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epa07348637 US President Donald J. Trump speaks at the Meeting of Foreign Ministers of the Global Coalition to Defeat ISIS at the US Department of State in Washington, DC, USA, 06 February 2019. The 79-member coalition is meeting for in-depth discussions regarding defeating ISIS in Iraq and Syria.  EPA/Alex Wong / POOL AFP OUT

Hat die «rote Gefahr» wieder ausgegraben: Präsident Donald Trump. Bild: EPA/Getty Images North America POOL

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Warum die Amerikaner den Sozialismus lieben lernen

In seiner State-of-the-Union-Rede warnte Präsident Trump vor den Gefahren des Sozialismus. Es könnte sich als politischer Bumerang erweisen.



In seiner unsäglich langen Rede warnte Donald Trump auch vor den Gefahren eines aufkommenden Sozialismus in Amerika. «Hier in den Vereinigten Staaten sind wird besorgt, weil immer lauter gefordert wird, den Sozialismus in unserem Land einzuführen», so der Präsident. «Heute Nacht beschliessen wir daher, dass Amerika nie ein sozialistisches Land werden wird.»

Hat der Mann Alzheimer? Amerikanischer Sozialismus galt bis anhin als ein Widerspruch in den Begriffen. Die Ideen von Marx und Engels hatten im Land der unbegrenzten Möglichkeiten etwa gleich viele Überlebenschancen wie ein Schneemann in der Hölle.

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Mit Hochschulbildung zum Barista?

Das hat sich geändert. Das Schreckgespenst des Sozialismus verliert seine Wirkung. So hat eine Gallup-Umfrage im vergangenen Sommer ergeben, dass rund die Hälfte der Amerikaner im Alter zwischen 18 und 29 eine vorteilhafte Meinung darüber haben.

Zur grossen Bestürzung musste der konservative TV-Sender Fox News jüngst feststellen, dass mehr als 70 Prozent der Befragten in einer eigenen Umfrage Einkommen über einer Million viel härter besteuern wollen. Was geht hier ab?

Dass die Generation der Millennials auf den Geschmack des Sozialismus kommt, ist mehr als verständlich. Wegen der hohen Studiengebühren – ein Semester an einer Eliteuniversität kostet rund 50’000 Dollar – müssen viele von ihnen Schulden in sechsstelliger Höhe abstottern. Oft leben diese Millennials noch bei ihren Eltern, weil sie sich keine eigene Wohnung oder gar ein Haus leisten können.

Dem viel beschworenen Mittelstand geht es ebenfalls nicht so toll. Im Zuge des Shutdowns wurde unter anderem bekannt, dass 70 Prozent aller Amerikaner von «paycheck zu paycheck» leben, will heissen: Trifft der Lohn nicht pünktlich ein, wird es sofort eng. Rund 40 Prozent kommen in Schwierigkeiten, wenn sie ungeplant Auslagen in der Höhe von 400 Dollar tätigen müssen.

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Die berühmte Elefantengrafik von Branko Milanovic. Sie zeigt auf, weshalb der amerikanische Mittelstand der Verlierer der Globalisierung ist. 

Bill Clinton hat in den Neunzigerjahren gerne damit geprahlt, wieviele Millionen Jobs er geschaffen habe. Ein Scherzbold antwortete darauf, er habe drei davon. Es war mehr als ein Witz. In seiner berühmten Elefantengraphik hat der Ökonom Branko Milanovic aufgezeigt, wie der amerikanische Mittelstand der grosse Verlierer der Globalisierung geworden ist und die Löhne im grossen Stil eingebrochen sind.

Heute hat sich die Lage noch verschärft. Auch Trump schmückt sich immer wieder mit den Jobs, die in seiner Amtszeit geschaffen werden. Was er jedoch verschweigt, ist die Tatsache, dass die grosse Mehrheit dieser Jobs lausig bezahlt ist.

Zahlreiche Studien belegen, dass in den USA bei den Arbeitnehmern eine Zwei-Klassen-Gesellschaft entstanden ist: Eine relativ kleine Schar von «Kreativen» kann sich eines hohen Wohlstands erfreuen. Eine wachsende Schar von Arbeitnehmern muss schauen, wie sie mit einem bescheidenen Mindestlohn als Pflegerin, Barista oder Lastwagenchauffeur über die Runden kommen.

Ökonomen warnen davor, dass künstliche Intelligenz und Digitalisierung diese Tendenz noch verstärken werden. Eine Gesellschaft, in der eine superreiche Elite sich einbunkert, während die Mehrheit in prekären Verhältnissen mehr schlecht als recht vor sich hinsiecht, ist mehr als eine Hollywood-Phantasie geworden («Hunger Games», «Elysium», etc.).

epa06785575 (FILE) - Howard Schultz, the Executive Chairman of Starbucks, speaks during an event with the Economic Club of New York in New York, New York, USA, 24 May 2017 (issued 04 June 2018. Starbucks announced  Howard Schultz, will be stepping down as executive chairman and as a member of the company's board effective 26 June 2018.  EPA/JUSTIN LANE

Der hässliche Milliardär: Howard Schultz. Bild: EPA/EPA

Ansätze dieser Dystopie sind bereits sichtbar. Der Hass auf die Elite wächst. Melden Superreiche wie der ehemalige Starbucks-CEO Howard Schultz oder IT-Unternehmer Michael Bloomberg präsidiale Ambitionen an, werden sie ausgelacht. Selbst gegenüber den «guten» Milliardären wie dem ehemaligen Hedge-Fund-Manager Tom Steyer – er ist grün, sozial und progressiv – ist man misstrauisch geworden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hat man Kommunisten und Sozialisten zur «roten Bedrohung» für das Land emporstilisiert. Mit Erfolg, denn damals stimmten die Rahmenbedingungen. Es gab tatsächliche einen breiten Mittelstand, der sorgenfrei leben konnte. Die Einkommensunterschiede waren überschaubar, und die Reichen bezahlten ordentlich Steuern.

Heute scheinen die Superreichen den Hals nie voll zu bekommen und fordern immer neue Steuergeschenke. «Schafft die Milliardäre ab», ist daher eine Forderung, die man auch auf der Kommentarseite der altehrwürdigen «New York Times» lesen kann.

Die Forderungen der «Sozialisten» hingegen erscheinen sehr vernünftig: Ein Gesundheitswesen für alle, bezahlbare Universitäten, progressive Steuern für Milliardäre, anständige Mindestlöhne, eine neuer grüner Deal gegen die Klimaerwärmung – wer könnte da etwas dagegen haben? Bereits vor drei Jahren hat Bernie Sanders angedeutet, dass man mit diesem Programm Erfolg haben kann. Seine Schülerin Alexandra Ocasio-Cortez ist damit über Nacht zum nationalen Star geworden.

Präsident Trump scheint offensichtlich gewillt zu sein, die «rote Gefahr» der Fünfzigerjahre wieder zu beleben. Seine Hofnarren bei Fox News werden ihm den publizistischen Geleitschutz bieten und täglich mit Horrorgeschichten vor einem «neuen Venezuela» warnen.

Die «Sozialisten» wie Elizabeth Warren, Kamala Harris oder Kirsten Gillibrand träumen nicht von Kuba oder Venezuela. Ihnen schwebt eine amerikanische Version des nordischen Modells vor. Schweden, Dänemark und Norwegen sind die Vorbilder – alles Länder mit dem höchsten Wohlstand der Welt und Menschen, die es nicht aus der Bahn wirft, wenn einmal der Lohn ausfällt.

Nancy Pelosi reagiert auf Trumps Rede

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Video: watson/Emily Engkent

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    Alle Leser-Kommentare
  • Butzdi 08.02.2019 23:11
    Highlight Highlight Amis haben ein grundlegendes Problem mit dem Wort ‘sozial’, weil jeder Tellerwäscher meint er sei ein zukünftiger Millionär in einer momentanen Aufbauphase und müsse sich daher bereits wie einer benahmen.
    Die Bernies on AOG’s bezeichnen sich als Sozialisten, sind aber eigentlich ganz normale Sozialdemokraten. Schon komisch, dass Leute die in sozialen (!) Netzwerken wie Twitter und Instagram Millionen Follower haben, die falschen Terms benutzen und sozial und sozialistisch nicht klar abgrenzen.
    Das Land braucht dringend die Abkehr von der 50er Jahre Einstellung der Trumpisten. Daumen drücken
  • Sophokles 08.02.2019 17:58
    Highlight Highlight Tia, jeder der an der Allmacht des Marktes zweifelt, ist in den Augen von Marktfundis ein Kommunist.

    Mal die Frage zu stellen, was der Markt alles kann und wo es den Staat braucht, ist sicherlich nicht nur schlecht. Und das findet ja jetzt statt. Auch bei unseren Nachbarn:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/staat-oder-markt-deutschlands-duemmster-grundsatzstreit-a-1252167.html
  • rodolofo 08.02.2019 08:36
    Highlight Highlight Mir hat mal ein Deutscher gesagt (Die Deutschen sind ja MeisterInnen darin, sich als Leistungsträger in Szene zu setzen! Beim weiteren Kennenlernen merkst Du dann allerdings oft, dass sie sich hauptsächlich damit vorteilhaft darzustellen vermögen, dass sie rasend schnell Hochdeutsch sprechen...), also dieser Deutsche sagte zu mir sehr weise:
    "Es gibt keine schlechte Arbeit!"
    Damals hatte ich drei Klein-Jobs, die mich anödeten und mental auslaugten, wie Gehirn-Wäsche: in einem Paket-Zentrum, in einem Pferdestall und an einem Wochen-Markt-Stand.
    Er dagegen war Chef in einem Bio-Markt...
  • Don Alejandro 08.02.2019 06:50
    Highlight Highlight Die soziale Marktwirtschaft darf nicht mit Sozialismus verglichen werden. Ersteres garantiert am meisten Wohlfahrt bis in alle Gesellschaftsschichten hinein. Ausser für das Militär gibt Amerika fast kein Geld aus. Wer schon einmal längere Zeit dort gelebt hat, kennt die marode Infrastruktur...
  • destin 07.02.2019 17:58
    Highlight Highlight "Es gab tatsächliche einen breiten Mittelstand, der sorgenfrei leben konnte". Das stimmt schon, Herr Löpfe. Allerdings war das der Tatsache geschuldet, dass sich der Kapitalismus als das überlegene System erweisen musste. Kaum war der "Kommunismus" platt und China noch ein kümmerliches Pflänzchen, war's das auch schon mit der sozialen Marktwirtschaft. Der Kapitalismus besagt ja selbst, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Insofern könnte der Aufstieg Chinas durchaus belebend für den Wettbewerb der Ideen sein.
    • Firefly 07.02.2019 21:44
      Highlight Highlight Den Wettbewerb bestimmt im Kaptialismus das Geld, nicht die Ideen. Hat jemand eine gute Idee, wird diese gleich aufgekauft, vereinnahmt und verschandelt, es könnte daraus ja noch ernsthaft Konkurrenz entstehen.
    • destin 07.02.2019 23:39
      Highlight Highlight Die Chinesen gelten als kommunistisch und sind im Moment sehr erfolgreich. Der Westen hat seit 1990 ein Problem, weil Mittelschicht und Unterschicht kontinuierlich an Lebensstandard verlieren. Das äussert sich in Gelbwesten, cinque stelle, Salvini, Brexit, Trump. Das alles konnte nur passieren, weil der Kommunismus als Konkurrenzmodell weggefallen ist (1989). Jetzt gibt es evtl. ein anderes Konkurrenzmodell: China. Diese Konkurrenz könnte dazu führen, dass der Westen wieder so etwas wie Konkurrenz verspürt und sich auf die soziale Marktwirtschaft zurückbesinnt (natürlich die Bosse...) :-)
    • rodolofo 08.02.2019 08:46
      Highlight Highlight Wie war das mit dem "kümmerlichen Pflänzchen" China?
      Der Staatskapitalismus Kommunistischer Prägung ist alles andere als tot, oder besiegt!
      Und dieses System hat einen wesentlichen Vorteil gegenüber dem liberalen Kapitalismus mit parlamentarischer Demokratie (in den Betrieben gibt es ja keine Demokratie...):
      Wenn die KP etwas beschliesst, dann wird das auch gemacht!
      Da gibt es keine Endlos-Verhandlungen und politische Blockaden.
      Die Chinesen stampfen eine gigantische Höllenmaschine aus dem Boden und haben keine Skrupel, sie mit einer Total-Überwachung auszustatten!
      Kommunismus 2.0
  • Phrosch 07.02.2019 17:36
    Highlight Highlight Lieber Herr Löpfe, erlauben Sie mir den Hinweis, dass sich „contradiction in terms“ nicht wörtlich mit „ein Widerspruch in den Begriffen“ übersetzen lässt. Vielmehr wäre etwas in der Art von „Widerspruch an sich“ passend.
  • dontbelievetheirpropaganda 07.02.2019 16:53
    Highlight Highlight aus "knapp der Hälfte der 18-29 jährigen" wird bei unseren superJournis gleich mal "die Amerikaner".
    Und anderen Fake News vorwerfen. Das braucht chuzpe :)
  • Angelo C. 07.02.2019 16:09
    Highlight Highlight Der Begriff Soziale Marktwirtschaft wird den jüngeren und ärmeren Amerikanern bestimmt besser dienen, als jener des Sozialismus im engsten Sinne. Tempi passati...

    Ausser einigen kleinen Ausrutschern ein guter Loepfe Artikel, den sogar ich - bekanntlich politisch eher rechts von der Mitte angesiedelt - mehrheitlich gutheisse.

    Welcher vernünftige Mensch sollte schon etwas gegen ein Gesundheitswesen für Alle, bezahlbare Universitäten, anständige Mindestlöhne und selbst für progressive Steuern für Milliardäre haben 🤔?!

    Ich jedenfalls zumindest nichts....
    • Sandro Lightwood 07.02.2019 23:37
      Highlight Highlight Aber einige deiner Mitstreiter - vielleicht noch etwas mehr rechts von dir - schon.
  • Fairness 07.02.2019 15:51
    Highlight Highlight Am besten funktioniert der soziale Kapitalismus: Anstand, Ethik und Moral statt Gier!
  • sgrandis 07.02.2019 14:44
    Highlight Highlight Sozialismus ist eine Wirtschaftsordnung ohne Privateigentum und ohne Privatinitiative. Je nach Ausprägung liegen die Betriebe in Händen des Staates oder von Gewerkschaften. In dieser Hinsicht gibt es auf der Welt nur sehr wenige sozialistische Staaten. Selbst wenn Sanders oder AOC alle ihre Forderungen durchbringen würden, wären die USA noch immer sehr sehr kapitalistisch, kapitalistischer als die Schweiz allemal.
    • loquito 07.02.2019 18:24
      Highlight Highlight Und genau deshalb sehe ich den Sozialismus in Venezuela nicht... Wahlen, Opposition, Privatvesitz wo sehen die Leute Sozialismus, ausser im Vokabular des Präsidenten...
  • Dr. Unwichtig 07.02.2019 14:21
    Highlight Highlight Dies halte ich für eine eklatante Fehleinschätzung. Sie geht von europäisierten Werten aus und berücksichtigt nicht den Umstand, dass sich die USA in vielerlei Hinsicht zu einer eigenständigen Kultur entwickelt hat. Diese wird in der Form von Unterhaltungsprogrammen häufig nach Europa exportiert, weshalb wir uns einbilden, dass wir mehr mit ihr gemeinsam haben, als dies tatsächlich der Fall ist. Was politische Prozesse und Ansichten anbelangt, hat eine westeuropäische Demokratie mit den USA etwa gleich viele Betührungspunkte, wie mit China
    • Chrigi-B 07.02.2019 14:51
      Highlight Highlight Herr Löpfe sollte nicht nur LA und New York besuchen🤤😉
  • Chrigi-B 07.02.2019 14:20
    Highlight Highlight Betreffend Studium:
    Wenn du an einer Eliteuni für 150000 etwas im sozialen Bereich studierst, wo dein Anfangslohn nach Studium 37000 pro Jahr beträgt, bist du einfach dumm. Punkt.

    Wie gut die Ami Umfragen sind, konnte man ja bei den letzten Wahlen sehen.
    • dontbelievetheirpropaganda 07.02.2019 15:05
      Highlight Highlight Scheinbar wil ja Trump "Apprenticeships" stärken. Nach meinem Verständnis also das was wir als "Lehre" kennen.
      Wird man hier auch nicht zu lesen bekommen. Orange man bad.
    • Fabio74 07.02.2019 16:24
      Highlight Highlight @propganda scheinbar will ist das Stichwort.
      Man führt sowas nicht mal eben ein wenn es so ein System gar nicht givt. Zudem dürfte dies kaum in Bundeshoheit sein
    • dontbelievetheirpropaganda 07.02.2019 16:52
      Highlight Highlight Na mit Fabio haben wir natürlich eine US-Politikexperten. Danke für deine qualifizierte Einschätzung von etwas was du gerade das erste Mal gehört hast ;)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Liselote Meier 07.02.2019 14:15
    Highlight Highlight Naja, die Metapher mit Schneemann mag für die letzten 90 Jahre stimmen, dies war aber in den USA nicht immer so.

    Bis zum New-Deal waren der IWW und die Socialist Party USA in den industrialisierten Gebieten mit vielen Lohnabhängigen wie z.B. Chicago eine durchaus ernstzunehmende Macht. Der 1. Mai geht schliesslich auf die Haymarket Affair in Chicago zurück.

    Die Dems sind keine Sozialisten, was sie fordern ist defacto zurück zur Politik des New-Deal's welche spätestens seit Reagan beerdigt wurde. Davor war die USA mehr oder weniger eine "soziale Marktwirtschaft".
  • Daniel Caduff 07.02.2019 13:56
    Highlight Highlight "Sozialismus" ist in dem Zusammenahang doch nur ein Begriff von Leuten, die nichts gegen die wachsende Ungleicheit tun wollen. Die skand. Länder sind eindeutig kapitalistisch organisiert. (Privateigentum sowie auch weitgehende persönliche Freiheiten. )

    Auf der anderen Seite haben wir z.B. China, auf dem Papier kommunistisch, in Realität vor allem totalitär und wirtschaftlich ebenfalls kapitalistisch (und korrupt).

    Venezuela, +/- sozialistisch, eigentlich reich an Erdölvorkommen, heruntergwirtschaftet von Despoten.

    USA, Blaupause des Kapitalismus, ebenfalls heruntergewirtschaftet....
    • Ökonometriker 07.02.2019 14:14
      Highlight Highlight Nunja, in China sind zumindest etwa 90 Prozent der Leute Wohneigentümer und partizipieren am Wachstum währen wir im sozialen Europa doch sehr viele Habenichtse haben.

      Klar, China ist ein Entwicklungsland und hat noch sehr viele Probleme, aber gewisse Dinge können wir durchaus von den Chinesen lernen.

      Chinas Präsident Xi meinte zu dem Thema: Wohnungen sind zum Wohnen da, nicht zum Spekulieren.
    • Daniel Caduff 07.02.2019 18:07
      Highlight Highlight Phu, find ich schwierig Dein Vergleich. "Habenichtse" gibts auch in China millionenfach. Oder wie würdest Du zB. die Wanderarbeiter bezeichnen?

      Wenn nur 1 beliebiges Kriterium betrachtet wird (Wohneigentum), so verzerrt das immer das Bild.

      In der Schweiz hat dafür jeder einen Rentenanspruch von mehreren Hunderttausend Franken. Da könntest Du dir auch eine Wohnung in China kaufen.

      Von den ganzen sozialen Problemen ganz zu schweigen.
    • Ökonometriker 07.02.2019 22:47
      Highlight Highlight @Daniel Carduff: die Wanderarbeiter haben auch meist Wohneigentum das sich aufwertet, nur meist auf dem Land. Zudem ist ihr Lohn ähnkich schnell gewachsen wie die Wirtschaft. Die Sozialleistungen haben einen fast doppelt so hohen Anteil am Lohn wie in der CH. Schau mal, wie sich derweil die Rentenguthaben in der CH entwickelt haben...

      Warum macht es Deiner Meinung nach Sinn, dass ein Arbeiter seine Leistung zum grössten Teil den Eliten abgibt?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ökonometriker 07.02.2019 13:47
    Highlight Highlight Hmm, Schweden, Dänemark und Norwegen? Gem. dem World Inequality report 2018 neben Irland die einzigen 3 europäischen Länder mit einem Vermögens-GINI von über 80 Prozent.
    Warim nicht z.B. die Schweiz emulieren und direkte Demokratie auf Bundesebene einführen?
    • Philipp Löpfe 07.02.2019 13:50
      Highlight Highlight Guter Einwand. Die Schweiz ist nämlich viel sozialer, als wir zugeben wollen. Dänemark und die Schweiz sind nicht so verschieden – ausser dass es in Dänemark keine Berge und bei uns kein Meer gibt.
  • Dominik Treier 07.02.2019 13:33
    Highlight Highlight Das ist schon eher Sozialdemokratie... Grundsätzlich soll im Kapitalismus ja ein Anreizsystem gelten, dass den Menschen für Ideen und Leistung belohnt und da liegt das Problem... Soll... Heute zieht Kapital allein viel zu grosse Gewinne durch anderer Leute Arbeit und damit noch viel mehr Kapital nach sich, während sich Arbeit selbst nicht lohnt... Eine Plateaunierung nach unten in Form eines Grundeinkommens fehlt damit die Leute von Existenzangst, die keinerlei positiven Ansporn darstellt!, getrieben, das ganze weiter unterstützen und nicht selbst aktiv werden können... Das ist Feudalismus!
  • swisskiss 07.02.2019 13:33
    Highlight Highlight Weiss ja nicht, was Du unter Sozialismus verstehst, Philipp, aber die Besteuerung hoher Einkommen, ist NICHT sozialistisch, denn im Sozialismus sind durch den "Allgemeinbesitz" der Produktionsmittel und Kapital, keine hohen Einkommen möglich.

    Soziale Marktwirtschaft, nach Modell europäischer Sozialdemokratie ist die Grundlage der "Progressiven" in der demokratischen Partei und sicher nicht die Verstaatlichung der Produktionsmittel.

    Nicht mal der linke Flügel der Dems will die Abschaffung des Kapitalismus und Etablierung des Sozialismus.
    • _stefan 07.02.2019 14:27
      Highlight Highlight @swisskiss: Diese Terminologie kommt nicht von Philipp Löpfe selber! In Amerika wird aktuell jede soziale Idee als "Sozialismus" abgetan (von den Medien, dem Präsidenten, der GOP, etc.).

      Selbstbewusste linke Politiker wie Sanders und AOC haben deshalb klargestellt: Wenn ihr meint, dass eine "Krankenversicherung für alle" oder "höhere Steuern für Milliardäre" sozialistisch sind, dann nennt uns halt radikale Sozialisten.

      Dies hat dem Begriff in den USA eine neue Bedeutung gegeben und die "Sozialistische Bewegung" in Gang gesetzt.
    • swisskiss 07.02.2019 16:31
      Highlight Highlight _stefan: Trotzdem wird aus einer sozialistischen Bewegung, kein Sozialismus wie im Titel suggeriert.

      Ueber die "neue Bedeutung" in den USA und das historisch- politische Verständnis und Wissen des Durchschnittamerikaners möchte ich mich nicht auslassen.
    • _stefan 07.02.2019 17:50
      Highlight Highlight @swisskiss: Amerika wird sicher nicht zu dem, was WIR unter Sozialismus verstehen. Hingegen ist eben dein zweiter Absatz zentral: "historisch- politische Verständnis und Wissen des Durchschnittamerikaners".

      Wenn wir uns über die Politik in den USA informieren wollen (und das tun wir ja offensichtlich beide), dann müssen wir IMHO auch ihre Terminologie berücksichtigen. Den Journalisten zu kritisieren, weil er die Aussagen der Amis 1:1 zitiert, finde ich falsch.
  • zaphod67 07.02.2019 13:27
    Highlight Highlight "Seine Schülerin Alexandra Ocasio-Cortez ist damit über Nacht zum nationalen Star geworden."

    Mir ist klar, dass nicht-rechte PolitikerINNEN für watson automatisch super-duper sind, erst recht wenn sie dazu jung und nicht blütenweiss sind. Aber gibt es für die zitierte Behauptung irgendwelche objektiven Belege?
  • DerewigeSchweizer 07.02.2019 13:21
    Highlight Highlight Verehrter Herr Löpfe,
    mich (und viele andere interessierte Leser auch) würde interessieren, was Ihre definition von "Sozialismus" ist.

    Wikipedia schreibt im 1.Abschnitt:
    "Es gibt keine eindeutige Definition des Begriffs."

    Google präsentiert:
    (nach Karl Marx die dem Kommunismus vorausgehende) Entwicklungsstufe, die auf gesellschaftlichen oder staatlichen Besitz der Produktionsmittel und eine gerechte Verteilung der Güter an alle Mitglieder der Gemeinschaft hinzielt (z.B. DDR).

    (fast) Niemand in der westlichen Welt strebt ernsthaft nach diesem Modell.

    Wohl eher: Soziale Politik vs. Neocon.
    • Tsunami90 07.02.2019 16:01
      Highlight Highlight Nicht der Herr Löpfe hat den Begriff definirt, sondern der Politische Diskurs in den USA. Also alles was links der Mitte steht (in unserem Kompass) wird als Sozialistisch beschimpft.
    • Heinz Schmid 07.02.2019 16:17
      Highlight Highlight Der Sozialismus ist ein Sammelbegriff für viele linke Strömungen. Einerseits können alle politischen Ideen unter den Kernprinzipien "Gleichheit, Gerechtigkeit, Solidarität" (~franz. Revolution) als sozialistisch definiert werden. In dem Falle ist sozialistisch, was diese Ideale erreichen will.
      Andererseits gibt es auch die Definition über das Wirtschaftssystem, also Sozialismus entgegengesetzt zum Kapitalismus. Die Sozialdemokratie fällt nicht darunter, da sie kapitalistisch ist.
      Im Falle der USA ist es eine Fehlbezeichnung, da alles als sozialistisch angesehen wird, was nicht privat ist.
  • TheSven 07.02.2019 13:20
    Highlight Highlight “Soziale Marktwirtschaft” ist das von Watson gesuchte Wort in diesem Kontext😉
  • Denk-mal 07.02.2019 13:20
    Highlight Highlight Ja gopferdelli, ihr reichen Säcke seid doch selber schuld, wenn Amerika linker wird. Schweden funktioniert jedefalls gut und die Schweiz auch! Oder nicht, Blitzer?
    • Makatitom 07.02.2019 14:21
      Highlight Highlight NOCH funktioniert die Schweiz einigermassen gut. Wenn aber die neolibertären Kapitalfaschisten, mit und ohne rassistischem Tarnmäntelchen, noch mehr Macht bekommen werden sie die Sozialhilfe wohl auf 2.- ChF im tag gekürzt wird und dafür weitere Steueroptmierungsmöglichkeiten für die reichsten 2 Prozent schaffen. Genau dies gilt es im Herbst zu verhindern
    • RandyRant 07.02.2019 19:52
      Highlight Highlight "neolibertären Kapitalfaschisten" das sind die die Schweiz seit je her regieren nach deiner Lesart oder?
      Und trotzdem funktioniert die Schweiz (noch) einigermassen gut?
      Geht in sich selber nicht auf diese Argumentation?
    • Makatitom 07.02.2019 21:37
      Highlight Highlight Nein, ich durfte zum Glück noch Zeiten erleben, wo die Liberalen noch nicht libertär waren und das grosse Ziel der ganzen Regierung eine soziale Marktwirtschaft war. Eventuell war damals das "soziale Gewissen" auch nur der Angst vor dem Kommunismus geschuldet, aber es gab es auf alle Fälle, sogar bei der $SVP
  • geissenpetrov 07.02.2019 13:18
    Highlight Highlight @Löpfe: eine treffende Analyse zum Thema, liefert unser gemiensamer Freund Ernst Wolff ;)
    Am Anfang des Vortrags, sagt er auch noch etwas über die SNB, was mich recht aus den Socken gehauen hat. Ich würde es sehr begrüssen, wenn Du dem nachgehen, und zur Abwechslung, mal wieder einen "Inlandbericht" verfassen würdest.

    Play Icon
    • Philipp Löpfe 07.02.2019 13:27
      Highlight Highlight Wolff ist ein Putin-Troll – und nicht wirklich ein Freund von mir...
    • Skeptischer Optimist 07.02.2019 14:39
      Highlight Highlight Was ist ein Putin-Troll?
    • roger.schmid 07.02.2019 16:58
      Highlight Highlight "Was ist ein Putin-Troll?"

      Der Kreml beschäftigt eine Armee von Trollen die Desinformation und antidemokratische Propaganda verbreiten. Es gibt sogar solche, die voll auf diese Propaganda hereingefallen sind und den BS des Kremls sogar freiwillig verbreiten - nützliche Idioten nennt man das landläufig.
    Weitere Antworten anzeigen
  • bcZcity 07.02.2019 12:57
    Highlight Highlight Also ich habe (Bis jetzt) nichts gespart, ausser das Geld in meiner Altersvorsorge und das Ferienkonto.

    Ich hätte also auch gewisse Probleme wenn der Lohn 1-2x nicht kommt. Bin aber auch kein Sparfuchs.

    Aber ich würde ja gerne mal sehen wenn bei vielen hier für 1-3 Monate kein Geld kommt vom Arbeitgeber, denn der Artikel klingt ja so als ob die meisten ein Polster von 8000 bis 18'000 CHF haben, easy so für Notfälle.......

    Paycheck zu Paycheck....das ist doch relativ, sonst würden die meisten mal so locker unbezahlten Urlaub nehmen. Und, ist man dann sparsam, oder schlicht geizig?
    • DonChaote 07.02.2019 13:20
      Highlight Highlight @bczcity
      Dazu gilt zu beachten, dass in den usa paychecks normalerweise im wochen oder zweiwochen rhythmus kommen, nicht monatlich wie bei uns. Somit kann man die situation nicht 1:1 auf uns übertragen.
      Eher vergleichbar vielleicht, wenn sie mal nur die hälfte ihres lohnes bezahlt kriegen würden.
    • Sam1984 07.02.2019 13:23
      Highlight Highlight @bcZcity: Ich habe ein Polster angelegt um mich und meine Frau 5 Monate finanzieren zu können wenn kein Lohn kommt.

      Hat zwar 5 Jahre gedauert das Geld zur Seite zu legen, aber ohne dieses Polster könnte ich heute nicht emhr ruhig schlafen.
    • bcZcity 07.02.2019 13:34
      Highlight Highlight @Sam1984

      Das ist natürlich löblich, aber für dieses Geld gehe ich lieber 2x in die Ferien.

      Aber ich finde es dennoch toll wenn man sparsam sein kann, ich bin da eben eher jemand der sich denkt: "Wenn ich jetzt tot umfalle, gespart für nix".

      Ruhig schlafen kann ich aber auch so, ich bin recht gut im zurückstecken, habe keine Kinder, keine hohen Fixkosten (z.B Auto) und keine Schulden und/oder Kredite(karten).
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  • Bruno S.1988 07.02.2019 12:57
    Highlight Highlight Breaking Bad in einer alternativen Realität mit Krankenkasse in den USA: "Ich hab Krebs...zum Glück bin ich Krankenversichert und muss nicht in die Drogen Kriminalität einsteigen um meine Behandlung zu finanzieren. Wir geraten durch meine Krankheit nicht in finanzielle Schwierigkeiten" - Ende.

  • Heinzbond 07.02.2019 12:47
    Highlight Highlight Seine hofnarren bei Fox News.... Danke für diesen Satz!
    • dontbelievetheirpropaganda 07.02.2019 14:55
      Highlight Highlight Und mit Hoffnarren kennnen sich schliesslich der Autor und seine Fans aus :)
    • Cpt. Blocher vom herrlichen Berg 08.02.2019 00:08
      Highlight Highlight Natürlich, wir können Sie nämlich hier auf Watson als trumpfanboys und wahrheitsverdreher begutachten und studieren :)
  • geissenpetrov 07.02.2019 12:46
    Highlight Highlight Beide Parteien in den USA sind meilenweit davon entfernt, etwas an dieser neoliberalen Umverteilung zu ändern.
    Da wird leider erst wieder ein Crash kommen müssen, bis solche "sozialisitische" Ideen mehrheitsfähig werden.
  • Toerpe Zwerg 07.02.2019 12:43
    Highlight Highlight Sozialismus? Nö. Soziale Marktwirtschaft ist das.
    • Tsunami90 07.02.2019 15:52
      Highlight Highlight Die Amerikaner nennen das halt so. Ist wie mit billion und milliarde 😉
    • loquito 07.02.2019 18:20
      Highlight Highlight Aber Maduronistbein Sozialist... weil? Wo ziehen Sie Ihere definitorische Grenze?
    • Toerpe Zwerg 07.02.2019 19:11
      Highlight Highlight Da wo der Kommentar zum Thema passt.
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  • N. Y. P. 07.02.2019 12:42
    Highlight Highlight Gesellschaft, in der eine superreiche Elite sich einbunkert, während die Mehrheit in prekären Verhältnissen mehr schlecht als recht vor sich hinsiecht, ist mehr als eine Hollywood-Phantasie geworden..

    Heisst, solange die unteren 90% mit Überleben von Monat zu Monat beschäftigt sind, kommen sie nicht auf dumme Gedanken.

    Und in der Schweiz ? Vergleicht die Kaufkraft des Mittelstands der 90er - Jahre mit der Kaufkraft des heutigen Mittelstandes.
    • TanookiStormtrooper 07.02.2019 13:10
      Highlight Highlight Für viele hier ist ja der "American Way" erstrebenswert. Wir bejubeln hier in Europa viel zu oft jeden Scheiss, der über den grossen Teich zu uns schwappt. Die Sache mit den 3 Jobs um zu überleben und horrenden Studiengebühren, die man dann jahrelang abstottert bekommt man von "Hollywood" aber nicht so serviert. Da sind es Villen, Strand und Bikinis und das Gefühl, jeder kann das dort schaffen. "Vom Tellerwäscher zum Millionär." Die grösste Marketinglüge ever.
    • Hans007 07.02.2019 13:34
      Highlight Highlight Vergleich die Kaufkraft des heutigen Mittelstandes mit der Kaufkraft der Achzigerjahre des letzten Jahrhunderts, da kommen die die Tränen.... Für grosse Teile des selbständig erwerbenden Mittelstandes ist die Kaufkraft schlicht erodiert.
    • N. Y. P. 07.02.2019 14:02
      Highlight Highlight @TanookiStormtrooper

      Ich könnte mir vorstellen, dass man in den USA schneller und unkomplizierter eine Firma aufbauen kann und schnell richtig viel Asche auf die Seite bringt.

      Aber.

      Wehe, du kommst in Schwierigkeiten. Es gibt kein soziales Netz. Du fällst bis ganz nach unten durch und im schlimmsten Fall findest du dich wieder auf der Strasse.
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  • Leckerbissen 07.02.2019 12:40
    Highlight Highlight Sozialismus ist nie eine gute Idee.
    Die Geschichte hat's uns gezeigt und auch die aktuell wenigen Staaten mit einem noch sozialistischen System kommen nicht voran.
    • äti 07.02.2019 13:22
      Highlight Highlight Tja, man verwechselt eben gerne Diktaturen mit Sozialismus. Absichtlich.
    • DonChaote 07.02.2019 13:27
      Highlight Highlight @leckerbissen
      Wahrer sozialismus hat es noch nie real gegeben und wird es so auch nie geben, vermutlich. Das ist eine ideologie. Scheitert meist an den genau gleiche dingen, an denen unser aktuelles system krankt: am menschen, bzw. dessen egoismus und geld- und machtgier.
      Die idee des sozialismus finde ich persönlich nicht unbedingt nur schlecht. Ob, wie, wo und wann es umsetzbar sein könnte steht wiederum in einem anderen buch.
    • Leckerbissen 07.02.2019 14:04
      Highlight Highlight @DonChaote: Passend zu deiner getätigten Aussage mit dem Menschen habe ich einen Artikel gefunden. https://www.theeuropean.de/andreas-kern/10334-warum-der-sozialismus-nicht-funktioniert

      Finde die Diskussionen über die politischen Systeme sehr spannend.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ohniznachtisbett 07.02.2019 12:39
    Highlight Highlight Und genau diese "amerikanische Version des nordischen Modells" ist in den USA nicht mal halbwegs mehrheitsfähig. Was hingegen durchaus eine realistische Variante darstellt ist eine soziale Marktwirtschaft, wie wir es im deutschsprachigen Raum und in den Benelux Staaten, seit den 50er Jahren kennen und leben. Klar, auch hier ist nicht alles Gold was glänzt, aber insgesamt haben wir es doch bisher ganz ordentlich hingebracht. Alle zentralen Forderungen wären auch abgedeckt: Bildung, Krankenversicherung, Altersvorsorge etc...
    • geissenpetrov 07.02.2019 12:59
      Highlight Highlight "..aber insgesamt haben wir es doch bisher ganz ordentlich hingebracht. Alle zentralen Forderungen wären auch abgedeckt: Bildung, Krankenversicherung, Altersvorsorge etc... "

      und gehen auch bei uns nach und nach vor die Hunde, müsste man noch erwähnen.
    • Ohniznachtisbett 07.02.2019 13:22
      Highlight Highlight Geissenpetrov: Naja, vor die Hunde ist jetzt vielleicht etwas gar viel... Und wenn, aus ganz anderen Gründen als aus ideologischen (sozialismus/neoliberalismus oder was auch immer). Das Bildungssystem bei uns ist hervorragend aufgestellt (klar mehr geht immer... aber sehr gut). Krankenversicherung und insbesondere Altersvorsorge darben an Demographischen Problemen. Die Krankenversicherung hat noch ein paar weitere Baustellen. Ein Demographisches Problem haben die USA nicht, da sie sehr nahe an der 2.1 Kinder/Frau Reproduktionsrate sind, also kaum Überalterungstendenz haben.
    • DonChaote 07.02.2019 13:31
      Highlight Highlight @geissenpetrov
      Die frage wäre dann noch, wieso das ganze aktuell vor die hunde geht. Effektiv wegen der sich ändernden demographie, oder ist es eher der grassierende neoliberalismus, welcher unser aller demokratien mittlerweile weit über die mitte hinaus unterlaufen hat?
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  • rescue me 07.02.2019 12:37
    Highlight Highlight War eine Zeit lang mit einer Amerikanerin zusammen. Ihr gesamtes Umfeld, inkl. ihr lebten von paycheck to paycheck. Auto kaputt? Reparatur auf Kredit tätigen. Für alles wurde die Kreditkarte gezückt, abzahlen tut man diese dann schleichend. Erschreckend wie wenig es brauchte um die Leute finanziell an den Abgrund zu treiben. Bleibt zu hoffen das der/die nächste POTUS eine andere Marschrichtung einschlägt.
  • aglio e olio 07.02.2019 12:34
    Highlight Highlight In dem Zusammenhang von Sozialismus zu sprechen, halte ich für nicht richtig.
    Sozialdemokratie wäre m.M.n. das passendere Wort.
    Eine tatsächlich sozialistische Gesellschaft werden wir nicht erleben...
    • Heinzbond 07.02.2019 12:48
      Highlight Highlight Den Unterschied zu erkennen ist aber zu schwer oder politisch nicht erwünscht...
    • magnet1c 07.02.2019 12:57
      Highlight Highlight Schon in der Schweiz kennen viele den Unterschied nicht. Wie soll dies ein durchschnittlicher Amerikaner tun, der von Paycheck to Paycheck lebt? ;-)
    • Heinzbond 07.02.2019 13:12
      Highlight Highlight Ich meinte es auch sehr allgemein...
    Weitere Antworten anzeigen
  • inmi 07.02.2019 12:34
    Highlight Highlight Wichtig wäre, wenn man sich über die Terminologie einig würde. Schweden, Dänemark und Norwegen sind eben keine sozialistischen Staaten. Die Mehrheit der Wirtschaft ist in privaten Händen. Nur so können sie sich ihre grosszügigen Sozial und Gesundheitssysteme leisten, auch wenn diese manchmal an die Grenzen kommen. Zudem haben sie viele (manchmal mehr oder weniger schlaue) Regulierungen und eher hohe Steuern, welche die Menschen aber gerechtfertigt finden.

    Sozialismus ist hingegen, wenn alles verstaatlicht wird, wie in Venezuela. Das funktioniertn icht, weil der Staat nicht effizient ist.
    • Heinzbond 07.02.2019 13:11
      Highlight Highlight Nun der Staat ist mehr oder weniger so effizient wie es ein grosser Konzern auch sein kann... Es sind die ineffizienten Politiker die sich selbst etwas vormachen die einen sozialistischen Staat in den Ruin treiben...
    • DerewigeSchweizer 07.02.2019 13:16
      Highlight Highlight ...
      Zur Info:
      Auch in Venezuela sind 80% der Wirtschaft privat.

      Mich dünkt langsam, dass wenn Chavez/Maduro von "bolivarianischer Revolution" sprechen, sie den Kontrast zum vorherigen Brutalkapitalismus meinen.
      Und wenn sie von "Sozialismus" sprechen, dass sie in Wahrheit die "soziale Marktwirtschaft" meinen, die für uns in Europa längst Normalität ist.

      Anders kann ich mir nicht erklären, dass 80% der Wirtschaft privat ist und 3/4 der Medien privat aus Seite der Opposition sind.

      Ein "sozialistischer Staat" ist Venezuela definitiv nicht.

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