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epa07173143 People wearing  yellow vests and waving a French flag, as a symbol of French driver's and citizen's protest against higher fuel prices, during a demonstration on the Champs Elysee as part of a nationwide protest in Paris, France, 17 November 2018. The so-called 'gilets jaunes' (yellow vests) protest movement, which has reportedly no political affiliation, is protesting over fuel prices. According to reports, a female protester died after she was ran over by a vehicle in the south-eastern Savoy region as others were injured elsewhere during nationwide demonstrations.  EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON

Kundgebung der Gelbwesten auf den Champs Elysées. Bild: EPA/EPA

Solidarität mit «Gilets Jaunes»: Wenn Linke das Wutbürgertum «umarmen»

Die «Gelbwesten»-Proteste lassen linke Intellektuelle von der Revolution träumen. Sie blenden aus, dass die Bewegung problematische Züge hat. Und Frankreich ein konservatives Land ist.



Ein Hauch von Revolution liegt in der Luft. Die Bewegung der «Gilets Jaunes» ist in Frankreich wie aus dem Nichts aufgetaucht und hält das Land mit teilweise gewalttätigen Kundgebungen in Atem. Der Aufstand der «kleinen Leute» aus der Provinz, die sich von der Regierung und der Pariser Elite verraten fühlen, erregt die Gemüter. Und beflügelt progressive Träume.

Frankreichs linke Intellektuelle sehen in den Protesten der «Gelbwesten» eine Chance, das Land in ihre Richtung zu lenken. «Diese Bewegung muss weitergehen. Weil sie etwas Richtiges, Dringendes, Radikales verkörpert», schrieb der Schriftsteller Édouard Louis, der selber aus einfachen Verhältnissen stammt, in einem stark beachteten Essay.

Die Forderungen der Gelbwesten

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Video: srf/SDA SRF

Sein Freund, der Philosoph und Soziologe Geoffroy de Lagasnerie, unterstützt die Bewegung «voll und ganz», wie er im Interview mit der «Wochenzeitung» erklärte. Er glaubt an die Möglichkeit, den «ideellen Kampf um diese Leute» zu gewinnen: «Die Rolle der Linken ist es, die Bewegung zu umarmen, eine Verbindung zu ihr herzustellen und sie ins progressive Lager zu holen.»

Die Gelbwesten sind eine heterogene Bewegung, die sich bislang der politischen Vereinnahmung entzogen hat.

Solche idealistische bis paternalistische Vorstellungen sind typisch für viele Linke und ihren Hang zur Revolutionsromantik. Die problematischen Aspekte der «Gilets Jaunes» werden von de Lagasnerie und Co. nicht ausgeblendet, aber kleingeredet: Rassistische und homophobe Parolen in den sozialen Medien, widersprüchliche Forderungen wie tiefere Steuern und höhere Renten.

Die «Gelbwesten» sind eine heterogene Bewegung, die sich bislang der politischen Vereinnahmung entzogen hat. In ihr mischen sich Menschen, die sich in einer echten sozialen Notlage befinden, mit linken und rechten Unruhestiftern. Sie ist Ausdruck des Wutbürgertums, das sich in vielen Ländern manifestiert und sich als immun gerade gegen linke Vereinnahmungen erwiesen hat.

Das beschränkt sich nicht auf die Fremden- und Islamfeindlichkeit, die von den ominösen russischen Trollfabriken angeheizt werden soll. Die Bewegung ist auch geprägt von Misstrauen bis Ablehnung gegenüber den Medien. Dies erlebte meine Kollegin Camille Kündig, die sich am letzten Samstag in Paris ins Getümmel gestürzt und live von den Ausschreitungen berichtet hat.

In Kontaktversuchen auf der Strasse und im Internet wurde sie mit «freundschaftlichen» Warnungen und offener Feindseligkeit konfrontiert. Das liebste Feindbild der «Gilets Jaunes» ist der Privatsender BFM TV. In Paris erlebte Kündig, wie Kollegen bespuckt und mit Eiern beworfen wurden. Es ist die französische Variante von «Lügenpresse halt die Fresse!».

Es ist möglich, dass die Bewegung mit der Zeit und auch aufgrund der anstehenden Feiertage an ihrer Widersprüchlichkeit zerbricht.

Ein weiteres problematisches Phänomen manifestierte sich nach dem Terroranschlag in Strassburg. In den Foren der Bewegung kursierte die Verschwörungstheorie, wonach die von einem radikalisierten Kleinkriminellen verübte Bluttat von der Regierung inszeniert worden sei, um den Elan der «Gelbwesten» zu stoppen.

Solche kruden Ideen mögen nur einen Teil der Bewegung erfassen, aber einzelne Facebook-Gruppen mussten deswegen ihre Kommentarfunktion einschränken. Sie könnten auch die anfangs hohe Zustimmung in der Bevölkerung erodieren lassen, die bereits nach den Zugeständnissen rückläufig war, die Präsident Emmanuel Macron am Montag angekündigt hat.

Seine Fernsehansprache führte zu ersten Spaltungstendenzen bei den «Gelbwesten». Es ist möglich, dass die Bewegung mit der Zeit und auch aufgrund der anstehenden Feiertage an ihrer Widersprüchlichkeit zerbricht. Der für Samstag angekündigte «Akt 5» mit weiteren Kundgebungen wird ein Indiz dafür liefern, wie viel Rückhalt die Bewegung noch hat.

Massenproteste der Gelbwesten in Paris

Denn ein Aspekt wird oft übersehen: Frankreich ist eigentlich ein konservatives Land. «Man will sich revolutionär verhalten, aber sobald es Zeit für die Veränderungen ist, verhält man sich reaktionär», sagte der Freiburger Professor Gilbert Casasus im Interview mit watson. Das zeigte sich auch im legendären Mai 1968, mit dem die heutige Protestbewegung oft verglichen wird.

Man kann und muss hoffen, dass auch die gelben Warnwesten als Warnsignal verstanden werden.

Auch damals lag für kurze Zeit ein Hauch von Revolution in der Luft, als sich die Studenten mit den Arbeitern verbündeten. Am Ende war der «Aufstand» ein Fehlschlag, es kam zum Backlash der Bourgeoise, die in Paris zur Gegendemo auf die Strasse ging. Präsident Charles de Gaulle drohte mit dem Ausnahmezustand und setzte Neuwahlen an, bei denen seine Partei zulegen konnte.

Mit der Zeit aber setzten sich viele Forderungen der 68er Bewegung durch. Man kann und muss hoffen, dass auch die gelben Warnwesten als Warnsignal verstanden werden. Das beginnt bei Emmanuel Macron, der seinen Hang zu überheblichen Sprüchen und seinen Ruf als «Präsident der Reichen» loswerden und seine notwendige Reformpolitik sozial abfedern muss.

Ausserdem bedarf Frankreich der politischen Reformen. Der elitäre Zentralismus, mit dem das Land regiert wird, hat sich überlebt. Wenn die «Gelbwesten» von Referenden wie in der Schweiz sprechen, geben sie die Richtung vor. Es ist bezeichnend, dass die linken Intellektuellen, die selber dem Elitedenken frönen, diesen Aspekt praktisch nicht thematisieren.

Der Protest hat aber eine weit über Frankreich hinaus reichende Dimension. Er ist Ausdruck einer real existierenden Misere: Viele Menschen aus dem Mittelstand kämpfen gegen den sozialen Abstieg. Der Slogan «Ihr redet vom Ende der Welt, wir vom Ende des Monats», mit dem die «Gelbwesten» die Ökosteuer auf Benzin bekämpften, bringt diese Befindlichkeit auf den Punkt.

Ein Scheitern oder gar Sturz Macrons wird kaum den Linksaussen Jean-Luc Mélenchon an die Macht bringen, sondern die Rechtsextreme Marine Le Pen.

In den USA haben die Ängste vor dem Niedergang Donald Trump an die Macht gespült. Und mit der fortschreitenden Digitalisierung wird sich das Problem verschärfen. Viele solide Industrie- und Bürojobs werden von Automaten und Algorithmen ersetzt. Was sich in den letzten Wochen in Paris und anderen Städten ausdrückte, könnte nur der Anfang einer gefährlichen Entwicklung sein.

Die Politik ist gefordert, sie muss Wege finden, um dem Mittelstand eine Perspektive zu bieten. Das kann eine Digitalsteuer sein, ein bedingungsloses Grundeinkommen. Nichtstun ist dabei so wenig eine Option wie linke Revolutionsromantik. Ein Scheitern oder gar Sturz Macrons wird kaum den Linksaussen Jean-Luc Mélenchon an die Macht bringen, sondern die Rechtsextreme Marine Le Pen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 16.12.2018 12:03
    Highlight Highlight Die Gelbwesten-Proteste sind wohl eine Reaktion auf einen ultra-liberalen Kapitalismus, der sich unter den heutigen Bedingungen und mit den neuen Möglichkeiten der Globalisierung, Technologisierung und Roboterisierung in Richtung einer frühkapitalistische Ausbeuter-Wirtschaft mit Lohnarbeiter-Prostitution und Fabrik-Sklaverei zurück entwickelt.
    Wir erleben zwei gegenläufige Extrem-Bewegungen:
    - Den global vernetzten Geld-Adel mit seinen privatisierten Hofstaaten, den Multinationalen Konzernen.
    - Die ins Prekariat abrutschende Schicht von lokal beschränkten und wütenden "Abgehängten"...
  • Skeptischer Optimist 16.12.2018 10:10
    Highlight Highlight Das Problem ist nicht, der "elitäre Zentralismus", sondern, dass der Zentralismus gegenwärtig versucht den Bürgern ein Umverteilungsprogramm zugunsten der sehr Reichen auf das Auge zu drücken. Dieses Umverteilungsprogramm existiert in der ganzen westlichen Welt und ist auch in Nationen ohne zentralistische Struktur unter Beschuss.

    Der Neoliberalismus ist eine gescheiterte Ideologie. Daher braucht es Widerstand von links, sonst gewinnen einfach die Rechten.

    Eine Linke, die unfähig ist sich der Kritik anzuschliessen ist überflüssig. Pasok in Griechenland und die deutsche SPD lassen grüssen.
  • Sebastian Wendelspiess 15.12.2018 19:17
    Highlight Highlight Wigentlich sollte die Brutalität der Polizei auch mal angesprochen werden. Sie werfen Schock- und Tränengasgranaten in Menschenmengen, zerren Demonstranten an den Haaren hinter sich her oder zielen mit Gummischrot direkt auf die Köpfe der Menschen. Dann ist auch klar, dass sich die Demonstranten mehr radikalisieren.
  • Grohenloh 15.12.2018 16:09
    Highlight Highlight Das Problem ist, dass die Lebenwirklichkeit der meisten Menschen in der Politik nicht abgebildet wird.

    Die künstliche und verkrampfte Political Correctness der geistigen Elite wird unsere Gesellschaften zerstören: Denkverbote, Verbot, offensichtliche Tatsachen anzusprechen und zu diskutieren:
    Asylbewerber erhalten mehr Geld als sie jemals selbst verdienen könnten, abstrakte Klimaschutzmassnahmen („fin du monde-fin du mois“), nicht wahrnehmbare Frauenbenachteiligung, Verteidigung einer Kultur, die uns offensichtlich ablehnt (Islamismus), ...
    • rodolofo 16.12.2018 12:12
      Highlight Highlight Ich sehe es eher so, dass die dumpfen Hass-Mantras des Wutbürger-Mobs unsere Demokratie zerstören, weil sie die Kommunikationswege mit Fake-News und geistiger Verwirrung verstopfen, wie Arteriosklerose die Blutbahnen.
      Seine Meinung sagen ist gut und recht, und ich gehöre ja selber zu denjenigen, die gerne dramatisieren und überspitzen, um meine Ansichten emotional zu verdeutlichen.
      Aber ebenso wichtig bleiben altmodisch erscheinende Dinge, wie Respekt, Anstand und Höflichkeit!
      Wenn alle die Sau rauslassen, wälzen und suhlen wir uns in unserem eigenen Dreck.
      Das kann's ja wohl nicht sein.
  • Mutbürgerin 15.12.2018 15:30
    Highlight Highlight Frankreich ist ein ein sozialistisches Land. Ein weiteres Beispiel nach Venezuela, dass der Sozialismus nur ins Elend führt.
    • salamandre 15.12.2018 16:02
      Highlight Highlight wir sollten diese Dinge nicht verwechseln. Asoziale Sozialisten, gibt es jede Menge.
  • kusel 15.12.2018 14:46
    Highlight Highlight Leider arten gut gemeinte Demos oftmals in Chaotentum aus. Die Linksextremen haben immer noch nicht kapiert, dass sie damit mehr Schaden anrichten als Dinge zu verbessern.

    Mit friedlichen Demos kann man Städte, Arbeitsbereiche und sogar ganze Länder zum erliegen bringen. Was will man mehr? Es müssen keine Scheiben eingeschlagen, Politzisten angegriffen und Autos in Brand gesetzt werden.
    • geissenpetrov 15.12.2018 16:06
      Highlight Highlight Wie kommst Du jetzt darauf, dass die Linksextremen für die Sachschäden verantwortlich sind? Warst Du vor Ort und hast alle Randalierer persönlich befragt, ob sie sich den Linken oder den Rechten zuordnen würden?
  • AlteSchachtel 15.12.2018 14:45
    Highlight Highlight Es ist die französische Variante von «Lügenpresse halt die Fresse!».

    Es ist zwar sche...., wenn das Volk so auf die Medien reagiert. Aber in Frankreich hat dieses Misstrauen einen zusätzlichen Hintergrund: Vor rund 10 Jahren hatte Sarko tatsächlich zuviel Einflussmöglichkeiten im Französischen Fernsehen.


    http://www.fr.de/politik/nicholas-sarkozy-die-freie-presse-das-bin-ich-a-1175617
  • Maria B. 15.12.2018 14:35
    Highlight Highlight Ich bin ja nicht gerade Eine, welche linke Randalierer und Gewalttäter in Schutz nimmt, doch gehe ich davon aus, dass sich der Front National und Marine Le Pen mindestens genauso über die gilets jaunes freuen wird wie Frankreichs Linke ;-)!

    Denn sollte die Regierung und Präsident Macron fallen, Neuwahlen angesetzt werden, befindet sich Frankreichs Rechte in einer erneut komfortablen Situation, dies zumindest als unumgängliche Koalitionspartei.

    On vera...
    • geissenpetrov 15.12.2018 16:02
      Highlight Highlight Ja, sehr toll. Ich freue mich schon auf das faschistische Europa.
      Wenn dann alles in einem erneuten Vernichtungskrieg ausartet, werden die Maria B's daneben stehe und sagen "wir haben es nicht kommen sehen".
    • Andi Amo 16.12.2018 16:52
      Highlight Highlight @geissenpetrov
      Geschichte wird sich so nicht wiederholen, keine Sorge. Sie lassen sich zu fest von diffusen Ängsten lenken. Europa wird seine Stärken als Kontinent bald wieder entdecken müssen, sonst wird es nämlich untergehen.
    • geissenpetrov 16.12.2018 20:28
      Highlight Highlight Diffuse Ängste sind eher solche Zeilen "Europa wird seine Stärken als Kontinent bald wieder entdecken müssen, sonst wird es nämlich untergehen."
      Was sind den die Stärken Europas?
    Weitere Antworten anzeigen
  • stadtzuercher 15.12.2018 14:02
    Highlight Highlight Es ist interessant zu sehen, wie Medien Mühe haben, mit legitimen Forderungen umzugehen, wenn diese nicht aus dem Establishment und von den Reichen kommen, sondern aus der Bevölkerung, hier speziell der Ärmeren Bevölkerung. Dann wird - eine beliebte Strategie - die Nazikeule, die Rassismus- und Homophobenkeule gezückt.

    Die Medien und das Establishment können so weitermachen. Und sich dafür später über die Wahl von Trump etc beklagen.
    • Skeptischer Optimist 16.12.2018 10:17
      Highlight Highlight Sehr richtig beobachtet. Die Medien haben sich ihren schlechten Ruf als Agenten des Systemschutz hart erarbeitet.
  • Muselbert Qrate 15.12.2018 13:00
    Highlight Highlight Regierungen sollten sich wieder vermehrt um die Leute in ihrem Land einsetzten als für immer mehr Migranten zu sorgen. Dann geht es auch dem Mittelstand wieder besser wenn deren Steuergelder für die eigene Bevölkerung eingesetzt werden kann anstatt in Flüchtlinge.
    Eigentlich nicht so schwierig...

    Digitalsteuer?? Omg.. ja nehmt den Leuten nur noch mehr Geld zur Tasche raus...
    • geissenpetrov 15.12.2018 15:55
      Highlight Highlight Der Staat wird mit Cum-Ex und Steuerschlupflöchern um Milliarden betrogen und bei dir ist immer noch der Ausländer der Sündenbock?
    • Andi Amo 16.12.2018 16:54
      Highlight Highlight @geissenpetrov
      Beides sind grosse Probkeme, die unbedingt angegangen werden müssen. Nicht entweder oder.
  • WerWillSchonStringenzUndSachkenntnis 15.12.2018 12:37
    Highlight Highlight Die Probleme in Frankreich sind Resultate sozialistischer Politik. Aber sozialdiktatorischen Linken werden das nie begreifen und allen anderen die Schuld geben, noch mehr Staat fordern, bis es noch mehr Menschen schlecht geht.
    • Juliet Bravo 15.12.2018 14:18
      Highlight Highlight Zähl mal die Jahre, in denen die PS den Präsidenten stellte.
    • karl_e 15.12.2018 15:03
      Highlight Highlight Aha, Giscard, Chirac, Pompidou, Sarkozy waren also allesamt Sozialisten? Selten so gelacht.
      Nun gut, auch in der Schweiz sind gemäss Typen wie Redly die Linken an allen Problemen schuld, auch wenn diese Linken weder in den Kantonen noch im Bund jemals eine Mehrheit hatten.
    • WerWillSchonStringenzUndSachkenntnis 15.12.2018 15:45
      Highlight Highlight Staatsquote Frankreich 56%.
      Völlig egal wer wann welche Regierung stellte.
      Wenn Staat die Wirtschaft dominiert = Sozialismus. Anderes ist Realitätsverweigerung.
      Quelle zu Zahl:
      https://de.statista.com/statistik/daten/studie/200579/umfrage/staatsquote-in-frankreich/
    Weitere Antworten anzeigen
  • Fairness 15.12.2018 12:35
    Highlight Highlight Das Motto der Gilets Jaunes ist jedenfalls richtig:
    Wir wollen leben und nicht einigermassen überleben. Besser kann man es kaum sagen. Der Neoliberale Kapitalismus funktioniert nicht, ein sozialer Kapitalismus hat bis gegen Ende letztes Jahrtausend bestens funktioniert. Der Mittelstand konnte sich mehr leisten als heute. Die Handys zB waren sogar teurer! Irgendwie muss eine Lösung für die Umverteilung gefunden werden, wenn Moral und Anstand verloren sind.
    • WerWillSchonStringenzUndSachkenntnis 15.12.2018 17:43
      Highlight Highlight Bei Staatsquote 56% in F von Neoliberalismus zu sprechen ist Faktenverweigerung.
      Die Zustände dort sind das Resultat des Sozialismus.
  • Roterriese 15.12.2018 12:32
    Highlight Highlight Die Mitglieder der revolutionären Jugend würde ich jetzt nicht umbedingt als intelektuell bezeichnen.
    • Pidemitspinat 15.12.2018 21:58
      Highlight Highlight *intellektuell
    • Pidemitspinat 15.12.2018 21:58
      Highlight Highlight **unbedingt
    • Roterriese 16.12.2018 13:22
      Highlight Highlight @Pidemitspinat, hat man keine Argumente, geht man auf die Grammatik
  • smoking gun 15.12.2018 12:23
    Highlight Highlight "... Sie ist Ausdruck des Wutbürgertums, das sich in vielen Ländern manifestiert und sich als immun gerade gegen linke Vereinnahmungen erwiesen hat."

    Zum Glück, würde ich jetzt mal sagen. Es gibt genügend "Cupli-Sozialisten" und "Grüne Naivlinge", die sich von der Machtelite hat einlullen lassen und deren menschenverachtende Politik mittragen.

    Zur Erinnerung: (1958, Verfassung der Franz. Republik, Artikel 2: Der Wahlspruch der Republik lautet: "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit".

    Ihr Grundsatz lautet: "Regierung des Volkes durch das Volk und für das Volk".
  • Julian Roechelt 15.12.2018 12:01
    Highlight Highlight Die europäische Linke hat sich weitgehend diskreditiert (Ausnahmen sind vielleicht Corbyn und Wagenknecht), indem sie mit der Kriegstreiberkoalition kuscheln.
    Ihre Meinung ist vorerst uninteressant.
    • Sebastian Wendelspiess 15.12.2018 14:12
      Highlight Highlight Word. Wie Recht du hast.
  • karl_e 15.12.2018 11:59
    Highlight Highlight Wie es schon Jacques Brel in "Les timides" vor mehr als 50 Jahren so trefflich formulierte:

    Mais les timides
    Un soir d'audace
    Devant leur glace
    Rêvant d'espace
    Mettent leur cuirasse
    Et alors place
    Allons Paris
    Tiens-toi bien
    Et vive la gare
    Saint-Lazare
    Mais on s'égare
    On sépare
    On s'désempare
    Et on repart
    Une valise dans chaque main

  • Liselote Meier 15.12.2018 11:46
    Highlight Highlight Nein, das ist keine Revolutionsromantik sondern Einsicht in die Notwendigkeit, Revolution verstanden als grundlegender und nachhaltiger struktureller Wandel.

    Ich glaube nicht, dass sich der der Mittelstand mit eine BGE (welcher Garantiert knapp über dem Existensminimum sein wird), gespeist durch eine Digital/Robotersteuer, abfinden wird.

    Nein entweder wird die Eigentumsfrage gestellt, dass eine grosse Masse Mitinhaber der Produktionsmittel wird, oder es endet im Faschismus.
    • Raphael Conca 15.12.2018 12:21
      Highlight Highlight Genau!
    • Pumba 15.12.2018 14:15
      Highlight Highlight Frau Meier ihr könnt gerne mit der Revolutionsromatik und roten Fantasien kommen. Was es gebracht hat bisher in der Welt haben wir gesehen. Wie wäre es mit ein bisschen mehr Realismus? Umverteilung wird nicht geschehen. Es müssten Regeln bezüglich Maximallohn und Erbbesteuerung erlassen werden, aber alles in realistischen Rahmen. Zudem müssen die unteren Schichten endlich aufhören auf diesem hohen Niveau zu jammern. Ihnen geht es im Vergleich zu anderen Ländern immer noch besser als früher. Es muss auf beiden Seiten etwas ändern und vor allem der Mittelstand gestärkt werden.
    • PaLve! 16.12.2018 00:16
      Highlight Highlight Pumba, habe ich gerade richtig verstanden, dass ärmere Leute in unserer Nähe nicht "jammern" sollen, weil es anderswo ja immer noch ärmere gibt?
    Weitere Antworten anzeigen
  • TanookiStormtrooper 15.12.2018 11:41
    Highlight Highlight «Präsident der Reichen» Das ist doch gar nicht wahr, wie François Hollande uns erklärt:

    Play Icon


    (für diejenigen, die kein Französisch können. Er ist der Präsident der SEHR Reichen. 😂)
    • AlteSchachtel 15.12.2018 14:26
      Highlight Highlight die "Reaktion" der Moderators auf die trockene Antwort von Hollande ist köstlich.
  • opwulf 15.12.2018 11:30
    Highlight Highlight Dieser Artikel bringt es sehr gut auf den Punkt! Zusätzlich fand ich die kurze sozusagen bi de Lüüt Reportage von France 24 Reporter Magazin interessant:
    Play Icon
  • N. Y. P. 15.12.2018 11:24
    Highlight Highlight ***
    Und mit der fortschreitenden Digitalisierung wird sich das Problem verschärfen. Viele solide Industrie- und Bürojobs werden von Automaten und Algorithmen ersetzt. Was sich in den letzten Wochen in Paris und anderen Städten ausdrückte, könnte nur der Anfang einer gefährlichen Entwicklung sein.
    ***
    Man kann es nicht besser schreiben. Danke.
  • salamandre 15.12.2018 11:08
    Highlight Highlight Das ganze Französische Politsystem hat aus gedient, ganz egal wen es als nächstes an die Macht spült. Ausserdem kann ich mir persöhnlich nicht vorstellen, dass es für Marine Le Pen reicht, direkt hinter Macron noch weniger.
  • LeChef 15.12.2018 11:03
    Highlight Highlight Die Franzosen können vor allem eins gut: jammern. Die sollen sich mal ein wenig in der Welt umsehen und merken, wie gut es ihnen eigentlich geht. Dann sollten sie sich vielleicht mal in den Hintern kneifen und etwas Sinnvolles machen, statt den ganzen Tag auf der Strasse zu stehen und rumzubrüllen.
  • Ökonometriker 15.12.2018 11:02
    Highlight Highlight Die allgemeine Frustration in der westlichen Bevölkerung ist verständlich. Seit dem 1. Weltkrieg waren die Vermögensverhältnisse nicht mehr so ungleich, die Eliten bereichern sich schamlos, drei Viertal der reichen Europäer haben ihr Vermögen nicht erarbeitet sondern geerbt. Bisher war Krieg stets der egalisierende Faktor in solchen Situationen.
    Die Gesellschaft muss sich weiterentwickeln, wenn sie überleben will. Sie muss direkt-demokratische Mittel zulassen, damit sich die Gesellschaft auch one Krieg verändern kann. Die Gilets Jaunes haben das Begriffen. Die Eliten noch nicht.
    • FrancoL 15.12.2018 11:13
      Highlight Highlight Nun ich glaube NICHT dass die Gilets Jaunes es begriffen haben.

      Du schreibst zu recht:
      "Die Gesellschaft muss sich weiterentwickeln, wenn sie überleben will. Sie muss direkt-demokratische Mittel zulassen, damit sich die Gesellschaft auch ohne Krieg verändern kann"

      Nun genau das tun die Gilets Jaunes nicht.

      Du schreibst von weiterentwickeln und das beginnt selten mit Zerstörung und und ohne eine Entwickungsperspektive.
      Weg mit der Elite setzt voraus, dass man weiss WER denn an diese Stelle treten soll UND auch sicher sein sollte, dass das WER morgen sich nicht gleich wie die Elite benimmt
    • Ökonometriker 15.12.2018 11:22
      Highlight Highlight @FrancoL: nun auf Grund der starken Diversität der Gilet Jaunes (manche wollen tatsächlich zerstören, anderen wollen Demokratie, die nächsten Anarchie, wieder andere sogar Faschismus) hast Du wohl recht, dass es etwas vermessen ist, die Idee auf die ganze Bewegung zu verallgemeinern.

      Vielleicht sollte ich besser schreiben "Ein TEIL der Gilet Jaunes hat das Begriffen. Die Eliten noch nicht."
    • salamandre 15.12.2018 11:50
      Highlight Highlight ...und genau Junge für die es nichts zu erben gibt oder gab, sollten in der Lage sein den Reichtum von morgen zu erschaffen, und genau das ist praktisch unmöglich. Diejenigen die doch wagen gehn meist Pleite, beraubt und desisuloniert vom eigenen Staat, ganz egal welche Seite am Ruder war.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Fairness 15.12.2018 10:37
    Highlight Highlight Wünschte mir, dass auch unsere Politiker über neue Steuerarten nachdenken. Agieren ist immer besser als (in der Regel zu spät) reagieren. Ich schreibe nicht gegen die Politik sondern für die Wahrheit.

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