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EHC Kloten Verteidiger Rene Back, am Boden versucht den Puck weg zu schlagen waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EHC Kloten und Geneve-Servette HC am Freitag, 13. Oktober 2017, in der SWISS Arena in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Kloten am Boden. Bild: KEYSTONE

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Sparen ohne Verstand – auch der Trainerwechsel hilft Kloten nicht mehr

Den Trainer gefeuert, den Sportchef gefeuert –wenn es nicht gelingt, Präsident Hans-Ulrich Lehmann das Handwerk zu legen, hat der EHC Kloten nur noch eine Zukunft als Farmteam der Rapperswil-Jona Lakers.



Wir wollen uns nicht dem Verdacht aussetzen, billige Polemik zu suchen. Deshalb beginnen wir ganz nüchtern mit der offiziellen Medienmitteilung des EHC Kloten:

«Freistellung von Trainer und Sportchef»

«Der EHC Kloten trennt sich per sofort von Sportchef Pascal Müller und von Head Coach Pekka Tirkkonen. Ab morgen Dienstag führen Niklas Gällstedt als Head Coach und André Rötheli als dessen Assistent bis auf Weiteres die erste Mannschaft. Peter Lüthi und Beat Equilino übernehmen ad interim die sportliche Leitung. Pascal Müller und Pekka Tirkkonen wurden heute Montag per sofort freigestellt. Nach den enttäuschenden Resultaten in den letzten Monaten musste sich die Führung des EHC Kloten zu diesem Schritt mit grossem Bedauern entscheiden. Der Club dankt Pekka Tirkkonen und Pascal Müller für die geleistete,geschätzte Arbeit.
Interimistisch übernehmen Niklas Gällstedt (bisher Assistent von Pekka Tirkkonen) und André Rötheli (Head Coach Elite Junioren A) die erste Mannschaft des EHC Kloten.
Die Aufgaben des Sportchefs übernehmen einstweilig Peter Lüthi (Leiter strategische Entwicklung) und Beat Equilino (Teammanager und Medienverantwortlicher).
Für Fragen wenden Sie sich bitte an unseren Präsidenten Hans-Ulrich Lehmann. Die Anfragen koordiniert Beat Equilino.»

Die Mohren haben ihre Schuldigkeit getan, sie können gehen. Die Amtsenthebungen von Trainern und Sportchefs gehören zur Hockeykultur wie Puck und Schläger. Sie sind in der Regel kein Grund, das Ende der Welt auszurufen. In Kloten unter der aktuellen Führung aber schon.

Sportchef Pascal Müller und sein Trainer Pekka Tirkkonen hatten nämlich gar keine Chance. Präsident Hans-Ulrich Lehman hat die Leistungskultur durch Sparen ohne Verstand nachhaltig ruiniert.

Investieren ohne Verstand ist auch nicht gut. So werden die Spieler reich und die grossen Erfolge bleiben aus. Aber die sportliche Existenz gerät nicht in Gefahr. Hans-Ulrich Lehmanns Vorgänger Philippe Gaydoul hat ohne Verstand investiert.

Der neue Besitzer des EHC Kloten Hans-Ulrich Lehmann spricht an der Medienkonferenz, aufgenommen am Montag, 2. Mai 2016, in Glattfelden. Der Zuercher Unternehmer Hans-Ulrich Lehmann hat sich mit den bisherigen Eigentuemern des Traditionsklubs, der nordamerikanischen Gruppe

Klotens Ruinierer: Hans-Ulrich Lehmann. Bild: KEYSTONE

Die schlimmste Sünde im Sportgeschäft ist sparen ohne Verstand. Sie ruiniert jedes Sportunternehmen. Wir erleben es jetzt gerade in Kloten. Hans-Ulrich Lehmann spart ohne Verstand.

Donald Trump des Hockeys

Der Anfang vom Ende war der Verzicht, alle vier Ausländerpositionen zu besetzen. Von diesem Moment an war das Ende des Trainers und des Sportchefs nur noch eine Frage der Zeit. Wer ein Maximum an Leistungsbereitschaft von den Spielern verlangt, muss auch selber ein Maximum leisten und die Voraussetzungen für den Erfolg schaffen. Durch die Besetzung der vier Ausländerpositionen. So einfach ist das.

ARCHIV - ZUR GERICHTLICHEN AUSEINANDERSETZUNG ZWISCHEN PHILIPPE GAYDOUL UND DEM EHC KLOTEN STELLEN WIR IHNEN DIESES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Der neue Praesident der Kloten Flyers Philippe Gaydoul, spricht an der Medienkonferenz am Mittwoch, 20. Februar 2013 in der Kolping Arena in Kloten. Philippe Gaydoul ist bereits gestern Dienstag, 19. Februar 2013 an einer ausserordentlichen Generalversammlung zum neuen Praesidenten der Kloten Flyers gewaehlt worden. Er ersetzt Rolf Mosimann. (KEYSTONE/Sigi Tischler)

Lehmanns Vorgänger Gaydoul 2015. Bild: KEYSTONE

Klotens sportlicher Ruinierer und Präsident Hans-Ulrich Lehmann hat die Unsicherheit noch unnötig angeheizt. Mal schwadroniert er davon,überhaupt ohne Ausländer spielen zu wollen.Sodann kündigt er an, den Sportchef zu hinterfragen und den Trainer auch noch.Populistische Sprüche eines Mannes, dem das Wesen des Sportes so fremd ist wie unseren Eichhörnchen eine Kokosnuss. Hans-Ulrich Lehmann hat in seinem Wesen und Wirken durchaus etwas von einem «Donald Trump des Hockeys.»

Equilino muss es machen

Die vorläufige Nachfolgeregelung trägt schon den Kern des Untergangs in sich und illustriert das Hockey-Weltbild des Präsidenten und seine Geringschätzung für die Arbeit, die in einem Sportunternehmen geleistet wird. Der Assistent kann auch Cheftrainer, der Juniorentrainer ein bisschen Assistent und der Medienchef kann doch auch Sportchef.

Fribourg, 16.09.2015, Eishockey, Swiss Ice Hockey Awards 2015, Reto von Arx (HC Davos, fuer seine Verdienste im Schweizer Eishockey, L) und Beat Equilino (R) (Pascal Muller/EQ Images)

Beat Equilino (rechts) hier mit Reto von Arx 2015. Bild: EQ Images

Die Absurdität in Kloten illustriert ja die offizielle Medienmitteilung: Beat Equilino, der doch eigentlich Aufgaben des Sportchefs übernehmen sollte, muss nebenbei auch noch die Medienanfragen für den Präsidenten koordinieren und weiterhin als Medienchef amtieren. Es wird doch nicht so schwierig sein, ein wenig zu transferieren und mit den Chronisten zutelefonieren und für den Chef die Kommunikation zu koordinieren. Jeder kann ein bisschen alles, spielt bei den «Sportlis» sowieso keine Rolle und nun soll mal jeder anpacken. Hauptsache, es kostet nicht viel. Es ist Pascal Müllers Pech, dass er mit seiner Kündigung seinem Rauswurf nicht mehr zuvorkommen konnte. Er hat in Kloten unter extrem schwierigen Bedingungen sehr gute Arbeit geleistet. Aber Undank ist halt der Welten Lohn.

Das Profil des neuen Trainers ist auch schon klar:er darf nicht viel kosten. Ein Billig-Trainer, der wenn möglich auch noch den Sportchef macht.Eine vorübergehende Besserung ist möglich, eine langfristige Genesung nicht mehr.

Der EHC Kloten hat unter Präsident Hans-Ulrich Lehmann durchaus eine Zukunft. Als Farmteamder Rapperswil-Jona Lakers. Die Sparpolitik ohne Verstand wird in den Abstieg münden. Ein tüchtiger Trainer kann diesen Abstieg noch ein wenig hinauszögern, zu verhindern ist die Relegation mit der aktuellen Strategie nicht mehr.

HCD, SCB, ZSC und? Diese Klubs wurden schon Schweizer Hockey-Meister

In der zweithöchsten Liga kann Hans-Ulrich Lehmann dann auf einen Sportchef und Ausländer verzichten und den EHC Kloten als Farmteam der Lakers billig betreiben. Die Lakers rüsten zum Aufstieg und werden, wenn sie sich in der NLB durchsetzen, die Liga-Qualifikation gegen Kloten gewinnen. Das gleiche gilt für Olten.

Der EHC Kloten, das Kultunternehmen mit der längsten Lebensdauer in der höchsten Liga (seit 1962 in der NLA!) wird unter den aktuellen Voraussetzungen niemandem mehr fehlen: das Management hat es verpasst, dieses Sportunternehmen im Hockeymarkt klar zu positionieren. Unser Hockey kann es sich inzwischen leisten, Kloten durch die Lakers oder Olten zu ersetzen.

Gibt es denn keine Lösung? Ist das Ende der Klotener Hockeykultur wirklich gekommen? Nun,es gibt einen Ausweg: eine Gruppe von lokalen Investoren kauft Hans-Ulrich Lehmann den EHC Kloten ab und legt dem Präsidenten so dasHandwerk. Das müsste doch in einer der reichsten Regionen der Welt möglich sein.

Dann kann unter neuer Leitung mit Verstand gespart werden und Kloten bekommt eine Zukunft als Ausbildungsklub in der höchsten Liga.

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