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Wegen eines früheren Auftritts auf der Krim hat die Ukraine der russischen Kandidatin Julia Samoilowa die Einreise verboten.
Wegen eines früheren Auftritts auf der Krim hat die Ukraine der russischen Kandidatin Julia Samoilowa die Einreise verboten.Bild: EPA/RUSSIAN TV CHANNEL 1 PRESS SERV

Ukrainischer Geheimdienst lässt russische Sängerin nicht zum ESC einreisen

22.03.2017, 17:2422.03.2017, 18:22

Der Eurovision Song Contest (ESC) hat einen politischen Skandal: Wegen eines früheren Auftritts auf der Krim hat die Ukraine der russischen Kandidatin Julia Samoilowa die Einreise verboten.

Der ukrainische Geheimdienst SBU habe Samoilowa ein dreijähriges Einreiseverbot erteilt, sagte Behördensprecherin Olena Gitlijanska der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch. Die 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim ist einer der Hauptstreitpunkte zwischen Kiew und Moskau.

Rundfunkunion «tief enttäuscht»

Russland kritisierte das Einreiseverbot für seine Kandidatin als «ungeheuerlich». Es handele sich um einen «weiteren ungeheuerlichen, zynischen und unmenschlichen Akt», zitierte die Nachrichtenagentur Interfax Vize-Aussenminister Grigori Karasin.

Die Europäische Rundfunkunion (EBU) äusserte sich in einer ersten Reaktion «tief enttäuscht» über die ukrainische Entscheidung. Diese stehe im Gegensatz sowohl zum «Geist des Wettbewerbs» als auch zur Idee der Inklusion - Samoilowa sitzt im Rollstuhl.

Ukraine spricht von «Provokation»

Die EBU kündigte an, sie werde den Dialog mit den ukrainischen Behörden mit dem Ziel fortsetzen, «dass alle Künstler» beim diesjährigen ESC-Finale am 13. Mai in der ukrainischen Hauptstadt teilnehmen könnten.

Die 27-jährige Samoilowa war Mitte März ohne eine Publikumsabstimmung zur russischen ESC-Teilnehmerin bestimmt worden. Sie war 2015 bei einem Gala-Konzert auf der Krim aufgetreten. Aus der Ukraine kam umgehend Kritik an der Nominierung, die als «Provokation» verurteilt wurde. Die Ukraine betrachtet die im März 2014 von Russland annektierte Krim weiter als Teil ihres Staatsgebietes. (whr/sda/afp)

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quelle: reuters/maja suslin
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6 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Howard271
22.03.2017 18:50registriert Oktober 2014
Dass das so kommen würde war ja von Anfang an klar. Russland kannte das ukrainische Gesetz natürlich genau (gilt schon seit 2015) und wollte an einem ESC in Kiev wohl gar nicht teilnehmen. Um als armes Opfer dazustehen hat man fix eine Sängerin im Rollstuhl mit einer heuchlerischen Friedensballade ausgestattet und nominiert, wohlwissentlich, dass sie gegen das ukr. Gesetz verstiess und somit nicht einreisen dürfte. Nun hofft man, dass alle Welt sagt "ach, wie kann man die arme Frau nur ausschliessen?"
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