coop ein Laib Brot mit einem 1000-Franken-Schein bezahlte. Niemand zuckte mit der Wimper.»

Bundles of bank notes of 1000 Swiss Francs at the bank vault of the

Neulich, im Milch-Lädeli ... Bild: KEYSTONE

«Ich bin in all den Jahren hier glaub noch nie in einer Praxis an einen Schweizer Arzt geraten.»

«Man zieht im Haus die Schuhe aus. Oft bekommt man als Gast sogar Finken angeboten. Auch wenn ich im kleinen Schwarzen angezogen bin.»

«Alle lieben die Bündner. Weshalb eigentlich? Niemand mag die Aargauer.»

«Bei meiner ersten Schweizer Grillparty gab es:
– diverse Salate und
– ab dem Grill eine (1) Pouletbrust pro Person (es waren vier Personen anwesend).
Allgemein wird in der Schweiz für Gäste gerade mal knapp genug gekocht. Von Haus aus war ich es mir gewohnt, dass man – besonders beim Grillen – für Gäste unglaublich grosszügig rechnet, gerade weil der eine oder andere Gast vielleicht spontan nochmals jemanden mitnimmt (was logischerweise in der Schweiz nie vorkommt).»

«Gibt es eigentlich eine Stadt mit einer höheren Tesla-Dichte als Zürich?»

epa04727762 A row of Tesla Motors Model S cars are seen at a parking lot of the Tesla Motors Headquarters in Palo Alto, California, USA, 30 April 2015.  EPA/JOHN G. MABANGLO

Auf einem durchschnittlichen Firmenparkplatz in der Schweiz. Bild: JOHN G. MABANGLO/EPA/KEYSTONE

«Die Abstimmerei ist eine verdammt coole Sache. Auch wenn die Ergebnisse öfters nerven.»

«Unterrichtsmaterial für unsere Kinder wird vom Staat zur Verfügung gestellt und ist stets von bester Schweizer Qualität. Schulreisen sind meist auch gratis und grossartig noch dazu.»

«Schweizer sind sowas von markenverliebt.»

«Die Schweizer Super League ist ein Trauerspiel.»

«In der grössten Schweizer Stadt teilen sich die zwei städtischen Fussballmannschaften zusammen ein Stadion – und zwar ein Leichtathletik-Stadion. Gut so, denn die beiden Teams sind so lausig, sie verdienen nichts Besseres.»

ZUM LEICHTATHLETIK-MEETING WELTKLASSE ZUERICH AM DONNERSTAG, 3. SEPTEMBER 2015, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - The football field with the all-weather running track, the stadium roof, and red seats on the empty spectator terraces of the football and athletic sports stadium Letzigrund in Zurich, Switzerland, on July 1, 2015. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

«In Sachen Kinderbetreuung hinkt die Schweiz Jahrzehnte hinterher.»

«In England sind wir begeistert, wenn ein Zug ‹nur› 4 Minuten zu spät ist. Hier in der Schweiz bin ich aber genervt, wenn mein Zug 4 Minuten Verspätung hat. Bei 5 Minuten bin ich richtiggehend entsetzt.»

«Apéro. Was soll das eigentlich sein? Was ist der Sinn?»

«‹Heute Ruhetag› an bester Lage an einem schönen Sonntag – was soll der Scheiss?»

«Alles ist immer viel näher als erwartet.»

«Anstossen ist Bürgerpflicht. Dabei muss man dem Gegenüber in die Augen schauen und den Vornamen sagen. Das kann bei einer geselligen Runde ganz schön lange dauern. Mann, wann darf ich endlich mein Bier trinken???»

Stefano Borghi, Mitte, CEO Heineken Switzerland, prostet mit Armin Imlig, links, und Ramon Imlig, rechts, am Tag des Schweizer Bieres in der Brauerei Eichhof in Luzern am Freitag, 25. April 2014. Die Brauerei Eichhof feiert ihr 180-jaehriges Jubilaeum. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Die sind nur zu dritt. Das geht schnell. Bild: KEYSTONE

«Handkehrum muss man in der Öffentlichkeit Augenkontakt auf jeden Fall vermeiden. Versuch du mal, in einer Menschenmenge Augenkontakt herzustellen, um eine Kollision zu vermeiden!»

«Auf der Rolltreppe links gehen und rechts stehen: Funktioniert überall auf der Welt, nur in der Schweiz nicht.»

«Menschentrauben um Tram- und Zug-Türen, um die Passagiere am Aussteigen zu hindern – vergiss es mit der hochgerühmten Schweizer Effizienz.»

«Es kann durchaus vorkommen, dass an einem Punk-Gig in einem besetzten Haus sich eine längere Schlange an der Bar bildet, weil sich zwei Gäste uneinig sind, welchen Rotwein sie bestellen sollen.»

«Wenn man Leute am Wochenende anruft, ist es eine Katastrophe.»

«Nur in der Schweiz können gelangweilte Hausfrauen bei der örtlichen Polizei anheuern und einem eine 40-Franken-Busse geben, weil die Parkscheibe fünf Minuten drüber ist.»

«Am Anfang fand ich es komisch, dass die Menschen sehr distanziert und humorlos sind. Jetzt weiss ich, dass jeder einfach für sich ist und wenig Herz hat. Man macht für den Nächsten nur das Nötigste.»

«Die Schweizer spenden oft und gerne. Es wird ihnen auch einfach gemacht. Schuhe und Kleider werden zwei Mal jährlich gleich von zuhause abgeholt. Grossartig.»

«Arbeitskollegen wissen oft nichts voneinander.»

«Erklärt mir doch bitte nochmals, wieso ich die Waschmaschine nach dem Gebrauch innen putzen muss? Ich habe doch eben ge-wasch-en, oder …?»

«Es wird wenig gelacht.»

Die Bundesraete Alain Berset, Doris Leuthard und Ueli Maurer, von links, lachen anlaesslich ihrer Bundesratssreise, am Donnerstag, 3. Juli. 2014, in Motiers, im Val de Travers. (KEYSTONE/ Peter Schneider)

Achtung! Lachende Schweizer! Alles stehen und liegen lassen! Bild: KEYSTONE

«Aus der Sicht einer Frau muss ich sagen, ich finde Schweizerinnen oft ungepflegt und bei der Kleiderwahl wenig stilsicher.»

«Man sieht sehr selten dicke Menschen. Gesunde Ernährung wird hier sehr ernst genommen.»

«Vergesst es mit der sogenannten Schweizer Zurückhaltung! Mein Mann und ich kamen am 11.11.1997 in Zürich an. Innert einer Viertelstunde wurden wir von bierseligen Guggenmusikern Arm in Arm auf Sauftour mitgenommen. Wir beschlossen, uns gefällt es hier!»

«Zwei Worte: Waschküchen-Stundenpläne.»

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3
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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Waedliman 20.04.2017 14:29
    Highlight Highlight Das Linksaufderrolltreppegehen funktioniert in Deutschland überhaupt nicht, weil jeder meint, er könne sich seinen Platz einfach mal so definieren. Ich lebe in Berlin und habe den Eindruck, dass es die Stadt mit den meisten Egoisten auf diesem Planeten ist. Im Zürcher HB kann man super die Treppe hochrennen - in Berlin sollte man das gar nicht erst versuchen.
    1 1 Melden
  • unFayemous 10.10.2016 07:48
    Highlight Highlight "Jetzt weiss ich, dass jeder einfach für sich ist und wenig Herz hat" Das finde ich nun wirklich eine traurige aber auch falsche Aussage. Die Leute sind nicht nur für sich und haben wenig Herz, ich denke in der Schweiz halten wir uns einfach in kleineren Kreisen und die Leute, die uns wirklich am Herzen liegen sind nicht viele, jedoch für die hat man dann Herz bis zum geht nicht mehr. So etwas überhaupt zu behaupten finde ich ziemlich extrem, ein ganzes Volk as herzlos darzustellen aber evt nehme ich die Aussage ja auch ein wenig zu ernst.
    67 5 Melden
    • Waedliman 20.04.2017 14:31
      Highlight Highlight Ich glaube, damit ist gemeint, dass Schweizer häufig Einzelgänger sind und sich in Gesellschaft eher unwohl fühlen. Es gibt für mich nichts Schlimmeres als ein Apéro, wo jeder doof rumsteht mit seinem Gläschen in der Hand und nicht weiss, wie man Smalltalk macht. So gesehen könnte man das auch schnell mit einer gewissen Kaltherzigkeit verwechseln, die man besonders als Ausländer stark spürt und die vielleicht sogar Fakt ist
      5 0 Melden