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Nachhaltige Business-Modelle gewannen in den letzten Jahren stetig an Bedeutung. bild: shutterstock

Nachwachsende Windeln und T-Shirts aus Hanf: Diese Start-ups solltest du dir merken

Sie wollen keine Ressourcenverschwendung: In der Schweiz wirtschaften zahlreiche Start-ups nach dem Prinzip «Circular Economy». Eine Vorstellungsrunde.



Der Ressourcenverschleiss der westlichen Welt ist ein immer wiederkehrendes Thema. Und das nicht erst seit den Klimastreiks der letzten Monate.

Die Jungen Grünen Zürich haben deswegen vor kurzem eine kantonale Kreislauf-Initiative lanciert. Die Initiative will Stoffkreisläufe schliessen, die unnötige Verschwendung von Ressourcen und das Ausscheiden von schädlichen Fremdstoffen in die Umwelt vermeiden.

Das «Circular Economy»-Prinzip ist momentan in aller Munde. Nun tut sich auch in der Wirtschaft etwas: Erst im Februar startete eine Kerngruppe aus acht Organisationen «Circular Economy Switzerland», eine schweizweite Initiative für Kreislaufwirtschaft. Und in den Schweizer Impact Hubs, Zentren für Start-ups, werden momentan 26 von einer Jury ausgewählte kleine Firmen gecoacht, die mit kreativen Initiativen die Schweizer Wirtschaft zirkulärer gestalten wollen. Hier vier Beispiele:

Nachwachsende Windeln

Laut Studien werden heute in der Schweiz 90 Prozent aller Babys in Einwegwindeln gewickelt. Diese Windeln bestehen zu grossen Teilen aus Kunststoff, die später in den hiesigen Kehrichtverbrennungsanlagen landen. Das belastet die Umwelt.

Ein Berner Projekt will jetzt «nachwachsende» Windeln kreieren. Die Idee: Die Eltern sammeln biologisch abbaubare Windeln und überstreuen sie in einem Kompost mit Pflanzenkohle. Die Windeln sollen sich so zu Schwarzerde umsetzen.

Hinter dem Projekt steckt eine Prozessingenieurin, die sich auf den Bereich Abfall spezialisiert hat. Eine Webseite hat das Projekt bisher nicht. Momentan wird das Geschäftsmodell fertig entwickelt, dann soll eine Pilotphase folgen.

«gmüesgarte» – gegen Food Waste

«Das kann doch nicht sein!», dachten die Macher von «gmüesgarte», als sie erfuhren, dass zahlreiche Lebensmittel im Abfall landen, weil sie krumm sind oder eine etwas fahle Farbe haben.

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Die Gründer der Firma, Franziska, Geo, Jan, Simon. bild: gmüesgarte.ch

Seither kaufen sie das ein, was der Grossverteiler nicht will, und bieten es in ihrem Lokal in Bern an. Roh oder in Form von Smoothies, Salaten und Birchermüesli verarbeitet. Ausserdem kann man sich die krummen Gemüse und Früchte im Monats- oder Zwei-Wochen-Abo sichern.

Wenn Lebensmittel nicht gegessen werden, sei das nicht nur Food Waste, sondern es gingen auch Ressourcen verloren, so die Firmen-Gründer auf ihrer Webseite. Denn um Gemüse und Früchte zu produzieren, benötigt es unter anderem Wasser, Boden und Treibstoff.

Jeans aus Hanf

Vor fünf Jahren stürzte in Bangladesch ein neunstöckiges Gebäude mit insgesamt fünf Textilfabriken zusammen. Über tausend Menschen starben, mehr als zweitausend wurden verletzt. Seither stellt sich für viele die Frage, wie sichergestellt werden kann, dass unsere Kleider nachhaltig und fair produziert werden.

Die Glarner Firma «Textil Glärnisch» hat sich diesem Problem angenommen. Sie produziert Skinny Jeans, Polo-Shirts und andere Textilien aus Stroh aus Flachs und Hanf. Alles regional.

Die Textilien werden individuell gefertigt und an die persönlichen Proportionen, Masse und Vorlieben angepasst. Wer ein T-Shirt aus Flachs und Hanf möchte, kann sich auf der Firmenwebsite eines vorbestellen. Die Produktion soll bald beginnen.

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Das Team hinter dem Start-up. bild: glaernischtextil.ch

«sharealook» – Mode zum mieten

Noch eine Alternative zu Fast Fashion: Das Start-up sharealook verbindet Fashionistas, damit sich diese gegenseitig Kleidung und Accessoires vermieten.

Damit könne sich jeder hochwertige und nachhaltiger produzierte Kleidung leisten, heisst es auf der Webseite. «Wenn wir beginnen, unsere Kleidung untereinander zu vermieten (...), können wir weniger, aber besser einkaufen.»

Hinter der Idee stecken zwei junge Frauen, die früher in der herkömmlichen Modeindustrie tätig waren.

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bild: sharealook Facebook

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Zu Deutsch: «Schweizer geben 2000 Franken pro Jahr für Kleider aus, die sie schlussendlich nicht tragen.» bild: sharelook facebook

So können alte Telefonkabinen weiterleben

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Video: srf

Die Top 10 der beliebtesten Schweizer Unternehmen 2017:

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Maya Eldorado 16.03.2019 19:24
    Highlight Highlight Nachwachsende Windeln? Was ist jetzt da so innovativ?

    Für meine beiden Kinder hatte ich Stoffwindeln. Die hielten mehrere Jahre. Ich musste nie nachkaufen.

    Eigentlich waren meine Windeln auch nachwachsend, weil sie aus Baumwolle waren.

    Statt Gummihöschen habe ich Höschen aus Schafwolle gestrickt. Die Schafwolle muss noch einen Fettanteil haben. Die Wolle saugt die Feuchtigkeit von den Windeln auf und gibt sie nach aussen ab. So ist Wolle. Sie wurden nie wirklich nass. Es ist das besste für das Kind, was es gibt.
  • salamandre 16.03.2019 17:26
    Highlight Highlight Die Erde ist rund, "naja wenigstens für die meisten unter uns", und funktioniert in Kreisläufen. Der Mensch hätte da schon lange ein gutes Vorbild.
  • Heinzbond 16.03.2019 16:55
    Highlight Highlight Shared Kleidung, da sehe ich jetzt wenig Zukunft für, die Qualität der Produkte wird immer schlechter und ich möchte nicht das abgelegte sacco eines anderen tragen. Aber Wäsche aus Hanf und Flachs, her damit, vielleicht noch mit maisstärke und Raps? Wobei letztere wenig ökologisch sind... Und her mit gmuesgärte auch in Zürich...

    Mehr von dem Thema bitte watson... Vielleicht möchte ja der ein oder andere investieren....
  • Stormrider 16.03.2019 15:30
    Highlight Highlight Das sind doch ein paar interessante und innovative Ideen. Jetzt die jungen Leute nur machen lassen und die Politiker und den Staat davon fern halten. Die können das und das Risikokapital ist auch vorhanden.

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