Syrien
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This image released by Islamic State-affiliated Aamaq news agency in March 2017 shows a general view of Raqqa, Syria. The city, which is the Islamic State group’s de facto capital, is the next major battle against the militants after Iraq’s Mosul. But with some 300,000 residents trapped inside Raqqa with fighters mingling among them, there are concerns over civilian casualties when the final assault begins. (Aamaq news agency via AP)

«IS»-Hochburg Rakka Bild: AP/Aamaq news agency

Offensive auf «IS»-Hochburg Rakka – Syrische Kurden greifen an



Unterstützt von der US-Armee hat ein kurdisch-arabisches Bündnis am Dienstag eine Grossoffensive zur Rückeroberung der nordsyrischen IS-Hochburg Al-Rakka gestartet.

Die «grosse Schlacht» zur Vertreibung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus Al-Rakka habe begonnen, sagte SDF-Sprecher Talal Sello in der Nähe der Stadt. Kurz darauf drangen Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) in die östlichen Vororte der Stadt ein.

Umstrittene US-Unterstützung

Die SDF hatten im November eine Offensive gestartet, um auf die IS-Hochburg am Euphrat vorzurücken. Das Bündnis aus arabischen und kurdischen Einheiten wurde dabei von der US-Armee mit Luftangriffen, Militärberatern und Spezialkräften unterstützt.

Im Mai entschied Washington, dem Bündnis auch Waffen zu liefern. «Mit den Flugzeugen der internationalen Koalition und den hochentwickelten Waffen, die sie uns geliefert hat, werden wir Al-Rakka von Daesch erobern», sagte SDF-Sprecher Sello. «Daesch» ist die arabische Bezeichnung für IS.

Die Lieferung der Waffen war in der Türkei auf scharfe Kritik gestossen. Ankara betrachtet die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), die das Rückgrat des SDF-Bündnisses bilden, wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in der Türkei als Terrororganisation.

Die türkische Regierung fürchtet, dass die Kurden einen eigenständigen Staat im Norden Syriens schaffen. Trotz der Proteste Ankaras halten die USA aber am Bündnis fest, da sie die SDF als effektive Kraft im Kampf gegen die IS-Miliz schätzen.

Luftschläge im Vorfeld

Kurz nach Verkündung des Starts der Offensive drangen die SDF-Kämpfer in den östlichen Vorort Al-Meschleb ein, wie die SDF-Kommandantin Rodschda Felat sagte. Ihre Kämpfer griffen die Stadt von Norden, Osten und Westen an. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte, dass das Bündnis mehrere Gebäude in Al-Meschleb eingenommen habe.

Vorbereitet wurde die Offensive von nächtlichen Luftangriffen der US-geführten Anti-IS-Allianz. Laut der oppositionsnahen Beobachtungsstelle wurden bei den Angriffen 21 Zivilisten getötet, die auf Booten über den Euphrat zu entkommen versuchten. Andere Aktivisten bestätigten, dass mehrere Boote auf dem Fluss getroffen worden seien, der an Al-Rakka vorbeiführt.

Der SDF-Sprecher Sello rief die Zivilisten in der Stadt auf, sich von den IS-Stellungen und der Front zu entfernen. Laut der Anti-IS-Koalition sind bereits knapp 200'000 Menschen aus Al-Rakka geflohen. In der Grossstadt lebten zuvor 300'000 Menschen, darunter 80'000, die seit Beginn des Bürgerkriegs aus anderen Landesteilen geflohen waren.

Zivilisten flüchten

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen erklärte, immer mehr Einwohner würden aus Al-Rakka fliehen. Rund 800 Menschen würden täglich im Flüchtlingslager von Ain Issa im Norden der Stadt eintreffen. Kritiker werfen der IS-Miliz vor, die Einwohner Al-Rakkas als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen und sich zwischen den Zivilisten zu verstecken.

Der Angriff auf Al-Rakka werde den Dschihadisten und ihrer Idee des «Kalifats» einen entscheidenden Schlag versetzen, erklärte der Kommandant der Anti-IS-Koalition, General Steve Townsend. Der Kampf werde aber «lang und schwierig sein». Die IS-Miliz hatte zuletzt deutlich an Boden verloren und steht auch vor dem Verlust ihrer letzten irakischen Hochburg Mossul.

Al-Rakka war im März 2013 an Rebellen gefallen, die jedoch Anfang 2014 von Dschihadisten vertrieben wurden, die sich später als IS-Miliz formierten und im Juni 2014 Al-Rakka zur Hauptstadt ihres «Kaliphats» erklärten. Die Extremisten errichteten eine Schreckensherrschaft in der Stadt und richteten zahlreiche Menschen hin, die sich ihnen widersetzten. (nfr/sda/afp)

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