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Während Superreiche ihr Vermögen ständig vergrössern, nimmt die Armut in Afrika wieder zu. shutterstock

Reiche gewinnen 2,5 Milliarden Dollar pro Tag – und die Armen werden immer ärmer



Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander. Während das Vermögen der Milliardäre im vergangenen Jahr um zwölf Prozent gestiegen ist, erlitt die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung Einbussen von elf Prozent.

Wie aus einer am Montag vorgestellten Studie der Nothilfeorganisation Oxfam hervorgeht, sind die Superreichen demnach um 2.5 Milliarden US-Dollar pro Tag wohlhabender geworden.

Der Bericht «Public Good or Private Wealth» (Gemeinnutz oder privater Reichtum) wurde im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos veröffentlicht, bei dem diese Woche wie jedes Jahr die Spitzen aus Politik und Wirtschaft zusammenkommen.

Die reichsten acht Männer besitzen soviel wie die halbe Welt:

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Video: watson/Lya Saxer

Oxfam kritisiert in dem Bericht, dass öffentliche Angebote in den Bereichen Bildung, Gesundheit und soziale Sicherung «weltweit dramatisch unterfinanziert» seien, obwohl sie wesentlich zur Verringerung von Armut und Ungleichheit beitragen. Deshalb brauche es mehr Investitionen in öffentliche Bildung und Gesundheitsversorgung sowie eine effektivere Besteuerung von Konzernen und Vermögenden.

«Während die Superreichen ihr Vermögen in Lichtgeschwindigkeit vermehren, geht es für die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung wirtschaftlich bergab», kritisierte Oxfam-Kampagnenleiter Jörn Kalinski. «Aber extreme Ungleichheit ist kein Naturgesetz. Sie ist die Folge einer verfehlten Politik.»

Frauen mit weniger Vermögen

Während sich die Zahl der Milliardäre und Milliardärinnen in den zehn Jahren seit der Finanzkrise «nahezu verdoppelt» habe, könnten sich immer weniger Menschen aus extremer Armut befreien, heisst es in der Untersuchung. Das Tempo, in dem diese abnehme, habe sich seit 2013 halbiert. In Teilen Afrikas nehme sie sogar wieder zu.

Besonders von sozialer Ungleichheit betroffen seien Frauen und Mädchen. Männer besässen im Durchschnitt 50 Prozent mehr Vermögen als Frauen, deren Gehälter um 23 Prozent niedriger seien als jene der Männer. Pro Jahr leisteten Frauen Pflege- und Sorgearbeit im Wert von zehn Billionen US-Dollar, was etwa dem 38-fachen Jahresumsatz des VW-Konzerns entspreche.

Oxfam kritisiert zugleich, dass Regierungen weltweit Konzerne und Vermögende «mit dicken Steuergeschenken beglückt» hätten. Zwischen 1970 und 2013 seien etwa die Spitzensteuersätze in reichen Ländern von 62 auf 38 Prozent gefallen. In einigen Ländern, darunter Grossbritannien und Brasilien, würden die ärmsten zehn Prozent der Bevölkerung einen höheren Anteil ihres Einkommens für Steuern aufwenden als die reichsten zehn Prozent.

Oxfam beruft sich vornehmlich auf Daten der Schweizer Grossbank Credit Suisse sowie auf Vermögensschätzungen des US-Magazins «Forbes». Die Organisation weist darauf hin, dass die Werte nicht zwingend vergleichbar sind mit den Ergebnissen der Vorjahre, da es minimale Änderungen an der Methodik geben könnte. (sda/apa/dpa)

Solidarität mit armen Menschen in der Schweiz

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    Alle Leser-Kommentare
  • Mutbürger 21.01.2019 07:48
    Highlight Highlight „Extreme Ungleichheit ist kein Naturgesetz. Sie ist die Folge verfehlter Politik.“

    Und aus dieser extremen Ungleichheit entstehen Armut, Hunger, Krankheiten, Konflikte und schlussendlich Migration.

    Wobei die Migration wiederum denen in die politischen Karten spielt, die mit ihrer neoliberalen Politik die Ungleichheit überhaupt ermöglichen.

    Hauptsache der armen Wirtschaft geht es gut, dann geht es uns allen gut. Wäre einzig zu klären, wer zu „uns allen“ gehört und wer nicht.
  • rodolofo 21.01.2019 07:30
    Highlight Highlight Besonders schockierend und stossend war ja nach dem Beinahe-Super-GAU eines Finanzsystem-Crash's 2008, dass plötzlich hunderte von Milliarden Dollar zur Verfügung standen, um die Banken vor dem Zusammenbruch zu retten und den "hoch-qualifizierten" Top-Shots ihre astronomischen Gehälter und Bonis auszuzahlen, obwohl diese gerade alles verzockt und "in den Sand gesetzt" hatten!
    Es hiess damals lapidar: "Die Grossbanken sind eben Too Big To Fail!"
    Und für die verarmten "Kapitalisten ohne Geld" in Afrika müsste es dann also heissen: "Too Little To Count"...
    Verschissen und pervers ist das!!!
    • Eh Doch 21.01.2019 08:56
      Highlight Highlight Absolut richtig! Darum richtig wählen gehen dieses Jahr
    • just sayin' 21.01.2019 10:07
      Highlight Highlight wenn wir ehrlich sind profitieren wir eben von diesem vorgehen. und zwar alle in der westlichen welt
    • rodolofo 21.01.2019 11:27
      Highlight Highlight @ just sayin'
      Wir profitieren und leiden ebenso unter den Ungleichheiten und den sich daraus ergebenden sozialen Spannungen!
      Für als Reiche und als Ausländer erkennbare Privilegierte werden immer mehr Regionen der Erde zu "No going - Areas".
      Der Aufwand für die die Sicherheit steigt dadurch immer mehr an, was die Bewegungsfreiheit und damit einen wesentlichen Aspekt von Lebensqualität enorm einschränkt!
      Ein vernünftiger Schmarotzer achtet darauf, dass er seinen Wirt nicht so weit aussaugt, dass dieser eingeht, oder durchdreht!
      Darum müssen wir durch Bio-Fair Trade das "Hinterland" schonen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Fairness 21.01.2019 07:21
    Highlight Highlight Die Mikrosteuer - international - ist überfällig. Wann endlich kommt sie?
  • banda69 21.01.2019 07:08
    Highlight Highlight Und die SVP ruft lauthals:

    Steuersenkung für die Reichen!
    Keine Unterstützung für die Armen!
  • Jacky Treehorn 21.01.2019 06:36
    • es isch wies isch (Love & Peace Edition) 21.01.2019 09:12
    • just sayin' 21.01.2019 10:17
      Highlight Highlight "fake news?"

      wenn man die studie kritisch hinterfragt nicht.

      ich stütze meine meinung lieber auf transparente und längerfristige studien (z.b. http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/133/1713300.pdf)...

      ...als auf eine studie, bei welcher ich nicht sehe wie die zahlen und diese plakative aussage zustandekommen.

      natürlich werde ich jetzt kräftig mit blitzlis eingedeckt, weil man "so etwas heutzutage nicht sagen darf".

      aber ich bin lieber kritisch und unbequem, als mit der masse zu schwimmen.
    • just sayin' 21.01.2019 10:26
      Highlight Highlight in den letzten 200 jahren konnten die ärmsten 20% der weltbevölkerung ihr reales einkommen um den faktor drei, die ärmsten 60% um den faktor vier und die reichsten 10% um den faktor zehn erhöhen. diese zahlen sind (anders als die oxfam studie) belegt.

      notabene trotz zuwachs der weltbevölkerung!

      Benutzer Bild
  • Jacky Treehorn 21.01.2019 06:33
    Highlight Highlight Ab wann gehört man eigentlich zu „den Reichen“? Bzw. was ist die Definition von Reich und wer definiert das?
  • weachauimmo 21.01.2019 06:31
    Highlight Highlight Werden die Armen wirklich immer ärmer? Fachleute widersprechen:

    https://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/arm-und-reich/werden-die-armen-wirklich-immer-aermer-15998948.html
  • Ökonometriker 21.01.2019 06:06
    Highlight Highlight Man muss sich vielleicht einmal fragen, ob das Prinzip der Einkommensbesteuerung bei diesen Disparitäten noch zeitgemäss ist und man nicht lieber auf eine Besteuerung der Vermögen und Luxuskonsum setzen sollte. Besteuern könnte man Anfangs ja die Vermögen, welche nicht ins Ausland geschafft werden können, wie beispielsweise Immobilien...
    • dä dingsbums 21.01.2019 06:20
      Highlight Highlight Dann gehören die Immobilien plötzlich einer AG, Stiftung, etc.

      Die Reichen finden immer einen Weg die Steuern zu umgehen. Für sich und auch für ihre Unternehmen.
    • lilie 21.01.2019 06:46
      Highlight Highlight @Ökonometriker: Ich weiss jetzt nicht genau, was du meinst? In der Schweiz wird sowohl das Einkommen wie auch das Vermögen versteuert. Luxuskonsum wird (wie jeder Konsum) mit der MWSt besteuert, welche natürlich um einiges höher ausfällt betragsmässig, weil es eben um höhere Beträge geht.

      Die Feage ist, wohin das Geld dann fliesst. Und was man tun kann, um Menschen in finanziellen Nöten nachhaltig auf eine solide Lebensgrundlage zu stellen.
    • swisskiss 21.01.2019 06:55
      Highlight Highlight Ökonometriker: Jööö, wie herzig. Wie wenn diese Idee nicht seit Jahrzehnten von den "bösen Linken" propagiert wird.

      Solange Geld die Politik dominiert, es sogenannte "Bürgerliche" gibt, die als Handlanger des Kapitals alles daransetzen, dass dieses Kapital in den Händen derer bleibt, die diese Politiker bezahlen, wird es keine adäquate und faire Abschöpfung von Gewinn und Vermögen geben.

      Solange es Länder gibt, die es als "Geschäftsmodell" sehen, dass Kapital mit allen Mitteln vor Besteuerung zu schützen, wir die Schere weiter auseinandergehen.
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